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Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799.

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ostwärts gelegnen den Winter über erkälteten Länder. Aber nach Cantons Meinung sollen wohl die erwärmten Theile nicht Wasser, sondern Eisentheile, oder überhaupt solche seyn, welche auf die Richtung der Nadel Einfluß haben.

Gothaisches Magazin für das Neuste aus der Physik und Naturg. VI. B. 1 stes St. S. 172 u. f.

Abweichung und Variation der Magnetnadel, auf dem königl. Observ. zu Paris seit 1667 bis 1791 beobachtet, von Hrn. Cassini aus d. Journ. de phys. in Grens Journal der Phys. B. VII. S. 418 u. f.

Fortsetzung, ebend. B. VIII. S. 433. u. f.

Achromatische Fernröhre.

Zus. zu Th. I. S. 35.

In Eulers hier angeführter Stelle wird erwähnt, schon Newton habe Objectivgläser aus zwo Linsen mit dazwischen gefülltem Wasser, zur Verbesserung der Fernröhre, jedoch nur in Absicht auf die Abweichung wegen der Gestalt, für dienlich gehalten. Dieser Vorschlag Newtons (Optice, lat. redd. Sam. Clarke. Lond. 1706. 4. L. I. Prop. VII. p. 84.) ist folgender. Taf. XXVIII. Fig. 1. sey ADFC ein Objectivglas aus zwo Linsen ABED und BEFC, deren äußere Flächen AGD und CHF gleich convex, die innern BME und BNE gleich concav sind; der Raum BMEN sey mit Wasser gefüllt. Das Brechungsverhältniß aus Glas in Luft sey = I:R, aus Wasser in Luft = K:R; also aus Glas in Wasser = I:K. Der Durchmesser der Kugelflächen AGD und CHF sey=D. Wenn nun die hohlen Flächen BME und BNE nach einem Durchmesser geschliffen sind, der sich zu D verhält, wie die Cubikwurzel aus KK--KI zur Cubikwurzel aus RR--RI (hier steht beym Newton durch einen Druckfehler RK--RI); so werden die Fehler der Brechungen in den convexen Flächen, in so weit sie aus der sphärischen Gestalt entstehen, durch die Brechungen in den hohlen Flächen ungemein verbessert werden; und man würde auf diese Art sehr vollkommene Fernröhre verfertigen können, wenn die verschiedenen Arten der Lichtstralen nicht verschiedene Brechbarkeit hätten.


oſtwaͤrts gelegnen den Winter uͤber erkaͤlteten Laͤnder. Aber nach Cantons Meinung ſollen wohl die erwaͤrmten Theile nicht Waſſer, ſondern Eiſentheile, oder uͤberhaupt ſolche ſeyn, welche auf die Richtung der Nadel Einfluß haben.

Gothaiſches Magazin fuͤr das Neuſte aus der Phyſik und Naturg. VI. B. 1 ſtes St. S. 172 u. f.

Abweichung und Variation der Magnetnadel, auf dem koͤnigl. Obſerv. zu Paris ſeit 1667 bis 1791 beobachtet, von Hrn. Caſſini aus d. Journ. de phyſ. in Grens Journal der Phyſ. B. VII. S. 418 u. f.

Fortſetzung, ebend. B. VIII. S. 433. u. f.

Achromatiſche Fernroͤhre.

Zuſ. zu Th. I. S. 35.

