Herder, Johann Gottfried von: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. Bd. 1. Riga u. a., 1784.die Eigenschaften jener so mißlich ist. Auf dieser war Pro- Auch die Verschiedenheit der Menschen, so wie aller Mich
die Eigenſchaften jener ſo mißlich iſt. Auf dieſer war Pro- Auch die Verſchiedenheit der Menſchen, ſo wie aller Mich
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0053" n="31"/> die Eigenſchaften jener ſo mißlich iſt. Auf dieſer war Pro-<lb/> metheus Schoͤpfer: er formte aus niedergeſchlagnem weichen<lb/> Thon und holte aus der Hoͤhe ſo viel lichte Funken und gei-<lb/> ſtige Kraͤfte, als er in dieſer Sonnen-Entfernung und in ei-<lb/> ner ſpecifiſch ſo und nicht anders ſchweren Maſſe habhaft<lb/> werden konnte.</p><lb/> <p>Auch die Verſchiedenheit der Menſchen, ſo wie aller<lb/> Produkte der Erdkugel muß ſich alſo nach der ſpecifiſchen<lb/> Verſchiedenheit des Mediums richten, in dem wir wie im<lb/> Organ der Gottheit leben. Hier kommt es nicht blos auf<lb/> Eintheilung der Zonen nach Hitze und Kaͤlte, nicht blos auf<lb/> Leichtigkeit und Schwere des druͤckenden Luftkoͤrpers; ſon-<lb/> dern unendlich mehr auf die mancherlei wirkſamen, geiſtigen<lb/> Kraͤfte an, die in ihr treiben, ja deren Jnbegrif eben vielleicht<lb/> alle ihre Eigenſchaften und Phaͤnomene ausmacht. Wie<lb/> der elektriſche und magnetiſche Strom unſre Erde umfließt?<lb/> welche Duͤnſte und Daͤmpfe hier oder dort aufſteigen? wo-<lb/> hin ſie treiben? worinn ſie ſich verwandeln? was ſie fuͤr Or-<lb/> ganiſationen gebaͤhren? wie lange ſie dieſe erhalten? wie ſie<lb/> ſie aufloͤſen? das alles giebt ſichtbare Schluͤſſe auf die Be-<lb/> ſchaffenheit und Geſchichte jeglicher Menſchenart: denn der<lb/> Menſch iſt ja, wie alles andre, ein Zoͤgling der Luft und im<lb/> ganzen Kreiſe ſeines Daſeyns aller Erdorganiſationen Bruder.<lb/> <fw place="bottom" type="catch">Mich</fw></p><lb/> </div> </div> </body> </text> </TEI> [31/0053]
die Eigenſchaften jener ſo mißlich iſt. Auf dieſer war Pro-
metheus Schoͤpfer: er formte aus niedergeſchlagnem weichen
Thon und holte aus der Hoͤhe ſo viel lichte Funken und gei-
ſtige Kraͤfte, als er in dieſer Sonnen-Entfernung und in ei-
ner ſpecifiſch ſo und nicht anders ſchweren Maſſe habhaft
werden konnte.
Auch die Verſchiedenheit der Menſchen, ſo wie aller
Produkte der Erdkugel muß ſich alſo nach der ſpecifiſchen
Verſchiedenheit des Mediums richten, in dem wir wie im
Organ der Gottheit leben. Hier kommt es nicht blos auf
Eintheilung der Zonen nach Hitze und Kaͤlte, nicht blos auf
Leichtigkeit und Schwere des druͤckenden Luftkoͤrpers; ſon-
dern unendlich mehr auf die mancherlei wirkſamen, geiſtigen
Kraͤfte an, die in ihr treiben, ja deren Jnbegrif eben vielleicht
alle ihre Eigenſchaften und Phaͤnomene ausmacht. Wie
der elektriſche und magnetiſche Strom unſre Erde umfließt?
welche Duͤnſte und Daͤmpfe hier oder dort aufſteigen? wo-
hin ſie treiben? worinn ſie ſich verwandeln? was ſie fuͤr Or-
ganiſationen gebaͤhren? wie lange ſie dieſe erhalten? wie ſie
ſie aufloͤſen? das alles giebt ſichtbare Schluͤſſe auf die Be-
ſchaffenheit und Geſchichte jeglicher Menſchenart: denn der
Menſch iſt ja, wie alles andre, ein Zoͤgling der Luft und im
ganzen Kreiſe ſeines Daſeyns aller Erdorganiſationen Bruder.
Mich
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Zitationshilfe: | Herder, Johann Gottfried von: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. Bd. 1. Riga u. a., 1784, S. 31. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/herder_geschichte01_1784/53>, abgerufen am 16.02.2025. |