Czernowitzer Allgemeine Zeitung. Nr. 1069, Czernowitz, 06.08.1907.6. August 1907. Czernowitzer Allgemeine Zeitung [Spaltenumbruch] Unfall infolge Trunkenheit. Als vorgestern um Unfall. Als gestern ein hiesiger Tischlermeister mit Schadenfeuer. Gestern um halb 10 Uhr vormittags Die Kartensteuer. Die "Rathauskorrespondenz" Ein ausverkauftes Haus und einen sensationellen Korrespondenzen. Czernowitz, 5. August. Radantz. (Jüdisch-akademische Ferialver- einigung "Chermonia".) Das Ergebnis der am Bad Dorna, (Die Saison.) Die Hochsaison ist Storozynetz. (Danksagung.) Seine Hochwohl- Letzte Telegramme. Die bis 2 Uhr nachmittags eingetroff[enen] Telegramme [si]ehe die [Rubriken "Vom Tage", "Bunte Chronik"] und [Rechtsp]flege". Das Landtagswahlrecht. Stryj 5. August. (Priv.-Tel. der "Cz. Allg. Ztg.") Hier fand gestern eine massenhaft besuchte Wählerversammlung Die Entrevue von Swinemünde. Swinemünde, 5. Juli. (Priv.-Tel. der "Cz. Allg. Ztg.") Wie aus der Umgebung des Kaisers Wilhelm ver- Die italienischen Kirchenstürmer. Florenz, 5. August. (Priv.-Tel. der "Cz. Allg. Ztg.") Gestern kam es hier abermals zu stärmischen antiklerikalen [Spaltenumbruch] Das Eisenbahnunglück bei Angers. Angers, 5. August. (Korr. B.) Den letzten Meldungen Attentat gegen einen General. Petersburg, 5. August. (Korr.-B.) In Pjätigorsk Blutige Ausschreitungen in Paris. Paris, 5. August. (Korr.-B.) Zwischen Radikalen und Wetterprognose für morgen. Wechselnd bewölkt, mäßige Winde, mäßig warm, gleich- Elegante moderne Damenhüte wegen vorgerückter []
6. Auguſt 1907. Czernowitzer Allgemeine Zeitung [Spaltenumbruch] Unfall infolge Trunkenheit. Als vorgeſtern um Unfall. Als geſtern ein hieſiger Tiſchlermeiſter mit Schadenfeuer. Geſtern um halb 10 Uhr vormittags Die Kartenſteuer. Die „Rathauskorreſpondenz“ Ein ausverkauftes Haus und einen ſenſationellen Korreſpondenzen. Czernowitz, 5. Auguſt. Radantz. (Jüdiſch-akademiſche Ferialver- einigung „Chermonia“.) Das Ergebnis der am Bad Dorna, (Die Saiſon.) Die Hochſaiſon iſt Storozynetz. (Dankſagung.) Seine Hochwohl- Letzte Telegramme. Die bis 2 Uhr nachmittags eingetroff[enen] Telegramme [ſi]ehe die [Rubriken „Vom Tage“, „Bunte Chronik“] und [Rechtsp]flege“. Das Landtagswahlrecht. Stryj 5. Auguſt. (Priv.-Tel. der „Cz. Allg. Ztg.“) Hier fand geſtern eine maſſenhaft beſuchte Wählerverſammlung Die Entrevue von Swinemünde. Swinemünde, 5. Juli. (Priv.-Tel. der „Cz. Allg. Ztg.“) Wie aus der Umgebung des Kaiſers Wilhelm ver- Die italieniſchen Kirchenſtürmer. Florenz, 5. Auguſt. (Priv.-Tel. der „Cz. Allg. Ztg.“) Geſtern kam es hier abermals zu ſtärmiſchen antiklerikalen [Spaltenumbruch] Das Eiſenbahnunglück bei Angers. Angers, 5. Auguſt. (Korr. B.) Den letzten Meldungen Attentat gegen einen General. Petersburg, 5. Auguſt. (Korr.-B.) In Pjätigorsk Blutige Ausſchreitungen in Paris. Paris, 5. Auguſt. (Korr.-B.) Zwiſchen Radikalen und Wetterprognoſe für morgen. Wechſelnd bewölkt, mäßige Winde, mäßig warm, gleich- Elegante moderne Damenhüte wegen vorgerückter []
<TEI> <text> <body> <div type="jLocal" n="1"> <pb facs="#f0005" n="5"/> <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">6. Auguſt 1907. Czernowitzer Allgemeine Zeitung</hi> </fw><lb/> <cb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Unfall infolge Trunkenheit.</hi> </head> <p>Als vorgeſtern um<lb/> 3 Uhr nachmittags eine hieſige Schuldienersgattin die Ueber-<lb/> gangsbrücke nächſt der Steiner’ſchen Odaia paſſierte, ſtürzte<lb/> ſie infolge Trunkenheit in den Pruthfluß und war nahe daran,<lb/> zu ertrinken. Sie wurde jedoch bemerkt und von den Grund-<lb/> wirten Iwon <hi rendition="#g">Chowanetz</hi> und Theodor <hi rendition="#g">Rudka</hi> gerettet.<lb/> Nach erſter Hilfeleiſtung durch den Inſpektionsarzt der frei-<lb/> willigen Rettungsgeſellſchaft Oberſtadtarzt Dr. <hi rendition="#g">Flinker</hi><lb/> wurde die Frau der häuslichen Pflege übergeben.