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Die Bayerische Presse. Nr. 278. Würzburg, 20. November 1850.

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[Spaltenumbruch] durch diese nicht in seinem Jnnersten veredelt ist,
mag Alles sein, aber gebildet ist er nicht, näm-
lich nicht humanisirt in dem eigentlichen Menschen-
wesen. Welchen Einfluß übte nun das Christen-
thum auf die höheren und niederen Schulen, d.
h. wie sorgte man, daß die Lehrer an jenen und
diesen christliche, d. h. in Ansicht, Gesinnung und
Wandel durch das Evangelium und seine Gna-
den veredelte Männer seien? Wie man gesorgt
habe, daß die Volksschullehrer dieses seien, erhel-
let klar daraus, daß die Sprecher dieses Stan-
des sich und die Schule von der Kirche emanci-
pirt haben wollten, und Widerwillen zeigten ge-
gen alles Kirchliche, einzig ausgenommen die Gü-
ter der Kirche. Und wie man gesorgt habe, daß
christlicher Geist an den gelehrten Schulen herrsche,
wird erfichtlich daraus, daß man bei Anstellungen
an diesen Schulen nach der Religiosität des Man-
nes nicht fragte, daß man den Religionsunterricht
vielfach an den Nächsten den Besten anwies, in
der Benotung der Schüler die Religion nicht
höher ziehen ließ, als die Gesanglehre und Schön-
schreibekunst, und daß man Lehrer gewähren ließ,
welche es liebten, ihrer Unkirchlichkeit vor den
Schülern Luft zu machen. Brachten sie es ja
auch in der That dahin, daß immer Wenigere von
den Jünglingen sich dem geistl. Stande zuwende-
ten. Das Alles hat seine Früchte getragen: und
soll es vom Grund aus besser werden, so sorget,
daß unsere Schulen wieder christliche werden. Und
damit dieses geschehe, so gebt derselben den ihr
gebührenden Einfluß wieder. Und ferner sprachen
die Vertreter des Christenthums: Jhr klagt die
Familien an, und nehmet mit Betrübniß wahr,
daß in denselben der alte Glaube und seine Kraft,
daß Zucht und strenge Sitte, daß Einfachheit und
Genügsamkeit abhanden gekommen. Wenn die
Familien zerfallen, sagt ihr, wie können die Staa-
ten bestehen? Ganz richtig. Allein wer trägt die
Schuld dieses Verfalles? -- Wie lange schon
durfte der Unglaube, der Jndifferentismus, die
Kirchenfeindlichkeit, die sittliche Frivolität, der
Grundsatz der Emanzipation des Fleisches ec. durch
die Presse in allen Weisen für sich wirken? Die
Bücher und Tagblätter dieser Richtung lagen
in allen Museen auf und drängten sich bald in
alle Familien. Selbst das niedrigste Schmutzblatt
suchte sich pikant zu machen durch irgend einen
Ausfall auf Religion und altväterliche Sitte. Sogar
durch Volkskalender wurde das Gift verbreitet. Und
wer das ganze Jahr kein Blatt der hl. Schrift
las und keine Predigt hörte, las diese Schriften,
und war froh, der Furcht vor Gott und des un-
liebsamen Pedantismus des Gewissens hierdurch
los zu werden. Man nannte das Fortschritt, und
Keiner fühlte ein Jnteresse, hinter der Fortschrei-
tenden Zeit zurückzubleiben. Aber das war radi-
cale Auflösung der Fundamente aller sozialen und
sittlichen Ordnung. Wer nun hätte dem furcht-
baren Uebel entgegentreten können und sollen? --
Die Regierungen sagen, wir konnten nicht: die
Presse war frei. Es sei dies dahingestellt! Es
ließe sich darüber Vieles reden. Jedenfalls aber
war die Kirche und Schule es, welche entgegen-
treten konnte und sollte. Jn der That wurden
diese Greuellehren in den Schulen von den unbe-
fangenen Gemüthern der Zöglinge entlarvt und
die Jugend aller Klassen und Orte vor solch
ruchlosem Getrieb mit Abscheu erfüllt; und wur-
den diese Greuellehren von der Geistlichkeit in
Wort und Schrift bekämpft, und ward ihre Schrift
durch die Familien verbreitet und ihr Wort in
Predigt, Christenlehre, Beicht, überhaupt aller Or-
ten mit Anstrengung und Ausdauer geltend ge-
macht, führwahr, dann mochten manch Einzelne
dem bösen Geiste sich hingeben, die Massen aber
blieben frei, ja wurden durch den Gegensatz mit
dem Versucher in Glaube und Tugend nur desto
fester. Allein, sagten die Vertreter und Spre-
cher des Christenthums, die Geistlichkeit und
das Lehrerpersonal, wie es aus eurer Hand her-
vorgegangen, war dieser Aufgabe im Ganzen nicht
gewachsen. Zudem habt ihr die antikirchliche Presse
[Spaltenumbruch] frei gegeben und Reklamationen gegen sie drangen
nicht durch, die kirchliche Presse dagegen habt ihr
überwacht und beengt. Ebenso habt ihr das freie
Wort überall zügellos gewähren lassen, aber ob
auch in der Kirche? Wo wäre es z. B. noch vor
zwei Jahren denkbar gewesen, daß Missionen statt
fänden, und in großem Maßstab auf die Massen
und deren christliche Orientirung wirkten? --
-- Gebt uns also Freiheit. Gebt der Kirche
Freiheit in Beidem -- in Wort und Schrift. --
Und weiter sprachen die Vertreter des Christen-
thums: Niemano kann auf Erden einen Zweck errei-
chen ohne materielle Mittel. Die Kirche besitzt, trotz
ungehenrer Verluste, diese Mittel; aber sie hat
keinen Theil an deren Verwaltung, und verfügt
nicht über deren Verwendung. Was sie als gut,
ja was sie als nothwendig erkennt, vermag sie
nicht auszuführen, sobald ihr die Mittel, welche
ihr an euch genommen, versagen zu wollen glaubt.
Und wo die Mittel auch gewährt werden,
ist nicht die Kirche es, welche dieselben ge-
währt und verwendet, sondern ihr. Nun ist es
aber eben so unnatürlich als beeinträchtigend, wenn
die Kirche die Erfüllung ihrer Zwecke dem Ermessen,
dem Belieben -- dem guten Willen Dritter soll zu
verdanken haben. Und es ist eben so unnatürlich als
entwürdigend, wenn das, was sie zu geben hat,
bei Dritten erhoben werden muß. Wer in der Welt
nichts geben und nichts entziehen kann, ist ohne
Ansehen, und in dem Maße seiner Ansehenslosigkeit
-- namentlich auf Disciplin ohne Einfluß. Gebt
uns also im Jnteresse der Sache, und im Jnteresse
des kirchlichen Ansehens die Kirchengüter zur
Verwaltung und Verwendung wenigstens soweit
als es jene Sache und dieses Jnteresse fordert.
Ueberhaupt ( und darin faßten die Vertreter und
Sprecher des Christenthums, und der Kirche als
der Bewahrerin desselben, ihre Forderungen und
Erwartungen zusammen ) überhaupt, gebt der Kirche
jene Selbstständigkeit zurück, ohne welche sie nicht
lebendig wirken, und jenen Einfluß auf Glauben und
Leben der Völker nicht üben kann, welchen sie als Hü-
terin und Pflegerin des großen Völkerbildungsinstituts,
-- des Christenthums -- zu üben die Mission hat.
Verkümmert ihre Sendung nicht! Diese und ähn-
liche Reden und Vorstelungen der Vertreter und
Sprecher der Kirche wurden gewürdigt, und ihre
Wahrheit anerkannt. Die beiden Großstaaten
Deutschlands -- Oesterreich und Preußen -- ga-
ben der Kirche ( wenigstens der katholischen ) eine
genügende Selbstständigkeit zurück, vertrauend, daß
dieselbe die ihr gewährte Freiheit treu und weise
gebrauchen, die Tugend der Väter wieder erwecken,
und damit der gesellschaftlichen Ordnung und
Wohlfahrt ihre feste und einzig ausreichende Stütze
geben werde. Es waren sicher nicht die in Frank-
furt stipulirten Grundrechte ( so sehr auch die
Freiheit des religiösen Bekenntnisses zu den
Grundrechten gehört ) , es war nicht die in
Frankfurt ausgesprochene Kirchenfreiheit, was die
Großstaaten bewog, der Kirche Freiheit zu geben,
es war vielmehr die Ueberzeugung, daß die Kirche
nur im Stande der Freiheit dem Staate das wer-
den und sein könne, was sie soll. ( Schluß f. )



