Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser Von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneb. Ander Theil oder Agenda. Braunschweig, 1709.

Bild:
<< vorherige Seite

Es woll uns GOTT genädig seyn / der Gottesdienst geendiget.

CAP. VI. Von der Fasten-Zeit / für Ostern / und insonderheit der Marter-Wochen.
§. 1.

ES ist Unser gnädiger Wille und Meynung / daß die von Alters her so genandte Fasten-Zeit mit sonderbahrer Andacht zugebracht / und alles was daran hinderlich gäntzlich abgestellet werden solle.

§. 2.

Es sollen auch so wenig in der Fastnachts und allen folgenden Wochen biß auf Ostern / als in den vier Advents Wochen biß nach den Fest der heiligen drey Könige / wie auch in der Oster- und Pfingst-Woche keine Hochzeiten oder andere Freuden-Mahle ohne Speciale Dispensation gehalten werden.

§. 3.

Was die Verlesung und Erklärung der Historien von den Leyden und Sterben unsers HErrn JEsu Christi betrifft / so ist Unser gnädigste Verordnung / daß am Sonntage Esto mihi genandt / nach Anleitung des Evangelii, welches auf selbigen Tag von Alters verordnet / eine Vorbereitung und Eingang zu der gantzen Paßions-Histori gemachet werden soll.

§. 4.

Folgends soll die Historia der Paßion an ihr selbst entweder / wie dieselbe von einen Evangelisten beschrieben / oder aus den vier Evangelisten zusammen gezogen / die gantze Fasten durch der Gemeine vorgetragen / deutlich und einfältig erklähret / und also ausgetheilet werden / daß damit in der Nachmittages-Predigt auf Esto mihi angefangen / folgends so wol des Sonntags Nachmittags / als in denen Wochen Predigten continuiret / und also am stillen Freytage mit Erklährung der Beschreibung von den Tode und Begräbniß gäntzlich geendiget werden möge.

Es woll uns GOTT genädig seyn / der Gottesdienst geendiget.

CAP. VI. Von der Fasten-Zeit / für Ostern / und insonderheit der Marter-Wochen.
§. 1.

ES ist Unser gnädiger Wille und Meynung / daß die von Alters her so genandte Fasten-Zeit mit sonderbahrer Andacht zugebracht / und alles was daran hinderlich gäntzlich abgestellet werden solle.

§. 2.

Es sollen auch so wenig in der Fastnachts und allen folgenden Wochen biß auf Ostern / als in den vier Advents Wochen biß nach den Fest der heiligen drey Könige / wie auch in der Oster- und Pfingst-Woche keine Hochzeiten oder andere Freuden-Mahle ohne Speciale Dispensation gehalten werden.

§. 3.

Was die Verlesung und Erklärung der Historien von den Leyden und Sterben unsers HErrn JEsu Christi betrifft / so ist Unser gnädigste Verordnung / daß am Sonntage Esto mihi genandt / nach Anleitung des Evangelii, welches auf selbigen Tag von Alters verordnet / eine Vorbereitung und Eingang zu der gantzen Paßions-Histori gemachet werden soll.

§. 4.

