Fouqué, Caroline de la Motte-: Die Frau des Falkensteins. Erstes Bändchen. Berlin, 1810.Sie sollen auch nicht wissen, bewahre Gott, das fehlte noch! Nein, setzte er hinzu, es war nur von dem kleinen Schreck die Rede. Ich hatte nicht auf die Kammerfrau gemerkt, die im Vorzimmer das Frühstück besorgte, sie hat denn auch mehr davon gemacht, als dran war. Julius kam sehr ungerufen dazu! Na, es ist vorbei, alles ist gut, Sie sind es doch auch? Gewiß, mein guter Carl, erwiederte Luise. Er hatte sie bei der Hand gefaßt, und ging einige Schritte mit ihr voraus. Nun, und Julius, fuhr er fort, hat auch weiter keinen Unwillen gegen den Italiener? Gegen Fernando? fragte Luise, die es wie eine Ahndung anflog, daß Werner etwas in Beziehung auf ihn und sie könne gesagt haben. Um's Himmelswillen, ist er denn auch in dem Streit vermischt? Nun, so halb, erwiederte Carl. Ich bitte Sie, sagte Luise dringend, was ist vorgefallen? Nichts, nichts, antwortete er, was Sie jetzt noch ängstigen darf. O ich weiß es dennoch! rief sie ganz trostlos. Fernando -- Herr Werner hat von mir und ihm -- sie barg das Gesicht in den Tuch und weinte. Wenn Sie es denn doch wissen, sagte Carl, so will ich es weiter nicht leugnen; ja, er sagte so etwas, mit dem kalten, spitzen Ton, was ich nicht ganz verstand, was doch aber so zweideutig klang, und wie ich es nicht leiden mag, daß man über Sie Sie sollen auch nicht wissen, bewahre Gott, das fehlte noch! Nein, setzte er hinzu, es war nur von dem kleinen Schreck die Rede. Ich hatte nicht auf die Kammerfrau gemerkt, die im Vorzimmer das Frühstück besorgte, sie hat denn auch mehr davon gemacht, als dran war. Julius kam sehr ungerufen dazu! Na, es ist vorbei, alles ist gut, Sie sind es doch auch? Gewiß, mein guter Carl, erwiederte Luise. Er hatte sie bei der Hand gefaßt, und ging einige Schritte mit ihr voraus. Nun, und Julius, fuhr er fort, hat auch weiter keinen Unwillen gegen den Italiener? Gegen Fernando? fragte Luise, die es wie eine Ahndung anflog, daß Werner etwas in Beziehung auf ihn und sie könne gesagt haben. Um’s Himmelswillen, ist er denn auch in dem Streit vermischt? Nun, so halb, erwiederte Carl. Ich bitte Sie, sagte Luise dringend, was ist vorgefallen? Nichts, nichts, antwortete er, was Sie jetzt noch ängstigen darf. O ich weiß es dennoch! rief sie ganz trostlos. Fernando — Herr Werner hat von mir und ihm — sie barg das Gesicht in den Tuch und weinte. Wenn Sie es denn doch wissen, sagte Carl, so will ich es weiter nicht leugnen; ja, er sagte so etwas, mit dem kalten, spitzen Ton, was ich nicht ganz verstand, was doch aber so zweideutig klang, und wie ich es nicht leiden mag, daß man über Sie <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0170" n="162"/> Sie sollen auch nicht wissen, bewahre Gott, das fehlte noch! Nein, setzte er hinzu, es war nur von dem kleinen Schreck die Rede. Ich hatte nicht auf die Kammerfrau gemerkt, die im Vorzimmer das Frühstück besorgte, sie hat denn auch mehr davon gemacht, als dran war. Julius kam sehr ungerufen dazu! Na, es ist vorbei, alles ist gut, Sie sind es doch auch? Gewiß, mein guter Carl, erwiederte Luise. Er hatte sie bei der Hand gefaßt, und ging einige Schritte mit ihr voraus. Nun, und Julius, fuhr er fort, hat auch weiter keinen Unwillen gegen den Italiener? Gegen Fernando? fragte Luise, die es wie eine Ahndung anflog, daß Werner etwas in Beziehung auf ihn und sie könne gesagt haben. Um’s Himmelswillen, ist er denn auch in dem Streit vermischt? Nun, so halb, erwiederte Carl. Ich bitte Sie, sagte Luise dringend, was ist vorgefallen? Nichts, nichts, antwortete er, was Sie jetzt noch ängstigen darf. O ich weiß es dennoch! rief sie ganz trostlos. Fernando — Herr Werner hat von mir und ihm — sie barg das Gesicht in den Tuch und weinte. Wenn Sie es denn doch wissen, sagte Carl, so will ich es weiter nicht leugnen; ja, er sagte so etwas, mit dem kalten, spitzen Ton, was ich nicht ganz verstand, was doch aber so zweideutig klang, und wie ich es nicht leiden mag, daß man über Sie </p> </div> </body> </text> </TEI> [162/0170]
Sie sollen auch nicht wissen, bewahre Gott, das fehlte noch! Nein, setzte er hinzu, es war nur von dem kleinen Schreck die Rede. Ich hatte nicht auf die Kammerfrau gemerkt, die im Vorzimmer das Frühstück besorgte, sie hat denn auch mehr davon gemacht, als dran war. Julius kam sehr ungerufen dazu! Na, es ist vorbei, alles ist gut, Sie sind es doch auch? Gewiß, mein guter Carl, erwiederte Luise. Er hatte sie bei der Hand gefaßt, und ging einige Schritte mit ihr voraus. Nun, und Julius, fuhr er fort, hat auch weiter keinen Unwillen gegen den Italiener? Gegen Fernando? fragte Luise, die es wie eine Ahndung anflog, daß Werner etwas in Beziehung auf ihn und sie könne gesagt haben. Um’s Himmelswillen, ist er denn auch in dem Streit vermischt? Nun, so halb, erwiederte Carl. Ich bitte Sie, sagte Luise dringend, was ist vorgefallen? Nichts, nichts, antwortete er, was Sie jetzt noch ängstigen darf. O ich weiß es dennoch! rief sie ganz trostlos. Fernando — Herr Werner hat von mir und ihm — sie barg das Gesicht in den Tuch und weinte. Wenn Sie es denn doch wissen, sagte Carl, so will ich es weiter nicht leugnen; ja, er sagte so etwas, mit dem kalten, spitzen Ton, was ich nicht ganz verstand, was doch aber so zweideutig klang, und wie ich es nicht leiden mag, daß man über Sie
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Zitationshilfe: | Fouqué, Caroline de la Motte-: Die Frau des Falkensteins. Erstes Bändchen. Berlin, 1810, S. 162. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/fouque_falkensteins01_1810/170>, abgerufen am 16.02.2025. |