Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Campe, Joachim Heinrich: Robinson der Jüngere. Bd. 2. Hamburg, 1780.

Bild:
<< vorherige Seite

solche von ihnen mitgenommen, die uns kaum
des Aufhebens werth scheinen würden, weil wir
den Mangel derselben noch nie empfunden haben.
Ein Theil der Schifsladung bestand aus Elefan-
tenzähnen; diese liessen sie liegen, weil sie keinen
Gebrauch davon machen konten. Ein Gleiches
thaten sie mit einigen Tonnen vol Kaffebohnen,
welche Robinson gleichfals verschmähte, weil
er nicht gesonnen war, sich jemahls wieder zu
überflüßigen und schädlichen Lekkereien zu ver-
wöhnen. Dafür aber suchten sie so viel Bretter
loszubrechen und mitzunehmen, als sie nur im-
mer konten, weil ihnen diese einen grössern Nu-
zen und also auch einen grössern innern Werth
zu haben schienen. Sogar die noch übrigen fünf
Kanonen brachten sie ans Land, so wie alles Ei-
senwerk, welches sie nur finden oder vom Schif-
fe losmachen konten.

Nachdem sie nun schon achtzehn mahl hin
und her gefahren und mit ihrer jedesmahligen
Ladung immer glüklich an Ort und Stelle an-
gekommen waren; bemerkten sie, da sie sich
abermahls an Bord des Wraks befanden, daß

ein

ſolche von ihnen mitgenommen, die uns kaum
des Aufhebens werth ſcheinen wuͤrden, weil wir
den Mangel derſelben noch nie empfunden haben.
Ein Theil der Schifsladung beſtand aus Elefan-
tenzaͤhnen; dieſe lieſſen ſie liegen, weil ſie keinen
Gebrauch davon machen konten. Ein Gleiches
thaten ſie mit einigen Tonnen vol Kaffebohnen,
welche Robinſon gleichfals verſchmaͤhte, weil
er nicht geſonnen war, ſich jemahls wieder zu
uͤberfluͤßigen und ſchaͤdlichen Lekkereien zu ver-
woͤhnen. Dafuͤr aber ſuchten ſie ſo viel Bretter
loszubrechen und mitzunehmen, als ſie nur im-
mer konten, weil ihnen dieſe einen groͤſſern Nu-
zen und alſo auch einen groͤſſern innern Werth
zu haben ſchienen. Sogar die noch uͤbrigen fuͤnf
Kanonen brachten ſie ans Land, ſo wie alles Ei-
ſenwerk, welches ſie nur finden oder vom Schif-
fe losmachen konten.

Nachdem ſie nun ſchon achtzehn mahl hin
und her gefahren und mit ihrer jedesmahligen
Ladung immer gluͤklich an Ort und Stelle an-
gekommen waren; bemerkten ſie, da ſie ſich
abermahls an Bord des Wraks befanden, daß

ein
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0245" n="239"/>
&#x017F;olche von ihnen mitgenommen, die uns kaum<lb/>
des Aufhebens werth &#x017F;cheinen wu&#x0364;rden, weil wir<lb/>
den Mangel der&#x017F;elben noch nie empfunden haben.<lb/>
Ein Theil der Schifsladung be&#x017F;tand aus Elefan-<lb/>
tenza&#x0364;hnen; die&#x017F;e lie&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ie liegen, weil &#x017F;ie keinen<lb/>
Gebrauch davon machen konten. Ein Gleiches<lb/>
thaten &#x017F;ie mit einigen Tonnen vol Kaffebohnen,<lb/>
welche <hi rendition="#fr">Robin&#x017F;on</hi> gleichfals ver&#x017F;chma&#x0364;hte, weil<lb/>
er nicht ge&#x017F;onnen war, &#x017F;ich jemahls wieder zu<lb/>
u&#x0364;berflu&#x0364;ßigen und &#x017F;cha&#x0364;dlichen Lekkereien zu ver-<lb/>
wo&#x0364;hnen. Dafu&#x0364;r aber &#x017F;uchten &#x017F;ie &#x017F;o viel Bretter<lb/>
loszubrechen und mitzunehmen, als &#x017F;ie nur im-<lb/>
mer konten, weil ihnen die&#x017F;e einen gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;ern Nu-<lb/>
zen und al&#x017F;o auch einen gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;ern innern Werth<lb/>
zu haben &#x017F;chienen. Sogar die noch u&#x0364;brigen fu&#x0364;nf<lb/>
Kanonen brachten &#x017F;ie ans Land, &#x017F;o wie alles Ei-<lb/>
&#x017F;enwerk, welches &#x017F;ie nur finden oder vom Schif-<lb/>
fe losmachen konten.</p><lb/>
          <p>Nachdem &#x017F;ie nun &#x017F;chon achtzehn mahl hin<lb/>
und her gefahren und mit ihrer jedesmahligen<lb/>
Ladung immer glu&#x0364;klich an Ort und Stelle an-<lb/>
gekommen waren; bemerkten &#x017F;ie, da &#x017F;ie &#x017F;ich<lb/>
abermahls an Bord des Wraks befanden, daß<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">ein</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[239/0245] ſolche von ihnen mitgenommen, die uns kaum des Aufhebens werth ſcheinen wuͤrden, weil wir den Mangel derſelben noch nie empfunden haben. Ein Theil der Schifsladung beſtand aus Elefan- tenzaͤhnen; dieſe lieſſen ſie liegen, weil ſie keinen Gebrauch davon machen konten. Ein Gleiches thaten ſie mit einigen Tonnen vol Kaffebohnen, welche Robinſon gleichfals verſchmaͤhte, weil er nicht geſonnen war, ſich jemahls wieder zu uͤberfluͤßigen und ſchaͤdlichen Lekkereien zu ver- woͤhnen. Dafuͤr aber ſuchten ſie ſo viel Bretter loszubrechen und mitzunehmen, als ſie nur im- mer konten, weil ihnen dieſe einen groͤſſern Nu- zen und alſo auch einen groͤſſern innern Werth zu haben ſchienen. Sogar die noch uͤbrigen fuͤnf Kanonen brachten ſie ans Land, ſo wie alles Ei- ſenwerk, welches ſie nur finden oder vom Schif- fe losmachen konten. Nachdem ſie nun ſchon achtzehn mahl hin und her gefahren und mit ihrer jedesmahligen Ladung immer gluͤklich an Ort und Stelle an- gekommen waren; bemerkten ſie, da ſie ſich abermahls an Bord des Wraks befanden, daß ein

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780/245
Zitationshilfe: Campe, Joachim Heinrich: Robinson der Jüngere. Bd. 2. Hamburg, 1780, S. 239. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780/245>, abgerufen am 23.04.2024.