Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 8. Berlin, 1955.Ich bitte Sie, das Ja auf einem besondern Blättchen für die an- Meinen Wunsch einer baldigen Antwort werden Sie schon Ihres Ihr etc.5 183. An Emanuel. [Bayreuth, 6. Juni 1821. Mittwoch]Guten Morgen, mein Emanuel! Seit dem gestrigen Bessergehen ist 184. An Hofrat Chr. H. Wolke in Dresden. [Kopie][Bayreuth, 7. Juni 1821]Alle Ihre Briefe und Geschenke hab' ich erhalten. Mein Dank wuchs15 Ich bitte Sie, das Ja auf einem beſondern Blättchen für die an- Meinen Wunſch einer baldigen Antwort werden Sie ſchon Ihres Ihr etc.5 183. An Emanuel. [Bayreuth, 6. Juni 1821. Mittwoch]Guten Morgen, mein Emanuel! Seit dem geſtrigen Beſſergehen iſt 184. An Hofrat Chr. H. Wolke in Dresden. [Kopie][Bayreuth, 7. Juni 1821]Alle Ihre Briefe und Geſchenke hab’ ich erhalten. Mein Dank wuchs15 <TEI> <text> <body> <div type="letter" n="1"> <pb facs="#f0124" n="118"/> <p>Ich bitte Sie, das Ja auf einem beſondern Blättchen für die an-<lb/> genommenen Bedingungen beizulegen.</p><lb/> <p>Meinen Wunſch einer baldigen Antwort werden Sie ſchon Ihres<lb/> eignen Zieles wegen gern erfüllen.</p><lb/> <closer> <salute> <hi rendition="#right">Ihr <hi rendition="#aq">etc.</hi><lb n="5"/> </hi> </salute> </closer> </div><lb/> <div type="letter" n="1"> <head>183. An <hi rendition="#g">Emanuel.</hi></head><lb/> <dateline> <hi rendition="#right">[Bayreuth, 6. Juni 1821. Mittwoch]</hi> </dateline><lb/> <p>Guten Morgen, mein <hi rendition="#aq">Emanuel!</hi> Seit dem geſtrigen Beſſergehen iſt<lb/> gewiß das heutige noch beſſer. — So etwa Morgen gegen Abend<lb/> wünſcht’ ich meine Prozeßakten, die am Sonnabende abgehen und vor-<lb n="10"/> her zu mundieren ſind, wieder zurück. Sie verdienen Ihre Kritik wenig;<lb/> denn ich ließ oft abſichtlich ſtehen, was ich jetzo nicht ſchreiben würde.</p> </div><lb/> <div type="letter" n="1"> <head>184. An <hi rendition="#g">Hofrat Chr. H. Wolke in Dresden.</hi></head><lb/> <note type="editorial">[Kopie]</note> <dateline> <hi rendition="#right">[Bayreuth, 7. Juni 1821]</hi> </dateline><lb/> <p>Alle Ihre Briefe und Geſchenke hab’ ich erhalten. Mein Dank wuchs<lb n="15"/> innen immer mehr, je länger ich ihn in mir verſchloß. Aber an Sie ſind<lb/> leichter Bücher zu ſchreiben [als Briefe] und meines über die Doppel-<lb/> wörter iſt eigentlich einer an Sie. Leider ſchneiden ſo viel angefangne<lb/> Arbeiten — ſo viele Entwürfe zukünftiger — ſo viel Exzerpten faſt aus<lb/> allen Fächern der Bücherwelt mir aus einem Jahr nur ſeltne Augen-<lb n="20"/> blicke für jeden einzelnen zu. Vor 30 Jahren würd’ ich von Ihnen den<lb/> Tadel nicht des langen Schweigens ſondern Schreibens verdient haben.<lb/> In der Jugend hat man ſo wenig zu ſagen und ſo viel Zeit dazu; im<lb/> Alter beides umgekehrt. Sie, Feuer-Greis und Adel- und Ritter-<lb/> Deutſcher, ſind am ſtärkſten im letzten Falle. Verachten Sie nur aber<lb n="25"/> das Schweigen der Zeit. Werke und Strebungen wie Ihre arbeiten mit<lb/> ihrem Eichenſamen unter der Erde fort und durchbrechen ſie dann auf<lb/> einmal mit deſto kräftigerm Wuchſe. In jetziger Zeit der Druckerei und<lb/> Freiheit geht gerade das am wenigſten unter, was anfangs den meiſten<lb/> widerſtand. Den überreichen etymologiſchen Schatz in Ihrem <hi rendition="#g">Anleit</hi><lb n="30"/> wird erſt die Nachwelt heben und zählen. Erwägen Sie nur, daß unter<lb/> allen Sprachkennern gerade die des Deutſchen die ſeltenſten und folg-<lb/> lich die noch ſeltner ſind, die Ihnen nachgeſtiegen ſein müſſen, um Ihren<lb/> Bau zu überſehen ..... und den guten Leſern darf man auch zumuthen,<lb/> daß ſie Satiren machen gegen Feinde ihres Schriftſtellers .... Nur kann<lb n="35"/><lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [118/0124]
Ich bitte Sie, das Ja auf einem beſondern Blättchen für die an-
genommenen Bedingungen beizulegen.