Verantwortlicher Redakteur u. Verleger:
Franz v. Faber.



Frankfurter Cours.
Den 19. November 1850.
Geld.Papier.
Oesterreich Bankaktien...... 11501155
   "   5% Metallique....73 5 / 873 7 / 8
   "   4%   "   ....56 1 / 2--
   "   3%   "   ....42 1 / 4 --
   "   2 1 / 2 %   "   .... 39--
   "   4 1 / 2 % Bethmann...69 --
   "   4%   "   ...62--
   "   fl. 250 Loose v. J. 1839.91 1 / 491 3 / 4
   "   "   500   "   "   1834.146 3 / 8146 7 / 8
Preußen3 1 / 2 % St. Schuld Scheine.79 1 / 280
   "   Tthl. 50 Prämien Scheine.117 --
Bayern3 1 / 2 % Obligationen...82 1 / 2 --
   "   4%   "   ....87--
   "   5%   "   ....98 3 / 499 1 / 4
Württemberg3 1 / 4 % "   ....80 1 / 480 3 / 4
    "   4 1 / 2    "   ....95 1 / 495 3 / 4
Baden   3 1 / 2 %   "   ....----
   "   fl. 35 Loose   ......30 3 / 431
   "   "   50   "   ......50 3 / 451 1 / 4
Nassau fl. 25 "   ......25 1 / 425 1 / 2
Hessen Darmst. fl. 50 Loose   ...76 1 / 277
   "   "   "   25   "   ... 2727 1 / 2
Polen   fl. 300   "   ...----
Sardinien Fcs. 36   "   ...33 1 / 234
Bekanntmachungen.

