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Römer, Daniel: Jesus! Himmels-Verlangen Stillt Seelen-Bangen. Bautzen, 1678.

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Himmels-Verlangen
oder davon scheiden/ weder Tod noch Leben/ weder Engel/
noch Gewalt/ noch Fürstenthum/ weder Gegenwärtiges
noch Zukünfftiges/ weder Hohes noch Tieffes/ noch keine
andere Creatur. Von denen Seythen wird vermeldet/ daß
sie auf eine Zeit an den König in Persten den Darium des Hista-
spis
Sohne inen Herold abgesand mit vier unterschiedenen Stü-
cken/ welche er ihm muste vortragen/ als einen Vogel/ einen
Frosch/ eine Mauß und fünff Pfeile/ die er fest und gewiß in sei-
ner Hand gehalten. Da er dieses gethan/ und kein Wort darzu
gesaget/ die Persianer aber die Bedeutung zuwissen verlangeten/
ward ihnen selbige also angedeutet: Der Vogel deute ihnen an/ daß
sich die Persianer in die Lufft begeben/ und daselbst ihre Sicherheit
mit den Vogeln suchen solten; der Frosch weise sie in die Sümpffe
und heimliche Pfützen/ ihr Leben zu retten; die Mauß führe sie
in die verborgene Mäufe-Löcher; Wo sie das nicht würden thun/
so würden sie die Seythen mit thren Pfeilen/ derer etliche er in
der Hand fest gehalten/ also bedecken/ daß sie grundaus würden
außgerottet werden. So pranget der Allmächtige GOtt mit
diesen seinen fest-eingeschlossenen Pfeilen in seine Göttliche Hän-
de biß in den höchsten Himmel hinein/ durch alle seine Feinde/ und
Zach. 9, 13ruffet: Das sind meine Pfeile/ die da außfahren/ wie der
Blitz/ denu ich habe mir Juda gespannet zum Bogen/ und
Ephraim gerüstet.
So feste hat der Allmächtige GOtt die-
sen unsern seeligsten Herrn Mit-Bruder in seinen Allmächtigen
Händen gehalten als seinen eigenthümlichen Göttlichen Pfeil/
daß Er mit dem Propheten Ezechiel hat sagen können: Der Wind
Ezech. 3.
vers.
14.
hab mich auf/ u. führet mich weg (Nemlich der Anfechtungs-
Wind/ besonders in der Frembde) Jch fuhr dahin und erschrack
sehr/
(Jch gedachte offt/ der rauhe Unglücks- und Armuths-Wind
wird dich doch einmal also verwehen/ daß du nicht wirst wissen/

wo

Himmels-Verlangen
oder davon ſcheiden/ weder Tod noch Leben/ weder Engel/
noch Gewalt/ noch Fuͤrſtenthum/ weder Gegenwaͤrtiges
noch Zukuͤnfftiges/ weder Hohes noch Tieffes/ noch keine
andere Creatur. Von denen Seythen wird vermeldet/ daß
ſie auf eine Zeit an den Koͤnig in Perſten den Darium des Hiſta-
ſpis
Sohne inen Herold abgeſand mit vier unterſchiedenen Stuͤ-
cken/ welche er ihm muſte vortragen/ als einen Vogel/ einen
Froſch/ eine Mauß und fuͤnff Pfeile/ die er feſt und gewiß in ſei-
ner Hand gehalten. Da er dieſes gethan/ und kein Wort darzu
geſaget/ die Perſianer aber die Bedeutung zuwiſſen verlangeten/
ward ihnen ſelbige alſo angedeutet: Der Vogel deute ihnen an/ daß
ſich die Perſianer in die Lufft begeben/ und daſelbſt ihre Sicherheit
mit den Vogeln ſuchen ſolten; der Froſch weiſe ſie in die Suͤmpffe
und heimliche Pfuͤtzen/ ihr Leben zu retten; die Mauß fuͤhre ſie
in die verborgene Maͤufe-Loͤcher; Wo ſie das nicht wuͤrden thun/
ſo wuͤrden ſie die Seythen mit thren Pfeilen/ derer etliche er in
der Hand feſt gehalten/ alſo bedecken/ daß ſie grundaus wuͤrden
außgerottet werden. So pranget der Allmaͤchtige GOtt mit
dieſen ſeinen feſt-eingeſchloſſenen Pfeilen in ſeine Goͤttliche Haͤn-
de biß in den höchſten Himmel hinein/ durch alle ſeine Feinde/ und
Zach. 9, 13ruffet: Das ſind meine Pfeile/ die da außfahren/ wie der
Blitz/ denu ich habe mir Juda geſpannet zum Bogen/ und
Ephraim geruͤſtet.
So feſte hat der Allmaͤchtige GOtt die-
ſen unſern ſeeligſten Herrn Mit-Bruder in ſeinen Allmaͤchtigen
Haͤnden gehalten als ſeinen eigenthuͤmlichen Goͤttlichen Pfeil/
daß Er mit dem Propheten Ezechiel hat ſagen koͤnnen: Der Wind
Ezech. 3.
verſ.
14.
hab mich auf/ u. fuͤhret mich weg (Nemlich der Anfechtungs-
Wind/ beſonders in der Frembde) Jch fuhr dahin und erſchrack
ſehr/
(Jch gedachte offt/ der rauhe Ungluͤcks- und Armuths-Wind
wird dich doch einmal alſo verwehen/ daß du nicht wirſt wiſſen/

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Zitationshilfe: Römer, Daniel: Jesus! Himmels-Verlangen Stillt Seelen-Bangen. Bautzen, 1678, S. [6]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/542013/6>, abgerufen am 19.04.2024.