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Füssel, Martin: Christliche Leichpredigt/ Bey dem Begräbnüß deß Edelen Gestrengen/ Ehrenvesten/ Hoch vnd Wolbenambten/ Herren Joachim von Berge. [s. l.], 1602.

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Christliche
geschehen/ ist leichtlich draus abzunemen/ das es bey dem vorigen bleibe.
Weist aber jrgend einen ort da die Apostel bezeugen/ Christus habe das
mündliche essen seines Leibes oder Fleisches/ welches er Joh. 6. widerleget/
widerumb gebillichet vnd recht gesprochen/ so bit ich dich weise mirß/ ich
wil dir dancken/ wils heute für Christi stim annemen vnd bekennen. So
lange aber daß nicht geschicht/ wirstu vns nicht verdencken/ das wir vom
mündlichen essen deß natürlichen fleisches nichts halten/ sondern dasselbe
für eine frembde stimme achten.

Sihe da hastu kurtz in etlichen vornehmen Articuln Evangelischer
lehr die stim Christi/ welche seine schäflin hören/ vnd das ist daß erste kenn-
zeichen.

Das ander Kennezeichen ist/ das der Herre saget/ ich
kenn sie/ wie er auch spricht Joh. 13. v. 18. Jch weiß welche ich
erwehlet habe. Vnd Paulus spricht 2. Tim. 2. v. 19. der feste
grund Gottes bestehet/ vnd hat diesen Siegel/ der Herr ken-
net die seinen.

Alhie were vrsach vnd gelegenheit zu handeln den tröstlichen Articul
von der praedestination oder Gnadenwahl/ wie Gott seine Schäflin von
ewigkeit kenne vnd erwehlet habe/ aber die zeit leidet es nicht.

Mercket nur auff jtzo/ das erkennen bleibet nicht allein bey
Gott/ sondern die Schäflin fühlens auch/ Als geschrieben
stehet

Joh. 10. v. 14. Jch bin bekandt den meinen.

Woher fühlens auch die Schäflin Christi/
das sie von jhm erkandt sein? Woher seind
sie es gewiß?


Antwort. Erstlich fühlen sie es/ durch das Zeugnuß deß
heiligen Geistes/
denn derselbige Geist giebet Zeugnuß vnserem Geist/
das wir Gottes Kinder seind/ Rom. 8. v. 16. drumb wird er ein pfandt
genennet Eph. 1. v. 14. Damit wir versiegelt sein auff den tag
vnser erlösung
Ephes. 4. v. 30. Das pfand hat der Vater
einem jedern Schäflin gegeben/ als geschrieben stehet zun

Gala-

Chriſtliche
geſchehen/ iſt leichtlich draus abzunemen/ das es bey dem vorigen bleibe.
Weiſt aber jrgend einen ort da die Apoſtel bezeugen/ Chriſtus habe das
muͤndliche eſſen ſeines Leibes oder Fleiſches/ welches er Joh. 6. widerleget/
widerumb gebillichet vnd recht geſprochen/ ſo bit ich dich weiſe mirß/ ich
wil dir dancken/ wils heute fuͤr Chriſti ſtim annemen vnd bekennen. So
lange aber daß nicht geſchicht/ wirſtu vns nicht verdencken/ das wir vom
muͤndlichen eſſen deß natuͤrlichen fleiſches nichts halten/ ſondern daſſelbe
fuͤr eine frembde ſtimme achten.

Sihe da haſtu kurtz in etlichen vornehmen Articuln Evangeliſcher
lehr die ſtim Chriſti/ welche ſeine ſchaͤflin hoͤren/ vnd das iſt daß erſte kenn-
zeichen.

Das ander Kennezeichen iſt/ das der Herre ſaget/ ich
kenn ſie/ wie er auch ſpricht Joh. 13. v. 18. Jch weiß welche ich
erwehlet habe. Vnd Paulus ſpricht 2. Tim. 2. v. 19. der feſte
grund Gottes beſtehet/ vnd hat dieſen Siegel/ der Herꝛ ken-
net die ſeinen.