Der unterm 4. v. M. auf Donnerstag den
21. l. M. Nachmittags 2 Uhr D. 4 Nr. 280
ausgeschriebene Mobilienverstrich wurde sistirt.


Bekanntmachung.

Jn der Verlassenschaftssache der Bauersehe-
leute Friedrich und Anna Maria Dittmann von
Unterspiesheim ist die öffentliche Versteigerung des
beweglichen sowohl als unbeweglichen Vermögens
verfügt worden, und soll das bewegliche Vermö-
gen, bestehend in 10 Stück Rindvieh, 4 Mutter-
schweinen, 5 Lauferschweinen, Schreiner=Handwerk-
zeug, Haus= und Baumannsfahrnissen, Getraid-
und Futtervorräthen, gegen sogleich baare Bezah-
lung, -- das unbewegliche Vermögen, bestehend
aus Wohnhaus mit Nebengebäude und Gemein-
derecht, Brennhaus, 4 geschlossenen Holzantheilen
und 26 walzenden Feld= und Wiesengrundstücken,
gegen Zahlung des Kaufschillings in 4 Martini-
fristen an den Meistbietenden versteigert werden.

Zur Versteigerung des beweglichen Vermögens
wird Termin auf

Dinstag den 26. November l. J.

und die folgenden Tage jedesmal von früh 10
Uhr bis Abends 4 Uhr, -- zur Versteigerung des
Grundvermögens Termin auf

Dinstag den 3. Dezember l. J.
Vormittags 10 Uhr

im Wohnhause Nr. 1 zu Unterspiesheim anbe-
raumt, und werden zahlungsfähige Kaufsliebhaber
hiezu mit dem Bemerken eingeladen, daß die be-
wegliche Habe den Meistbietenden sogleich zuge-
schlagen, für den Zuschlag des Grundvermögens
aber die vormundschaftliche und obervormundschaft-
liche Genehmigung vorbehalten wird.

Zur Beschlußfassung über den Hinschlag des
Grundvermögens, zur desfallsigen Eröffnung an
die Betheiligten, zur Aufnahme allenfallsiger wei-
terer Angebote, dann zur Anbringung und Be-
gründung aller Forderungen, welche gegen die
Nachlaßmasse geltend gemacht werden wollen, wird
endlich Termin auf

Donnerstag den 5. Dezember l. J.
Vormittags 10 Uhr

im Gemeindehause zu Unterspiesheim anberaumt
und werden alle Forderungsberechtigten hiezu un-
ter dem Rechtsnachtheile der späteren Nichtberück-
sichtigung bei Auseinandersetzung der Verlassen-
schaftsmasse vorgeladen.


Theater=Anzeige.

Donnerstag den 21. November.
Gastspiel des Herrn Walter vom Stadttheater
zu Augsburg.
Die Hugenotten,
oder:
Die St. Bartholomäusnacht.
Große Oper in 5 Akten von Giacomo Meyerbeer.

Gestorbene:

Den 19. November.

Karl Schierlinger, Eisenbahnbau=Sektions-
Jngenieur, 35 J. 9. Monat alt.

[Ende Spaltensatz]

Druck von Joseph Steib in Würzburg.

