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[N. N.]: Historische warhaffte Relation Von einem Christlichen Eheweibe [...] welche Vier lebendige vnd wol proportionirte Töchter [...] zur Welt geboren [...]. Bautzen, 1616.

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Jtem: Das Aristoteles schreibe/ das eine Edle Fraw
Sexapis genant/ in vier Geburten 15. Kinder zur Welt ge-
bracht/ vnd darvon 9. erzoge habe.

Vnd das Plutarchus schreibe/ es habe eine Alexandrinische
Fürstliche Fraw im 19. Jahre jhres alters fünff lebendige Söh-
ne zugleich geboren. Durch welche Exempla die löbliche Fürst-
liche Sechswöchnerin gar herrlich getröstet/ vnd jhres grossen
kummers ist entlediget worden.

Zu diesen mercke man auch nachfolgende Geschichten vnd
Exempel.

Cromerus setzt/ das vmb Crackaw ein ehrliche Matron/
Margaretha/ ein Gemahl Virboslai Comitis 36. lebendige
Söhne auff ein mahl geboren/ vnd auff die Welt gebracht habe.
(Calendarium sanctorum Hondorffij fol. 25. a.)

Viel wunderbarlicher aber ist diß zuvernehmen/ so Guic-
ciardinus, Lud. Vives, Erasmus
vnd andere von einer Grä-
fin in Holland erzehlen/ welche auff einmal vnd in einer Geburt
365. lebendige Kinder/ nemlich/ so viel als Tage in einem Jahre
sindt/ halb Söhne vnd halb Töchter zur Welt gebracht vnd
geboren hat/ welche auch alle Getaufft worden/ vnd hernach ge-
storben/ auch nicht grösser als die Krabben oder ein klein Finger/
jedoch in Menschlicher gestalt/ gewesen sindt. Welches sich
Anno Christi 1276. zugetragen hat.

Darneben wird auch die occasion gemeldet/ das nemlich
ein armes Weib/ so mit viel Kindern vber fallen gewesen/ eine
Gabe oder Allmosen von jhr der Gräfin gebeten hat/ Als sie aber
so viel Kinder gesehen/ hat sie das arme Weib greulich außge-
macht/ vnd einen ehrlosen Balck genennet/ mit vermeldung/ das
es nicht möglich were/ daß sie von einem Manne so viel Kinder
zeugen könte/ das arme vnschüldige Weib/ bittet Gott/ daß er

jhre

Jtem: Das Ariſtoteles ſchreibe/ das eine Edle Fraw
Sexapis genant/ in vier Geburten 15. Kinder zur Welt ge-
bracht/ vnd darvon 9. erzoge habe.

Vnd das Plutarchus ſchreibe/ es habe eine Alexandriniſche
Fuͤrſtliche Fraw im 19. Jahre jhres alters fuͤnff lebendige Soͤh-
ne zugleich geboren. Durch welche Exempla die loͤbliche Fuͤrſt-
liche Sechswoͤchnerin gar herꝛlich getroͤſtet/ vnd jhres groſſen
kummers iſt entlediget worden.

Zu dieſen mercke man auch nachfolgende Geſchichten vnd
Exempel.

Cromerus ſetzt/ das vmb Crackaw ein ehrliche Matron/
Margaretha/ ein Gemahl Virboslai Comitis 36. lebendige
Soͤhne auff ein mahl geboren/ vnd auff die Welt gebracht habe.
(Calendarium ſanctorum Hondorffij fol. 25. a.)

Viel wunderbarlicher aber iſt diß zuvernehmen/ ſo Guic-
ciardinus, Lud. Vives, Erasmus
vnd andere von einer Graͤ-
fin in Holland erzehlen/ welche auff einmal vnd in einer Geburt
365. lebendige Kinder/ nemlich/ ſo viel als Tage in einem Jahre
ſindt/ halb Soͤhne vnd halb Toͤchter zur Welt gebracht vnd
geboren hat/ welche auch alle Getaufft worden/ vnd hernach ge-
ſtorben/ auch nicht groͤſſer als die Krabben oder ein klein Finger/
jedoch in Menſchlicher geſtalt/ geweſen ſindt. Welches ſich
Anno Chriſti 1276. zugetragen hat.

Darneben wird auch die occaſion gemeldet/ das nemlich
ein armes Weib/ ſo mit viel Kindern vber fallen geweſen/ eine
Gabe oder Allmoſen von jhr der Graͤfin gebeten hat/ Als ſie aber
ſo viel Kinder geſehen/ hat ſie das arme Weib greulich außge-
macht/ vnd einen ehrloſen Balck genennet/ mit vermeldung/ das
es nicht moͤglich were/ daß ſie von einem Manne ſo viel Kinder
zeugen koͤnte/ das arme vnſchuͤldige Weib/ bittet Gott/ daß er

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[0016] Jtem: Das Ariſtoteles ſchreibe/ das eine Edle Fraw Sexapis genant/ in vier Geburten 15. Kinder zur Welt ge- bracht/ vnd darvon 9. erzoge habe. Vnd das Plutarchus ſchreibe/ es habe eine Alexandriniſche Fuͤrſtliche Fraw im 19. Jahre jhres alters fuͤnff lebendige Soͤh- ne zugleich geboren. Durch welche Exempla die loͤbliche Fuͤrſt- liche Sechswoͤchnerin gar herꝛlich getroͤſtet/ vnd jhres groſſen kummers iſt entlediget worden. Zu dieſen mercke man auch nachfolgende Geſchichten vnd Exempel. Cromerus ſetzt/ das vmb Crackaw ein ehrliche Matron/ Margaretha/ ein Gemahl Virboslai Comitis 36. lebendige Soͤhne auff ein mahl geboren/ vnd auff die Welt gebracht habe. (Calendarium ſanctorum Hondorffij fol. 25. a.) Viel wunderbarlicher aber iſt diß zuvernehmen/ ſo Guic- ciardinus, Lud. Vives, Erasmus vnd andere von einer Graͤ- fin in Holland erzehlen/ welche auff einmal vnd in einer Geburt 365. lebendige Kinder/ nemlich/ ſo viel als Tage in einem Jahre ſindt/ halb Soͤhne vnd halb Toͤchter zur Welt gebracht vnd geboren hat/ welche auch alle Getaufft worden/ vnd hernach ge- ſtorben/ auch nicht groͤſſer als die Krabben oder ein klein Finger/ jedoch in Menſchlicher geſtalt/ geweſen ſindt. Welches ſich Anno Chriſti 1276. zugetragen hat. Darneben wird auch die occaſion gemeldet/ das nemlich ein armes Weib/ ſo mit viel Kindern vber fallen geweſen/ eine Gabe oder Allmoſen von jhr der Graͤfin gebeten hat/ Als ſie aber ſo viel Kinder geſehen/ hat ſie das arme Weib greulich außge- macht/ vnd einen ehrloſen Balck genennet/ mit vermeldung/ das es nicht moͤglich were/ daß ſie von einem Manne ſo viel Kinder zeugen koͤnte/ das arme vnſchuͤldige Weib/ bittet Gott/ daß er jhre

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Zitationshilfe: [N. N.]: Historische warhaffte Relation Von einem Christlichen Eheweibe [...] welche Vier lebendige vnd wol proportionirte Töchter [...] zur Welt geboren [...]. Bautzen, 1616, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/oa_vierlinge_1616/16>, abgerufen am 01.12.2021.