Die Grenzboten. Jg. 45, 1886, Drittes Quartal.Notizen. Ja, der bin ich. Er hob den Neffen auf seine Kniee und strich leise über Wir wollen gute Freunde sein, Vnler; was meinst du? Ja, wenn du willst. Aber sie können mich alle nicht leiden, alle außer So? Wie kommt denn das? Ich glaube, weil ich häßlich bin, sagte der Knabe traurig. Bist du viel¬ Nein, nicht häßlich, aber lahm, ungeschickt und unbrauchbar. Valerian war müde und abgespannt. Er verstand nicht ganz, was der Unterdessen erzählte der Hofmarschall der Schwester lustige Reiseabenteuer. Dein Bruder spricht mit ihm, erwiederte seine Gattin errötend. Es war So so, dort steckt der Schwede! rief der Hofmarschall gutgelaunt; wer Valerien, näherte sich langsam und blinzelte mit den verschleierten Augen Wenn diese Schlitze von Augen nun noch völlig verschwinden, dann sieht Therese sand jedoch, daß ihr Sohn zu müde sei, um noch an der Familien- (Fvrtschung folgt,) Notizen. Die reformburschcuschaftliche Bewegung. So objektiv auch sonst indem Notizen. Ja, der bin ich. Er hob den Neffen auf seine Kniee und strich leise über Wir wollen gute Freunde sein, Vnler; was meinst du? Ja, wenn du willst. Aber sie können mich alle nicht leiden, alle außer So? Wie kommt denn das? Ich glaube, weil ich häßlich bin, sagte der Knabe traurig. Bist du viel¬ Nein, nicht häßlich, aber lahm, ungeschickt und unbrauchbar. Valerian war müde und abgespannt. Er verstand nicht ganz, was der Unterdessen erzählte der Hofmarschall der Schwester lustige Reiseabenteuer. Dein Bruder spricht mit ihm, erwiederte seine Gattin errötend. Es war So so, dort steckt der Schwede! rief der Hofmarschall gutgelaunt; wer Valerien, näherte sich langsam und blinzelte mit den verschleierten Augen Wenn diese Schlitze von Augen nun noch völlig verschwinden, dann sieht Therese sand jedoch, daß ihr Sohn zu müde sei, um noch an der Familien- (Fvrtschung folgt,) Notizen. Die reformburschcuschaftliche Bewegung. So objektiv auch sonst indem <TEI> <text> <body> <div> <div n="1"> <div n="2"> <pb facs="#f0340" corresp="http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/pageview/199060"/> <fw type="header" place="top"> Notizen.</fw><lb/> <p xml:id="ID_981"> Ja, der bin ich. Er hob den Neffen auf seine Kniee und strich leise über<lb/> des Kindes dichtes Haar.</p><lb/> <p xml:id="ID_982"> Wir wollen gute Freunde sein, Vnler; was meinst du?</p><lb/> <p xml:id="ID_983"> Ja, wenn du willst. Aber sie können mich alle nicht leiden, alle außer<lb/> der Mama und den Schwestern.</p><lb/> <p xml:id="ID_984"> So? Wie kommt denn das?</p><lb/> <p xml:id="ID_985"> Ich glaube, weil ich häßlich bin, sagte der Knabe traurig. Bist du viel¬<lb/> leicht auch häßlich?</p><lb/> <p xml:id="ID_986"> Nein, nicht häßlich, aber lahm, ungeschickt und unbrauchbar.</p><lb/> <p xml:id="ID_987"> Valerian war müde und abgespannt. Er verstand nicht ganz, was der<lb/> Onkel sagte, aber in dem Klänge seiner Stimme lag etwas sehr vertrauen¬<lb/> erweckendes. Ich habe dich lieb, Onkel Georg, sagte der Knabe nach einigem<lb/> Nachdenken.</p><lb/> <p xml:id="ID_988"> Unterdessen erzählte der Hofmarschall der Schwester lustige Reiseabenteuer.<lb/> Wo bleibt denn der Junge? fragte er auf einmal.</p><lb/> <p xml:id="ID_989"> Dein Bruder spricht mit ihm, erwiederte seine Gattin errötend. Es war<lb/> beinahe das erste Wort, das sie heute sprach, und darum am Ende begreiflich,<lb/> daß Cäcilie sie eine ganze Weile verwundert betrachtete.</p><lb/> <p xml:id="ID_990"> So so, dort steckt der Schwede! rief der Hofmarschall gutgelaunt; wer<lb/> hätte aber in unserm Georg einen solchen Kinderfreund vermutet? Nun komm<lb/> aber, mein Junge, und trinke deinen Thee. Dn bist wirklich schon zu groß,<lb/> um noch auf Onkels Knieen zu reiten.</p><lb/> <p xml:id="ID_991"> Valerien, näherte sich langsam und blinzelte mit den verschleierten Augen<lb/> nach dem Vater hin, was diesen sehr erheiterte.</p><lb/> <p xml:id="ID_992"> Wenn diese Schlitze von Augen nun noch völlig verschwinden, dann sieht<lb/> der Junge gottvoll aus! Therese, Cäcilie, seht euch das Gesicht einmal an!</p><lb/> <p xml:id="ID_993"> Therese sand jedoch, daß ihr Sohn zu müde sei, um noch an der Familien-<lb/> tafel Platz zu nehmen. Sie händigte ihm ein Stück Kuchen ein und bat um<lb/> die Erlaubnis, die Kinder zu Bett zu bringen. Cäcilie fand diesen Wunsch<lb/> gerechtfertigt, zündete die bereitstehenden Kerzen an und geleitete die Schwägerin<lb/> nebst Bonne und Kindern nach den gastlich bereiteten Schlafstätten.</p><lb/> <p xml:id="ID_994"> (Fvrtschung folgt,)</p><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> </div> </div> <div n="1"> <head> Notizen.</head><lb/> <div n="2"> <head> Die reformburschcuschaftliche Bewegung.</head> <p xml:id="ID_995" next="#ID_996"> So objektiv auch sonst indem<lb/> in Ur. 2!) erschienenen Artikel die augenblicklichen Zustünde der deutschen Studenten¬<lb/> schaft und deren Reformbestrebungen geschildert find, so ist doch die reformbnrschen-<lb/> schaftliche Bewegung schief und stiefmütterlich behandelt und durch so viele unrichtige<lb/> Angaben entstellt, daß eine Berichtigung im Interesse der Sache liegt. Der Herr</p><lb/> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [0340]
Notizen.