[Spaltenumbruch] durch diese nicht in seinem Jnnersten veredelt ist,
mag Alles sein, aber gebildet ist er nicht, näm-
lich nicht humanisirt in dem eigentlichen Menschen-
wesen. Welchen Einfluß übte nun das Christen-
thum auf die höheren und niederen Schulen, d.
h. wie sorgte man, daß die Lehrer an jenen und
diesen christliche, d. h. in Ansicht, Gesinnung und
Wandel durch das Evangelium und seine Gna-
den veredelte Männer seien? Wie man gesorgt
habe, daß die Volksschullehrer dieses seien, erhel-
let klar daraus, daß die Sprecher dieses Stan-
des sich und die Schule von der Kirche emanci-
pirt haben wollten, und Widerwillen zeigten ge-
gen alles Kirchliche, einzig ausgenommen die Gü-
ter der Kirche. Und wie man gesorgt habe, daß
christlicher Geist an den gelehrten Schulen herrsche,
wird erfichtlich daraus, daß man bei Anstellungen
an diesen Schulen nach der Religiosität des Man-
nes nicht fragte, daß man den Religionsunterricht
vielfach an den Nächsten den Besten anwies, in
der Benotung der Schüler die Religion nicht
höher ziehen ließ, als die Gesanglehre und Schön-
schreibekunst, und daß man Lehrer gewähren ließ,
welche es liebten, ihrer Unkirchlichkeit vor den
Schülern Luft zu machen. Brachten sie es ja
auch in der That dahin, daß immer Wenigere von
den Jünglingen sich dem geistl. Stande zuwende-
ten. Das Alles hat seine Früchte getragen: und
soll es vom Grund aus besser werden, so sorget,
daß unsere Schulen wieder christliche werden. Und
damit dieses geschehe, so gebt derselben den ihr
gebührenden Einfluß wieder. Und ferner sprachen
die Vertreter des Christenthums: Jhr klagt die
Familien an, und nehmet mit Betrübniß wahr,
daß in denselben der alte Glaube und seine Kraft,
daß Zucht und strenge Sitte, daß Einfachheit und
Genügsamkeit abhanden gekommen. Wenn die
Familien zerfallen, sagt ihr, wie können die Staa-
ten bestehen? Ganz richtig. Allein wer trägt die
Schuld dieses Verfalles? -- Wie lange schon
durfte der Unglaube, der Jndifferentismus, die
Kirchenfeindlichkeit, die sittliche Frivolität, der
Grundsatz der Emanzipation des Fleisches ec. durch
die Presse in allen Weisen für sich wirken? Die
Bücher und Tagblätter dieser Richtung lagen
in allen Museen auf und drängten sich bald in
alle Familien. Selbst das niedrigste Schmutzblatt
suchte sich pikant zu machen durch irgend einen
Ausfall auf Religion und altväterliche Sitte. Sogar
durch Volkskalender wurde das Gift verbreitet. Und
wer das ganze Jahr kein Blatt der hl. Schrift
las und keine Predigt hörte, las diese Schriften,
und war froh, der Furcht vor Gott und des un-
liebsamen Pedantismus des Gewissens hierdurch
los zu werden. Man nannte das Fortschritt, und
Keiner fühlte ein Jnteresse, hinter der Fortschrei-
tenden Zeit zurückzubleiben. Aber das war radi-
cale Auflösung der Fundamente aller sozialen und
sittlichen Ordnung. Wer nun hätte dem furcht-
baren Uebel entgegentreten können und sollen? --
Die Regierungen sagen, wir konnten nicht: die
Presse war frei. Es sei dies dahingestellt! Es
ließe sich darüber Vieles reden. Jedenfalls aber
war die Kirche und Schule es, welche entgegen-
treten konnte und sollte. Jn der That wurden
diese Greuellehren in den Schulen von den unbe-
fangenen Gemüthern der Zöglinge entlarvt und
die Jugend aller Klassen und Orte vor solch
ruchlosem Getrieb mit Abscheu erfüllt; und wur-
den diese Greuellehren von der Geistlichkeit in
Wort und Schrift bekämpft, und ward ihre Schrift
durch die Familien verbreitet und ihr Wort in
Predigt, Christenlehre, Beicht, überhaupt aller Or-
ten mit Anstrengung und Ausdauer geltend ge-
macht, führwahr, dann mochten manch Einzelne
dem bösen Geiste sich hingeben, die Massen aber
blieben frei, ja wurden durch den Gegensatz mit
dem Versucher in Glaube und Tugend nur desto
fester. Allein, sagten die Vertreter und Spre-
cher des Christenthums, die Geistlichkeit und
das Lehrerpersonal, wie es aus eurer Hand her-
vorgegangen, war dieser Aufgabe im Ganzen nicht
gewachsen. Zudem habt ihr die antikirchliche Presse
[Spaltenumbruch] frei gegeben und Reklamationen gegen sie drangen
nicht durch, die kirchliche Presse dagegen habt ihr
überwacht und beengt. Ebenso habt ihr das freie
Wort überall zügellos gewähren lassen, aber ob
auch in der Kirche? Wo wäre es z. B. noch vor
zwei Jahren denkbar gewesen, daß Missionen statt
fänden, und in großem Maßstab auf die Massen
und deren christliche Orientirung wirkten? --
-- Gebt uns also Freiheit. Gebt der Kirche
Freiheit in Beidem -- in Wort und Schrift. --
Und weiter sprachen die Vertreter des Christen-
thums: Niemano kann auf Erden einen Zweck errei-
chen ohne materielle Mittel. Die Kirche besitzt, trotz
ungehenrer Verluste, diese Mittel; aber sie hat
keinen Theil an deren Verwaltung, und verfügt
nicht über deren Verwendung. Was sie als gut,
ja was sie als nothwendig erkennt, vermag sie
nicht auszuführen, sobald ihr die Mittel, welche
ihr an euch genommen, versagen zu wollen glaubt.
Und wo die Mittel auch gewährt werden,
ist nicht die Kirche es, welche dieselben ge-
währt und verwendet, sondern ihr. Nun ist es
aber eben so unnatürlich als beeinträchtigend, wenn
die Kirche die Erfüllung ihrer Zwecke dem Ermessen,
dem Belieben -- dem guten Willen Dritter soll zu
verdanken haben. Und es ist eben so unnatürlich als
entwürdigend, wenn das, was sie zu geben hat,
bei Dritten erhoben werden muß. Wer in der Welt
nichts geben und nichts entziehen kann, ist ohne
Ansehen, und in dem Maße seiner Ansehenslosigkeit
-- namentlich auf Disciplin ohne Einfluß. Gebt
uns also im Jnteresse der Sache, und im Jnteresse
des kirchlichen Ansehens die Kirchengüter zur
Verwaltung und Verwendung wenigstens soweit
als es jene Sache und dieses Jnteresse fordert.
Ueberhaupt ( und darin faßten die Vertreter und
Sprecher des Christenthums, und der Kirche als
der Bewahrerin desselben, ihre Forderungen und
Erwartungen zusammen ) überhaupt, gebt der Kirche
jene Selbstständigkeit zurück, ohne welche sie nicht
lebendig wirken, und jenen Einfluß auf Glauben und
Leben der Völker nicht üben kann, welchen sie als Hü-
terin und Pflegerin des großen Völkerbildungsinstituts,
-- des Christenthums -- zu üben die Mission hat.
Verkümmert ihre Sendung nicht! Diese und ähn-
liche Reden und Vorstelungen der Vertreter und
Sprecher der Kirche wurden gewürdigt, und ihre
Wahrheit anerkannt. Die beiden Großstaaten
Deutschlands -- Oesterreich und Preußen -- ga-
ben der Kirche ( wenigstens der katholischen ) eine
genügende Selbstständigkeit zurück, vertrauend, daß
dieselbe die ihr gewährte Freiheit treu und weise
gebrauchen, die Tugend der Väter wieder erwecken,
und damit der gesellschaftlichen Ordnung und
Wohlfahrt ihre feste und einzig ausreichende Stütze
geben werde. Es waren sicher nicht die in Frank-
furt stipulirten Grundrechte ( so sehr auch die
Freiheit des religiösen Bekenntnisses zu den
Grundrechten gehört ) , es war nicht die in
Frankfurt ausgesprochene Kirchenfreiheit, was die
Großstaaten bewog, der Kirche Freiheit zu geben,
es war vielmehr die Ueberzeugung, daß die Kirche
nur im Stande der Freiheit dem Staate das wer-
den und sein könne, was sie soll. ( Schluß f. )



