Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 3. Hildesheim, 1747.

Bild:
<< vorherige Seite
Der Teufel, GOttes Affe.
Das ist ein Beispiel welches weißt,
Wie der des Höchsten Affe heist,
Der als ein GOtt der eitlen Erden,
Dem Schöpfer gern will ähnlich werden.
Die heilge Schrift zeigt mehrers an,
Damit man das beweisen kan.
Als GOttes Volk, Jacobs Geschlechte
Das seine Sitten, seine Rechte
Bewahret, in Egyptenland,
Gerieth zu einem Knechtschaffts-stand,
Da wolte GOtt sie aus den Ketten
Der Knechtschaft, wiederum erretten.
Sein Wink befahl heraus zu gehn,
Das wolt ihr König nicht verstehn:
Drum suchte er durch Wunderzeichen,
Das harte Herze zu erweichen.
Der Höchste sandte seinen Knecht,
Und Aaron der das Licht und Recht
Hernach im Heilgen muste tragen,
Den Pharao das anzusagen:
Laß mein Volk mir zum Dienste gehn,
Sonst wirst du Wunderzeichen sehn,
Die mächtig deinen Willen zwingen,
Der Allmacht muß es stets gelingen.
Der stolze König hörte nicht,
Es muste erst das Machtgericht
Des Höchsten, sich in Wunder zeigen,
Und das verstockte Herze beugen.
Die Wunderzeichen gingen an,
Die GOtt durch Aarons Hand gethan:
Zuerst warf er den Stab zur Erden,
Der muste gleich zur Schlangen werden.
Das Wasser ward in Blut verkehrt,
(Wie uns die heilge Schrift gelehrt)
So bald nur Moses mit den Stekken,
An-
Der Teufel, GOttes Affe.
Das iſt ein Beiſpiel welches weißt,
Wie der des Hoͤchſten Affe heiſt,
Der als ein GOtt der eitlen Erden,
Dem Schoͤpfer gern will aͤhnlich werden.
Die heilge Schrift zeigt mehrers an,
Damit man das beweiſen kan.
Als GOttes Volk, Jacobs Geſchlechte
Das ſeine Sitten, ſeine Rechte
Bewahret, in Egyptenland,
Gerieth zu einem Knechtſchaffts-ſtand,
Da wolte GOtt ſie aus den Ketten
Der Knechtſchaft, wiederum erretten.
Sein Wink befahl heraus zu gehn,
Das wolt ihr Koͤnig nicht verſtehn:
Drum ſuchte er durch Wunderzeichen,
Das harte Herze zu erweichen.
Der Hoͤchſte ſandte ſeinen Knecht,
Und Aaron der das Licht und Recht
Hernach im Heilgen muſte tragen,
Den Pharao das anzuſagen:
Laß mein Volk mir zum Dienſte gehn,
Sonſt wirſt du Wunderzeichen ſehn,
Die maͤchtig deinen Willen zwingen,
Der Allmacht muß es ſtets gelingen.
Der ſtolze Koͤnig hoͤrte nicht,
Es muſte erſt das Machtgericht
Des Hoͤchſten, ſich in Wunder zeigen,
Und das verſtockte Herze beugen.
Die Wunderzeichen gingen an,
Die GOtt durch Aarons Hand gethan:
Zuerſt warf er den Stab zur Erden,
Der muſte gleich zur Schlangen werden.
