überdacht, in der unteren Hälfte eine weibliche Heilige mit gekreuzten Armen, über ihrem Kopfe die Zahl 1532. In der oberen Hälfte der andern Platte ist Christus die Wundmale zeigend dargestellt, dar- über 1532, in der unteren Maria mit dem Kinde. Die Platten sind 119 cm x 20,5 cm.
Eine andere Platte ist mit Stäben eingefasst und geteilt; im oberen Felde sieht man Jacobus major, in dem unteren St. Barbara. -- Es scheint, dass diese fünf Platten zu einem Ofen gehörten.
Eine andere grosse Platte, der Zeit zwischen 1520 bis 1550 an- gehörig, ist in sechs Felder geteilt, worin sich oben Heilige und unten Wappen befinden. Grösse 115 cm x 81 cm.
Auf einer weiteren Platte (Nr. 25) findet sich das Ligsalzische Wappen, darunter die Inschrift Katharina Lisantzin seine Hausfrau 1534. Eine (Nr. 30) mit der Jahreszahl 1540 zeigt oben das Urteil Salomos, unten zwei Wappen; eine andere (Nr. 19) aus der Zeit um 1550 ist längs geteilt und zeigt links und rechts bärtige Männer im Profil, darüber Wappen, darunter ein geharnischter Ritter mit Lanze.
Eine reich geschmückte Platte (Nr. 29) von 158 cm Höhe und 95 cm Breite zeigt links von einem säulengetragenen Bogen umrahmt die Erschaffung der Eva, darüber links die Erschaffung des ersten Menschen und rechts den Sündenfall, rechts von diesem Bogen be- findet sich ein Brautpaar, darüber ein Kranz, der einen männlichen Kopf umgiebt, darüber Mann und Frau, über diesen innerhalb eines Kranzes ein weiblicher Kopf mit Hut. Während diese Darstellungen die unteren zwei Drittel der Platte ausfüllen, ist im oberen Drittel ein Wappen schräg in vier Felder geteilt mit zwei Kolbenhelmen; rechts und links unterhalb des Wappens die gleiche Jahreszahl 1568. Links von dem Wappen sieht man ein adeliges Paar nach links gewendet, rechts von dem Wappen drei Posaunenbläser nach links schreitend. Hier haben wir also eine rein weltliche Darstellung, welche sich auf eine Hochzeit bezieht, vor uns. Auf einer Platte erblickt man einen Ritter mit zwei Wappenschildern, daneben die Inschrift Wilhelm von Frey- berg 1570. Eine andere Platte (Nr. 34) mit der Jahreszahl 1590 zeigt in fünf Feldern nebeneinander Sol, Jupiter, Mars, Mercurius und Luna.
Von den gusseisernen Ofenplatten im Germanischen Museum in Nürnberg erwähnen wir nur eine mit der Taufe Christi im Jordan und der Jahreszahl 1567.
Der alte eiserne Ofen im Lutherzimmer auf der Wartburg zeigt Christus und die Samariterin und Adam und Eva im Paradiese.
Die Eisengieſserei im 16. Jahrhundert.
überdacht, in der unteren Hälfte eine weibliche Heilige mit gekreuzten Armen, über ihrem Kopfe die Zahl 1532. In der oberen Hälfte der andern Platte ist Christus die Wundmale zeigend dargestellt, dar- über 1532, in der unteren Maria mit dem Kinde. Die Platten sind 119 cm × 20,5 cm.
Eine andere Platte ist mit Stäben eingefaſst und geteilt; im oberen Felde sieht man Jacobus major, in dem unteren St. Barbara. — Es scheint, daſs diese fünf Platten zu einem Ofen gehörten.
Eine andere groſse Platte, der Zeit zwischen 1520 bis 1550 an- gehörig, ist in sechs Felder geteilt, worin sich oben Heilige und unten Wappen befinden. Gröſse 115 cm × 81 cm.
Auf einer weiteren Platte (Nr. 25) findet sich das Ligsalzische Wappen, darunter die Inschrift Katharina Lisantzin seine Hausfrau 1534. Eine (Nr. 30) mit der Jahreszahl 1540 zeigt oben das Urteil Salomos, unten zwei Wappen; eine andere (Nr. 19) aus der Zeit um 1550 ist längs geteilt und zeigt links und rechts bärtige Männer im Profil, darüber Wappen, darunter ein geharnischter Ritter mit Lanze.
Eine reich geschmückte Platte (Nr. 29) von 158 cm Höhe und 95 cm Breite zeigt links von einem säulengetragenen Bogen umrahmt die Erschaffung der Eva, darüber links die Erschaffung des ersten Menschen und rechts den Sündenfall, rechts von diesem Bogen be- findet sich ein Brautpaar, darüber ein Kranz, der einen männlichen Kopf umgiebt, darüber Mann und Frau, über diesen innerhalb eines Kranzes ein weiblicher Kopf mit Hut. Während diese Darstellungen die unteren zwei Drittel der Platte ausfüllen, ist im oberen Drittel ein Wappen schräg in vier Felder geteilt mit zwei Kolbenhelmen; rechts und links unterhalb des Wappens die gleiche Jahreszahl 1568. Links von dem Wappen sieht man ein adeliges Paar nach links gewendet, rechts von dem Wappen drei Posaunenbläser nach links schreitend. Hier haben wir also eine rein weltliche Darstellung, welche sich auf eine Hochzeit bezieht, vor uns. Auf einer Platte erblickt man einen Ritter mit zwei Wappenschildern, daneben die Inschrift Wilhelm von Frey- berg 1570. Eine andere Platte (Nr. 34) mit der Jahreszahl 1590 zeigt in fünf Feldern nebeneinander Sol, Jupiter, Mars, Mercurius und Luna.
Von den guſseisernen Ofenplatten im Germanischen Museum in Nürnberg erwähnen wir nur eine mit der Taufe Christi im Jordan und der Jahreszahl 1567.
Der alte eiserne Ofen im Lutherzimmer auf der Wartburg zeigt Christus und die Samariterin und Adam und Eva im Paradiese.
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Die Eisengieſserei im 16. Jahrhundert.
überdacht, in der unteren Hälfte eine weibliche Heilige mit gekreuzten
Armen, über ihrem Kopfe die Zahl 1532. In der oberen Hälfte der
andern Platte ist Christus die Wundmale zeigend dargestellt, dar-
über 1532, in der unteren Maria mit dem Kinde. Die Platten sind
119 cm × 20,5 cm.
Eine andere Platte ist mit Stäben eingefaſst und geteilt; im
oberen Felde sieht man Jacobus major, in dem unteren St. Barbara. —
Es scheint, daſs diese fünf Platten zu einem Ofen gehörten.
Eine andere groſse Platte, der Zeit zwischen 1520 bis 1550 an-
gehörig, ist in sechs Felder geteilt, worin sich oben Heilige und unten
Wappen befinden. Gröſse 115 cm × 81 cm.
Auf einer weiteren Platte (Nr. 25) findet sich das Ligsalzische
Wappen, darunter die Inschrift Katharina Lisantzin seine Hausfrau
1534. Eine (Nr. 30) mit der Jahreszahl 1540 zeigt oben das Urteil
Salomos, unten zwei Wappen; eine andere (Nr. 19) aus der Zeit um
1550 ist längs geteilt und zeigt links und rechts bärtige Männer im
Profil, darüber Wappen, darunter ein geharnischter Ritter mit Lanze.
Eine reich geschmückte Platte (Nr. 29) von 158 cm Höhe und
95 cm Breite zeigt links von einem säulengetragenen Bogen umrahmt
die Erschaffung der Eva, darüber links die Erschaffung des ersten
Menschen und rechts den Sündenfall, rechts von diesem Bogen be-
findet sich ein Brautpaar, darüber ein Kranz, der einen männlichen
Kopf umgiebt, darüber Mann und Frau, über diesen innerhalb eines
Kranzes ein weiblicher Kopf mit Hut. Während diese Darstellungen
die unteren zwei Drittel der Platte ausfüllen, ist im oberen Drittel ein
Wappen schräg in vier Felder geteilt mit zwei Kolbenhelmen; rechts
und links unterhalb des Wappens die gleiche Jahreszahl 1568. Links von
dem Wappen sieht man ein adeliges Paar nach links gewendet, rechts
von dem Wappen drei Posaunenbläser nach links schreitend. Hier
haben wir also eine rein weltliche Darstellung, welche sich auf eine
Hochzeit bezieht, vor uns. Auf einer Platte erblickt man einen Ritter
mit zwei Wappenschildern, daneben die Inschrift Wilhelm von Frey-
berg 1570. Eine andere Platte (Nr. 34) mit der Jahreszahl 1590
zeigt in fünf Feldern nebeneinander Sol, Jupiter, Mars, Mercurius
und Luna.
Von den guſseisernen Ofenplatten im Germanischen Museum in
Nürnberg erwähnen wir nur eine mit der Taufe Christi im Jordan
und der Jahreszahl 1567.
Der alte eiserne Ofen im Lutherzimmer auf der Wartburg zeigt
Christus und die Samariterin und Adam und Eva im Paradiese.
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Beck, Ludwig: Die Geschichte des Eisens. Bd. 2: Das XVI. und XVII. Jahrhundert. Braunschweig, 1895, S. 311. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/beck_eisen02_1895/331>, abgerufen am 24.11.2024.
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