Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709.

Bild:
<< vorherige Seite

lich zugeredet / ihn getröstet und ermahnet / sub sigillo Confessionis bey sich treulich bewahren / und niemanden davon etwas entdecken.

XIII. Und damit der Confitent dergleichen heimliche Anliegen desto sicherer und vertraulicher fürbringen und der Pastor desto geheimer mit ihm sprechen könne / so soll keiner von denen / welche zum Beichten gegenwärtig seyn / sich eher zum Beichtstuel nahen / biß zuvor der Beichtende absolviret und dimittiret worden / sondern so lang vor dem Chor stehen bleiben und allen falls von dem Opffermann oder Küster dazu angewiesen werden.

XIV. Und weiln die Beichtstühle in der Kirchen besonders verordnet seyn / so soll daselbsten nur allein und keines weges in den Pfarrhäusern Beicht gehöret / und wann der Pastor loci wegen Leibes Schwachheit nicht auskommen kan / das Beicht-hören für dasmahl von dem benachbarten Prediger verrichtet werden.

XV. Ob auch woll das Beicht-Geld aus keinem instituto herrühret / noch zur Besoldung mit zu rechnen ist / so lassen wir es doch bey dem Herkommen / wo es gebräuchlich / noch zur Zeit und biß zu künfftiger besonderen Verordnung bewenden. Dieweil es-aber nur eine freywillige Gabe und ein Zeichen eines erkäntlichen Gemühts gegen den Prediger ist; so haben die Prediger daraus kein Recht oder Anfoderung zu machen / sondern mit demjenigen / was ihnen zugewendet wird / sich zu vergnügen. An denen Orten aber / allwo die Theilung des

lich zugeredet / ihn getröstet und ermahnet / sub sigillo Confessionis bey sich treulich bewahren / und niemanden davon etwas entdecken.

XIII. Und damit der Confitent dergleichen heimliche Anliegen desto sicherer und vertraulicher fürbringen und der Pastor desto geheimer mit ihm sprechen könne / so soll keiner von denen / welche zum Beichten gegenwärtig seyn / sich eher zum Beichtstuel nahen / biß zuvor der Beichtende absolviret und dimittiret worden / sondern so lang vor dem Chor stehen bleiben und allen falls von dem Opffermann oder Küster dazu angewiesen werden.

XIV. Und weiln die Beichtstühle in der Kirchen besonders verordnet seyn / so soll daselbsten nur allein und keines weges in den Pfarrhäusern Beicht gehöret / und wann der Pastor loci wegen Leibes Schwachheit nicht auskommen kan / das Beicht-hören für dasmahl von dem benachbarten Prediger verrichtet werden.

XV. Ob auch woll das Beicht-Geld aus keinem instituto herrühret / noch zur Besoldung mit zu rechnen ist / so lassen wir es doch bey dem Herkommen / wo es gebräuchlich / noch zur Zeit und biß zu künfftiger besonderen Verordnung bewenden. Dieweil es-aber nur eine freywillige Gabe und ein Zeichen eines erkäntlichen Gemühts gegen den Prediger ist; so haben die Prediger daraus kein Recht oder Anfoderung zu machen / sondern mit demjenigen / was ihnen zugewendet wird / sich zu vergnügen. An denen Orten aber / allwo die Theilung des

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0041" n="41"/>
lich zugeredet / ihn getröstet und ermahnet / sub sigillo Confessionis                      bey sich treulich bewahren / und niemanden davon etwas entdecken.</p>
        <p>XIII. Und damit der Confitent dergleichen heimliche Anliegen desto sicherer und                      vertraulicher fürbringen und der Pastor desto geheimer mit ihm sprechen könne /                      so soll keiner von denen / welche zum Beichten gegenwärtig seyn / sich eher zum                      Beichtstuel nahen / biß zuvor der Beichtende absolviret und dimittiret worden /                      sondern so lang vor dem Chor stehen bleiben und allen falls von dem Opffermann                      oder Küster dazu angewiesen werden.</p>
        <p>XIV. Und weiln die Beichtstühle in der Kirchen besonders verordnet seyn / so soll                      daselbsten nur allein und keines weges in den Pfarrhäusern Beicht gehöret / und                      wann der Pastor loci wegen Leibes Schwachheit nicht auskommen kan / das                      Beicht-hören für dasmahl von dem benachbarten Prediger verrichtet werden.</p>
        <p>XV. Ob auch woll das Beicht-Geld aus keinem instituto herrühret / noch zur                      Besoldung mit zu rechnen ist / so lassen wir es doch bey dem Herkommen / wo es                      gebräuchlich / noch zur Zeit und biß zu künfftiger besonderen Verordnung                      bewenden. Dieweil es-aber nur eine freywillige Gabe und ein Zeichen eines                      erkäntlichen Gemühts gegen den Prediger ist; so haben die Prediger daraus kein                      Recht oder Anfoderung zu machen / sondern mit demjenigen / was ihnen zugewendet                      wird / sich zu vergnügen. An denen Orten aber / allwo die Theilung des
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[41/0041] lich zugeredet / ihn getröstet und ermahnet / sub sigillo Confessionis bey sich treulich bewahren / und niemanden davon etwas entdecken. XIII. Und damit der Confitent dergleichen heimliche Anliegen desto sicherer und vertraulicher fürbringen und der Pastor desto geheimer mit ihm sprechen könne / so soll keiner von denen / welche zum Beichten gegenwärtig seyn / sich eher zum Beichtstuel nahen / biß zuvor der Beichtende absolviret und dimittiret worden / sondern so lang vor dem Chor stehen bleiben und allen falls von dem Opffermann oder Küster dazu angewiesen werden. XIV. Und weiln die Beichtstühle in der Kirchen besonders verordnet seyn / so soll daselbsten nur allein und keines weges in den Pfarrhäusern Beicht gehöret / und wann der Pastor loci wegen Leibes Schwachheit nicht auskommen kan / das Beicht-hören für dasmahl von dem benachbarten Prediger verrichtet werden. XV. Ob auch woll das Beicht-Geld aus keinem instituto herrühret / noch zur Besoldung mit zu rechnen ist / so lassen wir es doch bey dem Herkommen / wo es gebräuchlich / noch zur Zeit und biß zu künfftiger besonderen Verordnung bewenden. Dieweil es-aber nur eine freywillige Gabe und ein Zeichen eines erkäntlichen Gemühts gegen den Prediger ist; so haben die Prediger daraus kein Recht oder Anfoderung zu machen / sondern mit demjenigen / was ihnen zugewendet wird / sich zu vergnügen. An denen Orten aber / allwo die Theilung des

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/41
Zitationshilfe: Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709, S. 41. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/41>, abgerufen am 07.05.2021.