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Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.

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gedencken / daß er in seiner zeitlichen Würde nicht jmmer bleiben könne? vnd wann er dann davon fähret / solts jhm gleich vil seyn / er fahre dahin wie ein Vieh oder Christ? wie viel sel[i]ger ist der / der keine Würde in der Welt hat / vnd nur ein gut seliges Ende erlanget? Wolte Gott / daß alle Weltlinge möchten erkennen / wie vbel sie bey jhrer Seelen handlen / welches der Herr jhnen für Augen stellet durch den Narren / der nur darauff trachtet / wie seineLuc. 12, 20 Schewren möchten voll werden / vnnd wie er auff viele Jahr einen Vorrath möchte samlen / vnd doch bald darauff die Seele mit dem Vorrath verlieren muste. Es sage doch / der nur eine gesunde Vernunfft hat / ob dieser Weltling wol bey seiner Seelen gethan habe? Er erwege aber dabey / was der Herr zu disem Fürbilde hinzu setzet; Also gehts / wann jm jemand Schätze samlet / vnd ist nit reich in Gott / ja also gehet es / wann jemand in der Würde hie auff Erden ist / vnnd hat keine Würde in Gott. Es gehet jm wie einem Maulthier / der den Tag über köstliche Seidenwahre getragen / auff den Abend wann es an seiner köstlichen Last ermüdet ist / wird jhm die köstliche Decke abgenommen / vnd in einen stinckenden Stall geführet. Vernünfftige Christen sehen zeitliche Glückseligkeit nit anders an als eine Roßdecke / damit sie nur gezieret seyn / hie auff der Reyse / vnd wissen daß auff den Abend jhres Todtes sie selbige müssen ablegen / wer dann keine Zierd in GOtt findet / der

gedencken / daß er in seiner zeitlichen Würde nicht jm̃er bleiben könne? vnd wañ er dann davon fähret / solts jhm gleich vil seyn / er fahre dahin wie ein Vieh oder Christ? wie viel sel[i]ger ist der / der keine Würde in der Welt hat / vnd nur ein gut seliges Ende erlanget? Wolte Gott / daß alle Weltlinge möchten erkennen / wie vbel sie bey jhrer Seelen handlen / welches der Herr jhnen für Augen stellet durch den Narren / der nur darauff trachtet / wie seineLuc. 12, 20 Schewren möchten voll werden / vnnd wie er auff viele Jahr einen Vorrath möchte samlen / vnd doch bald darauff die Seele mit dem Vorrath verlieren muste. Es sage doch / der nur eine gesunde Vernunfft hat / ob dieser Weltling wol bey seiner Seelen gethan habe? Er erwege aber dabey / was der Herr zu disem Fürbilde hinzu setzet; Also gehts / wañ jm jemand Schätze samlet / vnd ist nit reich in Gott / ja also gehet es / wann jemand in der Würde hie auff Erden ist / vnnd hat keine Würde in Gott. Es gehet jm wie einem Maulthier / der den Tag über köstliche Seidenwahre getragen / auff den Abend wann es an seiner köstlichen Last ermüdet ist / wird jhm die köstliche Decke abgenom̃en / vnd in einen stinckenden Stall geführet. Vernünfftige Christen sehen zeitliche Glückseligkeit nit anders an als eine Roßdecke / damit sie nur gezieret seyn / hie auff der Reyse / vnd wissen daß auff den Abend jhres Todtes sie selbige müssen ablegen / wer dann keine Zierd in GOtt findet / der

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[11/0011] gedencken / daß er in seiner zeitlichen Würde nicht jm̃er bleiben könne? vnd wañ er dann davon fähret / solts jhm gleich vil seyn / er fahre dahin wie ein Vieh oder Christ? wie viel seliger ist der / der keine Würde in der Welt hat / vnd nur ein gut seliges Ende erlanget? Wolte Gott / daß alle Weltlinge möchten erkennen / wie vbel sie bey jhrer Seelen handlen / welches der Herr jhnen für Augen stellet durch den Narren / der nur darauff trachtet / wie seine Schewren möchten voll werden / vnnd wie er auff viele Jahr einen Vorrath möchte samlen / vnd doch bald darauff die Seele mit dem Vorrath verlieren muste. Es sage doch / der nur eine gesunde Vernunfft hat / ob dieser Weltling wol bey seiner Seelen gethan habe? Er erwege aber dabey / was der Herr zu disem Fürbilde hinzu setzet; Also gehts / wañ jm jemand Schätze samlet / vnd ist nit reich in Gott / ja also gehet es / wann jemand in der Würde hie auff Erden ist / vnnd hat keine Würde in Gott. Es gehet jm wie einem Maulthier / der den Tag über köstliche Seidenwahre getragen / auff den Abend wann es an seiner köstlichen Last ermüdet ist / wird jhm die köstliche Decke abgenom̃en / vnd in einen stinckenden Stall geführet. Vernünfftige Christen sehen zeitliche Glückseligkeit nit anders an als eine Roßdecke / damit sie nur gezieret seyn / hie auff der Reyse / vnd wissen daß auff den Abend jhres Todtes sie selbige müssen ablegen / wer dann keine Zierd in GOtt findet / der Luc. 12, 20

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Zitationshilfe: Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 11. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/11>, abgerufen am 11.05.2021.