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Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843.

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Montag den 26ten September 1842 Ich schreibe heute mit großem Eifer an dem französischen Briefe des Mr. Arnaud bis 2 Uhr, bekomme ihn aber doch nicht ganz fertig und es wird die Abschrift von Dr. Schreiber abgeschickt. Heut geht das englische Dampfschiff und eine Menge Briefe wurden zur Post besorgt. Während Lepsius verschiedene Orte der Umgegend besucht, reite ich mit Bonomi, Franke, Frei und Max zum Pallast des Pascha, um die Vasen zu besehen vom König. Wir müssen lange warten, weil Diner da ist, nämlich der französische Consul; unterdessen unterhalt ich mich mit Ackermann, dem Kutscher des Pascha. Endlich fährt Mehmet Ali fort und wir kommen in das Palais, wo uns der Kammerdiener Carl herumführt; Bonomi in türkischer Kleidung muß baarfuß durch die Zimmer gehen. Die Zimmer sind eleganter als ich geglaubt habe, französisch eingerichtet, schöne Diwans, Tapeten, viel Spieluhren, auch Gemälde von dem Sohn Ibrahim Pascha 's und 3er Kinder Mehmet Ali's, auch eins des Herzogs Max von Baiern, wie er mit seinem Gefolge unter den Ruinen von Theben umherreitet. Die Vasen unsres Königs sind sehr geschmackvoll, besonders die großen; die Arabesken aber noch mehr als die Bilder selber. Treffliche Mosaiktische, Geschenk vom Papste; elegantes Schlafzimmer des Pascha. Aussicht über den Hafen und das Meer. Dann nach 6 Uhr zurück zum Gasthof. - Nach dem Essen noch in das Cafee und mit den beiden deutschen Naturforschern im Cafee geplaudert; nachher mit Lepsius und Bonomi wieder eine Lektion im Arabischen.

Montag den 26ten September 1842 Ich schreibe heute mit großem Eifer an dem französischen Briefe des Mr. Arnaud bis 2 Uhr, bekomme ihn aber doch nicht ganz fertig und es wird die Abschrift von Dr. Schreiber abgeschickt. Heut geht das englische Dampfschiff und eine Menge Briefe wurden zur Post besorgt. Während Lepsius verschiedene Orte der Umgegend besucht, reite ich mit Bonomi, Franke, Frei und Max zum Pallast des Pascha, um die Vasen zu besehen vom König. Wir müssen lange warten, weil Diner da ist, nämlich der französische Consul; unterdessen unterhalt ich mich mit Ackermann, dem Kutscher des Pascha. Endlich fährt Mehmet Ali fort und wir kommen in das Palais, wo uns der Kammerdiener Carl herumführt; Bonomi in türkischer Kleidung muß baarfuß durch die Zimmer gehen. Die Zimmer sind eleganter als ich geglaubt habe, französisch eingerichtet, schöne Diwans, Tapeten, viel Spieluhren, auch Gemälde von dem Sohn Ibrahim Pascha ’s und 3er Kinder Mehmet Ali’s, auch eins des Herzogs Max von Baiern, wie er mit seinem Gefolge unter den Ruinen von Theben umherreitet. Die Vasen unsres Königs sind sehr geschmackvoll, besonders die großen; die Arabesken aber noch mehr als die Bilder selber. Treffliche Mosaiktische, Geschenk vom Papste; elegantes Schlafzimmer des Pascha. Aussicht über den Hafen und das Meer. Dann nach 6 Uhr zurück zum Gasthof. - Nach dem Essen noch in das Cafee und mit den beiden deutschen Naturforschern im Cafée geplaudert; nachher mit Lepsius und Bonomi wieder eine Lektion im Arabischen.

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[40/0041] Montag d 26ten Sept 1842 Ich schreibe heute mit großem Eifer an d franz Briefe des Mr. Arnaud bis 2 Uhr, bekomme ihn aber doch nicht ganz fertig d es wird d Abschrift v Dr. Schreiber abgeschickt. Heut geht das engl Dampfschiff d eine Menge Briefe wurden zur Post besorgt. Während Lepsius versch Orte der Umgegend besucht, reite ich mit Bonomi, Franke, Frei d Max zum Pallast des Pascha, um die Vasen zu besehen v König. Wir müssen lange warten, weil Diner da ist, näml der franz Consul; unterdessen unterhalt ich mich mit Ackermann, dem Kutscher des Pascha. Endl fährt Mehmet Ali fort d wir kommen in d Palais, wo uns d Kammerdiener Carl herumführt; Bonomi in türk Kleidung muß baarfuß durch die Zimmer gehen. Die Zimmer sind eleganter als ich geglaubt habe, franz eingerichtet, schöne Diwans, Tapeten, viel Spieluhren, auch Gemälde v d Sohn Ibrahim Pascha ’s d 3er Kinder Mehmet Ali’s, auch eins des Herzogs Max von Baiern, wie er mit s Gefolge unter d Ruinen v Theben umherreitet. Die Vasen unsres Königs sind sehr geschmackvoll, besonders die großen; die Arabesken aber noch mehr als die Bilder selber. Treffliche Mosaiktische, Geschenk vom Papste; elegantes Schlafzimmer des Pascha. Aussicht über d Hafen d d Meer. Dann nach 6 Uhr zurück zum Gasthof. - Nach d Essen noch in d Cafee d mit d beiden deutschen Naturforschern im Cafée geplaudert; nachher mit Leps d Bonomi wieder e Lektion im Arab.

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Zitationshilfe: Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843, S. 40. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch01_1842/41>, abgerufen am 09.05.2021.