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Kerner, Justinus: Geschichten Besessener neuerer Zeit. Karlsruhe, 1834.

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steckungen steuern, nämlich nicht blos denen eines leeren
Wahns, sondern der Ansteckung wirklicher Besitzungen, wel-
chen durch Gebet und festen Glauben an den, der Macht
hat über alle Gewalt des Feindes, widerstanden werden
kann, während eine geängstigte Imagination sich eine solche
dämonische Krankheit wesentlich zuziehen kann, wie die Pest,
Cholera und andere Seuchen, und wie der Dieb (der kein
Wahn ist) nicht eindringen kann, wenn die Thür wohl ver-
schlossen ist. Der Riegel ist aber nicht der Unglaube, son-
dern der Glaube."



ſteckungen ſteuern, nämlich nicht blos denen eines leeren
Wahns, ſondern der Anſteckung wirklicher Beſitzungen, wel-
chen durch Gebet und feſten Glauben an den, der Macht
hat über alle Gewalt des Feindes, widerſtanden werden
kann, während eine geängſtigte Imagination ſich eine ſolche
dämoniſche Krankheit weſentlich zuziehen kann, wie die Peſt,
Cholera und andere Seuchen, und wie der Dieb (der kein
Wahn iſt) nicht eindringen kann, wenn die Thür wohl ver-
ſchloſſen iſt. Der Riegel iſt aber nicht der Unglaube, ſon-
dern der Glaube.“



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[58/0072] ſteckungen ſteuern, nämlich nicht blos denen eines leeren Wahns, ſondern der Anſteckung wirklicher Beſitzungen, wel- chen durch Gebet und feſten Glauben an den, der Macht hat über alle Gewalt des Feindes, widerſtanden werden kann, während eine geängſtigte Imagination ſich eine ſolche dämoniſche Krankheit weſentlich zuziehen kann, wie die Peſt, Cholera und andere Seuchen, und wie der Dieb (der kein Wahn iſt) nicht eindringen kann, wenn die Thür wohl ver- ſchloſſen iſt. Der Riegel iſt aber nicht der Unglaube, ſon- dern der Glaube.“

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Zitationshilfe: Kerner, Justinus: Geschichten Besessener neuerer Zeit. Karlsruhe, 1834, S. 58. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/kerner_besessene_1834/72>, abgerufen am 22.04.2024.