Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Nebst einem Anhange von Gebeten für denselben. Dülmen, 1874.

Bild:
<< vorherige Seite

Gnade ihr rechtes Licht, ihre volle Wirksamkeit
und Frucht.

Siehe da die Mutterliebe, von welcher wir hier
reden, die Liebe einer christlichen Mutter. Sie ist
das Werk, die Schöpfung Gottes im Mutterherzen.
Er, welcher diesem Herzen jene Macht der natür-
lichen Mutterliebe eingepflanzt hat, ist es auch,
welcher durch Seine Gnade und Wahrheit sie
übernatürlich verklärt, erhöhet und mehrt. Und
erregt das Werk der Natur, die natürliche Mutter-
liebe, mit ihren großen Wirkungen unsere Be-
wunderung und Verehrung, wie viel herrlicher,
schöner und größer ist das himmelentstammende
Werk der Uebernatur, die übernatürliche Mutter-
liebe! Und wie so viel mächtiger und herrlicher
sind ihre Wirkungen und Früchte!

"Stark, wie der Tod, ist die Liebe" - dieser
Ausspruch des h. Geistes findet seine Bewährung
schon bei der natürlichen Mutterliebe, aber wie erst
bei der übernatürlichen! Ja, jemehr eine Mutter
von echt christlichem Geiste beseelt ist, jemehr daher
die Liebe zu ihrem Kinde den übernatürlichen Cha-
rakter trägt, desto mehr ist es wahr: Keine Mühe
und Arbeit, keine Beschwerde und Unannehmlichkeit,
kein Opfer ist ihr zu groß, zu schwer für ihr
Kind. Welche Last ihr dasselbe bereite, welche
Entbehrungen es ihr auflege, und ob sie um seinet-
wegen nicht Ruhe habe bei Tag und bei Nacht,
sie verliert nicht den frohen Muth, sie harret un-
verdrossen aus; nimmer erliegt sie in Ungeduld
und Verdruß. Für ihr Kind lässet sie sich Alles
gefallen, für ihr Kind thut sie Alles, leidet sie Alles,

Gnade ihr rechtes Licht, ihre volle Wirksamkeit
und Frucht.

Siehe da die Mutterliebe, von welcher wir hier
reden, die Liebe einer christlichen Mutter. Sie ist
das Werk, die Schöpfung Gottes im Mutterherzen.
Er, welcher diesem Herzen jene Macht der natür-
lichen Mutterliebe eingepflanzt hat, ist es auch,
welcher durch Seine Gnade und Wahrheit sie
übernatürlich verklärt, erhöhet und mehrt. Und
erregt das Werk der Natur, die natürliche Mutter-
liebe, mit ihren großen Wirkungen unsere Be-
wunderung und Verehrung, wie viel herrlicher,
schöner und größer ist das himmelentstammende
Werk der Uebernatur, die übernatürliche Mutter-
liebe! Und wie so viel mächtiger und herrlicher
sind ihre Wirkungen und Früchte!

„Stark, wie der Tod, ist die Liebe“ – dieser
Ausspruch des h. Geistes findet seine Bewährung
schon bei der natürlichen Mutterliebe, aber wie erst
bei der übernatürlichen! Ja, jemehr eine Mutter
von echt christlichem Geiste beseelt ist, jemehr daher
die Liebe zu ihrem Kinde den übernatürlichen Cha-
rakter trägt, desto mehr ist es wahr: Keine Mühe
und Arbeit, keine Beschwerde und Unannehmlichkeit,
kein Opfer ist ihr zu groß, zu schwer für ihr
Kind. Welche Last ihr dasselbe bereite, welche
Entbehrungen es ihr auflege, und ob sie um seinet-
wegen nicht Ruhe habe bei Tag und bei Nacht,
sie verliert nicht den frohen Muth, sie harret un-
verdrossen aus; nimmer erliegt sie in Ungeduld
und Verdruß. Für ihr Kind lässet sie sich Alles
gefallen, für ihr Kind thut sie Alles, leidet sie Alles,

