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Lazarus, Joachim: Christliche Leichpredigt. Oels, 1635.

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Christliche Leichpredigt.

Hilff Gott wie frölich ist Petrus auff dem Berge Thabor/
da der Sohn Gottes verkläret wird/ hie ist gutt wohnen/
Matth. 17.spricht er/ wiltu/ so wollen wir drey Hütten bawen/ dir
eine/ Most eine/ Elioe eine/ er vergiesset für frewden sein
selber. Aber er hat gutte Hoffnung/ er werde sein Räum-
lein bey Christo haben. Ja freylich wolten wir raum bey
Christo haben. Es ist noch raum da saget das Evangelium.
Luc. 14.Wie froh wahren die Apostel am Ostertage/ da sie den
HErrn JEsum sahen/ wie wird sich vnser Hertz frewen/
wenn wir vnsern Erlöser werden anschawen? Satiabor
Psal. 17.cum apparuerit gloria Domini, mögen wir wol sagen
mit dem Königl: Propheten David: Jch wil satt werden/
Apoc. 21.wenn ich erwache nach deinem bilde. Da werden alle thrä-
nen von vnsern Augen abgewischt werden.

Deum semel vidisse, est omnia semel didicisse.
Der Erste anblick der Göttlichen Majestät/ wird voll-
kommene wissenschafft aller Himlischen weißheit in vnsere
hertzen tragen/ Haben vnsere liebe Vorfahren gefaget.

Was sehen wir inn dieser Welt? Fürwahr/ wenn wir
wollen die Warheit bekennen/ so müssen wir sagen/ wie
der grosse Kriegsmann Gilimer, da er von Bellisario dem
Großmächtigen Keyser Justiniano wardt dargestellet:
Vanitas vanitatum. Es ist alles eitel. Aber was wir
dort sehen werden/ wird sein Charitas charitatum, lauter
Liebe/ Ehre/ Trost/ Frewde/ vnd Wonne. Vmb dieses
grossen Schatzes willen/ sollen wir billich from sein vnser
Rom. 8.Lebenlang/ vnd vns kein Creutz von der liebe JEsu schei-
den lassen. S. Paulus hat beydes erfahren/ das Leiden
Rom. 8.dieser Welt/ vnd auch die Herrligkeit/ dieser saget/ Jch
halte es dafür/ das dieser zeit Leiden/ der Herrligkeit nicht
werth sey/ die an vns sol offenbaret werden.

Eben
Chriſtliche Leichpredigt.

Hilff Gott wie froͤlich iſt Petrus auff dem Berge Thabor/
da der Sohn Gottes verklaͤret wird/ hie iſt gutt wohnen/
Matth. 17.ſpricht er/ wiltu/ ſo wollen wir drey Huͤtten bawen/ dir
eine/ Moſt eine/ Eliœ eine/ er vergieſſet fuͤr frewden ſein
ſelber. Aber er hat gutte Hoffnung/ er werde ſein Raͤum-
lein bey Chriſto haben. Ja freylich wolten wir raum bey
Chꝛiſto haben. Es iſt noch raum da ſaget das Evangelium.
Luc. 14.Wie froh wahren die Apoſtel am Oſtertage/ da ſie den
HErrn JEſum ſahen/ wie wird ſich vnſer Hertz frewen/
wenn wir vnſern Erloͤſer werden anſchawen? Satiabor
Pſal. 17.cum apparuerit gloria Domini, moͤgen wir wol ſagen
mit dem Koͤnigl: Propheten David: Jch wil ſatt werden/
Apoc. 21.wenn ich erwache nach deinem bilde. Da werden alle thꝛaͤ-
nen von vnſern Augen abgewiſcht werden.

Deum ſemel vidiſſe, eſt omnia ſemel didiciſſe.
Der Erſte anblick der Goͤttlichen Majeſtaͤt/ wird voll-
kommene wiſſenſchafft aller Himliſchen weißheit in vnſere
hertzen tragen/ Haben vnſere liebe Vorfahren gefaget.