Ja, der bin ich. Er hob den Neffen auf seine Kniee und strich leise über
des Kindes dichtes Haar.
Wir wollen gute Freunde sein, Vnler; was meinst du?
Ja, wenn du willst. Aber sie können mich alle nicht leiden, alle außer
der Mama und den Schwestern.
So? Wie kommt denn das?
Ich glaube, weil ich häßlich bin, sagte der Knabe traurig. Bist du viel¬
leicht auch häßlich?
Nein, nicht häßlich, aber lahm, ungeschickt und unbrauchbar.
Valerian war müde und abgespannt. Er verstand nicht ganz, was der
Onkel sagte, aber in dem Klänge seiner Stimme lag etwas sehr vertrauen¬
erweckendes. Ich habe dich lieb, Onkel Georg, sagte der Knabe nach einigem
Nachdenken.
Unterdessen erzählte der Hofmarschall der Schwester lustige Reiseabenteuer.
Wo bleibt denn der Junge? fragte er auf einmal.
Dein Bruder spricht mit ihm, erwiederte seine Gattin errötend. Es war
beinahe das erste Wort, das sie heute sprach, und darum am Ende begreiflich,
daß Cäcilie sie eine ganze Weile verwundert betrachtete.
So so, dort steckt der Schwede! rief der Hofmarschall gutgelaunt; wer
hätte aber in unserm Georg einen solchen Kinderfreund vermutet? Nun komm
aber, mein Junge, und trinke deinen Thee. Dn bist wirklich schon zu groß,
um noch auf Onkels Knieen zu reiten.
Valerien, näherte sich langsam und blinzelte mit den verschleierten Augen
nach dem Vater hin, was diesen sehr erheiterte.
Wenn diese Schlitze von Augen nun noch völlig verschwinden, dann sieht
der Junge gottvoll aus! Therese, Cäcilie, seht euch das Gesicht einmal an!
Therese sand jedoch, daß ihr Sohn zu müde sei, um noch an der Familien-
tafel Platz zu nehmen. Sie händigte ihm ein Stück Kuchen ein und bat um
die Erlaubnis, die Kinder zu Bett zu bringen. Cäcilie fand diesen Wunsch
gerechtfertigt, zündete die bereitstehenden Kerzen an und geleitete die Schwägerin
nebst Bonne und Kindern nach den gastlich bereiteten Schlafstätten.
(Fvrtschung folgt,)
Notizen.
Die reformburschcuschaftliche Bewegung. So objektiv auch sonst indem
in Ur. 2!) erschienenen Artikel die augenblicklichen Zustünde der deutschen Studenten¬
schaft und deren Reformbestrebungen geschildert find, so ist doch die reformbnrschen-
schaftliche Bewegung schief und stiefmütterlich behandelt und durch so viele unrichtige
Angaben entstellt, daß eine Berichtigung im Interesse der Sache liegt. Der Herr
Informationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen … Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB) Bremen: Bereitstellung der Texttranskription.
Kay-Michael Würzner: Bearbeitung der digitalen Edition.
Weitere Informationen:Verfahren der Texterfassung: OCR mit Nachkorrektur. Bogensignaturen: gekennzeichnet;Druckfehler: ignoriert;fremdsprachliches Material: nicht gekennzeichnet;Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage;Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): nicht ausgezeichnet;i/j in Fraktur: wie Vorlage;I/J in Fraktur: wie Vorlage;Kolumnentitel: gekennzeichnet;Kustoden: gekennzeichnet;langes s (ſ): als s transkribiert;Normalisierungen: stillschweigend;rundes r (ꝛ): als r/et transkribiert;Seitenumbrüche markiert: ja;Silbentrennung: wie Vorlage;u/v bzw. U/V: wie Vorlage;Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert;Vollständigkeit: vollständig erfasst;Zeichensetzung: wie Vorlage;Zeilenumbrüche markiert: ja; Nachkorrektur erfolgte automatisch.
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2025 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |