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Andreä, Jacob: Ein Christliche Predig. Tübingen, 1564.

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Predig über der Leich/

Aber der heilig Geist richt vnnd fertiget die
Kinder Gottes weit anderst ab/ wie in diser
Predig des Propheten Esaie züsehen ist. Jn wöl-
cher er den Künig Hiskia zweyer notwendiger
sachen erinnert/ die erst ist/ das er sich schick auff
die Rechenschafft/ die er Gott thon müß von
wegen der verwaltung des Königreichs Juda/
so lang es jme von Gott beuolhen gewesen ist.
Die ander/ das er die fürsehung thü/ darmit
auch nach seinem tod/ im Königreich vnd vnder
seinen Nachkommen frid vnnd einigkeit/ beson-
ders aber der recht Gottesdienst vnder dem
Volck Gottes erhalten werde/ wie Gott den sel-
ben durch seinen des Königs Hißkie dienst refor-
miert/ vnd nach seinem willen widerumb ange-
stellet hat. Wölche beide stuck allen Christenmen-
schen/ besonders aber den Weltlichen Herren vnd
Regenten/ denen Gott Vnderthone befolhen
hat/ wol zübedencken seyen/ von denen wir auff
dißmal kürtzlich vnd einfeltig reden wöllen.

Vnsere händel
sterben nit mit
vns ab.
Dann vnser verwaltung/ vnnd was wir
auff Erden gehandelt/ stirbt nicht mit vns ab/
wie etliche vil vnglaubige Leüt halten/ sonder
derselben gedechtnuß bleibt bey Gott/ der es auch
von einem jeden fordern würdt.

Also lehret die heilige Schrifft/ dessen die
Christen täglich erinnert werden sollen/ das die

ämpter
Pꝛedig über der Leich/

Aber der heilig Geiſt richt vnnd fertiget die
Kinder Gottes weit anderſt ab/ wie in diſer
Pꝛedig des Pꝛopheten Eſaie zuͤſehen iſt. Jn woͤl-
cher er den Künig Hiskia zweyer notwendiger
ſachen erinnert/ die erſt iſt/ das er ſich ſchick auff
die Rechenſchafft/ die er Gott thon muͤß von
wegen der verwaltung des Koͤnigreichs Juda/
ſo lang es jme von Gott beuolhen geweſen iſt.
Die ander/ das er die fürſehung thuͤ/ darmit
auch nach ſeinem tod/ im Koͤnigreich vnd vnder
ſeinen Nachkommen frid vnnd einigkeit/ beſon-
ders aber der recht Gottesdienſt vnder dem
Volck Gottes erhalten werde/ wie Gott den ſel-
ben durch ſeinen des Koͤnigs Hißkie dienſt refoꝛ-
miert/ vnd nach ſeinem willen widerumb ange-
ſtellet hat. Woͤlche beide ſtuck allen Chꝛiſtenmen-
ſchen/ beſonders aber den Weltlichen Herꝛen vnd
Regenten/ denen Gott Vnderthone befolhen
hat/ wol zuͤbedencken ſeyen/ von denen wir auff
dißmal kürtzlich vnd einfeltig reden woͤllen.

Vnſere haͤndel
ſterben nit mit
vns ab.
Dann vnſer verwaltung/ vnnd was wir
auff Erden gehandelt/ ſtirbt nicht mit vns ab/
wie etliche vil vnglaubige Leüt halten/ ſonder
derſelben gedechtnuß bleibt bey Gott/ der es auch
von einem jeden foꝛdern würdt.

Alſo lehꝛet die heilige Schꝛifft/ deſſen die
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[[3]/0008] Pꝛedig über der Leich/ Aber der heilig Geiſt richt vnnd fertiget die Kinder Gottes weit anderſt ab/ wie in diſer Pꝛedig des Pꝛopheten Eſaie zuͤſehen iſt. Jn woͤl- cher er den Künig Hiskia zweyer notwendiger ſachen erinnert/ die erſt iſt/ das er ſich ſchick auff die Rechenſchafft/ die er Gott thon muͤß von wegen der verwaltung des Koͤnigreichs Juda/ ſo lang es jme von Gott beuolhen geweſen iſt. Die ander/ das er die fürſehung thuͤ/ darmit auch nach ſeinem tod/ im Koͤnigreich vnd vnder ſeinen Nachkommen frid vnnd einigkeit/ beſon- ders aber der recht Gottesdienſt vnder dem Volck Gottes erhalten werde/ wie Gott den ſel- ben durch ſeinẽ des Koͤnigs Hißkie dienſt refoꝛ- miert/ vnd nach ſeinem willen widerumb ange- ſtellet hat. Woͤlche beide ſtuck allen Chꝛiſtẽmen- ſchen/ beſonders aber den Weltlichen Herꝛen vñ Regenten/ denen Gott Vnderthone befolhen hat/ wol zuͤbedencken ſeyen/ von denen wir auff dißmal kürtzlich vnd einfeltig reden woͤllen. Dann vnſer verwaltung/ vnnd was wir auff Erden gehandelt/ ſtirbt nicht mit vns ab/ wie etliche vil vnglaubige Leüt halten/ ſonder derſelben gedechtnuß bleibt bey Gott/ der es auch von einem jeden foꝛdern würdt. Vnſere haͤndel ſterben nit mit vns ab. Alſo lehꝛet die heilige Schꝛifft/ deſſen die Chꝛiſten taͤglich erinnert werden ſollen/ das die aͤmpter

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Zitationshilfe: Andreä, Jacob: Ein Christliche Predig. Tübingen, 1564, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/527796/8>, abgerufen am 09.08.2022.