Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hesshus, Tilemann: Von Eheuerlöbnissen/ vnd verbotenen Gradibus. Wie nahe/ vnd fern der Verwandnis ein Christ mit gutem Gewissen/ freien möge. Erfurt, 1583.

Bild:
<< vorherige Seite

Dieser Petrus mag die Catharinam wol zur Ehe nemen. Die Christen sind an das Ius Canonicum im wenigsten nicht verbunden. Denn der Bapst zu Rom hat nicht macht newe Gesetze der Kirchen Gottes auff zu bringen. Darumb ist man jm keiner Prohibition gestendig / weder im Fünfften / noch im Vierden / noch im Dritten Grad gleicher Linien.

Das aber die Weltliche Christliche Obrigkeit dieser Lande den andern Grad gleicher Linien / vnd den dritten Grad vngleicher Linien verboten hat / vmb Zucht vnd Ehre willen / damit die Christen desto vorsichtiger in Ehegelübden fahren / vnd Gottes ernste Gebot desto mehr in achtung haben / das ist löblich vnd recht / sie hats macht von Gott / vnd die Christen sind schüldig in solchen Gesetzen vnd Geboten / die nicht wider Gottes Wort / auch nicht wider das natürliche Recht sind / vmb des Gewissens willen gehorsam zu leisten.

Es hat aber auch eine Christliche Obrigkeit macht in den Gradibus, so Iuris positiui sind / aus erheblichen wichtigen Vrsachen zu dispensiren.

Das Bepstliche Gesetze de Spirituali cognatione, von der Geistlichen Verwandschafft / das die so miteinander Gefatter gestanden sind / nicht solten einander zur Ehe nemen / oder das einer seine Pate / so er aus der Tauffe gehaben / nicht solte freien / ist gantz zuuerachten / Denn es hat keinen grund in Gottes Wort / Die Keiserlichen Rechte haben solche Bepstliche Gesetze aus vnuerstand gebilliget.

Dieser Petrus mag die Catharinam wol zur Ehe nemen. Die Christen sind an das Ius Canonicum im wenigsten nicht verbunden. Denn der Bapst zu Rom hat nicht macht newe Gesetze der Kirchen Gottes auff zu bringen. Darumb ist man jm keiner Prohibition gestendig / weder im Fünfften / noch im Vierden / noch im Dritten Grad gleicher Linien.

Das aber die Weltliche Christliche Obrigkeit dieser Lande den andern Grad gleicher Linien / vnd den dritten Grad vngleicher Linien verboten hat / vmb Zucht vnd Ehre willen / damit die Christen desto vorsichtiger in Ehegelübden fahren / vnd Gottes ernste Gebot desto mehr in achtung haben / das ist löblich vnd recht / sie hats macht von Gott / vnd die Christen sind schüldig in solchen Gesetzen vnd Geboten / die nicht wider Gottes Wort / auch nicht wider das natürliche Recht sind / vmb des Gewissens willen gehorsam zu leisten.

Es hat aber auch eine Christliche Obrigkeit macht in den Gradibus, so Iuris positiui sind / aus erheblichen wichtigen Vrsachen zu dispensiren.

Das Bepstliche Gesetze de Spirituali cognatione, von der Geistlichen Verwandschafft / das die so miteinander Gefatter gestanden sind / nicht solten einander zur Ehe nemen / oder das einer seine Pate / so er aus der Tauffe gehaben / nicht solte freien / ist gantz zuuerachten / Denn es hat keinen grund in Gottes Wort / Die Keiserlichen Rechte haben solche Bepstliche Gesetze aus vnuerstand gebilliget.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0023"/>
        <p>Dieser Petrus mag die Catharinam wol zur Ehe nemen. Die Christen sind an das Ius                      Canonicum im wenigsten nicht verbunden. Denn der Bapst zu Rom hat nicht macht                      newe Gesetze der Kirchen Gottes auff zu bringen. Darumb ist man jm keiner                      Prohibition gestendig / weder im Fünfften / noch im Vierden / noch im Dritten                      Grad gleicher Linien.</p>
        <p>Das aber die Weltliche Christliche Obrigkeit dieser Lande den andern Grad                      gleicher Linien / vnd den dritten Grad vngleicher Linien verboten hat / vmb                      Zucht vnd Ehre willen / damit die Christen desto vorsichtiger in Ehegelübden                      fahren / vnd Gottes ernste Gebot desto mehr in achtung haben / das ist löblich                      vnd recht / sie hats macht von Gott / vnd die Christen sind schüldig in solchen                      Gesetzen vnd Geboten / die nicht wider Gottes Wort / auch nicht wider das                      natürliche Recht sind / vmb des Gewissens willen gehorsam zu leisten.</p>
        <p>Es hat aber auch eine Christliche Obrigkeit macht in den Gradibus, so Iuris                      positiui sind / aus erheblichen wichtigen Vrsachen zu dispensiren.</p>
        <p>Das Bepstliche Gesetze de Spirituali cognatione, von der Geistlichen                      Verwandschafft / das die so miteinander Gefatter gestanden sind / nicht solten                      einander zur Ehe nemen / oder das einer seine Pate / so er aus der Tauffe                      gehaben / nicht solte freien / ist gantz zuuerachten / Denn es hat keinen grund                      in Gottes Wort / Die Keiserlichen Rechte haben solche Bepstliche Gesetze aus                      vnuerstand gebilliget.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0023] Dieser Petrus mag die Catharinam wol zur Ehe nemen. Die Christen sind an das Ius Canonicum im wenigsten nicht verbunden. Denn der Bapst zu Rom hat nicht macht newe Gesetze der Kirchen Gottes auff zu bringen. Darumb ist man jm keiner Prohibition gestendig / weder im Fünfften / noch im Vierden / noch im Dritten Grad gleicher Linien. Das aber die Weltliche Christliche Obrigkeit dieser Lande den andern Grad gleicher Linien / vnd den dritten Grad vngleicher Linien verboten hat / vmb Zucht vnd Ehre willen / damit die Christen desto vorsichtiger in Ehegelübden fahren / vnd Gottes ernste Gebot desto mehr in achtung haben / das ist löblich vnd recht / sie hats macht von Gott / vnd die Christen sind schüldig in solchen Gesetzen vnd Geboten / die nicht wider Gottes Wort / auch nicht wider das natürliche Recht sind / vmb des Gewissens willen gehorsam zu leisten. Es hat aber auch eine Christliche Obrigkeit macht in den Gradibus, so Iuris positiui sind / aus erheblichen wichtigen Vrsachen zu dispensiren. Das Bepstliche Gesetze de Spirituali cognatione, von der Geistlichen Verwandschafft / das die so miteinander Gefatter gestanden sind / nicht solten einander zur Ehe nemen / oder das einer seine Pate / so er aus der Tauffe gehaben / nicht solte freien / ist gantz zuuerachten / Denn es hat keinen grund in Gottes Wort / Die Keiserlichen Rechte haben solche Bepstliche Gesetze aus vnuerstand gebilliget.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hesshus_eheverloebnisse_1583
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hesshus_eheverloebnisse_1583/23
Zitationshilfe: Hesshus, Tilemann: Von Eheuerlöbnissen/ vnd verbotenen Gradibus. Wie nahe/ vnd fern der Verwandnis ein Christ mit gutem Gewissen/ freien möge. Erfurt, 1583, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hesshus_eheverloebnisse_1583/23>, abgerufen am 18.04.2024.