Das Waſſer ward in Blut verkehrt,
(Wie uns die heilge Schrift gelehrt)
So bald nur Moſes mit den Stekken,
An-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <lg type="poem">
          <pb facs="#f0046" n="34"/>
          <fw place="top" type="header">Der Teufel, GOttes Affe.</fw><lb/>
          <l>Das i&#x017F;t ein Bei&#x017F;piel welches weißt,</l><lb/>
          <l>Wie der des Ho&#x0364;ch&#x017F;ten Affe hei&#x017F;t,</l><lb/>
          <l>Der als ein <hi rendition="#fr">GOtt</hi> der eitlen Erden,</l><lb/>
          <l>Dem Scho&#x0364;pfer gern will a&#x0364;hnlich werden.</l><lb/>
          <l>Die heilge Schrift zeigt mehrers an,</l><lb/>
          <l>Damit man das bewei&#x017F;en kan.</l><lb/>
          <l>Als <hi rendition="#fr">GOttes</hi> Volk, Jacobs Ge&#x017F;chlechte</l><lb/>
          <l>Das &#x017F;eine Sitten, &#x017F;eine Rechte</l><lb/>
          <l>Bewahret, in Egyptenland,</l><lb/>
          <l>Gerieth zu einem Knecht&#x017F;chaffts-&#x017F;tand,</l><lb/>
          <l>Da wolte <hi rendition="#fr">GOtt</hi> &#x017F;ie aus den Ketten</l><lb/>
          <l>Der Knecht&#x017F;chaft, wiederum erretten.</l><lb/>
          <l>Sein Wink befahl heraus zu gehn,</l><lb/>
          <l>Das wolt ihr Ko&#x0364;nig nicht ver&#x017F;tehn:</l><lb/>
          <l>Drum &#x017F;uchte er durch Wunderzeichen,</l><lb/>
          <l>Das harte Herze zu erweichen.</l><lb/>
          <l>Der Ho&#x0364;ch&#x017F;te &#x017F;andte &#x017F;einen Knecht,</l><lb/>
          <l>Und Aaron der das Licht und Recht</l><lb/>
          <l>Hernach im Heilgen mu&#x017F;te tragen,</l><lb/>
          <l>Den Pharao das anzu&#x017F;agen:</l><lb/>
          <l>Laß mein Volk mir zum Dien&#x017F;te gehn,</l><lb/>
          <l>Son&#x017F;t wir&#x017F;t du Wunderzeichen &#x017F;ehn,</l><lb/>
          <l>Die ma&#x0364;chtig deinen Willen zwingen,</l><lb/>
          <l>Der Allmacht muß es &#x017F;tets gelingen.</l><lb/>
          <l>Der &#x017F;tolze Ko&#x0364;nig ho&#x0364;rte nicht,</l><lb/>
          <l>Es mu&#x017F;te er&#x017F;t das Machtgericht</l><lb/>
          <l>Des Ho&#x0364;ch&#x017F;ten, &#x017F;ich in Wunder zeigen,</l><lb/>
          <l>Und das ver&#x017F;tockte Herze beugen.</l><lb/>
          <l>Die Wunderzeichen gingen an,</l><lb/>
          <l>Die <hi rendition="#fr">GOtt</hi> durch Aarons Hand gethan:</l><lb/>
          <l>Zuer&#x017F;t warf er den Stab zur Erden,</l><lb/>
          <l>Der mu&#x017F;te gleich zur Schlangen werden.</l><lb/>
          <l>Das Wa&#x017F;&#x017F;er ward in Blut verkehrt,</l><lb/>
          <l>(Wie uns die heilge Schrift gelehrt)</l><lb/>
          <l>So bald nur Mo&#x017F;es mit den Stekken,</l><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">An-</fw><lb/>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[34/0046] Der Teufel, GOttes Affe. Das iſt ein Beiſpiel welches weißt, Wie der des Hoͤchſten Affe heiſt, Der als ein GOtt der eitlen Erden, Dem Schoͤpfer gern will aͤhnlich werden. Die heilge Schrift zeigt mehrers an, Damit man das beweiſen kan. Als GOttes Volk, Jacobs Geſchlechte Das ſeine Sitten, ſeine Rechte Bewahret, in Egyptenland, Gerieth zu einem Knechtſchaffts-ſtand, Da wolte GOtt ſie aus den Ketten Der Knechtſchaft, wiederum erretten. Sein Wink befahl heraus zu gehn, Das wolt ihr Koͤnig nicht verſtehn: Drum ſuchte er durch Wunderzeichen, Das harte Herze zu erweichen. Der Hoͤchſte ſandte ſeinen Knecht, Und Aaron der das Licht und Recht Hernach im Heilgen muſte tragen, Den Pharao das anzuſagen: Laß mein Volk mir zum Dienſte gehn, Sonſt wirſt du Wunderzeichen ſehn, Die maͤchtig deinen Willen zwingen, Der Allmacht muß es ſtets gelingen. Der ſtolze Koͤnig hoͤrte nicht, Es muſte erſt das Machtgericht Des Hoͤchſten, ſich in Wunder zeigen, Und das verſtockte Herze beugen. Die Wunderzeichen gingen an, Die GOtt durch Aarons Hand gethan: Zuerſt warf er den Stab zur Erden, Der muſte gleich zur Schlangen werden. Das Waſſer ward in Blut verkehrt, (Wie uns die heilge Schrift gelehrt) So bald nur Moſes mit den Stekken, An-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen03_1747
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen03_1747/46
Zitationshilfe: Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 3. Hildesheim, 1747, S. 34. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen03_1747/46>, abgerufen am 14.05.2021.