Was ſehen wir inn dieſer Welt? Fuͤrwahr/ wenn wir
wollen die Warheit bekennen/ ſo muͤſſen wir ſagen/ wie
der groſſe Kriegsmann Gilimer, da er von Belliſario dem
Großmaͤchtigen Keyſer Juſtiniano wardt dargeſtellet:
Vanitas vanitatum. Es iſt alles eitel. Aber was wir
dort ſehen werden/ wird ſein Charitas charitatum, lauter
Liebe/ Ehre/ Troſt/ Frewde/ vnd Wonne. Vmb dieſes
groſſen Schatzes willen/ ſollen wir billich from ſein vnſer
Rom. 8.Lebenlang/ vnd vns kein Creutz von der liebe JEſu ſchei-
den laſſen. S. Paulus hat beydes erfahren/ das Leiden
Rom. 8.dieſer Welt/ vnd auch die Herꝛligkeit/ dieſer ſaget/ Jch
halte es dafuͤr/ das dieſer zeit Leiden/ der Herꝛligkeit nicht
werth ſey/ die an vns ſol offenbaret werden.

Eben
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[[30]/0030] Chriſtliche Leichpredigt. Hilff Gott wie froͤlich iſt Petrus auff dem Berge Thabor/ da der Sohn Gottes verklaͤret wird/ hie iſt gutt wohnen/ ſpricht er/ wiltu/ ſo wollen wir drey Huͤtten bawen/ dir eine/ Moſt eine/ Eliœ eine/ er vergieſſet fuͤr frewden ſein ſelber. Aber er hat gutte Hoffnung/ er werde ſein Raͤum- lein bey Chriſto haben. Ja freylich wolten wir raum bey Chꝛiſto habẽ. Es iſt noch raum da ſaget das Evangelium. Wie froh wahren die Apoſtel am Oſtertage/ da ſie den HErrn JEſum ſahen/ wie wird ſich vnſer Hertz frewen/ wenn wir vnſern Erloͤſer werden anſchawen? Satiabor cum apparuerit gloria Domini, moͤgen wir wol ſagen mit dem Koͤnigl: Propheten David: Jch wil ſatt werden/ wenn ich erwache nach deinem bilde. Da werden alle thꝛaͤ- nen von vnſern Augen abgewiſcht werden. Matth. 17. Luc. 14. Pſal. 17. Apoc. 21. Deum ſemel vidiſſe, eſt omnia ſemel didiciſſe. Der Erſte anblick der Goͤttlichen Majeſtaͤt/ wird voll- kommene wiſſenſchafft aller Himliſchẽ weißheit in vnſere hertzen tragen/ Haben vnſere liebe Vorfahren gefaget. Was ſehen wir inn dieſer Welt? Fuͤrwahr/ wenn wir wollen die Warheit bekennen/ ſo muͤſſen wir ſagen/ wie der groſſe Kriegsmann Gilimer, da er von Belliſario dem Großmaͤchtigen Keyſer Juſtiniano wardt dargeſtellet: Vanitas vanitatum. Es iſt alles eitel. Aber was wir dort ſehen werden/ wird ſein Charitas charitatum, lauter Liebe/ Ehre/ Troſt/ Frewde/ vnd Wonne. Vmb dieſes groſſen Schatzes willen/ ſollen wir billich from ſein vnſer Lebenlang/ vnd vns kein Creutz von der liebe JEſu ſchei- den laſſen. S. Paulus hat beydes erfahren/ das Leiden dieſer Welt/ vnd auch die Herꝛligkeit/ dieſer ſaget/ Jch halte es dafuͤr/ das dieſer zeit Leiden/ der Herꝛligkeit nicht werth ſey/ die an vns ſol offenbaret werden. Rom. 8. Rom. 8. Eben

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Zitationshilfe: Lazarus, Joachim: Christliche Leichpredigt. Oels, 1635, S. [30]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/508142/30>, abgerufen am 15.04.2024.