Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hesshus, Tilemann: Von Eheuerlöbnissen/ vnd verbotenen Gradibus. Wie nahe/ vnd fern der Verwandnis ein Christ mit gutem Gewissen/ freien möge. Erfurt, 1583.

Bild:
<< vorherige Seite

6. Wenn die Ehe durch ein öffentlich Christlich Verlöbnis ist volnzogen vnd bestettiget worden / so gilt die Verwandnis / ob gleich die Hochzeit / vnd öffentlicher Kirchgang / oder das beyschlaffen nicht darauff erfolget ist / sondern ein theil vor der Hochzeit mit dem Tode vbereilet worden.

Der Vater sol nicht nemen seines Sons verlobte Braut.

Die Mutter sol nicht nemen jrer Tochter verlobten Breutigam.

Der Son sol nicht nemen seiner verstorbenen Braut Mutter.

Der Son sol nicht nemen seines Vatern Braut / oder vertrawete / welche seine Stiffmutter solte worden sein.

Die Tochter sol nicht nemen jrer Mutter Breutigam / oder vertraweten / welcher jr Stiffvater solte geworden sein.

Die Tochter sol nicht nemen jres verstorbenen Breutigams Vater / das ist / den / mit welches Sone sie sich zuuor verlobet / vnd nicht Hochzeit gehalten hat.

Der Bruder sol nicht nemen seines verstorbenen Bruders Braut / die seinem Bruder war ehelichen zugesagt.

Die Schwester sol nicht zur Ehe nemen jrer verstorbenen Schwester verlobten Breutigam / der jrer Schwester war ehelichen versprochen.

Consensus enim facit matrimonium, non Nuptiae.

Die öffentliche verwilligung zu beiden theilen bindet die Ehe / vnd nicht die Hochzeit.

6. Wenn die Ehe durch ein öffentlich Christlich Verlöbnis ist volnzogen vnd bestettiget worden / so gilt die Verwandnis / ob gleich die Hochzeit / vnd öffentlicher Kirchgang / oder das beyschlaffen nicht darauff erfolget ist / sondern ein theil vor der Hochzeit mit dem Tode vbereilet worden.

Der Vater sol nicht nemen seines Sons verlobte Braut.

Die Mutter sol nicht nemen jrer Tochter verlobten Breutigam.

Der Son sol nicht nemen seiner verstorbenen Braut Mutter.

Der Son sol nicht nemen seines Vatern Braut / oder vertrawete / welche seine Stiffmutter solte worden sein.

Die Tochter sol nicht nemen jrer Mutter Breutigam / oder vertraweten / welcher jr Stiffvater solte geworden sein.

Die Tochter sol nicht nemen jres verstorbenen Breutigams Vater / das ist / den / mit welches Sone sie sich zuuor verlobet / vnd nicht Hochzeit gehalten hat.

Der Bruder sol nicht nemen seines verstorbenen Bruders Braut / die seinem Bruder war ehelichen zugesagt.

Die Schwester sol nicht zur Ehe nemen jrer verstorbenen Schwester verlobten Breutigam / der jrer Schwester war ehelichen versprochen.

Consensus enim facit matrimonium, non Nuptiae.

Die öffentliche verwilligung zu beiden theilen bindet die Ehe / vnd nicht die Hochzeit.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0040"/>
        <p>6. Wenn die Ehe durch ein öffentlich Christlich Verlöbnis ist volnzogen vnd                      bestettiget worden / so gilt die Verwandnis / ob gleich die Hochzeit / vnd                      öffentlicher Kirchgang / oder das beyschlaffen nicht darauff erfolget ist /                      sondern ein theil vor der Hochzeit mit dem Tode vbereilet worden.</p>
        <p>Der Vater sol nicht nemen seines Sons verlobte Braut.</p>
        <p>Die Mutter sol nicht nemen jrer Tochter verlobten Breutigam.</p>
        <p>Der Son sol nicht nemen seiner verstorbenen Braut Mutter.</p>
        <p>Der Son sol nicht nemen seines Vatern Braut / oder vertrawete / welche seine                      Stiffmutter solte worden sein.</p>
        <p>Die Tochter sol nicht nemen jrer Mutter Breutigam / oder vertraweten / welcher jr                      Stiffvater solte geworden sein.</p>
        <p>Die Tochter sol nicht nemen jres verstorbenen Breutigams Vater / das ist / den /                      mit welches Sone sie sich zuuor verlobet / vnd nicht Hochzeit gehalten hat.</p>
        <p>Der Bruder sol nicht nemen seines verstorbenen Bruders Braut / die seinem Bruder                      war ehelichen zugesagt.</p>
        <p>Die Schwester sol nicht zur Ehe nemen jrer verstorbenen Schwester verlobten                      Breutigam / der jrer Schwester war ehelichen versprochen.</p>
      </div>
      <div>
        <head>Consensus enim facit matrimonium, non Nuptiae.</head><lb/>
        <p>Die öffentliche verwilligung zu beiden theilen bindet die Ehe / vnd nicht die                      Hochzeit.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0040] 6. Wenn die Ehe durch ein öffentlich Christlich Verlöbnis ist volnzogen vnd bestettiget worden / so gilt die Verwandnis / ob gleich die Hochzeit / vnd öffentlicher Kirchgang / oder das beyschlaffen nicht darauff erfolget ist / sondern ein theil vor der Hochzeit mit dem Tode vbereilet worden. Der Vater sol nicht nemen seines Sons verlobte Braut. Die Mutter sol nicht nemen jrer Tochter verlobten Breutigam. Der Son sol nicht nemen seiner verstorbenen Braut Mutter. Der Son sol nicht nemen seines Vatern Braut / oder vertrawete / welche seine Stiffmutter solte worden sein. Die Tochter sol nicht nemen jrer Mutter Breutigam / oder vertraweten / welcher jr Stiffvater solte geworden sein. Die Tochter sol nicht nemen jres verstorbenen Breutigams Vater / das ist / den / mit welches Sone sie sich zuuor verlobet / vnd nicht Hochzeit gehalten hat. Der Bruder sol nicht nemen seines verstorbenen Bruders Braut / die seinem Bruder war ehelichen zugesagt. Die Schwester sol nicht zur Ehe nemen jrer verstorbenen Schwester verlobten Breutigam / der jrer Schwester war ehelichen versprochen. Consensus enim facit matrimonium, non Nuptiae. Die öffentliche verwilligung zu beiden theilen bindet die Ehe / vnd nicht die Hochzeit.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hesshus_eheverloebnisse_1583
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hesshus_eheverloebnisse_1583/40
Zitationshilfe: Hesshus, Tilemann: Von Eheuerlöbnissen/ vnd verbotenen Gradibus. Wie nahe/ vnd fern der Verwandnis ein Christ mit gutem Gewissen/ freien möge. Erfurt, 1583, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hesshus_eheverloebnisse_1583/40>, abgerufen am 19.04.2024.