In Eulers hier angefuͤhrter Stelle wird erwaͤhnt, ſchon Newton habe Objectivglaͤſer aus zwo Linſen mit dazwiſchen gefuͤlltem Waſſer, zur Verbeſſerung der Fernroͤhre, jedoch nur in Abſicht auf die Abweichung wegen der Geſtalt, fuͤr dienlich gehalten. Dieſer Vorſchlag Newtons (Optice, lat. redd. Sam. Clarke. Lond. 1706. 4. L. I. Prop. VII. p. 84.) iſt folgender. Taf. XXVIII. Fig. 1. ſey ADFC ein Objectivglas aus zwo Linſen ABED und BEFC, deren aͤußere Flaͤchen AGD und CHF gleich convex, die innern BME und BNE gleich concav ſind; der Raum BMEN ſey mit Waſſer gefuͤllt. Das Brechungsverhaͤltniß aus Glas in Luft ſey = I:R, aus Waſſer in Luft = K:R; alſo aus Glas in Waſſer = I:K. Der Durchmeſſer der Kugelflaͤchen AGD und CHF ſey=D. Wenn nun die hohlen Flaͤchen BME und BNE nach einem Durchmeſſer geſchliffen ſind, der ſich zu D verhaͤlt, wie die Cubikwurzel aus KK—KI zur Cubikwurzel aus RR—RI (hier ſteht beym Newton durch einen Druckfehler RK—RI); ſo werden die Fehler der Brechungen in den convexen Flaͤchen, in ſo weit ſie aus der ſphaͤriſchen Geſtalt entſtehen, durch die Brechungen in den hohlen Flaͤchen ungemein verbeſſert werden; und man wuͤrde auf dieſe Art ſehr vollkommene Fernroͤhre verfertigen koͤnnen, wenn die verſchiedenen Arten der Lichtſtralen nicht verſchiedene Brechbarkeit haͤtten.

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[9/0021] oſtwaͤrts gelegnen den Winter uͤber erkaͤlteten Laͤnder. Aber nach Cantons Meinung ſollen wohl die erwaͤrmten Theile nicht Waſſer, ſondern Eiſentheile, oder uͤberhaupt ſolche ſeyn, welche auf die Richtung der Nadel Einfluß haben. Gothaiſches Magazin fuͤr das Neuſte aus der Phyſik und Naturg. VI. B. 1 ſtes St. S. 172 u. f. Abweichung und Variation der Magnetnadel, auf dem koͤnigl. Obſerv. zu Paris ſeit 1667 bis 1791 beobachtet, von Hrn. Caſſini aus d. Journ. de phyſ. in Grens Journal der Phyſ. B. VII. S. 418 u. f. Fortſetzung, ebend. B. VIII. S. 433. u. f. Achromatiſche Fernroͤhre. Zuſ. zu Th. I. S. 35. In Eulers hier angefuͤhrter Stelle wird erwaͤhnt, ſchon Newton habe Objectivglaͤſer aus zwo Linſen mit dazwiſchen gefuͤlltem Waſſer, zur Verbeſſerung der Fernroͤhre, jedoch nur in Abſicht auf die Abweichung wegen der Geſtalt, fuͤr dienlich gehalten. Dieſer Vorſchlag Newtons (Optice, lat. redd. Sam. Clarke. Lond. 1706. 4. L. I. Prop. VII. p. 84.) iſt folgender. Taf. XXVIII. Fig. 1. ſey ADFC ein Objectivglas aus zwo Linſen ABED und BEFC, deren aͤußere Flaͤchen AGD und CHF gleich convex, die innern BME und BNE gleich concav ſind; der Raum BMEN ſey mit Waſſer gefuͤllt. Das Brechungsverhaͤltniß aus Glas in Luft ſey = I:R, aus Waſſer in Luft = K:R; alſo aus Glas in Waſſer = I:K. Der Durchmeſſer der Kugelflaͤchen AGD und CHF ſey=D. Wenn nun die hohlen Flaͤchen BME und BNE nach einem Durchmeſſer geſchliffen ſind, der ſich zu D verhaͤlt, wie die Cubikwurzel aus KK—KI zur Cubikwurzel aus RR—RI (hier ſteht beym Newton durch einen Druckfehler RK—RI); ſo werden die Fehler der Brechungen in den convexen Flaͤchen, in ſo weit ſie aus der ſphaͤriſchen Geſtalt entſtehen, durch die Brechungen in den hohlen Flaͤchen ungemein verbeſſert werden; und man wuͤrde auf dieſe Art ſehr vollkommene Fernroͤhre verfertigen koͤnnen, wenn die verſchiedenen Arten der Lichtſtralen nicht verſchiedene Brechbarkeit haͤtten.

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Zitationshilfe: Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799, S. 9. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gehler_woerterbuch05_1799/21>, abgerufen am 03.03.2024.