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Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843.

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sind hier ungemein eng und winklich, viel dicke Schweine liegen im Wege; es ist mühsam das Steigen, aber von Zeit zu Zeit belohnt uns die köstliche Aussicht über das Meer mit den Inseln ringsum. Endlich erreichen wir die Kirche auf dem Gipfel des Berges und laben uns an dem Blick in das Thal linker Hand wo einzelne Weingärten zu sehen sowie viele 10flüglige Windmühlen, und über die Stadt unten, den Hafen mit seinen Schiffen, das blaue Meer und die Inseln. Die Häuser haben oben fast alle glatte Dächer mit Lehmestrich, wo man ruhen und umhergehen kann. Weiber und Männer sieht man in den [...] einstöckigen winklichen Häusern arbeiten. Wir steigen auf den Rücken des Berges weiter, machten über die Marmorfelsen fort; wilde Salwei und eine Art Orchideen mit großen Zwiebeln wächst spärlich im röthlichen Boden. Die Aussicht wird immer großartiger; aber es ist sehr windig und wir müssen zuletzt an den Rückzug denken; der Engländer geht noch etwas weiter wie ich, Franke am weitsten, und kehrt auf einem andern Weg in die Stadt zurück; Weidenbach, noch unwohl, war zurückgeblieben. Auf dem Rückweg begegnen wir fast der ersten hübschen jungen Griechin auf einem Esel reitend, hinter ihr ein Junge; wir gehen den Stadtberg hinab und kommen sehr ermüdet um 5 Uhr im Gasthof an, wo Franke schon ist. Das Mittagessen ist wieder sehr gut. Um 7 oder 1/2 8 gehen wir zu Bett. Die Sonne geht jetzt schon vor 6 Uhr unter und ist es kurz darauf dunkel ohne lange Dämmerung wie bei uns.

Sonnabend den 10ten September 42. Ich habe unbelästigt von Ungeziefer die Nacht zugebracht. Um 6 Uhr aufgestanden. Das Wetter fortdauernd warm und schön.

sind hier ungemein eng und winklich, viel dicke Schweine liegen im Wege; es ist mühsam das Steigen, aber von Zeit zu Zeit belohnt uns die köstliche Aussicht über das Meer mit den Inseln ringsum. Endlich erreichen wir die Kirche auf dem Gipfel des Berges und laben uns an dem Blick in das Thal linker Hand wo einzelne Weingärten zu sehen sowie viele 10flüglige Windmühlen, und über die Stadt unten, den Hafen mit seinen Schiffen, das blaue Meer und die Inseln. Die Häuser haben oben fast alle glatte Dächer mit Lehmestrich, wo man ruhen und umhergehen kann. Weiber und Männer sieht man in den […] einstöckigen winklichen Häusern arbeiten. Wir steigen auf den Rücken des Berges weiter, machten über die Marmorfelsen fort; wilde Salwei und eine Art Orchideen mit großen Zwiebeln wächst spärlich im röthlichen Boden. Die Aussicht wird immer großartiger; aber es ist sehr windig und wir müssen zuletzt an den Rückzug denken; der Engländer geht noch etwas weiter wie ich, Franke am weitsten, und kehrt auf einem andern Weg in die Stadt zurück; Weidenbach, noch unwohl, war zurückgeblieben. Auf dem Rückweg begegnen wir fast der ersten hübschen jungen Griechin auf einem Esel reitend, hinter ihr ein Junge; wir gehen den Stadtberg hinab und kommen sehr ermüdet um 5 Uhr im Gasthof an, wo Franke schon ist. Das Mittagessen ist wieder sehr gut. Um 7 oder ½ 8 gehen wir zu Bett. Die Sonne geht jetzt schon vor 6 Uhr unter und ist es kurz darauf dunkel ohne lange Dämmerung wie bei uns.

Sonnabend den 10ten September 42. Ich habe unbelästigt von Ungeziefer die Nacht zugebracht. Um 6 Uhr aufgestanden. Das Wetter fortdauernd warm und schön.

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Zitationshilfe: Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843, S. 19. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch01_1842/20>, abgerufen am 09.05.2021.