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Allgemeine Zeitung. Nr. 21. Augsburg, 21. Januar 1840.

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sich hierüber in Auseinandersetzungen, in die wir ihm nicht folgen können; nur nachstehende, dem Rufe deutscher Sittlichkeit zu nahe tretende Bemerkung wollen wir ausheben: "Die öffentliche Meinung in England," sagt er, "das englische Volksgewissen ist gegen getrennte Haushaltungen zwischen Mann und Weib, und die achtbarsten Familien selbst unsers höchsten Adels vermeiden solche Trennungen. In Deutschland freilich herrscht hinsichtlich des ehelichen Bandes und der geschlechtlichen Moralität überhaupt eine notorische Lockerheit der Begriffe, die jedem Reisenden auffällt." Diese wenig schmeichelhafte Ansicht des Spectator über deutsche Moralien findet man in der That unter den auf dem Continent reisenden Engländern fast allgemein verbreitet. Die "Briefe eines Verstorbenen," Gunters "Sittenbuch," die englische "Criminal Conversations Gazette" und so mancher fashionable englische Roman voll lüsterner Pruderie, wie z. B. "Cheveley" von Lady Bulwer, beantworten den Vorwurf wenigstens insofern, als sie beweisen, daß derselbe with a bad grace von Alt-England ausgeht. An eleganten Frauen, welche die Ehe als eine Art saint-simonistische Emancipation betrachten, und in unsrer neueren christlichen Civilisation ihren Ehrgeiz darein setzen, dieselbe "geistreiche" Rolle in der Gesellschaft zu spielen, die das griechische Heidenthum den Hetären überließ - und dazu an Männern, denen diese neuere Civilisation wohl zusagt, mag allerdings in Deutschland so wenig Mangel seyn, als in anderer Herren Ländern; doch ist Deutschland zur Zeit gewiß noch so gut wie England berechtigt, diese Fälle als Ausnahmen, und nicht als die Regel zu betrachten. - Schließlich bemerkt der Spectator, wenn das Whigministerium auf eine große Apanage im Parlament antrage, so sey dieß erklärlich, da dasselbe nur durch Hofgunst sein kümmerliches Daseyn friste; wenn hingegen die Tories die Motion in der Hoffnung unterstützen, sich dadurch mit dem Hofe freundlicher zu stellen, so seyen sie in einem argen Irrthum befangen. "Eine solche Taktik würde ihnen nur bei dem Volke schaden, ohne ihnen bei Hof etwas zu nützen. Auf dieser Seite haben sie tödtlich beleidigt, und das Haus Braunschweig vergißt nicht leicht. Wünschen sie die Regierung, so müssen sie sie erobern. Georg III würde eben so gern freiwillig nach Charles James Fox geschickt haben, wie Victoria I nach Sir Robert Peel, oder um ein näher liegendes Beispiel zu wählen, Sir Robert mag eben so lang auf eine Einladung zu Uebernahme des Ministeriums warten, als Lord Melbourne im Jahr 1835 auf eine Einladung zur Tafel Wilhelms IV hätte warten dürfen." - Unter andern Unterhaltungen, die man vorbereitet, wird auch die Anwerbung einer deutschen Schauspielergesellschaft genannt, die im Lyceum oder in dem neuen Theater in der Oxfordstraße spielen werde.

Die Herzogin von Kent hat den Obrist G. Couper zu ihrem ersten Stallmeister und Haushofmeister (als Sir J. Conroy's Nachfolger) ernannt.

Am 9 Jan. starb in Kelbourne-House, dem Landsitze des Grafen v. Glasgow, die verwittwete Marquisin v. Hastings, Mutter der im vorigen Jahre so oft genannten unglücklichen Lady Flora Hastings, im 60sten Jahr ihres Lebens. Nach der Meinung ihres Arztes hat Gemüthskrankheit ihren Tod, wenn nicht veranlaßt, doch beschleunigt.

Gestern (13) fand in der Wohnung des Lordkanzlers Lord Cottenham, in der Bruton-Street, ein Cabinetsrath statt. Es heißt jetzt, nicht der Herzog von Somerset, sondern der Herzog von Sussex werde die ministerielle Adresse auf die Thronrede im Oberhaus vorschlagen.

Am 11 Jan. kam man vor den Assisen in Monmouth mit der Abhör der Belastungszeugen gegen Zephaniah Williams zu Ende; seine beiden Rechtsbeistände, die Advocaten HH. Thomas und Rickards, hielten dann ihre Vertheidigungsreden, und beriefen einige Entlastungszeugen. Auf Befragen des Oberrichters Tindal erklärte der Angeklagte, er habe dem Plaidoyer seiner Vertheidiger etwas beizufügen. Am 13, bis wohin die Verhandlungen vertagt wurden, wieder vor die Schranken gestellt, wurde Williams von den Richtern aufgefordert, nun das vorzubringen, was er zu sagen habe. Williams wurde todtenbleich, schwieg einige Minuten und sprach dann mit bebender Stimme: "Mylords und Gentlemen von der Jury, ich bin dessen, worauf man mich angeklagt hat, ganz unschuldig. Ich habe nie solche Gedanken gehabt, wie man sie mir beilegt. Was die verhörten Zeugen ausgesagt haben, versichere ich Sie, ist ganz und gar falsch - wenigstens der größte Theil davon. Ich habe nie im entferntesten daran gedacht, mich wider die Königin zu empören, so wahr mir Gott helfe!" Hier gerieth jeder Zug im Gesichte des Angeklagten in ein convulsivisches Zucken; seine Augen schlossen sich, und als er sie wieder öffnete, schien er alle Sehkraft verloren zu haben. Er stützte den Kopf in die Hand, und schien ohnmächtig zurücksinken zu wollen. Nach einer Pause fragte der Richter Parke: "Ich das alles, was Ihr zu sagen wünschtet?" Williams: "Das ist alles, Mylord." Der Gerichtshof forderte nun den Attorney-General auf, fortzufahren. Sir J. Campbell hielt eine lange Verfolgungsrede. Nachdem hierauf der Richter Parke die Verhandlungen unparteiisch resumirt hatte, zog sich die Jury zurück. Nach einer Abwesenheit von 25 Minuten kehrte sie zurück, und sprach über Z. Williams dasselbe Verdict wie über Frost aus: "Schuldig, aber der Gnade zu empfehlen." Der Verurtheilte, der während der Verhandlungen so fürchterlich ergriffen war, vernahm doch jetzt den Spruch der Jury mit Festigkeit und Ruhe. Noch an demselben Abend wurde mit der Bildung der Petty Jury für den angeklagten dritten Insurgentenanführer, den Uhrmacher William Jones, begonnen. Die übrigen neun auf Hochverrath Angeklagten sollen dann in Einer bill of indictment zusammengefaßt werden. Frost ist im Gefängniß fast ausschließlich mit seiner Bibel und seinem Gebetbuch beschäftigt.

Zu Dewsbury (Yorkshire) sollen am 11 Abends, einer Correspondenz in der Times zufolge, bedeutende Ruhestörungen vorgefallen seyn: bewaffnete Volkshaufen - ob Chartisten, ist nicht gesagt - zogen durch die Straßen, schossen, warfen Fenster ein, und schlugen die Scharwacht in die Flucht. Welchen Zweck diese Unruhen hatten, findet sich ebenfalls nicht angegeben. Andere Blätter sehen darin einen ganz unerheblichen Auflauf, zumal da man zur Dämpfung desselben die Herbeiziehung von Militär nicht nöthig fand.

Am 10 Jan. ward in dem Abbaystreet-Theater in Dublin die (Nr. 11 der Allg. Ztg.) erwähnte große liberale Versammlung gehalten, die den Zweck hatte, einmal die Registrirung der liberalen Wähler in ganz Irland so gut als nur möglich zu organisiren, und dann gegen den Versuch einer Wiederherstellung der Orangistenherrschaft in Irland zu protestiren. Fast sämmtliche liberale Ober- und Unterhausmitglieder Irlands nahmen an dem Meeting Theil. Ihr bemerkenswerthestes Ergebniß war eine von dem Herzog v. Leinster und dem Grafen v. Charlemont ausgehende energische Adresse für Irlands gutes Recht an das Volk von Großbritannien, die von O'Connell nachdrücklich unterstützt und mit Zuruf angenommen wurde.

Ein Sonntagsblatt will wissen, dem Ex-Herzog Karl von Braunschweig, der nach Frankreich reisen wollte, sey von der französischen Gesandtschaft in London der Paß verweigert worden.

Vor einigen Tagen starb in London, 88 Jahre alt, eine weiland beliebte Schriftstellerin, die verwittibte Gräfin d'Arblay