Verantwortlicher Redakteur u. Verleger:
Franz v. Faber.



Frankfurter Cours.
Den 19. November 1850.
Geld.Papier.
Oesterreich Bankaktien...... 11501155
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   „   4%   „   ....56 1 / 2--
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   „   2 1 / 2 %   „   .... 39--
   „   4 1 / 2 % Bethmann...69 --
   „   4%   „   ...62--
   „   fl. 250 Loose v. J. 1839.91 1 / 491 3 / 4
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Preußen3 1 / 2 % St. Schuld Scheine.79 1 / 280
   „   Tthl. 50 Prämien Scheine.117 --
Bayern3 1 / 2 % Obligationen...82 1 / 2 --
   „   4%   „   ....87--
   „   5%   „   ....98 3 / 499 1 / 4
Württemberg3 1 / 4 % „   ....80 1 / 480 3 / 4
    „   4 1 / 2    „   ....95 1 / 495 3 / 4
Baden   3 1 / 2 %   „   ....----
   „   fl. 35 Loose   ......30 3 / 431
   „   „   50   „   ......50 3 / 451 1 / 4
Nassau fl. 25 „   ......25 1 / 425 1 / 2
Hessen Darmst. fl. 50 Loose   ...76 1 / 277
   „   „   „   25   „   ... 2727 1 / 2
Polen   fl. 300   „   ...----
Sardinien Fcs. 36   „   ...33 1 / 234
Bekanntmachungen.

Der unterm 4. v. M. auf Donnerstag den
21. l. M. Nachmittags 2 Uhr D. 4 Nr. 280
ausgeschriebene Mobilienverstrich wurde sistirt.


Bekanntmachung.

Jn der Verlassenschaftssache der Bauersehe-
leute Friedrich und Anna Maria Dittmann von
Unterspiesheim ist die öffentliche Versteigerung des
beweglichen sowohl als unbeweglichen Vermögens
verfügt worden, und soll das bewegliche Vermö-
gen, bestehend in 10 Stück Rindvieh, 4 Mutter-
schweinen, 5 Lauferschweinen, Schreiner=Handwerk-
zeug, Haus= und Baumannsfahrnissen, Getraid-
und Futtervorräthen, gegen sogleich baare Bezah-
lung, -- das unbewegliche Vermögen, bestehend
aus Wohnhaus mit Nebengebäude und Gemein-
derecht, Brennhaus, 4 geschlossenen Holzantheilen
und 26 walzenden Feld= und Wiesengrundstücken,
gegen Zahlung des Kaufschillings in 4 Martini-
fristen an den Meistbietenden versteigert werden.

