Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709.

Bild:
<< vorherige Seite

solche Bewandniß vorher privatim vorstellen / die Persohn zur Busse ernstlich ermahnen / und dabey zuerkennen geben daß / wann solcher Vermahnung nicht gefolget würde / so dann die Sache an höheren Ort gebracht werden solte. Würde nun ein solcher Mensch auf seine Unschuld / gutes Gewissen und auf des letzte Gericht sich beruffen / soll der Pastor es also annehmen / die Sache auf dessen Gewissen stellen und ihn zur Beicht und absolution verstatten; Zumahlen die Prediger niemanden ins Hertze sehen können / und dahero GOTT den Grund der Sache anheim stellen müssen.

X, Als auch denen Predigern die Macht nicht gegeben absqve cognitione & Decreto Superiorum nach ihrem eigenem privat Urtheil jemanden von der Beicht und dem Heil. Abendmahl abzuweisen; So soll kein Prediger sich unternehmen vor sich dergleichen Abweisung zu thun / sondern / wann bey einem oder andern Menschen solche erhebliche Umstände sich hervor geben / daß keine privat-Vermahnung bey ihm anschlagen und daher an seiner Bußfettigkeit zu zweifeln / so hat der Prediger zwar solche widrige Bezeigung nach GOttes Wort auch auf der Cantzel / jedoch ohn indigitirung der Persohn / ernstlich zu straffen / und die schweren Gerichte GOttes über die Unbusfertigen vorzustellen / daneben aber die Sache an den ihm vorgesetzten Superintendenten und dieser dem befinden nach selbige an Unser geistlich Consistorium zu bringen / und der Prediger darüber den Verhaltungs-Befehl abzuwarten / Inmassen hievon

solche Bewandniß vorher privatim vorstellen / die Persohn zur Busse ernstlich ermahnen / und dabey zuerkennen geben daß / wann solcher Vermahnung nicht gefolget würde / so dann die Sache an höheren Ort gebracht werden solte. Würde nun ein solcher Mensch auf seine Unschuld / gutes Gewissen und auf des letzte Gericht sich beruffen / soll der Pastor es also annehmen / die Sache auf dessen Gewissen stellen und ihn zur Beicht und absolution verstatten; Zumahlen die Prediger niemanden ins Hertze sehen können / und dahero GOTT den Grund der Sache anheim stellen müssen.

X, Als auch denen Predigern die Macht nicht gegeben absqve cognitione & Decreto Superiorum nach ihrem eigenem privat Urtheil jemanden von der Beicht und dem Heil. Abendmahl abzuweisen; So soll kein Prediger sich unternehmen vor sich dergleichen Abweisung zu thun / sondern / wann bey einem oder andern Menschen solche erhebliche Umstände sich hervor geben / daß keine privat-Vermahnung bey ihm anschlagen und daher an seiner Bußfettigkeit zu zweifeln / so hat der Prediger zwar solche widrige Bezeigung nach GOttes Wort auch auf der Cantzel / jedoch ohn indigitirung der Persohn / ernstlich zu straffen / und die schweren Gerichte GOttes über die Unbusfertigen vorzustellen / daneben aber die Sache an den ihm vorgesetzten Superintendenten und dieser dem befinden nach selbige an Unser geistlich Consistorium zu bringen / und der Prediger darüber den Verhaltungs-Befehl abzuwarten / Inmassen hievon

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0039" n="39"/>
solche                      Bewandniß vorher privatim vorstellen / die Persohn zur Busse ernstlich ermahnen                      / und dabey zuerkennen geben daß / wann solcher Vermahnung nicht gefolget würde                      / so dann die Sache an höheren Ort gebracht werden solte. Würde nun ein solcher                      Mensch auf seine Unschuld / gutes Gewissen und auf des letzte Gericht sich                      beruffen / soll der Pastor es also annehmen / die Sache auf dessen Gewissen                      stellen und ihn zur Beicht und absolution verstatten; Zumahlen die Prediger                      niemanden ins Hertze sehen können / und dahero GOTT den Grund der Sache anheim                      stellen müssen.</p>
        <p>X, Als auch denen Predigern die Macht nicht gegeben absqve cognitione &amp;                      Decreto Superiorum nach ihrem eigenem privat Urtheil jemanden von der Beicht und                      dem Heil. Abendmahl abzuweisen; So soll kein Prediger sich unternehmen vor sich                      dergleichen Abweisung zu thun / sondern / wann bey einem oder andern Menschen                      solche erhebliche Umstände sich hervor geben / daß keine privat-Vermahnung bey                      ihm anschlagen und daher an seiner Bußfettigkeit zu zweifeln / so hat der                      Prediger zwar solche widrige Bezeigung nach GOttes Wort auch auf der Cantzel /                      jedoch ohn indigitirung der Persohn / ernstlich zu straffen / und die schweren                      Gerichte GOttes über die Unbusfertigen vorzustellen / daneben aber die Sache an                      den ihm vorgesetzten Superintendenten und dieser dem befinden nach selbige an                      Unser geistlich Consistorium zu bringen / und der Prediger darüber den                      Verhaltungs-Befehl abzuwarten / Inmassen hievon
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[39/0039] solche Bewandniß vorher privatim vorstellen / die Persohn zur Busse ernstlich ermahnen / und dabey zuerkennen geben daß / wann solcher Vermahnung nicht gefolget würde / so dann die Sache an höheren Ort gebracht werden solte. Würde nun ein solcher Mensch auf seine Unschuld / gutes Gewissen und auf des letzte Gericht sich beruffen / soll der Pastor es also annehmen / die Sache auf dessen Gewissen stellen und ihn zur Beicht und absolution verstatten; Zumahlen die Prediger niemanden ins Hertze sehen können / und dahero GOTT den Grund der Sache anheim stellen müssen. X, Als auch denen Predigern die Macht nicht gegeben absqve cognitione & Decreto Superiorum nach ihrem eigenem privat Urtheil jemanden von der Beicht und dem Heil. Abendmahl abzuweisen; So soll kein Prediger sich unternehmen vor sich dergleichen Abweisung zu thun / sondern / wann bey einem oder andern Menschen solche erhebliche Umstände sich hervor geben / daß keine privat-Vermahnung bey ihm anschlagen und daher an seiner Bußfettigkeit zu zweifeln / so hat der Prediger zwar solche widrige Bezeigung nach GOttes Wort auch auf der Cantzel / jedoch ohn indigitirung der Persohn / ernstlich zu straffen / und die schweren Gerichte GOttes über die Unbusfertigen vorzustellen / daneben aber die Sache an den ihm vorgesetzten Superintendenten und dieser dem befinden nach selbige an Unser geistlich Consistorium zu bringen / und der Prediger darüber den Verhaltungs-Befehl abzuwarten / Inmassen hievon

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/39
Zitationshilfe: Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709, S. 39. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/39>, abgerufen am 09.05.2021.