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Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 3. Osnabrück, 1687.

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in hole Bäume/ finstere Löcher/ Scheuren/ Hölen/ Steinritzen/ rauhe Wildnissen/ und wüste unreine Örther/ Massen/ wann sie bey tage von andern Vögeln gesehen werden/ dieselbe auff sie fallen/ und der Eulen die Federn außrüpffen; daher kompts/ daß die Vogelsteller sich der Eulen in ihrem Garn gebrauchen/ damit andre Vögel herbey zu locken/ und zu fangen: Bißweilen binden sie eine Eule zu solchem Ende auff einen Baum/ dessen Äste sie rundumbher mit Vogel-Leim bestreichen dann kommen die andern Vögelein die Eule zuverspotten/ auff die Äste und Zweige sitzen/ beschmieren sich mit Vogelleim / und

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werden also gefangen. Die Kirch-eulen gleichen an Grösse der Ratzen/ fangen und fressen ebenfals Ratzen und Mäuse. Wann die Eule mit andern Vögeln streitet / gebraucht sie sich eines sonderlichen Vortheils/ massen/ wann sie von vielen angefallen wird/ legt sie sich auff den Rücken/ ziehet sich zusammen / schützet sich mit den Klauen und Schnabel. Wann der Habicht nahe dabey ist / steht er ihr bey/ gleich ob wäre er durch Blutfreundschafft/ oder eine andre Sympathische Bewegung dazu verbunden und hilfft ihr getreulich fechten.

Die Eulen ins gemein halten sich

in hole Bäume/ finstere Löcher/ Scheuren/ Hölen/ Steinritzen/ rauhe Wildnissen/ und wüste unreine Örther/ Massen/ wann sie bey tage von andern Vögeln gesehen werden/ dieselbe auff sie fallen/ und der Eulen die Federn außrüpffen; daher kompts/ daß die Vogelsteller sich der Eulen in ihrem Garn gebrauchen/ damit andre Vögel herbey zu locken/ und zu fangen: Bißweilen binden sie eine Eule zu solchem Ende auff einen Baum/ dessen Äste sie rundumbher mit Vogel-Leim bestreichen dann kommen die andern Vögelein die Eule zuverspotten/ auff die Äste und Zweige sitzen/ beschmieren sich mit Vogelleim / und

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werden also gefangen. Die Kirch-eulen gleichen an Grösse der Ratzen/ fangen und fressen ebenfals Ratzen und Mäuse. Wann die Eule mit andern Vögeln streitet / gebraucht sie sich eines sonderlichen Vortheils/ massen/ wann sie von vielen angefallen wird/ legt sie sich auff den Rücken/ ziehet sich zusammen / schützet sich mit den Klauen und Schnabel. Wann der Habicht nahe dabey ist / steht er ihr bey/ gleich ob wäre er durch Blutfreundschafft/ oder eine andre Sympathische Bewegung dazu verbunden und hilfft ihr getreulich fechten.

Die Eulen ins gemein halten sich

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[169/0033] in hole Bäume/ finstere Löcher/ Scheuren/ Hölen/ Steinritzen/ rauhe Wildnissen/ und wüste unreine Örther/ Massen/ wann sie bey tage von andern Vögeln gesehen werden/ dieselbe auff sie fallen/ und der Eulen die Federn außrüpffen; daher kompts/ daß die Vogelsteller sich der Eulen in ihrem Garn gebrauchen/ damit andre Vögel herbey zu locken/ und zu fangen: Bißweilen binden sie eine Eule zu solchem Ende auff einen Baum/ dessen Äste sie rundumbher mit Vogel-Leim bestreichen dann kommen die andern Vögelein die Eule zuverspotten/ auff die Äste und Zweige sitzen/ beschmieren sich mit Vogelleim / und [Abbildung] werden also gefangen. Die Kirch-eulen gleichen an Grösse der Ratzen/ fangen und fressen ebenfals Ratzen und Mäuse. Wann die Eule mit andern Vögeln streitet / gebraucht sie sich eines sonderlichen Vortheils/ massen/ wann sie von vielen angefallen wird/ legt sie sich auff den Rücken/ ziehet sich zusammen / schützet sich mit den Klauen und Schnabel. Wann der Habicht nahe dabey ist / steht er ihr bey/ gleich ob wäre er durch Blutfreundschafft/ oder eine andre Sympathische Bewegung dazu verbunden und hilfft ihr getreulich fechten. Die Eulen ins gemein halten sich

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Zitationshilfe: Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 3. Osnabrück, 1687, S. 169. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nylandt_schauplatz03_1678/33>, abgerufen am 26.09.2021.