Zur Versteigerung des beweglichen Vermögens
wird Termin auf

Dinstag den 26. November l. J.

und die folgenden Tage jedesmal von früh 10
Uhr bis Abends 4 Uhr, -- zur Versteigerung des
Grundvermögens Termin auf

Dinstag den 3. Dezember l. J.
Vormittags 10 Uhr

im Wohnhause Nr. 1 zu Unterspiesheim anbe-
raumt, und werden zahlungsfähige Kaufsliebhaber
hiezu mit dem Bemerken eingeladen, daß die be-
wegliche Habe den Meistbietenden sogleich zuge-
schlagen, für den Zuschlag des Grundvermögens
aber die vormundschaftliche und obervormundschaft-
liche Genehmigung vorbehalten wird.

Zur Beschlußfassung über den Hinschlag des
Grundvermögens, zur desfallsigen Eröffnung an
die Betheiligten, zur Aufnahme allenfallsiger wei-
terer Angebote, dann zur Anbringung und Be-
gründung aller Forderungen, welche gegen die
Nachlaßmasse geltend gemacht werden wollen, wird
endlich Termin auf

Donnerstag den 5. Dezember l. J.
Vormittags 10 Uhr

im Gemeindehause zu Unterspiesheim anberaumt
und werden alle Forderungsberechtigten hiezu un-
ter dem Rechtsnachtheile der späteren Nichtberück-
sichtigung bei Auseinandersetzung der Verlassen-
schaftsmasse vorgeladen.


Theater=Anzeige.

Donnerstag den 21. November.
Gastspiel des Herrn Walter vom Stadttheater
zu Augsburg.
Die Hugenotten,
oder:
Die St. Bartholomäusnacht.
Große Oper in 5 Akten von Giacomo Meyerbeer.

Gestorbene:

Den 19. November.

Karl Schierlinger, Eisenbahnbau=Sektions-
Jngenieur, 35 J. 9. Monat alt.

[Ende Spaltensatz]

Druck von Joseph Steib in Würzburg.

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[0004] durch diese nicht in seinem Jnnersten veredelt ist, mag Alles sein, aber gebildet ist er nicht, näm- lich nicht humanisirt in dem eigentlichen Menschen- wesen. Welchen Einfluß übte nun das Christen- thum auf die höheren und niederen Schulen, d. h. wie sorgte man, daß die Lehrer an jenen und diesen christliche, d. h. in Ansicht, Gesinnung und Wandel durch das Evangelium und seine Gna- den veredelte Männer seien? Wie man gesorgt habe, daß die Volksschullehrer dieses seien, erhel- let klar daraus, daß die Sprecher dieses Stan- des sich und die Schule von der Kirche emanci- pirt haben wollten, und Widerwillen zeigten ge- gen alles Kirchliche, einzig ausgenommen die Gü- ter der Kirche. Und wie man gesorgt habe, daß christlicher Geist an den gelehrten Schulen herrsche, wird erfichtlich daraus, daß man bei Anstellungen an diesen Schulen nach der Religiosität des Man- nes nicht fragte, daß man den Religionsunterricht vielfach an den Nächsten den Besten anwies, in der Benotung der Schüler die Religion nicht höher ziehen ließ, als die Gesanglehre und Schön- schreibekunst, und daß man Lehrer gewähren ließ, welche es liebten, ihrer Unkirchlichkeit vor den Schülern Luft zu machen. Brachten sie es ja auch in der That dahin, daß immer Wenigere von den Jünglingen sich dem geistl. Stande zuwende- ten. Das Alles hat seine Früchte getragen: und soll es vom Grund aus besser werden, so sorget, daß unsere Schulen wieder christliche werden. Und damit dieses geschehe, so gebt derselben den ihr gebührenden Einfluß wieder. Und ferner sprachen die Vertreter des Christenthums: Jhr klagt die Familien an, und nehmet mit Betrübniß wahr, daß in denselben der alte Glaube und seine Kraft, daß Zucht und strenge Sitte, daß Einfachheit und Genügsamkeit abhanden gekommen. Wenn die Familien zerfallen, sagt ihr, wie können die Staa- ten bestehen? Ganz richtig. Allein wer trägt die Schuld dieses Verfalles? -- Wie lange schon durfte der Unglaube, der Jndifferentismus, die Kirchenfeindlichkeit, die sittliche Frivolität, der Grundsatz der Emanzipation des Fleisches ec. durch die Presse in allen Weisen für sich wirken? Die Bücher und Tagblätter dieser Richtung lagen in allen Museen auf und drängten sich bald in alle Familien. Selbst das niedrigste Schmutzblatt suchte sich pikant zu machen durch irgend einen Ausfall auf Religion und altväterliche Sitte. Sogar durch Volkskalender wurde das Gift verbreitet. Und wer das ganze Jahr kein Blatt der hl. Schrift las und keine Predigt hörte, las diese Schriften, und war froh, der Furcht vor Gott und des un- liebsamen Pedantismus des Gewissens hierdurch los zu werden. Man nannte das Fortschritt, und Keiner fühlte ein Jnteresse, hinter der Fortschrei- tenden Zeit zurückzubleiben. Aber das war radi- cale Auflösung der Fundamente aller sozialen und sittlichen Ordnung. Wer nun hätte dem furcht- baren Uebel entgegentreten können und sollen? -- Die Regierungen sagen, wir konnten nicht: die Presse war frei. Es sei dies dahingestellt! Es ließe sich darüber Vieles reden. Jedenfalls aber war die Kirche und Schule es, welche entgegen- treten konnte und sollte. Jn der That wurden diese Greuellehren in den Schulen von den unbe- fangenen Gemüthern der Zöglinge entlarvt und die Jugend aller Klassen und Orte vor solch ruchlosem Getrieb mit Abscheu erfüllt; und wur- den diese Greuellehren von der Geistlichkeit in Wort und Schrift bekämpft, und ward ihre Schrift durch die Familien verbreitet und ihr Wort in Predigt, Christenlehre, Beicht, überhaupt aller Or- ten mit Anstrengung und Ausdauer geltend ge- macht, führwahr, dann mochten manch Einzelne dem bösen Geiste sich hingeben, die Massen aber blieben frei, ja wurden durch den Gegensatz mit dem Versucher in Glaube und Tugend nur desto fester. Allein, sagten die Vertreter und Spre- cher des Christenthums, die Geistlichkeit und das Lehrerpersonal, wie es aus eurer Hand her- vorgegangen, war dieser Aufgabe im Ganzen nicht gewachsen. Zudem habt ihr die antikirchliche Presse frei gegeben und Reklamationen gegen sie drangen nicht durch, die kirchliche Presse dagegen habt ihr überwacht und beengt. Ebenso habt ihr das freie Wort überall zügellos gewähren lassen, aber ob auch in der Kirche? Wo wäre es z. B. noch vor zwei Jahren denkbar gewesen, daß Missionen statt fänden, und in großem Maßstab auf die Massen und deren christliche Orientirung wirkten? -- -- Gebt uns also Freiheit. Gebt der Kirche Freiheit in Beidem -- in Wort und Schrift. -- Und weiter sprachen die Vertreter des Christen- thums: Niemano kann auf Erden einen Zweck errei- chen ohne materielle Mittel. Die Kirche besitzt, trotz ungehenrer Verluste, diese Mittel; aber sie hat keinen Theil an deren Verwaltung, und verfügt nicht über deren Verwendung. Was sie als gut, ja was sie als nothwendig erkennt, vermag sie nicht auszuführen, sobald ihr die Mittel, welche ihr an euch genommen, versagen zu wollen glaubt. Und wo die Mittel auch gewährt werden, ist nicht die Kirche es, welche dieselben ge- währt und verwendet, sondern ihr. Nun ist es aber eben so unnatürlich als beeinträchtigend, wenn die Kirche die Erfüllung ihrer Zwecke dem Ermessen, dem Belieben -- dem guten Willen Dritter soll zu verdanken haben. Und es ist eben so unnatürlich als entwürdigend, wenn das, was sie zu geben hat, bei Dritten erhoben werden muß. Wer in der Welt nichts geben