Folgends soll die Historia der Paßion an ihr selbst entweder / wie dieselbe von einen Evangelisten beschrieben / oder aus den vier Evangelisten zusammen gezogen / die gantze Fasten durch der Gemeine vorgetragen / deutlich und einfältig erklähret / und also ausgetheilet werden / daß damit in der Nachmittages-Predigt auf Esto mihi angefangen / folgends so wol des Sonntags Nachmittags / als in denen Wochen Predigten continuiret / und also am stillen Freytage mit Erklährung der Beschreibung von den Tode und Begräbniß gäntzlich geendiget werden möge.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0030" n="26"/>
Es woll uns GOTT genädig seyn / der       Gottesdienst geendiget.</p>
      </div>
      <div>
        <head>CAP. VI. Von der Fasten-Zeit / für Ostern / und insonderheit der Marter-Wochen.<lb/></head>
      </div>
      <div>
        <head>§. 1.<lb/></head>
        <p>ES ist Unser gnädiger Wille und Meynung / daß die von Alters her so genandte Fasten-Zeit mit       sonderbahrer Andacht zugebracht / und alles was daran hinderlich gäntzlich abgestellet werden       solle.</p>
      </div>
      <div>
        <head>§. 2.<lb/></head>
        <p>Es sollen auch so wenig in der Fastnachts und allen folgenden Wochen biß auf Ostern / als in       den vier Advents Wochen biß nach den Fest der heiligen drey Könige / wie auch in der Oster- und       Pfingst-Woche keine Hochzeiten oder andere Freuden-Mahle ohne Speciale Dispensation gehalten       werden.</p>
      </div>
      <div>
        <head>§. 3.<lb/></head>
        <p>Was die Verlesung und Erklärung der Historien von den Leyden und Sterben unsers HErrn JEsu       Christi betrifft / so ist Unser gnädigste Verordnung / daß am Sonntage Esto mihi genandt / nach       Anleitung des Evangelii, welches auf selbigen Tag von Alters verordnet / eine Vorbereitung und       Eingang zu der gantzen Paßions-Histori gemachet werden soll.</p>
      </div>
      <div>
        <head>§. 4.<lb/></head>
        <p>Folgends soll die Historia der Paßion an ihr selbst entweder / wie dieselbe von einen       Evangelisten beschrieben / oder aus den vier Evangelisten zusammen gezogen / die gantze Fasten       durch der Gemeine vorgetragen / deutlich und einfältig erklähret / und also ausgetheilet werden       / daß damit in der Nachmittages-Predigt auf Esto mihi angefangen / folgends so wol des Sonntags       Nachmittags / als in denen Wochen Predigten continuiret / und also am stillen Freytage mit       Erklährung der Beschreibung von den Tode und Begräbniß gäntzlich geendiget werden möge.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[26/0030] Es woll uns GOTT genädig seyn / der Gottesdienst geendiget. CAP. VI. Von der Fasten-Zeit / für Ostern / und insonderheit der Marter-Wochen. §. 1. ES ist Unser gnädiger Wille und Meynung / daß die von Alters her so genandte Fasten-Zeit mit sonderbahrer Andacht zugebracht / und alles was daran hinderlich gäntzlich abgestellet werden solle. §. 2. Es sollen auch so wenig in der Fastnachts und allen folgenden Wochen biß auf Ostern / als in den vier Advents Wochen biß nach den Fest der heiligen drey Könige / wie auch in der Oster- und Pfingst-Woche keine Hochzeiten oder andere Freuden-Mahle ohne Speciale Dispensation gehalten werden. §. 3. Was die Verlesung und Erklärung der Historien von den Leyden und Sterben unsers HErrn JEsu Christi betrifft / so ist Unser gnädigste Verordnung / daß am Sonntage Esto mihi genandt / nach Anleitung des Evangelii, welches auf selbigen Tag von Alters verordnet / eine Vorbereitung und Eingang zu der gantzen Paßions-Histori gemachet werden soll. §. 4. Folgends soll die Historia der Paßion an ihr selbst entweder / wie dieselbe von einen Evangelisten beschrieben / oder aus den vier Evangelisten zusammen gezogen / die gantze Fasten durch der Gemeine vorgetragen / deutlich und einfältig erklähret / und also ausgetheilet werden / daß damit in der Nachmittages-Predigt auf Esto mihi angefangen / folgends so wol des Sonntags Nachmittags / als in denen Wochen Predigten continuiret / und also am stillen Freytage mit Erklährung der Beschreibung von den Tode und Begräbniß gäntzlich geendiget werden möge.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung02_1709
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung02_1709/30
Zitationshilfe: Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser Von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneb. Ander Theil oder Agenda. Braunschweig, 1709, S. 26. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung02_1709/30>, abgerufen am 07.05.2021.