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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 10. Aufl. Göttingen, 1821.

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die sich durch ein fast talkähnliches Ansehen und
einen eigenen matten Silberglanz auszeichnet.
Lippert bediente sich ihrer zu seinen Abdrücken
von geschnittenen Steinen.

8. Kreide. Creta. (Fr. craie. Engl. chalk.)

Feinerdig, weich, doch fester als die Mond-
milch; stark abfärbend; hängt stark an der Zunge.
Mittelgewicht = 2525. Hält auf 43 p. C. Kohlen-
säure. In ihr findet sich oft Feuerstein (s. oben
S. 580.) und Versteinerungen von Seethieren
der Vorwelt; bildet theils ganze Flözgebirge, zu-
mahl an Seeküsten (daher Albion und Creta oder
Candia ihren Namen haben).

9. Kalkstein (und Marmor).

In mancherley Farben und Zeichnungen; meist
wenig oder gar nicht durchscheinend; immer un-
geformt; meist polirbar, da dann die feineren
Sorten Marmor genannt werden.

Begreift besonders nach Verschiedenheit des
Korns folgende drey Hauplatten:

1) Körniger Kalkstein, salinischer Marmor,
Glanzmarmor. (Fr. marbre saccaroide.)

Meist weiß (theils blendend schneeweiß) oder
doch nur in blassern Farben; und einfärbig (nicht
marmorirt); wenigstens an den Kanten durch-
scheinend; auf dem Bruche schimmernd, theils
wie geschlagener Zucker, das Korn verschieden,
theils schuppig etc. Daher Uebergänge einerseits
in den umgeformten Kalkspath, anderseits in den
dichten Kalkstein. Hält nur sehr selten Verstei-
nerungen; aber der carrarische (marmor Lunense)
zuweilen wasserhelle Bergkrystalle. Gebrauch
zu Bildhauerey und Baukunst; zumahl die herr-

die sich durch ein fast talkähnliches Ansehen und
einen eigenen matten Silberglanz auszeichnet.
Lippert bediente sich ihrer zu seinen Abdrücken
von geschnittenen Steinen.

8. Kreide. Creta. (Fr. craie. Engl. chalk.)

Feinerdig, weich, doch fester als die Mond-
milch; stark abfärbend; hängt stark an der Zunge.
Mittelgewicht = 2525. Hält auf 43 p. C. Kohlen-
säure. In ihr findet sich oft Feuerstein (s. oben
S. 580.) und Versteinerungen von Seethieren
der Vorwelt; bildet theils ganze Flözgebirge, zu-
mahl an Seeküsten (daher Albion und Creta oder
Candia ihren Namen haben).

9. Kalkstein (und Marmor).

In mancherley Farben und Zeichnungen; meist
wenig oder gar nicht durchscheinend; immer un-
geformt; meist polirbar, da dann die feineren
Sorten Marmor genannt werden.

Begreift besonders nach Verschiedenheit des
Korns folgende drey Hauplatten:

1) Körniger Kalkstein, salinischer Marmor,
Glanzmarmor. (Fr. marbre saccaroide.)

Meist weiß (theils blendend schneeweiß) oder
doch nur in blassern Farben; und einfärbig (nicht
marmorirt); wenigstens an den Kanten durch-
scheinend; auf dem Bruche schimmernd, theils
wie geschlagener Zucker, das Korn verschieden,
theils schuppig ꝛc. Daher Uebergänge einerseits
in den umgeformten Kalkspath, anderseits in den
dichten Kalkstein. Hält nur sehr selten Verstei-
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zuweilen wasserhelle Bergkrystalle. Gebrauch
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[636/0658] die sich durch ein fast talkähnliches Ansehen und einen eigenen matten Silberglanz auszeichnet. Lippert bediente sich ihrer zu seinen Abdrücken von geschnittenen Steinen. 8. Kreide. Creta. (Fr. craie. Engl. chalk.) Feinerdig, weich, doch fester als die Mond- milch; stark abfärbend; hängt stark an der Zunge. Mittelgewicht = 2525. Hält auf 43 p. C. Kohlen- säure. In ihr findet sich oft Feuerstein (s. oben S. 580.) und Versteinerungen von Seethieren der Vorwelt; bildet theils ganze Flözgebirge, zu- mahl an Seeküsten (daher Albion und Creta oder Candia ihren Namen haben). 9. Kalkstein (und Marmor). In mancherley Farben und Zeichnungen; meist wenig oder gar nicht durchscheinend; immer un- geformt; meist polirbar, da dann die feineren Sorten Marmor genannt werden. Begreift besonders nach Verschiedenheit des Korns folgende drey Hauplatten: 1) Körniger Kalkstein, salinischer Marmor, Glanzmarmor. (Fr. marbre saccaroide.) Meist weiß (theils blendend schneeweiß) oder doch nur in blassern Farben; und einfärbig (nicht marmorirt); wenigstens an den Kanten durch- scheinend; auf dem Bruche schimmernd, theils wie geschlagener Zucker, das Korn verschieden, theils schuppig ꝛc. Daher Uebergänge einerseits in den umgeformten Kalkspath, anderseits in den dichten Kalkstein. Hält nur sehr selten Verstei- nerungen; aber der carrarische (marmor Lunense) zuweilen wasserhelle Bergkrystalle. Gebrauch zu Bildhauerey und Baukunst; zumahl die herr-

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 10. Aufl. Göttingen, 1821, S. 636. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1821/658>, abgerufen am 01.06.2024.