Die Grenzboten. Jg. 28, 1869, I. Semester. II. Band.Das Personal der norddeutschen Marine. Verwaltung und Techniker. Die Verwaltung der norddeutschen Marine entspricht ziemlich genau der Chef des Marineministeriums ist bekanntlich gegenwärtig General der Das Obercommando der Marine, dessen Chef Prinz Adalbert von Grenzboten II. 1869. 27
Das Personal der norddeutschen Marine. Verwaltung und Techniker. Die Verwaltung der norddeutschen Marine entspricht ziemlich genau der Chef des Marineministeriums ist bekanntlich gegenwärtig General der Das Obercommando der Marine, dessen Chef Prinz Adalbert von Grenzboten II. 1869. 27
<TEI> <text> <body> <div> <div n="1"> <pb facs="#f0217" corresp="http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/pageview/120904"/> </div> <div n="1"> <head> Das Personal der norddeutschen Marine.</head><lb/> <div n="2"> <head> Verwaltung und Techniker.</head><lb/> <p xml:id="ID_681"> Die Verwaltung der norddeutschen Marine entspricht ziemlich genau der<lb/> Verwaltung der preußischen Landarmee: dem Kriegsmirnsterium das Marin e-<lb/> winisterium, das fast vollständig Bundesbehörde geworden ist, und dem<lb/> Generalcommando eines Armeecorps, als der Executivbehörde, das Ober¬<lb/> kommando der Marine.</p><lb/> <p xml:id="ID_682"> Chef des Marineministeriums ist bekanntlich gegenwärtig General der<lb/> Infanterie v. Roon, gleichzeitig preußischer Kriegsminister. Eine Trennung<lb/> des Marineministeriums vom Kriegsministerium auch in der Person des<lb/> Chefs ist dem Vernehmen nach in Aussicht; sie war schon unter dem Mi-<lb/> sterium Auerswald vorhanden, als Viceadmiral Schröder Chef der Marine<lb/> war. Von dem 30. November 1853 ab stand die letztere, vom Kriegsmini¬<lb/> sterium getrennt, unter dem für sie verantwortlichen damaligen Ministerpräsi¬<lb/> denten. — Director des Marinedepartements, und zugleich Vertreter desselben<lb/> als Bundescommissar im Bundesrath und vor dem Reichstag des nord¬<lb/> deutschen Bundes ist Viceadmiral Jachmann, bekannt durch das Gefecht 1864<lb/> auf der Höhe von Jasmund. Vom Marineministerium ressortiien direct die<lb/> königliche Werft zu Danzig und die drei Marinedepots zu Stralsund, Kiel und<lb/> Geestemünde, deren vier Direktoren sämmtlich Stabsofficiere des Seeofficier-<lb/> eorps sind, das Admiralitätscommisfariat zu Oldenburg und endlich die<lb/> Hafenbaucommission für das Jahdegebiet, wozu früher noch die Landescasse<lb/> und das Lootsen- und Betonnungswesen des Jahdegebiets in Heppens kamen.<lb/> Auch das Artilleriedepot für die Hafenbefestigungen in Kiel, die Festungs-<lb/> baudirection in Friedrichsort und das Marinebekleidungsmagazin in Kiel<lb/> sind hier zu nennen. Im Allgemeinen kann man sagen, daß gegenwärtig<lb/> die Constructions-Etablissements (Schiffbau, Maschinenbau, Hafenbau u. f. w.)<lb/> und die Verwaltung des Materials direct unter dem Ministerium stehen,<lb/> daß aber alle persönlichen Angelegenheiten und Alles, was auf Commando<lb/> und Verwendung der Marine Bezug hat, unter dem Obercommando steht.<lb/> Doch ist gerade hier schärfere Abgrenzung der Competenzen dringendes Be¬<lb/> dürfniß.</p><lb/> <p xml:id="ID_683" next="#ID_684"> Das Obercommando der Marine, dessen Chef Prinz Adalbert von<lb/> Preußen, einziger Admiral der Marine, ist, ordnet Allesauf die Verwendung<lb/> der Marine Bezügliche an, und regelt die seemännisch-militairischen Angelegen¬<lb/> heiten. Direct unter ihm stehen die Commandos der beiden Marinestationen<lb/> von Ost- und Nordsee nach dem Flottenerweiterungsplan, während bis jetzt</p><lb/> <fw type="sig" place="bottom"> Grenzboten II. 1869. 27</fw><lb/> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [0217]
Das Personal der norddeutschen Marine.
