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Clodius, Christian August Heinrich: Entwurf einer systematischen Poetik nebst Collectaneen zu ihrer Ausführung. Erster Theil. Leipzig, 1804.

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auch ausserhalb dem Gehirn müssiger Denker verzweifeln, p1c_V.002
weil uns ein vollkommenes System, ein Compendium p1c_V.003
derselben abgeht, welches vielleicht am Ende das letzte, p1c_V.004
das wenigste ist?

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Wodurch beweist die Mathematik, die Philosophie p1c_V.006
der Größen, ihre wissenschaftliche Existenz? Etwa durch die p1c_V.007
Geometrie des Euklides, die auf Postulate, und zur Hälfte p1c_V.008
gar auf ein unsichres Axiom gegründet ist? Kein tiefdenkender p1c_V.009
Mathematiker hat noch daran gedacht, daß das Ansehn p1c_V.010
seiner Wissenschaft auf einem vollständigen System der idealen p1c_V.011
Prinzipien beruhe. Was man für höhere Formeln zu p1c_V.012
einem besondern Problem gerade braucht, erfindet man. p1c_V.013
So bildet sich nach und nach ein leidlich zusammenhängender p1c_V.014
Canon von rein idealen Sätzen.

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Aber dadurch beweist die Mathematik ihr Daseyn, p1c_V.016
daß ihre idealen Grundsätze glückliche Hypothesen zur Erklärung p1c_V.017
der Erscheinungswelt abgeben, daß der Mathematiker p1c_V.018
eine Evidenz hat, durch Construction in Raum und Zeit, p1c_V.019
die nur wenig Mitarbeiter am Gebäude der Wissenschaft etwas p1c_V.020
ungereimtes unternehmen läßt. Kurz, während die andern p1c_V.021
Philosophen geduldig zusehn müssen, wie jeder Vorübergehende p1c_V.022
die Wetterfahne ihrer anarchischen Wissenschaft p1c_V.023
bald so, bald anders dreht, genießt die Mathematische

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auch ausserhalb dem Gehirn müssiger Denker verzweifeln, p1c_V.002
weil uns ein vollkommenes System, ein Compendium p1c_V.003
derselben abgeht, welches vielleicht am Ende das letzte, p1c_V.004
das wenigste ist?

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Wodurch beweist die Mathematik, die Philosophie p1c_V.006
der Größen, ihre wissenschaftliche Existenz? Etwa durch die p1c_V.007
Geometrie des Euklides, die auf Postulate, und zur Hälfte p1c_V.008
gar auf ein unsichres Axiom gegründet ist? Kein tiefdenkender p1c_V.009
Mathematiker hat noch daran gedacht, daß das Ansehn p1c_V.010
seiner Wissenschaft auf einem vollständigen System der idealen p1c_V.011
Prinzipien beruhe. Was man für höhere Formeln zu p1c_V.012
einem besondern Problem gerade braucht, erfindet man. p1c_V.013
So bildet sich nach und nach ein leidlich zusammenhängender p1c_V.014
Canon von rein idealen Sätzen.

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Aber dadurch beweist die Mathematik ihr Daseyn, p1c_V.016
daß ihre idealen Grundsätze glückliche Hypothesen zur Erklärung p1c_V.017
der Erscheinungswelt abgeben, daß der Mathematiker p1c_V.018
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ungereimtes unternehmen läßt. Kurz, während die andern p1c_V.021
Philosophen geduldig zusehn müssen, wie jeder Vorübergehende p1c_V.022
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Zitationshilfe: Clodius, Christian August Heinrich: Entwurf einer systematischen Poetik nebst Collectaneen zu ihrer Ausführung. Erster Theil. Leipzig, 1804, S. RV. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/clodius_poetik01_1804/9>, abgerufen am 22.04.2024.