Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843.Schiffsoffiziere durch das Fernrohr und es verlautet, man könne Alexandrien sehen; allgemeine Bewegung gab sich Kund, ein allgemeines Schauen. Und siehe da, in der That zeigten sich einmal rechts die unzähligen Masten der ganzen egyptischen Flotte, und vor uns ragte die Säule des Leuchtthurmes, links ein castellartiges Gebäude aus den hellgrünen Fluthen auf. Ein eigenthümliches Gefühl, ich kann nicht sagen, welcher Art, ergriff mich bei dem Anblicke Africa's, des Bodens, wo ich 2 Jahre meines Lebens hinbringen sollte. Wir kamen näher, und unterschieden nun die niedrige hügeliche Küste der Wüste rechts in der Nähe der Stadt mit 100ten von Windmühlen bedeckt; die Pompejussäule tauchte im Hintergrunde auf, eine lange Reihe von Casernen und andern Häusern. Wir halten still und ein Lotsenschiff, mit Arabern bemannt, legt an und übernimmt die Führung des Dampfschiffs in den Hafen. Jetzt gingen wir hinunter, um Mittag zu essen, es war etwa 4 Uhr. Gegen 5 Uhr hörten wir den Anker hinabrollen; wir sind mit Essen fertig und schon fängt es an, dunkel zu werden. Nun ward schnell die Rechnung abgemacht, die Sachen genommen, in eine Barke geschleppt und bei Mondenschein landeten wir nach langer Fahrt über den Hafen an der Mole Alexandriens, etwa um 1/2 6 Uhr Abends. Der arabische Schiffsjunge ist mit seinem 5 Piasterstück nicht zufrieden, doch das kümmert uns nicht. Ein andrer Junge nimmt meinen Mantelsack, Jeder von uns ein andres Stück der Bagage und so geht es fort; bald macht man Halt und es heißt, die Sachen müßten auf der Douane die Nacht über bleiben; wir stehen wohl noch 1/4 Stunde in der lauen Nacht und hören einen Italiener eben dieser Schiffsoffiziere durch das Fernrohr und es verlautet, man könne Alexandrien sehen; allgemeine Bewegung gab sich Kund, ein allgemeines Schauen. Und siehe da, in der That zeigten sich einmal rechts die unzähligen Masten der ganzen egyptischen Flotte, und vor uns ragte die Säule des Leuchtthurmes, links ein castellartiges Gebäude aus den hellgrünen Fluthen auf. Ein eigenthümliches Gefühl, ich kann nicht sagen, welcher Art, ergriff mich bei dem Anblicke Africa’s, des Bodens, wo ich 2 Jahre meines Lebens hinbringen sollte. Wir kamen näher, und unterschieden nun die niedrige hügeliche Küste der Wüste rechts in der Nähe der Stadt mit 100ten von Windmühlen bedeckt; die Pompejussäule tauchte im Hintergrunde auf, eine lange Reihe von Casernen und andern Häusern. Wir halten still und ein Lotsenschiff, mit Arabern bemannt, legt an und übernimmt die Führung des Dampfschiffs in den Hafen. Jetzt gingen wir hinunter, um Mittag zu essen, es war etwa 4 Uhr. Gegen 5 Uhr hörten wir den Anker hinabrollen; wir sind mit Essen fertig und schon fängt es an, dunkel zu werden. Nun ward schnell die Rechnung abgemacht, die Sachen genommen, in eine Barke geschleppt und bei Mondenschein landeten wir nach langer Fahrt über den Hafen an der Mole Alexandriens, etwa um ½ 6 Uhr Abends. Der arabische Schiffsjunge ist mit seinem 5 Piasterstück nicht zufrieden, doch das kümmert uns nicht. Ein andrer Junge nimmt meinen Mantelsack, Jeder von uns ein andres Stück der Bagage und so geht es fort; bald macht man Halt und es heißt, die Sachen müßten auf der Douane die Nacht über bleiben; wir stehen wohl noch ¼ Stunde in der lauen Nacht und hören einen Italiener eben dieser <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0026" n="25"/> Schiffsoffiziere durch <choice><abbr>d</abbr><expan>das</expan></choice> Fernrohr <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> es verlautet<choice><sic/><corr>,</corr></choice> man könne <placeName>Alexandrien</placeName> sehen; allgemeine Bewegung gab sich Kund, ein allgemeines Schauen. 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Schiffsoffiziere durch d Fernrohr d es verlautet, man könne Alexandrien sehen; allgemeine Bewegung gab sich Kund, ein allgemeines Schauen. Und siehe da, in d That zeigten sich einmal rechts die unzähligen Masten der ganzen egyptischen Flotte, d vor uns ragte die Säule des Leuchtthurmes, links ein castellartiges Gebäude aus den hellgrünen Fluthen auf. Ein eigenthümliches Gefühl, ich kann nicht sagen, welcher Art, ergriff mich bei d Anblicke Africa’s, des Bodens, wo ich 2 Jahre meines Lebens hinbringen sollte. Wir kamen näher, d unterschieden nun die niedrige hügeliche Küste der Wüste rechts in d Nähe d Stadt mit 100 v Windmühlen bedeckt; die Pompejussäule tauchte im Hintergrunde auf, eine lange Reihe v Casernen d andern Häusern. Wir halten still d ein Lotsenschiff, mit Arabern bemannt, legt an d übernimmt die Führung des Dampfschiffs in d Hafen. Jetzt gingen wir hinunter, um Mittag zu essen, es war etwa 4 Uhr. Gegen 5 Uhr hörten wir den Anker hinabrollen; wir sind mit Essen fertig d schon fängt es an, dunkel zu werden. Nun ward schnell d Rechnung abgemacht, die Sachen genommen, in e Barke geschleppt d bei Mondenschein landeten wir nach langer Fahrt über den Hafen an d Mole Alexandriens, etwa um ½ 6 Uhr Abends. Der arab Schiffsjunge ist mit seinem 5 Piasterstück nicht zufrieden, doch das kümmert uns nicht. Ein andrer Junge nimmt meinen Mantelsack, Jeder v uns e andres Stück d Bagage d so geht es fort; bald macht m Halt d es heißt, die Sachen müßten auf d Douane die Nacht über bleiben; wir stehen wohl n ¼ Stunde in der lauen Nacht d hören einen Italiener eben dieser
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