Alhie were vrſach vnd gelegenheit zu handeln den troͤſtlichen Articul
von der prædeſtination oder Gnadenwahl/ wie Gott ſeine Schaͤflin von
ewigkeit kenne vnd erwehlet habe/ aber die zeit leidet es nicht.

Mercket nur auff jtzo/ das erkennen bleibet nicht allein bey
Gott/ ſondern die Schaͤflin fuͤhlens auch/ Als geſchrieben
ſtehet

Joh. 10. v. 14. Jch bin bekandt den meinen.

Woher fuͤhlens auch die Schaͤflin Chriſti/
das ſie von jhm erkandt ſein? Woher ſeind
ſie es gewiß?


Antwort. Erſtlich fuͤhlen ſie es/ durch das Zeugnuß deß
heiligen Geiſtes/
denn derſelbige Geiſt giebet Zeugnuß vnſerem Geiſt/
das wir Gottes Kinder ſeind/ Rom. 8. v. 16. drumb wird er ein pfandt
genennet Eph. 1. v. 14. Damit wir verſiegelt ſein auff den tag
vnſer erloͤſung
Epheſ. 4. v. 30. Das pfand hat der Vater
einem jedern Schaͤflin gegeben/ als geſchrieben ſtehet zun

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[18/0020] Chriſtliche geſchehen/ iſt leichtlich draus abzunemen/ das es bey dem vorigen bleibe. Weiſt aber jrgend einen ort da die Apoſtel bezeugen/ Chriſtus habe das muͤndliche eſſen ſeines Leibes oder Fleiſches/ welches er Joh. 6. widerleget/ widerumb gebillichet vnd recht geſprochen/ ſo bit ich dich weiſe mirß/ ich wil dir dancken/ wils heute fuͤr Chriſti ſtim annemen vnd bekennen. So lange aber daß nicht geſchicht/ wirſtu vns nicht verdencken/ das wir vom muͤndlichen eſſen deß natuͤrlichen fleiſches nichts halten/ ſondern daſſelbe fuͤr eine frembde ſtimme achten. Sihe da haſtu kurtz in etlichen vornehmen Articuln Evangeliſcher lehr die ſtim Chriſti/ welche ſeine ſchaͤflin hoͤren/ vnd das iſt daß erſte kenn- zeichen. Das ander Kennezeichen iſt/ das der Herre ſaget/ ich kenn ſie/ wie er auch ſpricht Joh. 13. v. 18. Jch weiß welche ich erwehlet habe. Vnd Paulus ſpricht 2. Tim. 2. v. 19. der feſte grund Gottes beſtehet/ vnd hat dieſen Siegel/ der Herꝛ ken- net die ſeinen. Alhie were vrſach vnd gelegenheit zu handeln den troͤſtlichen Articul von der prædeſtination oder Gnadenwahl/ wie Gott ſeine Schaͤflin von ewigkeit kenne vnd erwehlet habe/ aber die zeit leidet es nicht. Mercket nur auff jtzo/ das erkennen bleibet nicht allein bey Gott/ ſondern die Schaͤflin fuͤhlens auch/ Als geſchrieben ſtehet Joh. 10. v. 14. Jch bin bekandt den meinen. Woher fuͤhlens auch die Schaͤflin Chriſti/ das ſie von jhm erkandt ſein? Woher ſeind ſie es gewiß? Antwort. Erſtlich fuͤhlen ſie es/ durch das Zeugnuß deß heiligen Geiſtes/ denn derſelbige Geiſt giebet Zeugnuß vnſerem Geiſt/ das wir Gottes Kinder ſeind/ Rom. 8. v. 16. drumb wird er ein pfandt genennet Eph. 1. v. 14. Damit wir verſiegelt ſein auff den tag vnſer erloͤſung Epheſ. 4. v. 30. Das pfand hat der Vater einem jedern Schaͤflin gegeben/ als geſchrieben ſtehet zun Gala-

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Zitationshilfe: Füssel, Martin: Christliche Leichpredigt/ Bey dem Begräbnüß deß Edelen Gestrengen/ Ehrenvesten/ Hoch vnd Wolbenambten/ Herren Joachim von Berge. [s. l.], 1602, S. 18. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/357469/20>, abgerufen am 02.03.2024.