</p> </div><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Unfall.</hi> </head> <p>Als geſtern ein hieſiger Tiſchlermeiſter mit<lb/> ſeinem Sohne auf einem in der Baraquengaſſe gelegenen<lb/> Holzlagerplatz ſtand, um Bretter zu kaufen, ſtürzte beim Aus-<lb/> wählen ein Stoß derſelben auf den Burſchen. Auf das vom<lb/> Vater erhobene Geſchrei eilte der Rayonspoſten herbei, worauf<lb/> beide den Burſchen unter der Bretterlaſt hervorzogen. Der<lb/> Burſche erlitt keine Verletzungen und kam mit den bloßen<lb/> Schrecken davon.</p> </div><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Schadenfeuer.</hi> </head> <p>Geſtern um halb 10 Uhr vormittags<lb/> geriet in der Ziegelei des Herſch <hi rendition="#g">Trichter</hi> in Kaliczanka<lb/> ein daſelbſt aufgekaufter Steinkohlenvorrat von etwa<lb/> 20 Waggons Inhalt in Brand. Das Feuer konnte nach<lb/> kurzer Zeit von der Feuerwehr gelöſcht werden, und iſt der<lb/> nur geringfügige Schaden durch Verſicherung gedeckt. Der<lb/> Kohlenvorrat war ſonderbarerweiſe knapp an den Wänden<lb/> der Heizöfen ausgeſchüttet, und dürfte die Urſache des<lb/> Brandes darin zuſuchen ſein, daß die Kohlen durch die aus-<lb/> ſtrahlende Hitze der Oefen ſich entzündeten. Am Brandplatze<lb/> war Oberkomm. <hi rendition="#g">Lunz,</hi> mit dem dienſthabenden Journal-<lb/> beamte Pol. Konzipiſt <hi rendition="#g">Becker</hi> und Revierinſpektor <hi rendition="#g">Cho-<lb/> mizki</hi> mit einer Abteilung der Sich. Wache anweſend. —<lb/> Geſtern um halb 11 Uhr vormittags geriet in der ärariſchen<lb/> Weidenpflanzung in Kaliczanka ein Heuſchober, vermutlich<lb/> durch Wegwerfen von brennenden Zigaretten in Brand, den<lb/> die ausgerückten Feuerwehr bald lokaliſierte. Der Schaden<lb/> iſt unbedeutend.</p> </div><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Die Kartenſteuer.</hi> </head> <p>Die „Rathauskorreſpondenz“<lb/> teilt mit: In letzter Zeit haben ſich Geſuche von Vereins-<lb/> leitungen und Korporationen um Nachſicht der <hi rendition="#g">Karten-<lb/> ſteuer</hi> für Vorſtellungen zu wohltätigen, oder gemeinnützigen<lb/> Zwecken gemehrt. Da nach dem Geſetze vom 22. Dezember<lb/> 1900 Nr. 7 L. G. Bl. und der Vollzugsvorſchrift Nr. 19<lb/> ex 901 L. G. 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Dieſer Vorgang<lb/> hat indes in der Folge die Unzukömmlichkeit ergeben, daß<lb/> die Gemeinde, welche für Subventionszwecke alljährlich eine<lb/> beſtimmte Summe votiert, für weitere Subventionen über<lb/> dieſen Rahmen hinaus keine Bedeckung hat. Von dieſer Er-<lb/> wägung geleitet, hat der Gemeinderat in der Sitzung vom<lb/> 2. Juli 1907 den prinzipiellen Beſchluß gefaßt, derartige<lb/> Subventionsgeſuche beziehungsweiſe Geſuch um Nachſicht der<lb/> Kartenſteuer nicht m<supplied>e</supplied>hr zu berückſichtigen und gleich zeitig<lb/> den Magiſtrat ermächtigt, diesfällige Anſuchen a limine ab-<lb/> zuweiſen. Dieſer Beſchluß wird den beteiligten Vereinen<lb/> und Korporationen zu dem Behufe zur Kenntnis gebracht,<lb/> damit unnütze Geſuche, welche mit Stemp<supplied>e</supplied>lauslagen ver-<lb/> bunden ſind, fortan vermieden werden und damit anderſeits<lb/> Vereine, welche auf Subventionen Anſpruch zu haben glauben,<lb/> ihre diesfälligen Geſuche in der vorgeſchriebenen Friſt d. i. bis<lb/> Ende März einesjeden Jahres behufs Berückſichtigung im<lb/> nächſtfolgenden Kalendejahre rechtzeitig einbringen, da auf<lb/> verſpätete Subventionsgeſuche und auf Geſuche um Nachſicht<lb/> der Kartenſteuer, beziehungsweiſe um Bewilligung einer<lb/> Subvention in der Höhe der Kartenſteuer in einzelnen Fällen,<lb/> keine Rückſicht mehr genommen werden wird.