Humboldt, Alexander von: Geognostische und physikalische Beobachtungen über die Vulkane des Hochlandes von Quito. Erste Abhandlung. In: Annalen der Physik und Chemie, Bd. 40 (1837), S. 161-193.gulation bestimmt. Ich fand sie aus mehreren Combina- Die Beschreibungen, welche La Condamine an Poggendorff's Annal. Bd. XXXX. 12
gulation bestimmt. Ich fand sie aus mehreren Combina- Die Beschreibungen, welche La Condamine an Poggendorff's Annal. Bd. XXXX. 12
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <p><pb facs="#f0017" n="177"/> gulation bestimmt. Ich fand sie aus mehreren Combina-<lb/> tionen 5586 T. Zu meiner groſsen Freude habe ich in<lb/> Paris, lange nachdem mein Plan gestochen war, den er-<lb/> sten Entwurf einer handschriftlichen Karte aus <hi rendition="#g">La Con-<lb/> damine</hi>'s Nachlaſs erhalten, deren Maaſsstab erlaubte,<lb/> sich eines Abstandes von 8 bis 10 T. zu versichern. Diese<lb/> Karte enthält, auſser der Stadt Quito und dem Thurme,<lb/> der Kirche de la Merced, vom Pichincha selbst nur das<lb/> Centrum des Kraters. Die darauf graphisch gesuchte<lb/> Entfernung war 5520 T. Unterschied 66 T., oder <formula notation="TeX">\frac{1}{84°}</formula><lb/> Magnetische Azimuthe sind fast gar nicht, oder nur in<lb/> Poingasi für secundäre Punkte in 1800 T. Entfernung von<lb/> dem Abhange des Vulkans, also an einem Orte benutzt<lb/> worden, wo ich mittelst eines <hi rendition="#g">Lamberti</hi>schen vierzehn-<lb/> zölligen Declinatoriums die locale magnetische Abweichung<lb/> bestimmen konnte. Diese allgemeine, nur schon zu umständ-<lb/> liche Uebersicht der bei der Construction meiner Karte an-<lb/> gewandten Mittel soll die Richtigkeit der Haupt-Dimensio-<lb/> nen eines Vulkans bewähren, der in seiner Hauptrichtung<lb/> von SW. nach NO. eine isolirte, ununterbrochen fortlau-<lb/> fende Wand bildet. Auch der Umriſs des Berges in der<lb/> pittoresken Ansicht ist nach Horizontal- und Höhen-Win-<lb/> keln gezeichnet, die wiederholt mit dem Sextanten gemes-<lb/> sen wurden.</p><lb/> <p>Die Beschreibungen, welche <hi rendition="#g">La Condamine</hi> an<lb/> mehreren Stellen des <hi rendition="#i">Mesure de la Méridienne</hi> von dem<lb/> Vulkan von Pichincha giebt, sind überaus unbestimmt.<lb/> Er spricht zwar von mehreren Gipfeln, nennt deren aber<lb/> nur drei, statt vier. Den höchsten, südwestlichsten Gi-<lb/> pfel, aus dem allein die groſsen Ausbrüche erfolgt sind,<lb/> haben die französischen Academiker gar nicht gemessen.<lb/> Die einzige Kuppe, deren in der Inschrift des Jesuiten-<lb/> Collegiums erwähnt ist, und die bloſs als <hi rendition="#i">Cacumen la-<lb/> pideum</hi> bezeichnet wird, ist der dritte thurmähnliche Gipfel,<lb/> von SW. nach NO. gerechnet. Wo übrigens die Hütte<lb/> stand, in der die Beobachter mit so rühmlicher Ausdauer<lb/> <fw place="bottom" type="sig">Poggendorff's Annal. Bd. XXXX. <hi rendition="#b">12</hi></fw><lb/></p> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [177/0017]
gulation bestimmt. Ich fand sie aus mehreren Combina-
tionen 5586 T. Zu meiner groſsen Freude habe ich in
Paris, lange nachdem mein Plan gestochen war, den er-
sten Entwurf einer handschriftlichen Karte aus La Con-
damine's Nachlaſs erhalten, deren Maaſsstab erlaubte,
sich eines Abstandes von 8 bis 10 T. zu versichern. Diese
Karte enthält, auſser der Stadt Quito und dem Thurme,
der Kirche de la Merced, vom Pichincha selbst nur das
Centrum des Kraters. Die darauf graphisch gesuchte
Entfernung war 5520 T. Unterschied 66 T., oder [FORMEL]
Magnetische Azimuthe sind fast gar nicht, oder nur in
Poingasi für secundäre Punkte in 1800 T. Entfernung von
dem Abhange des Vulkans, also an einem Orte benutzt
worden, wo ich mittelst eines Lambertischen vierzehn-
zölligen Declinatoriums die locale magnetische Abweichung
bestimmen konnte. Diese allgemeine, nur schon zu umständ-
liche Uebersicht der bei der Construction meiner Karte an-
gewandten Mittel soll die Richtigkeit der Haupt-Dimensio-
nen eines Vulkans bewähren, der in seiner Hauptrichtung
von SW. nach NO. eine isolirte, ununterbrochen fortlau-
fende Wand bildet. Auch der Umriſs des Berges in der
pittoresken Ansicht ist nach Horizontal- und Höhen-Win-
keln gezeichnet, die wiederholt mit dem Sextanten gemes-
sen wurden.
Die Beschreibungen, welche La Condamine an
mehreren Stellen des Mesure de la Méridienne von dem
Vulkan von Pichincha giebt, sind überaus unbestimmt.
Er spricht zwar von mehreren Gipfeln, nennt deren aber
nur drei, statt vier. Den höchsten, südwestlichsten Gi-
pfel, aus dem allein die groſsen Ausbrüche erfolgt sind,
haben die französischen Academiker gar nicht gemessen.
Die einzige Kuppe, deren in der Inschrift des Jesuiten-
Collegiums erwähnt ist, und die bloſs als Cacumen la-
pideum bezeichnet wird, ist der dritte thurmähnliche Gipfel,
von SW. nach NO. gerechnet. Wo übrigens die Hütte
stand, in der die Beobachter mit so rühmlicher Ausdauer
Poggendorff's Annal. Bd. XXXX. 12
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