Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709.

Bild:
<< vorherige Seite

nicht gehörigen Fragen gäntzlich abstrahiren / Und hingegen nur dahin sehen / wie Sie juxta captum der Kinder und des Gesindes einem jeden die heilsahmen Lehren deutlich beybringen und nach dem rechten Verstande wol begreiffen machen.

IV. Damit auch die Prediger bey dem officio homiletico die principia Theologiae desto besser in Gedächtniß conserviren mögen / so sollen die Superintendenten mit Ihren untergebenen Predigern zu gewissen Zeiten ordentliche Colloquia anstellen / und dero Behuff über die vor einigen Jahren heraus gegebene aus der Augsburgischen Confession gezogene theses mit einander communiciren / und die einem oder dem andern bey dem vorhabendem loco Theologico beyfallende dubia durch eine glimpffliche discussion resolviren.

V. Dieweil aber nicht gnug daß die Prediger das Ambt der Lehre gebührlich führen / sondern zugleich mit erfodert wird / daß Sie die Lehre mit ihrem Leben öffentlich für dem Volcke beweisen und ihren anvertraueten Heerden als Vorbilde mit erbaulichen exempeln vorgehen; So sollen die Prediger vor allen Dingen sich eines gottesfürchtigen ohnsträfflichen Wandels befleisßigen / damit Ihr Leben mit der Lehre überein kommen / und niemand geärgert werden / und nicht nöhtig seyn möge jemanden wegen ungebührlichen und ärgerlichen Lebens seines Pfarr-Dienstes zu entsetzen.

VI. Ob auch zwar die Prediger schuldig seyn / wann zwischen einigen Ihrer Seelen-Sorge anbefohlenen

nicht gehörigen Fragen gäntzlich abstrahiren / Und hingegen nur dahin sehen / wie Sie juxta captum der Kinder und des Gesindes einem jeden die heilsahmen Lehren deutlich beybringen und nach dem rechten Verstande wol begreiffen machen.

IV. Damit auch die Prediger bey dem officio homiletico die principia Theologiae desto besser in Gedächtniß conserviren mögen / so sollen die Superintendenten mit Ihren untergebenen Predigern zu gewissen Zeiten ordentliche Colloquia anstellen / und dero Behuff über die vor einigen Jahren heraus gegebene aus der Augsburgischen Confession gezogene theses mit einander communiciren / und die einem oder dem andern bey dem vorhabendem loco Theologico beyfallende dubia durch eine glimpffliche discussion resolviren.

V. Dieweil aber nicht gnug daß die Prediger das Ambt der Lehre gebührlich führen / sondern zugleich mit erfodert wird / daß Sie die Lehre mit ihrem Leben öffentlich für dem Volcke beweisen und ihren anvertraueten Heerden als Vorbilde mit erbaulichen exempeln vorgehen; So sollen die Prediger vor allen Dingen sich eines gottesfürchtigen ohnsträfflichen Wandels befleisßigen / damit Ihr Leben mit der Lehre überein kommen / und niemand geärgert werden / und nicht nöhtig seyn möge jemanden wegen ungebührlichen und ärgerlichen Lebens seines Pfarr-Dienstes zu entsetzen.

VI. Ob auch zwar die Prediger schuldig seyn / wann zwischen einigen Ihrer Seelen-Sorge anbefohlenen

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0019" n="19"/>
nicht gehörigen Fragen gäntzlich abstrahiren / Und hingegen nur dahin sehen /                      wie Sie juxta captum der Kinder und des Gesindes einem jeden die heilsahmen                      Lehren deutlich beybringen und nach dem rechten Verstande wol begreiffen machen.</p>
        <p>IV. Damit auch die Prediger bey dem officio homiletico die principia Theologiae                      desto besser in Gedächtniß conserviren mögen / so sollen die Superintendenten                      mit Ihren untergebenen Predigern zu gewissen Zeiten ordentliche Colloquia                      anstellen / und dero Behuff über die vor einigen Jahren heraus gegebene aus der                      Augsburgischen Confession gezogene theses mit einander communiciren / und die                      einem oder dem andern bey dem vorhabendem loco Theologico beyfallende dubia                      durch eine glimpffliche discussion resolviren.</p>
        <p>V. Dieweil aber nicht gnug daß die Prediger das Ambt der Lehre gebührlich führen                      / sondern zugleich mit erfodert wird / daß Sie die Lehre mit ihrem Leben                      öffentlich für dem Volcke beweisen und ihren anvertraueten Heerden als Vorbilde                      mit erbaulichen exempeln vorgehen; So sollen die Prediger vor allen Dingen sich                      eines gottesfürchtigen ohnsträfflichen Wandels befleisßigen / damit Ihr Leben                      mit der Lehre überein kommen / und niemand geärgert werden / und nicht nöhtig                      seyn möge jemanden wegen ungebührlichen und ärgerlichen Lebens seines                      Pfarr-Dienstes zu entsetzen.</p>
        <p>VI. Ob auch zwar die Prediger schuldig seyn / wann zwischen einigen Ihrer                      Seelen-Sorge anbefohlenen
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[19/0019] nicht gehörigen Fragen gäntzlich abstrahiren / Und hingegen nur dahin sehen / wie Sie juxta captum der Kinder und des Gesindes einem jeden die heilsahmen Lehren deutlich beybringen und nach dem rechten Verstande wol begreiffen machen. IV. Damit auch die Prediger bey dem officio homiletico die principia Theologiae desto besser in Gedächtniß conserviren mögen / so sollen die Superintendenten mit Ihren untergebenen Predigern zu gewissen Zeiten ordentliche Colloquia anstellen / und dero Behuff über die vor einigen Jahren heraus gegebene aus der Augsburgischen Confession gezogene theses mit einander communiciren / und die einem oder dem andern bey dem vorhabendem loco Theologico beyfallende dubia durch eine glimpffliche discussion resolviren. V. Dieweil aber nicht gnug daß die Prediger das Ambt der Lehre gebührlich führen / sondern zugleich mit erfodert wird / daß Sie die Lehre mit ihrem Leben öffentlich für dem Volcke beweisen und ihren anvertraueten Heerden als Vorbilde mit erbaulichen exempeln vorgehen; So sollen die Prediger vor allen Dingen sich eines gottesfürchtigen ohnsträfflichen Wandels befleisßigen / damit Ihr Leben mit der Lehre überein kommen / und niemand geärgert werden / und nicht nöhtig seyn möge jemanden wegen ungebührlichen und ärgerlichen Lebens seines Pfarr-Dienstes zu entsetzen. VI. Ob auch zwar die Prediger schuldig seyn / wann zwischen einigen Ihrer Seelen-Sorge anbefohlenen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/19
Zitationshilfe: Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709, S. 19. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/19>, abgerufen am 17.05.2021.