</p> </div><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Ein ausverkauftes Haus</hi> </head> <p>und einen ſenſationellen<lb/> Erfolg bringt das neue Novitäten-Programm im Variete<lb/> „Bierpalaſt“. <hi rendition="#g">Oſer,</hi> der urkomiſche Parodiſt, der in ſeinem<lb/><hi rendition="#aq">da Capo</hi> unermüdlich iſt, läßt die Beſucher aus dem Lachen<lb/> nicht herauskommen. Man muß ihn ſehen und hören, als<lb/> Neger Parodis und Ringkämpfer. <hi rendition="#g">Sadie & Leopold,</hi><lb/> das famoſe Neger-Duo entzücken durch herrliche Stimmen,<lb/> prachtvolle Toiletten und hochelegantes Auftreten. Wilma<lb/><hi rendition="#g">Wilda</hi> iſt eine reizende Soubrette voll Chik und Grazie.<lb/> Louiſe <hi rendition="#g">Fiſcher</hi> iſt und bleibt der Star des Enſembles.<lb/> Die Poſſe <hi rendition="#g">Maltſchis Verlobung</hi> findet eine<lb/> glänzende Darſtellung. Kein Wunder, wenn bei dem Viel-<lb/> gebotenen das Haus täglich ausverkauft iſt.</p> </div> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <div type="jVarious" n="1"> <head> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#aq">Korreſpondenzen.</hi> </hi> </head><lb/> <dateline><hi rendition="#g">Czernowitz,</hi> 5. Auguſt.</dateline><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Radantz.</hi> <hi rendition="#g">(Jüdiſch-akademiſche Ferialver-<lb/> einigung „Chermonia“.)</hi> </head> <p>Das Ergebnis der am<lb/> 27. Juli l. J. vorgenommenen Chargenwahl ergab folgendes<lb/> Reſultat: Praeſes. <hi rendition="#aq">stud. jur.</hi> Jakob <hi rendition="#g">Lapajowker,</hi> Vize-<lb/> praeſes: <hi rendition="#aq">stud. med.</hi> Herſch <hi rendition="#g">Weinlös,</hi> Schriftführer: <hi rendition="#aq">stud.<lb/> jur.</hi> Meſchulem <hi rendition="#g">Jahr.</hi> </p> </div><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Bad Dorna,</hi> <hi rendition="#g">(Die Saiſon.)</hi> </head> <p>Die Hochſaiſon iſt<lb/> im vollen bewegten Gange. Täglich laden die anlangenden<lb/> drei Züge Kurgäſte, Touriſten und Durchzügler hundertweiſe<lb/> ab, bringen-überdies zahlreiche Antomobile ungeheuerlichſter<lb/> Dimenſionen und verwunderlichſter Formen, Herren- und<lb/><cb/> Damengeſellſchaften in den ſonderlichſten Sporttrachten und<lb/> ſetzen all<supplied>e</supplied>s mitten drin in der Kuranlage, zwiſchen dem Kur-<lb/> und Badehauſe ab ... Ein tolles, wildes Treiben und Jagen<lb/> vor dieſen monumentalen Geſnndheitspaläſten, die mit ſteinerner<lb/> Ruhe auf das Geſchlecht blicken, das ſich hier mit zügellofer<lb/> Daſeinsluſt auslebt und in babyloniſchem Sprachengewirr<lb/> austollt, als gälte es die bibliſche Epiſode vom teſtamenta-<lb/> riſchen Turme wieder unfzufriſchen und dazu die ſchreienden<lb/> ſozialen Farben der modernen Geſellſchaft in kraſſ<supplied>e</supplied>ſter Diſſo-<lb/> nanz über das Bild zu klekſen. Zwei autelnde Miniſter aus<lb/> Rumänien wollen da mit dem hierortigen Gerichtsleiter wegen<lb/> Ueberführung einiger Bummler gelegentlich der Ausweis-<lb/> leiſtung die üblichen parlamentariſchen Umgangsformen ſich<lb/> in Erinnerung bringen und dort verſucht es ein halbes<lb/> Dutzend patentierter Volkshygieniker, die Eltern eines von<lb/> einer heimtückiſchen, übertragungsfähigen Jafektionskrankheit<lb/> ergriffenen Kindes, unterſtützt von dem bedrohlich anwachſen-<lb/> den Unwillensgetratſche der aufgeſcheuchten, zu frohem Ge-<lb/> nuſſe verſammelten Schaaren, auf die Straße zu ſetzen. Aber<lb/> über all dieſen Gewäſſern ſchwebt der Lockruf des Tombola-<lb/> geiſtes, der geigenden, ſingenden, parodierenden und tanzen-<lb/> den Arrangeure, Künſtler, Bänkelſänger und wie alle die<lb/> herumziehenden Luſtigmacher ſich noch nennen. Dorna hat<lb/> einen ſolchen Spektakel noch nicht geſehen, ein ſolches Tohu-<lb/> wabohu noch nicht gehört! Und ganz ſtill wickelt ſich neben-<lb/> bei der regnläre Geſundungsdienſt ab mit erhöhter Anſpan-<lb/> nung ſeiner Samaritergemeinde, mit verſchärfter Hingebung<lb/> ſeiner Ueberwachungsorgane. Um viertauſend Bäder haben<lb/> die Mineralabteilungen allein mehr als im Juli des Vor-<lb/> jahres abgegeben. Und trotzdem die Anzahl von 10.000 auf<lb/> über 14.000 geſtiegen iſt, ſind noch immer einige Betriebs-<lb/> ſtunden frei. Ebenſo ſind die hydr<supplied>i</supplied>atiſchen Abteilungen von<lb/> hunderten Kurbedürftigen gefüllt, zeigen auch dieſe Kurräume<lb/> eine faſt 40 Perzent Steigerung der Inanſpruchnahme. Auch<lb/> die Saiſonfrequenz bewegt ſich bereits im vierten Tauſend.<lb/> Ueber Anregung des Herrn Sektionschefs Pop wird der<lb/> Konzertſaal des Kurhauſes während der Mahlzeiten als<lb/> Speiſeraum benützt, iſt dieſer Prachtſaal mit ſeinem Licht-<lb/> meere der hellen Beleuchtung unſerer vornehmen und geſchmack-<lb/> vollen Frauengeſellſchaft auch außerhalb der künſtleriſchen<lb/> Produktionsabende dienſtbar gemacht worden. Zudem weiſt<lb/> dieſer hohe Funktionär, der durch ſein liebenswürdiges und<lb/> joviales Auftreten die Sympathien aller Geſellſchaftskreiſe ſich<lb/> im Fluge erobert hat und ſeine Popularität von Tag zu<lb/> Tag immer feſter begründet, neue Wege und neue landſchaft-<lb/> liche Reize dem Bewunderungsbedürfniſſe der Naturfreunde,<lb/> weil er die Zeit ſeiner Erholung dazu benützt, dienſtliche In-<lb/> ſpizierungen vorzunehmen und bei dieſer Gelegenheit eine<lb/> Spurenweite hinterläßt, die Groß und Klein zu den muſter-<lb/> giltigen Trift- und Abflößungseinrichtungen ſowie zu dem<lb/> imponierenden Beſitze des Religionsfondes, an jungen und<lb/> alten Forſten ſowie an Urwald führt.</p> </div><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Storozynetz.</hi> <hi rendition="#g">(Dankſagung.)</hi> </head> <p>Seine Hochwohl-<lb/> geboren, der Herr Landespräſident Dr. Octavian Regner von<lb/><hi rendition="#g">Blehleben,</hi> hat dem Vereine zur Pflege und Unterſtützung<lb/> von Waiſen des Storozynetzer Gerichtsbezirkes den Betrag von<lb/> 50 ſage fünfzig Kronen zukommen laſſen, für welche hoch-<lb/> herzige Spende die gefertigte Vereinsleitung Seiner Hochwohl-<lb/> geboren den ergebenſten Dank hiemit ausſpricht. Verein zur<lb/> Pflege der Unterſtützung von Waiſen des Storozynetzer Gerichts-<lb/> bezirkes. Vereinsobmann Dr. <hi rendition="#g">Georgian.</hi> </p> </div> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <div type="jVarious" n="1"> <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">Letzte Telegramme.</hi><lb/> Die bis 2 Uhr nachmittags eingetroff<supplied>enen</supplied> Telegramme<lb/><supplied>ſi</supplied>ehe die <supplied>Rubriken „Vom Tage“, „Bunte Chronik“</supplied> und<lb/><supplied>Rechtsp</supplied>flege“.</hi> </head><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Das Landtagswahlrecht.</hi> </head> <dateline><hi rendition="#b">Stryj</hi> 5. Auguſt.</dateline> <bibl>(Priv.-Tel. der „Cz. Allg. Ztg.“)</bibl><lb/> <p>Hier fand geſtern eine maſſenhaft beſuchte Wählerverſammlung<lb/> ſtatt, in der Abg. <hi rendition="#g">Obsnicki</hi> ſeinen Rechenſchaftsbericht<lb/> erſtattete. Abg. Obsnicki forderte in ſeiner Rede unter<lb/> ſtürmiſchen Beifall der Verſammlung das allgemeine, gleiche<lb/> und direkte Wahlrecht für den Landtag. Die Verſammlung<lb/> votierte ihm das Vertrauen.</p> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Die Entrevue von Swinemünde.</hi> </head> <dateline><hi rendition="#b">Swinemünde,</hi> 5. Juli.</dateline> <bibl>(Priv.-Tel. der „Cz. Allg.<lb/> Ztg.“)</bibl> <p>Wie aus der Umgebung des Kaiſers Wilhelm ver-<lb/> lautet, trug der Zar geſtern außerordentliche Fröhlichkeit zur<lb/> Schau und ſah ſehr gut aus. Kaiſer Wilhelm hielt den<lb/> geſtrigen Gottesdienſt auf den „Hohenzollern“, wie er es bei<lb/> ſeinen Nordlandsfahrten zu tun pflegt, ſelbſt ab. Seiner<lb/> Predigt legte er den Bibelſpruch unter: „Wer da ſäet, der<lb/> wird auch ernten.</p> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Die italieniſchen Kirchenſtürmer.</hi> </head> <dateline><hi rendition="#b">Florenz,</hi> 5. Auguſt.</dateline> <bibl>(Priv.-Tel. der „Cz. Allg. Ztg.“)</bibl><lb/> <p>Geſtern kam es hier abermals zu ſtärmiſchen antiklerikalen<lb/> Kundgebungen. Sozialdemokraten veranſtalteten einen großen<lb/> Demonſtrationsumzug und verſuchten im Verlaufe desſelben<lb/> die Kirche del Abadia Joſepo zu <hi rendition="#g">ſtürmen</hi> und in <hi rendition="#g">Brand<lb/> zu ſtecken.</hi> Gendarmerie griff ein. Es kam zu einem<lb/><hi rendition="#g">heftigen Handgemeinge,</hi> bei dem <hi rendition="#g">vier Gendarmen</hi><lb/> und <hi rendition="#g">zahlreiche Demonſtranten</hi> verwundet wurden.<lb/> Der Rädelsführer Dr. <hi rendition="#g">Pieraccini</hi> wurde verhaftet.</p> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <cb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Das Eiſenbahnunglück bei Angers.</hi> </head> <dateline><hi rendition="#b">Angers,</hi> 5. Auguſt.</dateline> <bibl>(Korr. B.)</bibl> <p>Den letzten Meldungen<lb/> zufolge beträgt die Zahl der bei dem Eiſenbahnunglück in<lb/> der Nähe von Lespuſdece <hi rendition="#g">getöteten Perſonen</hi> 50.<lb/> 16 Perſonen wurden verletzt. Bis jetzt wurden 17 Leichen<lb/> geborgen. Unter den Getöten befindet ſich kein Ausländer.</p> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Attentat gegen einen General.</hi> </head> <dateline><hi rendition="#b">Petersburg,</hi> 5. Auguſt.</dateline> <bibl>(Korr.-B.)</bibl> <p>In Pjätigorsk<lb/> wurde heute früh im Zentrum der Stadt der frühere General-<lb/> gouverneur von Odeſſa General <hi rendition="#g">Karangoroff</hi> durch<lb/> drei Revolverſchüſſe <hi rendition="#g">getötet.</hi> Die Täter ſind entkommen.</p> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <div type="jArticle" n="2"> <head> <hi rendition="#b">Blutige Ausſchreitungen in Paris.</hi> </head> <dateline><hi rendition="#b">Paris,</hi> 5. Auguſt.</dateline> <bibl>(Korr.-B.)</bibl> <p>Zwiſchen Radikalen und<lb/> Sozialiſten kam es geſtern nach dem Bekanntwerden der<lb/> Reſultate der Generalratswahlen zu einem heftigen Zuſammen-<lb/> ſtoße. Gegen einen Gendarmerierittmeiſter wurde ein Bierglas<lb/> gewvrfen, wodurch dieſer an beiden Augen <hi rendition="#g">ſchwer verletzt</hi><lb/> wurde. Artilleriſten kamen der Gendarmerie zu Hilfe und ſtellten<lb/> die Ruhe wieder her.</p> </div> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <div type="jWeatherReports" n="1"> <div type="jArticle" n="2"> <head><hi rendition="#b">Wetterprognoſe</hi><lb/> für morgen.</head><lb/> <p>Wechſelnd bewölkt, mäßige Winde, mäßig warm, gleich-<lb/> mätzig anhaltend.</p><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <p><hi rendition="#b">Elegante moderne Damenhüte</hi> wegen vorgerückter<lb/> Saiſon zu bedeutend reduzierten Preiſen „Zur Franzöſin“<lb/> Czernowitz Herrengaſſe 16.</p> </div> </div><lb/> <div type="jAnnouncements" n="1"> <gap/> </div> </body> </text> </TEI> [5/0005]
6. Auguſt 1907. Czernowitzer Allgemeine Zeitung
Unfall infolge Trunkenheit. Als vorgeſtern um
3 Uhr nachmittags eine hieſige Schuldienersgattin die Ueber-
gangsbrücke nächſt der Steiner’ſchen Odaia paſſierte, ſtürzte
ſie infolge Trunkenheit in den Pruthfluß und war nahe daran,
zu ertrinken. Sie wurde jedoch bemerkt und von den Grund-
wirten Iwon Chowanetz und Theodor Rudka gerettet.
Nach erſter Hilfeleiſtung durch den Inſpektionsarzt der frei-
willigen Rettungsgeſellſchaft Oberſtadtarzt Dr. Flinker
wurde die Frau der häuslichen Pflege übergeben.
Unfall. Als geſtern ein hieſiger Tiſchlermeiſter mit
ſeinem Sohne auf einem in der Baraquengaſſe gelegenen
Holzlagerplatz ſtand, um Bretter zu kaufen, ſtürzte beim Aus-
wählen ein Stoß derſelben auf den Burſchen. Auf das vom
Vater erhobene Geſchrei eilte der Rayonspoſten herbei, worauf
beide den Burſchen unter der Bretterlaſt hervorzogen. Der
Burſche erlitt keine Verletzungen und kam mit den bloßen
Schrecken davon.
Schadenfeuer. Geſtern um halb 10 Uhr vormittags
geriet in der Ziegelei des Herſch Trichter in Kaliczanka
ein daſelbſt aufgekaufter Steinkohlenvorrat von etwa
20 Waggons Inhalt in Brand. Das Feuer konnte nach
kurzer Zeit von der Feuerwehr gelöſcht werden, und iſt der
nur geringfügige Schaden durch Verſicherung gedeckt. Der
Kohlenvorrat war ſonderbarerweiſe knapp an den Wänden
der Heizöfen ausgeſchüttet, und dürfte die Urſache des
Brandes darin zuſuchen ſein, daß die Kohlen durch die aus-
ſtrahlende Hitze der Oefen ſich entzündeten. Am Brandplatze
war Oberkomm. Lunz, mit dem dienſthabenden Journal-
beamte Pol. Konzipiſt Becker und Revierinſpektor Cho-
mizki mit einer Abteilung der Sich. Wache anweſend. —
Geſtern um halb 11 Uhr vormittags geriet in der ärariſchen
Weidenpflanzung in Kaliczanka ein Heuſchober, vermutlich
durch Wegwerfen von brennenden Zigaretten in Brand, den
die ausgerückten Feuerwehr bald lokaliſierte. Der Schaden
iſt unbedeutend.
Die Kartenſteuer. Die „Rathauskorreſpondenz“
teilt mit: In letzter Zeit haben ſich Geſuche von Vereins-
leitungen und Korporationen um Nachſicht der Karten-
ſteuer für Vorſtellungen zu wohltätigen, oder gemeinnützigen
Zwecken gemehrt. Da nach dem Geſetze vom 22. Dezember
1900 Nr. 7 L. G. Bl. und der Vollzugsvorſchrift Nr. 19
ex 901 L. G. Bl. die Kartenſteuer nach der Maßgabe
des alljährlich prälimirten Erforderniſſe
mit einem gleichen Perzentſatze auf alle Erträgniſſe und
Veranſtaltungen umzulegen und zu einem beſtimmten Zwecke,
das iſt zur Erbauung und Erhaltung des Theaters beſtimmt
iſt, daher die Befreiung einzelner Korporationen von dieſer
Kartenſteuer eine Erhöhung des Perzentſatzes bei anderen
Parteien ſomit eine unzuläſſige Mehrbelaſtung derſelben nach
ſich ziehen müßte, hat der Gemeinderat in einzelnen Fällen
den Ausweg gewählt, daß bei Vorhandenſein beſonders be-
rückſichtigungswürdiger Gründe den betreffenden Veranſtaltern
(Vereinen und Korporationen) ſtatt der angeſprochenen
Kartenſteuerbefreiung, Subventionen in der Höhe der Karten-
ſteuer aus dem Stadtfonde bewilligt wurden. Dieſer Vorgang
hat indes in der Folge die Unzukömmlichkeit ergeben, daß
die Gemeinde, welche für Subventionszwecke alljährlich eine
beſtimmte Summe votiert, für weitere Subventionen über
dieſen Rahmen hinaus keine Bedeckung hat. Von dieſer Er-
wägung geleitet, hat der Gemeinderat in der Sitzung vom
2. Juli 1907 den prinzipiellen Beſchluß gefaßt, derartige
Subventionsgeſuche beziehungsweiſe Geſuch um Nachſicht der
Kartenſteuer nicht mehr zu berückſichtigen und gleich zeitig
den Magiſtrat ermächtigt, diesfällige Anſuchen a limine ab-
zuweiſen. Dieſer Beſchluß wird den beteiligten Vereinen
und Korporationen zu dem Behufe zur Kenntnis gebracht,
damit unnütze Geſuche, welche mit Stempelauslagen ver-
bunden ſind, fortan vermieden werden und damit anderſeits
Vereine, welche auf Subventionen Anſpruch zu haben glauben,
ihre diesfälligen Geſuche in der vorgeſchriebenen Friſt d. i. bis
Ende März einesjeden Jahres behufs Berückſichtigung im
nächſtfolgenden Kalendejahre rechtzeitig einbringen, da auf
verſpätete Subventionsgeſuche und auf Geſuche um Nachſicht
der Kartenſteuer, beziehungsweiſe um Bewilligung einer
Subvention in der Höhe der Kartenſteuer in einzelnen Fällen,
keine Rückſicht mehr genommen werden wird.
Ein ausverkauftes Haus und einen ſenſationellen
Erfolg bringt das neue Novitäten-Programm im Variete
„Bierpalaſt“. Oſer, der urkomiſche Parodiſt, der in ſeinem
da Capo unermüdlich iſt, läßt die Beſucher aus dem Lachen
nicht herauskommen. Man muß ihn ſehen und hören, als
Neger Parodis und Ringkämpfer. Sadie & Leopold,
das famoſe Neger-Duo entzücken durch herrliche Stimmen,
prachtvolle Toiletten und hochelegantes Auftreten. Wilma
Wilda iſt eine reizende Soubrette voll Chik und Grazie.
Louiſe Fiſcher iſt und bleibt der Star des Enſembles.
Die Poſſe Maltſchis Verlobung findet eine
glänzende Darſtellung. Kein Wunder, wenn bei dem Viel-
gebotenen das Haus täglich ausverkauft iſt.
Korreſpondenzen.
Czernowitz, 5. Auguſt.
Radantz. (Jüdiſch-akademiſche Ferialver-
einigung „Chermonia“.) Das Ergebnis der am
27. Juli l. J. vorgenommenen Chargenwahl ergab folgendes
Reſultat: Praeſes. stud. jur. Jakob Lapajowker, Vize-
praeſes: stud. med. Herſch Weinlös, Schriftführer: stud.
jur. Meſchulem Jahr.
Bad Dorna, (Die Saiſon.) Die Hochſaiſon iſt
im vollen bewegten Gange. Täglich laden die anlangenden
drei Züge Kurgäſte, Touriſten und Durchzügler hundertweiſe
ab, bringen-überdies zahlreiche Antomobile ungeheuerlichſter
Dimenſionen und verwunderlichſter Formen, Herren- und
Damengeſellſchaften in den ſonderlichſten Sporttrachten und
ſetzen alles mitten drin in der Kuranlage, zwiſchen dem Kur-
und Badehauſe ab ... Ein tolles, wildes Treiben und Jagen
vor dieſen monumentalen Geſnndheitspaläſten, die mit ſteinerner
Ruhe auf das Geſchlecht blicken, das ſich hier mit zügellofer
Daſeinsluſt auslebt und in babyloniſchem Sprachengewirr
austollt, als gälte es die bibliſche Epiſode vom teſtamenta-
riſchen Turme wieder unfzufriſchen und dazu die ſchreienden
ſozialen Farben der modernen Geſellſchaft in kraſſeſter Diſſo-
nanz über das Bild zu klekſen. Zwei autelnde Miniſter aus
Rumänien wollen da mit dem hierortigen Gerichtsleiter wegen
Ueberführung einiger Bummler gelegentlich der Ausweis-
leiſtung die üblichen parlamentariſchen Umgangsformen ſich
in Erinnerung bringen und dort verſucht es ein halbes
Dutzend patentierter Volkshygieniker, die Eltern eines von
einer heimtückiſchen, übertragungsfähigen Jafektionskrankheit
ergriffenen Kindes, unterſtützt von dem bedrohlich anwachſen-
den Unwillensgetratſche der aufgeſcheuchten, zu frohem Ge-
nuſſe verſammelten Schaaren, auf die Straße zu ſetzen. Aber
über all dieſen Gewäſſern ſchwebt der Lockruf des Tombola-
geiſtes, der geigenden, ſingenden, parodierenden und tanzen-
den Arrangeure, Künſtler, Bänkelſänger und wie alle die
herumziehenden Luſtigmacher ſich noch nennen. Dorna hat
einen ſolchen Spektakel noch nicht geſehen, ein ſolches Tohu-
wabohu noch nicht gehört! Und ganz ſtill wickelt ſich neben-
bei der regnläre Geſundungsdienſt ab mit erhöhter Anſpan-
nung ſeiner Samaritergemeinde, mit verſchärfter Hingebung
ſeiner Ueberwachungsorgane. Um viertauſend Bäder haben
die Mineralabteilungen allein mehr als im Juli des Vor-
jahres abgegeben. Und trotzdem die Anzahl von 10.000 auf
über 14.000 geſtiegen iſt, ſind noch immer einige Betriebs-
ſtunden frei. Ebenſo ſind die hydriatiſchen Abteilungen von
hunderten Kurbedürftigen gefüllt, zeigen auch dieſe Kurräume
eine faſt 40 Perzent Steigerung der Inanſpruchnahme. Auch
die Saiſonfrequenz bewegt ſich bereits im vierten Tauſend.
Ueber Anregung des Herrn Sektionschefs Pop wird der
Konzertſaal des Kurhauſes während der Mahlzeiten als
Speiſeraum benützt, iſt dieſer Prachtſaal mit ſeinem Licht-
meere der hellen Beleuchtung unſerer vornehmen und geſchmack-
vollen Frauengeſellſchaft auch außerhalb der künſtleriſchen
Produktionsabende dienſtbar gemacht worden. Zudem weiſt
dieſer hohe Funktionär, der durch ſein liebenswürdiges und
joviales Auftreten die Sympathien aller Geſellſchaftskreiſe ſich
im Fluge erobert hat und ſeine Popularität von Tag zu
Tag immer feſter begründet, neue Wege und neue landſchaft-
liche Reize dem Bewunderungsbedürfniſſe der Naturfreunde,
weil er die Zeit ſeiner Erholung dazu benützt, dienſtliche In-
ſpizierungen vorzunehmen und bei dieſer Gelegenheit eine
Spurenweite hinterläßt, die Groß und Klein zu den muſter-
giltigen Trift- und Abflößungseinrichtungen ſowie zu dem
imponierenden Beſitze des Religionsfondes, an jungen und
alten Forſten ſowie an Urwald führt.