Verwaltung und Techniker.
Die Verwaltung der norddeutschen Marine entspricht ziemlich genau der
Verwaltung der preußischen Landarmee: dem Kriegsmirnsterium das Marin e-
winisterium, das fast vollständig Bundesbehörde geworden ist, und dem
Generalcommando eines Armeecorps, als der Executivbehörde, das Ober¬
kommando der Marine.
Chef des Marineministeriums ist bekanntlich gegenwärtig General der
Infanterie v. Roon, gleichzeitig preußischer Kriegsminister. Eine Trennung
des Marineministeriums vom Kriegsministerium auch in der Person des
Chefs ist dem Vernehmen nach in Aussicht; sie war schon unter dem Mi-
sterium Auerswald vorhanden, als Viceadmiral Schröder Chef der Marine
war. Von dem 30. November 1853 ab stand die letztere, vom Kriegsmini¬
sterium getrennt, unter dem für sie verantwortlichen damaligen Ministerpräsi¬
denten. — Director des Marinedepartements, und zugleich Vertreter desselben
als Bundescommissar im Bundesrath und vor dem Reichstag des nord¬
deutschen Bundes ist Viceadmiral Jachmann, bekannt durch das Gefecht 1864
auf der Höhe von Jasmund. Vom Marineministerium ressortiien direct die
königliche Werft zu Danzig und die drei Marinedepots zu Stralsund, Kiel und
Geestemünde, deren vier Direktoren sämmtlich Stabsofficiere des Seeofficier-
eorps sind, das Admiralitätscommisfariat zu Oldenburg und endlich die
Hafenbaucommission für das Jahdegebiet, wozu früher noch die Landescasse
und das Lootsen- und Betonnungswesen des Jahdegebiets in Heppens kamen.
Auch das Artilleriedepot für die Hafenbefestigungen in Kiel, die Festungs-
baudirection in Friedrichsort und das Marinebekleidungsmagazin in Kiel
sind hier zu nennen. Im Allgemeinen kann man sagen, daß gegenwärtig
die Constructions-Etablissements (Schiffbau, Maschinenbau, Hafenbau u. f. w.)
und die Verwaltung des Materials direct unter dem Ministerium stehen,
daß aber alle persönlichen Angelegenheiten und Alles, was auf Commando
und Verwendung der Marine Bezug hat, unter dem Obercommando steht.
Doch ist gerade hier schärfere Abgrenzung der Competenzen dringendes Be¬
dürfniß.
Das Obercommando der Marine, dessen Chef Prinz Adalbert von
Preußen, einziger Admiral der Marine, ist, ordnet Allesauf die Verwendung
der Marine Bezügliche an, und regelt die seemännisch-militairischen Angelegen¬
heiten. Direct unter ihm stehen die Commandos der beiden Marinestationen
von Ost- und Nordsee nach dem Flottenerweiterungsplan, während bis jetzt
Grenzboten II. 1869. 27
Informationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen … Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB) Bremen: Bereitstellung der Texttranskription.
Kay-Michael Würzner: Bearbeitung der digitalen Edition.
Weitere Informationen:Verfahren der Texterfassung: OCR mit Nachkorrektur. Bogensignaturen: gekennzeichnet;Druckfehler: ignoriert;fremdsprachliches Material: nicht gekennzeichnet;Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage;Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): nicht ausgezeichnet;i/j in Fraktur: wie Vorlage;I/J in Fraktur: wie Vorlage;Kolumnentitel: gekennzeichnet;Kustoden: gekennzeichnet;langes s (ſ): als s transkribiert;Normalisierungen: stillschweigend;rundes r (ꝛ): als r/et transkribiert;Seitenumbrüche markiert: ja;Silbentrennung: wie Vorlage;u/v bzw. U/V: wie Vorlage;Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert;Vollständigkeit: vollständig erfasst;Zeichensetzung: wie Vorlage;Zeilenumbrüche markiert: ja; Nachkorrektur erfolgte automatisch.
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2025 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |