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Dach, Simon: Christliche Begräbniß-Reime/ Bey trawrigem wiewol seligem Abschiede aus dieser Welt Der [...] Frawen Gertrudis gebohrnen von Weinbeeren/ Seiner WolEdl. Herrl. Hn. Friedrichs vom Stein/ Weiland Churfl. Hoff- und Gerichts-Rahts/ [et]c. hinterlassenen Witwen. Königsberg, 1656.

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Der mit gewünschtem Ruhm sein Hauß/
Hätt' er gelebt/ geschmücket.

Wie lieblich und wie wol ist ihr.
Hergegen wie betrübt sind wir
Jn unserm Jammer-Stande/
Wir irren kläglich hin und her
Auff diesem wüsten Sünden-Meer
Fern von dem Vaterlande.
Der ist geplündert und verjagt/
Von Kranckheit-Pein wird der geplagt/
Der muß ohn ablaß rechten/
Der schreyet über knappes Brod/
Ein ander hat mit andrer Noht
Zu ringen und zu fechten.
Auch ist es umb die letzte Zeit
Da Glaub' und und Liebe sind verschneyt
Vnd gar zu Eiß geworden/
Da sich die gantze Welt empört
Vnd man von nichts als Kriegen hört/
Als brennen/ rauben/ morden.
Gott

Der mit gewuͤnſchtem Ruhm ſein Hauß/
Haͤtt' er gelebt/ geſchmuͤcket.

Wie lieblich und wie wol iſt ihr.
Hergegen wie betruͤbt ſind wir
Jn unſerm Jammer-Stande/
Wir irren klaͤglich hin und her
Auff dieſem wuͤſten Suͤnden-Meer
Fern von dem Vaterlande.
Der iſt gepluͤndert und verjagt/
Von Kranckheit-Pein wird der geplagt/
Der muß ohn ablaß rechten/
Der schreyet uͤber knappes Brod/
Ein ander hat mit andrer Noht
Zu ringen und zu fechten.
Auch ist es umb die letzte Zeit
Da Glaub' und und Liebe ſind verſchneyt
Vnd gar zu Eiß geworden/
Da ſich die gantze Welt empoͤrt
Vnd man von nichts als Kriegen hoͤrt/
Als brennen/ rauben/ morden.
Gott
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[0004] Der mit gewuͤnſchtem Ruhm ſein Hauß/ Haͤtt' er gelebt/ geſchmuͤcket. Wie lieblich und wie wol iſt ihr. Hergegen wie betruͤbt ſind wir Jn unſerm Jammer-Stande/ Wir irren klaͤglich hin und her Auff dieſem wuͤſten Suͤnden-Meer Fern von dem Vaterlande. Der iſt gepluͤndert und verjagt/ Von Kranckheit-Pein wird der geplagt/ Der muß ohn ablaß rechten/ Der schreyet uͤber knappes Brod/ Ein ander hat mit andrer Noht Zu ringen und zu fechten. Auch ist es umb die letzte Zeit Da Glaub' und und Liebe ſind verſchneyt Vnd gar zu Eiß geworden/ Da ſich die gantze Welt empoͤrt Vnd man von nichts als Kriegen hoͤrt/ Als brennen/ rauben/ morden. Gott

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Zitationshilfe: Dach, Simon: Christliche Begräbniß-Reime/ Bey trawrigem wiewol seligem Abschiede aus dieser Welt Der [...] Frawen Gertrudis gebohrnen von Weinbeeren/ Seiner WolEdl. Herrl. Hn. Friedrichs vom Stein/ Weiland Churfl. Hoff- und Gerichts-Rahts/ [et]c. hinterlassenen Witwen. Königsberg, 1656, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/635994127/4>, abgerufen am 27.09.2021.