<TEI>
  <text xml:id="C889_001_1874">
    <group>
      <text>
        <body>
          <div>
            <div>
              <p><pb facs="#f0254" xml:id="C889_001_1874_pb0043_0001" n="43"/>
Gnade ihr rechtes Licht, ihre volle Wirksamkeit<lb/>
und Frucht.</p>
              <p>Siehe da die Mutterliebe, von welcher wir hier<lb/>
reden, die Liebe einer christlichen Mutter. Sie ist<lb/>
das Werk, die Schöpfung Gottes im Mutterherzen.<lb/>
Er, welcher diesem Herzen jene Macht der natür-<lb/>
lichen Mutterliebe eingepflanzt hat, ist es auch,<lb/>
welcher durch Seine Gnade und Wahrheit sie<lb/>
übernatürlich verklärt, erhöhet und mehrt. Und<lb/>
erregt das Werk der Natur, die natürliche Mutter-<lb/>
liebe, mit ihren großen Wirkungen unsere Be-<lb/>
wunderung und Verehrung, wie viel herrlicher,<lb/>
schöner und größer ist das himmelentstammende<lb/>
Werk der Uebernatur, die übernatürliche Mutter-<lb/>
liebe! Und wie so viel mächtiger und herrlicher<lb/>
sind <hi rendition="#g">ihre</hi> Wirkungen und Früchte!</p>
              <p><q>&#x201E;Stark, wie der Tod, ist die Liebe&#x201C;</q> &#x2013; dieser<lb/>
Ausspruch des h. Geistes findet seine Bewährung<lb/>
schon bei der natürlichen Mutterliebe, aber wie erst<lb/>
bei der übernatürlichen! Ja, jemehr eine Mutter<lb/>
von echt christlichem Geiste beseelt ist, jemehr daher<lb/>
die Liebe zu ihrem Kinde den übernatürlichen Cha-<lb/>
rakter trägt, desto mehr ist es wahr: Keine Mühe<lb/>
und Arbeit, keine Beschwerde und Unannehmlichkeit,<lb/>
kein Opfer ist ihr zu groß, zu schwer für ihr<lb/>
Kind. Welche Last ihr dasselbe bereite, welche<lb/>
Entbehrungen es ihr auflege, und ob sie um seinet-<lb/>
wegen nicht Ruhe habe bei Tag und bei Nacht,<lb/>
sie verliert nicht den frohen Muth, sie harret un-<lb/>
verdrossen aus; nimmer erliegt sie in Ungeduld<lb/>
und Verdruß. Für ihr Kind lässet sie sich Alles<lb/>
gefallen, für ihr Kind thut sie Alles, leidet sie Alles,<lb/></p>
            </div>
          </div>
        </body>
      </text>
    </group>
  </text>
</TEI>
[43/0254] Gnade ihr rechtes Licht, ihre volle Wirksamkeit und Frucht. Siehe da die Mutterliebe, von welcher wir hier reden, die Liebe einer christlichen Mutter. Sie ist das Werk, die Schöpfung Gottes im Mutterherzen. Er, welcher diesem Herzen jene Macht der natür- lichen Mutterliebe eingepflanzt hat, ist es auch, welcher durch Seine Gnade und Wahrheit sie übernatürlich verklärt, erhöhet und mehrt. Und erregt das Werk der Natur, die natürliche Mutter- liebe, mit ihren großen Wirkungen unsere Be- wunderung und Verehrung, wie viel herrlicher, schöner und größer ist das himmelentstammende Werk der Uebernatur, die übernatürliche Mutter- liebe! Und wie so viel mächtiger und herrlicher sind ihre Wirkungen und Früchte! „Stark, wie der Tod, ist die Liebe“ – dieser Ausspruch des h. Geistes findet seine Bewährung schon bei der natürlichen Mutterliebe, aber wie erst bei der übernatürlichen! Ja, jemehr eine Mutter von echt christlichem Geiste beseelt ist, jemehr daher die Liebe zu ihrem Kinde den übernatürlichen Cha- rakter trägt, desto mehr ist es wahr: Keine Mühe und Arbeit, keine Beschwerde und Unannehmlichkeit, kein Opfer ist ihr zu groß, zu schwer für ihr Kind. Welche Last ihr dasselbe bereite, welche Entbehrungen es ihr auflege, und ob sie um seinet- wegen nicht Ruhe habe bei Tag und bei Nacht, sie verliert nicht den frohen Muth, sie harret un- verdrossen aus; nimmer erliegt sie in Ungeduld und Verdruß. Für ihr Kind lässet sie sich Alles gefallen, für ihr Kind thut sie Alles, leidet sie Alles,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt Digitization Lifecycle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach Vorgabe des DLC modernisiert.

In Absprache mit dem MPI wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizierung von titleParts verzichtet.
  • Bei Textpassagen, die als Abschnittsüberschrift ausgeweisen werden können, wird auf die zusätzliche Auszeichnung des Layouts verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen werden identisch als 002D übernommen. Der Zeilenumbruch selbst über lb ausgezeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874/254
Zitationshilfe: Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Nebst einem Anhange von Gebeten für denselben. Dülmen, 1874, S. 43. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874/254>, abgerufen am 10.12.2022.