Muralt, Johann von: Eydgnössischer Lust-Garte. Zürich, 1715.Das 1. Capitel: Fleisch verwahret; da die inneren gleichsam derRock oder das Hemd ist/ das an dem Holtze/ als am Leibe anliget/ und heisset der Bast/ darauf man schreiben kan/ auß was Matery er immer werde; dann man auß dem Bast der Bäumen gantze Bücher Blätter-weise zusammen gebunden/ ehe der Gebrauch des Papyrs und Pergaments aufkommen war. Dergleichen sihet man an den Linden/ Buchen/ Bircken. Vorauß aber ist das Holtz der Bäumen/ Stau- Von den ungleichförmigen Theilen der Gewächsen. Die ungleichförmige Theile der Gewächsen Die Wurtzel ist der allernöthigster Theil des Diese
Das 1. Capitel: Fleiſch verwahret; da die inneren gleichſam derRock oder das Hemd iſt/ das an dem Holtze/ als am Leibe anliget/ und heiſſet der Baſt/ darauf man ſchreiben kan/ auß was Matery er immer werde; dann man auß dem Baſt der Baͤumen gantze Buͤcher Blaͤtter-weiſe zuſam̃en gebunden/ ehe der Gebrauch des Papyrs und Pergaments aufkommen war. Dergleichen ſihet man an den Linden/ Buchen/ Bircken. Vorauß aber iſt das Holtz der Baͤumen/ Stau- Von den ungleichfoͤrmigen Theilen der Gewaͤchſen. Die ungleichfoͤrmige Theile der Gewaͤchſen Die Wurtzel iſt der allernoͤthigſter Theil des Dieſe
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0040" n="8"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Das 1. Capitel:</hi></fw><lb/> Fleiſch verwahret; da die inneren gleichſam der<lb/> Rock oder das Hemd iſt/ das an dem Holtze/ als<lb/> am Leibe anliget/ und heiſſet der Baſt/ darauf<lb/> man ſchreiben kan/ auß was Matery er immer<lb/> werde; dann man auß dem Baſt der Baͤumen<lb/> gantze Buͤcher Blaͤtter-weiſe zuſam̃en gebunden/<lb/> ehe der Gebrauch des Papyrs und Pergaments<lb/> aufkommen war. Dergleichen ſihet man an den<lb/> Linden/ Buchen/ Bircken.</p><lb/> <p>Vorauß aber iſt das Holtz der Baͤumen/ Stau-<lb/> den und Geſtraͤuchen ein hartes/ zaͤſerichtes/ aller<lb/> Welt bekantes Weſen/ das zur Abkochung unſe-<lb/> rer Speiſen ſehr dienlich.</p> </div><lb/> <div n="2"> <head> <hi rendition="#b">Von den ungleichfoͤrmigen Theilen<lb/> der Gewaͤchſen.</hi> </head><lb/> <p>Die ungleichfoͤrmige Theile der Gewaͤchſen<lb/> dauren entweders beſtaͤndig gleich/ oder ſie wach-<lb/> ſen jaͤhrlich wider von neuem. Jene nennet man<lb/> die beſtaͤndige/ dieſe aber unbeſtaͤndige Theile.</p><lb/> <p>Die Wurtzel iſt der allernoͤthigſter Theil des<lb/> Gewaͤchſes/ darauß der Stamme herfuͤr ſchieſſet/<lb/> der ſich in viel Aeſte und Sproͤßlein zertheilet/ ſo<lb/> daß es ſcheinet/ als ob das Gewaͤchs auß vielen<lb/> zuvor abſonderlich auß der Erden herfuͤr gezognen<lb/> Faͤden zuſammen gefuͤgt/ und darauf in dem<lb/> Stammen/ gleich als in ein Buͤſchelein einge-<lb/> bunden/ aber bald wider in Aeſte und Blaͤtter<lb/> außgeſpreitet worden ſeye.</p><lb/> <fw place="bottom" type="catch">Dieſe</fw><lb/> </div> </div> </body> </text> </TEI> [8/0040]
Das 1. Capitel:
Fleiſch verwahret; da die inneren gleichſam der
Rock oder das Hemd iſt/ das an dem Holtze/ als
am Leibe anliget/ und heiſſet der Baſt/ darauf
man ſchreiben kan/ auß was Matery er immer
werde; dann man auß dem Baſt der Baͤumen
gantze Buͤcher Blaͤtter-weiſe zuſam̃en gebunden/
ehe der Gebrauch des Papyrs und Pergaments
aufkommen war. Dergleichen ſihet man an den
Linden/ Buchen/ Bircken.
Vorauß aber iſt das Holtz der Baͤumen/ Stau-
den und Geſtraͤuchen ein hartes/ zaͤſerichtes/ aller
Welt bekantes Weſen/ das zur Abkochung unſe-
rer Speiſen ſehr dienlich.
Von den ungleichfoͤrmigen Theilen
der Gewaͤchſen.
Die ungleichfoͤrmige Theile der Gewaͤchſen
dauren entweders beſtaͤndig gleich/ oder ſie wach-
ſen jaͤhrlich wider von neuem. Jene nennet man
die beſtaͤndige/ dieſe aber unbeſtaͤndige Theile.
Die Wurtzel iſt der allernoͤthigſter Theil des
Gewaͤchſes/ darauß der Stamme herfuͤr ſchieſſet/
der ſich in viel Aeſte und Sproͤßlein zertheilet/ ſo
daß es ſcheinet/ als ob das Gewaͤchs auß vielen
zuvor abſonderlich auß der Erden herfuͤr gezognen
Faͤden zuſammen gefuͤgt/ und darauf in dem
Stammen/ gleich als in ein Buͤſchelein einge-
bunden/ aber bald wider in Aeſte und Blaͤtter
außgeſpreitet worden ſeye.
Dieſe
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/muralt_lustgarte_1715 |
URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/muralt_lustgarte_1715/40 |
Zitationshilfe: | Muralt, Johann von: Eydgnössischer Lust-Garte. Zürich, 1715, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/muralt_lustgarte_1715/40>, abgerufen am 27.02.2025. |