Storozynetz. (Dankſagung.) Seine Hochwohl-
geboren, der Herr Landespräſident Dr. Octavian Regner von
Blehleben, hat dem Vereine zur Pflege und Unterſtützung
von Waiſen des Storozynetzer Gerichtsbezirkes den Betrag von
50 ſage fünfzig Kronen zukommen laſſen, für welche hoch-
herzige Spende die gefertigte Vereinsleitung Seiner Hochwohl-
geboren den ergebenſten Dank hiemit ausſpricht. Verein zur
Pflege der Unterſtützung von Waiſen des Storozynetzer Gerichts-
bezirkes. Vereinsobmann Dr. Georgian.
Letzte Telegramme.
Die bis 2 Uhr nachmittags eingetroffenen Telegramme
ſiehe die Rubriken „Vom Tage“, „Bunte Chronik“ und
Rechtspflege“.
Das Landtagswahlrecht. Stryj 5. Auguſt. (Priv.-Tel. der „Cz. Allg. Ztg.“)
Hier fand geſtern eine maſſenhaft beſuchte Wählerverſammlung
ſtatt, in der Abg. Obsnicki ſeinen Rechenſchaftsbericht
erſtattete. Abg. Obsnicki forderte in ſeiner Rede unter
ſtürmiſchen Beifall der Verſammlung das allgemeine, gleiche
und direkte Wahlrecht für den Landtag. Die Verſammlung
votierte ihm das Vertrauen.
Die Entrevue von Swinemünde. Swinemünde, 5. Juli. (Priv.-Tel. der „Cz. Allg.
Ztg.“) Wie aus der Umgebung des Kaiſers Wilhelm ver-
lautet, trug der Zar geſtern außerordentliche Fröhlichkeit zur
Schau und ſah ſehr gut aus. Kaiſer Wilhelm hielt den
geſtrigen Gottesdienſt auf den „Hohenzollern“, wie er es bei
ſeinen Nordlandsfahrten zu tun pflegt, ſelbſt ab. Seiner
Predigt legte er den Bibelſpruch unter: „Wer da ſäet, der
wird auch ernten.
Die italieniſchen Kirchenſtürmer. Florenz, 5. Auguſt. (Priv.-Tel. der „Cz. Allg. Ztg.“)
Geſtern kam es hier abermals zu ſtärmiſchen antiklerikalen
Kundgebungen. Sozialdemokraten veranſtalteten einen großen
Demonſtrationsumzug und verſuchten im Verlaufe desſelben
die Kirche del Abadia Joſepo zu ſtürmen und in Brand
zu ſtecken. Gendarmerie griff ein. Es kam zu einem
heftigen Handgemeinge, bei dem vier Gendarmen
und zahlreiche Demonſtranten verwundet wurden.
Der Rädelsführer Dr. Pieraccini wurde verhaftet.
Das Eiſenbahnunglück bei Angers. Angers, 5. Auguſt. (Korr. B.) Den letzten Meldungen
zufolge beträgt die Zahl der bei dem Eiſenbahnunglück in
der Nähe von Lespuſdece getöteten Perſonen 50.
16 Perſonen wurden verletzt. Bis jetzt wurden 17 Leichen
geborgen. Unter den Getöten befindet ſich kein Ausländer.
Attentat gegen einen General. Petersburg, 5. Auguſt. (Korr.-B.) In Pjätigorsk
wurde heute früh im Zentrum der Stadt der frühere General-
gouverneur von Odeſſa General Karangoroff durch
drei Revolverſchüſſe getötet. Die Täter ſind entkommen.
Blutige Ausſchreitungen in Paris. Paris, 5. Auguſt. (Korr.-B.) Zwiſchen Radikalen und
Sozialiſten kam es geſtern nach dem Bekanntwerden der
Reſultate der Generalratswahlen zu einem heftigen Zuſammen-
ſtoße. Gegen einen Gendarmerierittmeiſter wurde ein Bierglas
gewvrfen, wodurch dieſer an beiden Augen ſchwer verletzt
wurde. Artilleriſten kamen der Gendarmerie zu Hilfe und ſtellten
die Ruhe wieder her.
Wetterprognoſe
für morgen.
Wechſelnd bewölkt, mäßige Winde, mäßig warm, gleich-
mätzig anhaltend.
Elegante moderne Damenhüte wegen vorgerückter
Saiſon zu bedeutend reduzierten Preiſen „Zur Franzöſin“
Czernowitz Herrengaſſe 16.
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(2018-01-26T13:38:42Z)
grepect GmbH: Bereitstellung der Texttranskription und Textauszeichnung.
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Weitere Informationen:Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.
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