Ranke, Leopold von: Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Bd. 1. Berlin, 1839.Zweites Buch. Zweites Capitel. gen von Mecheln und Antwerpen sicher gestellt. 1 Seit-dem finden wir den Erzbischof, der schon immer am we- nigsten geschwankt hatte, doppelt eifrig für Östreich: das ganze Gewicht das ihm die Würde eines Erzcanzlers in Germanien gab, warf er in die Waagschale für König Carl. Auf ähnliche Weise war auch der Churfürst von der Mindere Schwierigkeiten hatte es mit Cölln. Der Graf 1 Carolus ad Albertum 12 Martii bei Gudenus IV, 607. Jean de le Sauch a Marguer. 29 April bei Mone p. 403. 2 Correspondenz bei Mone p. 34. Vgl. Hubert Thomas Leo- dius Vita Friderici Palatini IV, p. 100 sq. 3 Bei Bucholtz III, 671.
Zweites Buch. Zweites Capitel. gen von Mecheln und Antwerpen ſicher geſtellt. 1 Seit-dem finden wir den Erzbiſchof, der ſchon immer am we- nigſten geſchwankt hatte, doppelt eifrig für Öſtreich: das ganze Gewicht das ihm die Würde eines Erzcanzlers in Germanien gab, warf er in die Waagſchale für König Carl. Auf ähnliche Weiſe war auch der Churfürſt von der Mindere Schwierigkeiten hatte es mit Cölln. Der Graf 1 Carolus ad Albertum 12 Martii bei Gudenus IV, 607. Jean de le Sauch à Marguer. 29 April bei Mone p. 403. 2 Correſpondenz bei Mone p. 34. Vgl. Hubert Thomas Leo- dius Vita Friderici Palatini IV, p. 100 sq. 3 Bei Bucholtz III, 671.
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <p><pb facs="#f0388" n="370"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Zweites Buch. Zweites Capitel</hi>.</fw><lb/> gen von Mecheln und Antwerpen ſicher geſtellt. <note place="foot" n="1"><hi rendition="#aq">Carolus ad Albertum 12 Martii</hi> bei Gudenus <hi rendition="#aq">IV, 607.<lb/> Jean de le Sauch à Marguer.</hi> 29 April bei Mone <hi rendition="#aq">p.</hi> 403.</note> Seit-<lb/> dem finden wir den Erzbiſchof, der ſchon immer am we-<lb/> nigſten geſchwankt hatte, doppelt eifrig für Öſtreich: das<lb/> ganze Gewicht das ihm die Würde eines Erzcanzlers in<lb/> Germanien gab, warf er in die Waagſchale für König Carl.</p><lb/> <p>Auf ähnliche Weiſe war auch der Churfürſt von der<lb/> Pfalz feſtgehalten worden. Er hatte wohl nur darum ge-<lb/> ſchwankt, weil ſich die Publication ſeiner neuen Erbeinung<lb/> mit Öſtreich verzögerte, der ſchwäbiſche Bund dagegen Miene<lb/> machte, ſich jener Geldanſprüche rheiniſcher Kaufleute ge-<lb/> gen ihn anzunehmen. Die öſtreichiſchen Bevollmächtigten<lb/> eilten jede Irrung beizulegen: jene Kaufleute befriedigten<lb/> ſie auf ihre Koſten. Ohnehin verwandte Pfalzgraf Frie-<lb/> drich alle ſeinen Einfluß bei ſeinem Bruder zu Gunſten<lb/> Öſtreichs; dem einen wie dem andern wurden bedeutende<lb/> Geldbewilligungen gemacht. <note place="foot" n="2">Correſpondenz bei Mone <hi rendition="#aq">p.</hi> 34. Vgl. Hubert Thomas Leo-<lb/> dius <hi rendition="#aq">Vita Friderici Palatini IV, p. 100 sq.</hi></note> Allmählig ließ auch die Pfalz<lb/> jede Hinneigung zu Frankreich fahren.</p><lb/> <p>Mindere Schwierigkeiten hatte es mit Cölln. Der Graf<lb/> von Naſſau, der in dieſen Gegenden die Unterhandlung<lb/> führte, wußte, wie die rheiniſchen Grafen überhaupt, ſo<lb/> auch den Erzbiſchof, der aus ihnen hervorgegangen, zu ge-<lb/> winnen. Die Zugeſtändniſſe die ihm zu Augsburg gemacht<lb/> worden, erweiterte man ihm noch. Wir haben einen Brief<lb/> von ihm vom 6ten Juni, worin er die Sache für abgemacht<lb/> hält, wofern es nur gelinge auch Böhmen zu gewinnen. <note place="foot" n="3">Bei Bucholtz <hi rendition="#aq">III,</hi> 671.</note></p><lb/> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [370/0388]
Zweites Buch. Zweites Capitel.
gen von Mecheln und Antwerpen ſicher geſtellt. 1 Seit-
dem finden wir den Erzbiſchof, der ſchon immer am we-
nigſten geſchwankt hatte, doppelt eifrig für Öſtreich: das
ganze Gewicht das ihm die Würde eines Erzcanzlers in
Germanien gab, warf er in die Waagſchale für König Carl.
Auf ähnliche Weiſe war auch der Churfürſt von der
Pfalz feſtgehalten worden. Er hatte wohl nur darum ge-
ſchwankt, weil ſich die Publication ſeiner neuen Erbeinung
mit Öſtreich verzögerte, der ſchwäbiſche Bund dagegen Miene
machte, ſich jener Geldanſprüche rheiniſcher Kaufleute ge-
gen ihn anzunehmen. Die öſtreichiſchen Bevollmächtigten
eilten jede Irrung beizulegen: jene Kaufleute befriedigten
ſie auf ihre Koſten. Ohnehin verwandte Pfalzgraf Frie-
drich alle ſeinen Einfluß bei ſeinem Bruder zu Gunſten
Öſtreichs; dem einen wie dem andern wurden bedeutende
Geldbewilligungen gemacht. 2 Allmählig ließ auch die Pfalz
jede Hinneigung zu Frankreich fahren.
Mindere Schwierigkeiten hatte es mit Cölln. Der Graf
von Naſſau, der in dieſen Gegenden die Unterhandlung
führte, wußte, wie die rheiniſchen Grafen überhaupt, ſo
auch den Erzbiſchof, der aus ihnen hervorgegangen, zu ge-
winnen. Die Zugeſtändniſſe die ihm zu Augsburg gemacht
worden, erweiterte man ihm noch. Wir haben einen Brief
von ihm vom 6ten Juni, worin er die Sache für abgemacht
hält, wofern es nur gelinge auch Böhmen zu gewinnen. 3
1 Carolus ad Albertum 12 Martii bei Gudenus IV, 607.
Jean de le Sauch à Marguer. 29 April bei Mone p. 403.
2 Correſpondenz bei Mone p. 34. Vgl. Hubert Thomas Leo-
dius Vita Friderici Palatini IV, p. 100 sq.
3 Bei Bucholtz III, 671.
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2024 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |