Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Purmann, Matthäus Gottfried: Der rechte und wahrhafftige Feldscher. Halberstadt, 1680.

Bild:
<< vorherige Seite

Des warhafftigen
nicht etwas hartes zwischen den Zähnen
zerbeissen. Dieses sind die Zeichen wenn
man solches durch den Augenschein nicht
abnehmen kan/ ist aber die Hirnschale bloß/
so kan durch fleißiges Nachforschen der
Bruch ergründet und gesehen werden.
Bißweilen geschicht es auch daß die Brüche
nicht an demselbigen Orth/ wo die Verle-
tzung ist geschehen/ wie mir offt wiederfah-
ren/ daß es seit ab und gegen über gewe-
sen/ und dann kan es nicht wohl anders/
als durch vorgedachte Zeichen und Zufälle/
welche doch etwas später kommen erkand
werden/ wovon folgends mehr gedacht
werden sol. Solte aber das darun-
ter liegende harte und dünne Hirnhäutlein
verletzet seyn/ so entweder vom Instrument
oder auch wohl gar von den hineinstechen-
den Schieffern geschehen/ so mercke nebst den
vorhergehenden folgende Kenzeichen/ wenn
der Patient mit einem ungewöhnlichen auß-
dehnen und wiedereinziehen der Nerven/
Schwindel/ offtern Erschütterungen und
Vergicht behafftet. Ja daß Blut ihm zur
Nasen und Ohren heraußlaufft/ so ist ge-
wiß eine Verletzung der Häutel geschehen/

und

Des warhafftigen
nicht etwas hartes zwiſchen den Zaͤhnen
zerbeiſſen. Dieſes ſind die Zeichen wenn
man ſolches durch den Augenſchein nicht
abnehmen kan/ iſt aber die Hirnſchale bloß/
ſo kan durch fleißiges Nachforſchen der
Bruch ergruͤndet und geſehen werden.
Bißweilen geſchicht es auch daß die Bruͤche
nicht an demſelbigen Orth/ wo die Verle-
tzung iſt geſchehen/ wie mir offt wiederfah-
ren/ daß es ſeit ab und gegen uͤber gewe-
ſen/ und dann kan es nicht wohl anders/
als durch vorgedachte Zeichen und Zufaͤlle/
welche doch etwas ſpaͤter kommen erkand
werden/ wovon folgends mehr gedacht
werden ſol. Solte aber das darun-
ter liegende harte und duͤnne Hirnhaͤutlein
verletzet ſeyn/ ſo entweder vom Inſtrument
oder auch wohl gar von den hineinſtechen-
den Schieffeꝛn geſchehen/ ſo mercke nebſt den
vorhergehenden folgende Kenzeichen/ weñ
der Patient mit einem ungewoͤhnlichen auß-
dehnen und wiedereinziehen der Nerven/
Schwindel/ offtern Erſchuͤtterungen und
Vergicht behafftet. Ja daß Blut ihm zur
Naſen und Ohren heraußlaufft/ ſo iſt ge-
wiß eine Verletzung der Haͤutel geſchehen/

und
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0044" n="4"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Des warhafftigen</hi></fw><lb/>
nicht etwas hartes zwi&#x017F;chen den Za&#x0364;hnen<lb/>
zerbei&#x017F;&#x017F;en. Die&#x017F;es &#x017F;ind die Zeichen wenn<lb/>
man &#x017F;olches durch den Augen&#x017F;chein nicht<lb/>
abnehmen kan/ i&#x017F;t aber die Hirn&#x017F;chale bloß/<lb/>
&#x017F;o kan durch fleißiges Nachfor&#x017F;chen der<lb/>
Bruch ergru&#x0364;ndet und ge&#x017F;ehen werden.<lb/>
Bißweilen ge&#x017F;chicht es auch daß die Bru&#x0364;che<lb/>
nicht an dem&#x017F;elbigen Orth/ wo die Verle-<lb/>
tzung i&#x017F;t ge&#x017F;chehen/ wie mir offt wiederfah-<lb/>
ren/ daß es &#x017F;eit ab und gegen u&#x0364;ber gewe-<lb/>
&#x017F;en/ und dann kan es nicht wohl anders/<lb/>
als durch vorgedachte Zeichen und Zufa&#x0364;lle/<lb/>
welche doch etwas &#x017F;pa&#x0364;ter kommen erkand<lb/>
werden/ wovon folgends mehr gedacht<lb/>
werden &#x017F;ol. Solte aber das darun-<lb/>
ter liegende harte und du&#x0364;nne Hirnha&#x0364;utlein<lb/>
verletzet &#x017F;eyn/ &#x017F;o entweder vom <hi rendition="#aq">In&#x017F;trument</hi><lb/>
oder auch wohl gar von den hinein&#x017F;techen-<lb/>
den Schieffe&#xA75B;n ge&#x017F;chehen/ &#x017F;o mercke neb&#x017F;t den<lb/>
vorhergehenden folgende Kenzeichen/ wen&#x0303;<lb/>
der <hi rendition="#aq">Patient</hi> mit einem ungewo&#x0364;hnlichen auß-<lb/>
dehnen und wiedereinziehen der Nerven/<lb/>
Schwindel/ offtern Er&#x017F;chu&#x0364;tterungen und<lb/>
Vergicht behafftet. Ja daß Blut ihm zur<lb/>
Na&#x017F;en und Ohren heraußlaufft/ &#x017F;o i&#x017F;t ge-<lb/>
wiß eine Verletzung der Ha&#x0364;utel ge&#x017F;chehen/<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">und</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[4/0044] Des warhafftigen nicht etwas hartes zwiſchen den Zaͤhnen zerbeiſſen. Dieſes ſind die Zeichen wenn man ſolches durch den Augenſchein nicht abnehmen kan/ iſt aber die Hirnſchale bloß/ ſo kan durch fleißiges Nachforſchen der Bruch ergruͤndet und geſehen werden. Bißweilen geſchicht es auch daß die Bruͤche nicht an demſelbigen Orth/ wo die Verle- tzung iſt geſchehen/ wie mir offt wiederfah- ren/ daß es ſeit ab und gegen uͤber gewe- ſen/ und dann kan es nicht wohl anders/ als durch vorgedachte Zeichen und Zufaͤlle/ welche doch etwas ſpaͤter kommen erkand werden/ wovon folgends mehr gedacht werden ſol. Solte aber das darun- ter liegende harte und duͤnne Hirnhaͤutlein verletzet ſeyn/ ſo entweder vom Inſtrument oder auch wohl gar von den hineinſtechen- den Schieffeꝛn geſchehen/ ſo mercke nebſt den vorhergehenden folgende Kenzeichen/ weñ der Patient mit einem ungewoͤhnlichen auß- dehnen und wiedereinziehen der Nerven/ Schwindel/ offtern Erſchuͤtterungen und Vergicht behafftet. Ja daß Blut ihm zur Naſen und Ohren heraußlaufft/ ſo iſt ge- wiß eine Verletzung der Haͤutel geſchehen/ und

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/purmann_feldscher_1680
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/purmann_feldscher_1680/44
Zitationshilfe: Purmann, Matthäus Gottfried: Der rechte und wahrhafftige Feldscher. Halberstadt, 1680, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/purmann_feldscher_1680/44>, abgerufen am 16.04.2024.