Meinen Wunſch einer baldigen Antwort werden Sie ſchon Ihres
eignen Zieles wegen gern erfüllen.
Ihr etc. 5
183. An Emanuel.
[Bayreuth, 6. Juni 1821. Mittwoch]
Guten Morgen, mein Emanuel! Seit dem geſtrigen Beſſergehen iſt
gewiß das heutige noch beſſer. — So etwa Morgen gegen Abend
wünſcht’ ich meine Prozeßakten, die am Sonnabende abgehen und vor- 10
her zu mundieren ſind, wieder zurück. Sie verdienen Ihre Kritik wenig;
denn ich ließ oft abſichtlich ſtehen, was ich jetzo nicht ſchreiben würde.
184. An Hofrat Chr. H. Wolke in Dresden.
[Bayreuth, 7. Juni 1821]
Alle Ihre Briefe und Geſchenke hab’ ich erhalten. Mein Dank wuchs 15
innen immer mehr, je länger ich ihn in mir verſchloß. Aber an Sie ſind
leichter Bücher zu ſchreiben [als Briefe] und meines über die Doppel-
wörter iſt eigentlich einer an Sie. Leider ſchneiden ſo viel angefangne
Arbeiten — ſo viele Entwürfe zukünftiger — ſo viel Exzerpten faſt aus
allen Fächern der Bücherwelt mir aus einem Jahr nur ſeltne Augen- 20
blicke für jeden einzelnen zu. Vor 30 Jahren würd’ ich von Ihnen den
Tadel nicht des langen Schweigens ſondern Schreibens verdient haben.
In der Jugend hat man ſo wenig zu ſagen und ſo viel Zeit dazu; im
Alter beides umgekehrt. Sie, Feuer-Greis und Adel- und Ritter-
Deutſcher, ſind am ſtärkſten im letzten Falle. Verachten Sie nur aber 25
das Schweigen der Zeit. Werke und Strebungen wie Ihre arbeiten mit
ihrem Eichenſamen unter der Erde fort und durchbrechen ſie dann auf
einmal mit deſto kräftigerm Wuchſe. In jetziger Zeit der Druckerei und
Freiheit geht gerade das am wenigſten unter, was anfangs den meiſten
widerſtand. Den überreichen etymologiſchen Schatz in Ihrem Anleit 30
wird erſt die Nachwelt heben und zählen. Erwägen Sie nur, daß unter
allen Sprachkennern gerade die des Deutſchen die ſeltenſten und folg-
lich die noch ſeltner ſind, die Ihnen nachgeſtiegen ſein müſſen, um Ihren
Bau zu überſehen ..... und den guten Leſern darf man auch zumuthen,
daß ſie Satiren machen gegen Feinde ihres Schriftſtellers .... Nur kann 35
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Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen … Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription.
(2016-11-22T15:22:18Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2016-11-22T15:22:18Z)
Weitere Informationen:Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen). Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
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