und nichts entziehen kann, ist ohne Ansehen, und in dem Maße seiner Ansehenslosigkeit -- namentlich auf Disciplin ohne Einfluß. Gebt uns also im Jnteresse der Sache, und im Jnteresse des kirchlichen Ansehens die Kirchengüter zur Verwaltung und Verwendung wenigstens soweit als es jene Sache und dieses Jnteresse fordert. Ueberhaupt ( und darin faßten die Vertreter und Sprecher des Christenthums, und der Kirche als der Bewahrerin desselben, ihre Forderungen und Erwartungen zusammen ) überhaupt, gebt der Kirche jene Selbstständigkeit zurück, ohne welche sie nicht lebendig wirken, und jenen Einfluß auf Glauben und Leben der Völker nicht üben kann, welchen sie als Hü- terin und Pflegerin des großen Völkerbildungsinstituts, -- des Christenthums -- zu üben die Mission hat. Verkümmert ihre Sendung nicht! Diese und ähn- liche Reden und Vorstelungen der Vertreter und Sprecher der Kirche wurden gewürdigt, und ihre Wahrheit anerkannt. Die beiden Großstaaten Deutschlands -- Oesterreich und Preußen -- ga- ben der Kirche ( wenigstens der katholischen ) eine genügende Selbstständigkeit zurück, vertrauend, daß dieselbe die ihr gewährte Freiheit treu und weise gebrauchen, die Tugend der Väter wieder erwecken, und damit der gesellschaftlichen Ordnung und Wohlfahrt ihre feste und einzig ausreichende Stütze geben werde. Es waren sicher nicht die in Frank- furt stipulirten Grundrechte ( so sehr auch die Freiheit des religiösen Bekenntnisses zu den Grundrechten gehört ) , es war nicht die in Frankfurt ausgesprochene Kirchenfreiheit, was die Großstaaten bewog, der Kirche Freiheit zu geben, es war vielmehr die Ueberzeugung, daß die Kirche nur im Stande der Freiheit dem Staate das wer- den und sein könne, was sie soll. ( Schluß f. ) Verantwortlicher Redakteur u. Verleger: Franz v. Faber. Frankfurter Cours. Den 19. November 1850. Geld. Papier. Oesterreich Bankaktien...... 1150 1155 „ 5% Metallique.... 73 5 / 8 73 7 / 8 „ 4% „ .... 56 1 / 2 -- „ 3% „ .... 42 1 / 4 -- „ 2 1 / 2 % „ .... 39 -- „ 4 1 / 2 % Bethmann... 69 -- „ 4% „ ... 62 -- „ fl. 250 Loose v. J. 1839. 91 1 / 4 91 3 / 4 „ „ 500 „ „ 1834. 146 3 / 8 146 7 / 8 Preußen3 1 / 2 % St. Schuld Scheine. 79 1 / 2 80 „ Tthl. 50 Prämien Scheine. 117 -- Bayern3 1 / 2 % Obligationen... 82 1 / 2 -- „ 4% „ .... 87 -- „ 5% „ .... 98 3 / 4 99 1 / 4 Württemberg3 1 / 4 % „ .... 80 1 / 4 80 3 / 4 „ 4 1 / 2 „ .... 95 1 / 4 95 3 / 4 Baden 3 1 / 2 % „ .... -- -- „ fl. 35 Loose ...... 30 3 / 4 31 „ „ 50 „ ...... 50 3 / 4 51 1 / 4 Nassau fl. 25 „ ...... 25 1 / 4 25 1 / 2 Hessen Darmst. fl. 50 Loose ... 76 1 / 2 77 „ „ „ 25 „ ... 27 27 1 / 2 Polen fl. 300 „ ... -- -- Sardinien Fcs. 36 „ ... 33 1 / 2 34 Bekanntmachungen. Der unterm 4. v. M. auf Donnerstag den 21. l. M. Nachmittags 2 Uhr D. 4 Nr. 280 ausgeschriebene Mobilienverstrich wurde sistirt. Würzburg, 19. Nov. 1850. Kgl. Kreis- und Stadtgericht. Seuffert. Fröhlich. Bekanntmachung. Jn der Verlassenschaftssache der Bauersehe- leute Friedrich und Anna Maria Dittmann von Unterspiesheim ist die öffentliche Versteigerung des beweglichen sowohl als unbeweglichen Vermögens verfügt worden, und soll das bewegliche Vermö- gen, bestehend in 10 Stück Rindvieh, 4 Mutter- schweinen, 5 Lauferschweinen, Schreiner=Handwerk- zeug, Haus= und Baumannsfahrnissen, Getraid- und Futtervorräthen, gegen sogleich baare Bezah- lung, -- das unbewegliche Vermögen, bestehend aus Wohnhaus mit Nebengebäude und Gemein- derecht, Brennhaus, 4 geschlossenen Holzantheilen und 26 walzenden Feld= und Wiesengrundstücken, gegen Zahlung des Kaufschillings in 4 Martini- fristen an den Meistbietenden versteigert werden. Zur Versteigerung des beweglichen Vermögens wird Termin auf Dinstag den 26. November l. J. und die folgenden Tage jedesmal von früh 10 Uhr bis Abends 4 Uhr, -- zur Versteigerung des Grundvermögens Termin auf Dinstag den 3. Dezember l. J. Vormittags 10 Uhr im Wohnhause Nr. 1 zu Unterspiesheim anbe- raumt, und werden zahlungsfähige Kaufsliebhaber hiezu mit dem Bemerken eingeladen, daß die be- wegliche Habe den Meistbietenden sogleich zuge- schlagen, für den Zuschlag des Grundvermögens aber die vormundschaftliche und obervormundschaft- liche Genehmigung vorbehalten wird. Zur Beschlußfassung über den Hinschlag des Grundvermögens, zur desfallsigen Eröffnung an die Betheiligten, zur Aufnahme allenfallsiger wei- terer Angebote, dann zur Anbringung und Be- gründung aller Forderungen, welche gegen die Nachlaßmasse geltend gemacht werden wollen, wird endlich Termin auf Donnerstag den 5. Dezember l. J. Vormittags 10 Uhr im Gemeindehause zu Unterspiesheim anberaumt und werden alle Forderungsberechtigten hiezu un- ter dem Rechtsnachtheile der späteren Nichtberück- sichtigung bei Auseinandersetzung der Verlassen- schaftsmasse vorgeladen. Sulzheim, 15. November 1850. Königl. Gerichts= und Polizeibehörde. Ley. Theater=Anzeige. Donnerstag den 21. November. Gastspiel des Herrn Walter vom Stadttheater zu Augsburg. Die Hugenotten, oder: Die St. Bartholomäusnacht. Große Oper in 5 Akten von Giacomo Meyerbeer. Gestorbene: Den 19. November. Karl Schierlinger, Eisenbahnbau=Sektions- Jngenieur, 35 J. 9. Monat alt. Druck von Joseph Steib in Würzburg.

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Zitationshilfe: Die Bayerische Presse. Nr. 278. Würzburg, 20. November 1850, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_bayerische278_1850/4>, abgerufen am 26.01.2021.