sich hierüber in Auseinandersetzungen, in die wir ihm nicht folgen können; nur nachstehende, dem Rufe deutscher Sittlichkeit zu nahe tretende Bemerkung wollen wir ausheben: „Die öffentliche Meinung in England,“ sagt er, „das englische Volksgewissen ist gegen getrennte Haushaltungen zwischen Mann und Weib, und die achtbarsten Familien selbst unsers höchsten Adels vermeiden solche Trennungen. In Deutschland freilich herrscht hinsichtlich des ehelichen Bandes und der geschlechtlichen Moralität überhaupt eine notorische Lockerheit der Begriffe, die jedem Reisenden auffällt.“ Diese wenig schmeichelhafte Ansicht des Spectator über deutsche Moralien findet man in der That unter den auf dem Continent reisenden Engländern fast allgemein verbreitet. Die „Briefe eines Verstorbenen,“ Gunters „Sittenbuch,“ die englische „Criminal Conversations Gazette“ und so mancher fashionable englische Roman voll lüsterner Pruderie, wie z. B. „Cheveley“ von Lady Bulwer, beantworten den Vorwurf wenigstens insofern, als sie beweisen, daß derselbe with a bad grace von Alt-England ausgeht. An eleganten Frauen, welche die Ehe als eine Art saint-simonistische Emancipation betrachten, und in unsrer neueren christlichen Civilisation ihren Ehrgeiz darein setzen, dieselbe „geistreiche“ Rolle in der Gesellschaft zu spielen, die das griechische Heidenthum den Hetären überließ – und dazu an Männern, denen diese neuere Civilisation wohl zusagt, mag allerdings in Deutschland so wenig Mangel seyn, als in anderer Herren Ländern; doch ist Deutschland zur Zeit gewiß noch so gut wie England berechtigt, diese Fälle als Ausnahmen, und nicht als die Regel zu betrachten. – Schließlich bemerkt der Spectator, wenn das Whigministerium auf eine große Apanage im Parlament antrage, so sey dieß erklärlich, da dasselbe nur durch Hofgunst sein kümmerliches Daseyn friste; wenn hingegen die Tories die Motion in der Hoffnung unterstützen, sich dadurch mit dem Hofe freundlicher zu stellen, so seyen sie in einem argen Irrthum befangen. „Eine solche Taktik würde ihnen nur bei dem Volke schaden, ohne ihnen bei Hof etwas zu nützen. Auf dieser Seite haben sie tödtlich beleidigt, und das Haus Braunschweig vergißt nicht leicht. Wünschen sie die Regierung, so müssen sie sie erobern. Georg III würde eben so gern freiwillig nach Charles James Fox geschickt haben, wie Victoria I nach Sir Robert Peel, oder um ein näher liegendes Beispiel zu wählen, Sir Robert mag eben so lang auf eine Einladung zu Uebernahme des Ministeriums warten, als Lord Melbourne im Jahr 1835 auf eine Einladung zur Tafel Wilhelms IV hätte warten dürfen.“ – Unter andern Unterhaltungen, die man vorbereitet, wird auch die Anwerbung einer deutschen Schauspielergesellschaft genannt, die im Lyceum oder in dem neuen Theater in der Oxfordstraße spielen werde.

Die Herzogin von Kent hat den Obrist G. Couper zu ihrem ersten Stallmeister und Haushofmeister (als Sir J. Conroy's Nachfolger) ernannt.

Am 9 Jan. starb in Kelbourne-House, dem Landsitze des Grafen v. Glasgow, die verwittwete Marquisin v. Hastings, Mutter der im vorigen Jahre so oft genannten unglücklichen Lady Flora Hastings, im 60sten Jahr ihres Lebens. Nach der Meinung ihres Arztes hat Gemüthskrankheit ihren Tod, wenn nicht veranlaßt, doch beschleunigt.

Gestern (13) fand in der Wohnung des Lordkanzlers Lord Cottenham, in der Bruton-Street, ein Cabinetsrath statt. Es heißt jetzt, nicht der Herzog von Somerset, sondern der Herzog von Sussex werde die ministerielle Adresse auf die Thronrede im Oberhaus vorschlagen.

Am 11 Jan. kam man vor den Assisen in Monmouth mit der Abhör der Belastungszeugen gegen Zephaniah Williams zu Ende; seine beiden Rechtsbeistände, die Advocaten HH. Thomas und Rickards, hielten dann ihre Vertheidigungsreden, und beriefen einige Entlastungszeugen. Auf Befragen des Oberrichters Tindal erklärte der Angeklagte, er habe dem Plaidoyer seiner Vertheidiger etwas beizufügen. Am 13, bis wohin die Verhandlungen vertagt wurden, wieder vor die Schranken gestellt, wurde Williams von den Richtern aufgefordert, nun das vorzubringen, was er zu sagen habe. Williams wurde todtenbleich, schwieg einige Minuten und sprach dann mit bebender Stimme: „Mylords und Gentlemen von der Jury, ich bin dessen, worauf man mich angeklagt hat, ganz unschuldig. Ich habe nie solche Gedanken gehabt, wie man sie mir beilegt. Was die verhörten Zeugen ausgesagt haben, versichere ich Sie, ist ganz und gar falsch – wenigstens der größte Theil davon. Ich habe nie im entferntesten daran gedacht, mich wider die Königin zu empören, so wahr mir Gott helfe!“ Hier gerieth jeder Zug im Gesichte des Angeklagten in ein convulsivisches Zucken; seine Augen schlossen sich, und als er sie wieder öffnete, schien er alle Sehkraft verloren zu haben. Er stützte den Kopf in die Hand, und schien ohnmächtig zurücksinken zu wollen. Nach einer Pause fragte der Richter Parke: „Ich das alles, was Ihr zu sagen wünschtet?“ Williams: „Das ist alles, Mylord.“ Der Gerichtshof forderte nun den Attorney-General auf, fortzufahren. Sir J. Campbell hielt eine lange Verfolgungsrede. Nachdem hierauf der Richter Parke die Verhandlungen unparteiisch resumirt hatte, zog sich die Jury zurück. Nach einer Abwesenheit von 25 Minuten kehrte sie zurück, und sprach über Z. Williams dasselbe Verdict wie über Frost aus: „Schuldig, aber der Gnade zu empfehlen.“ Der Verurtheilte, der während der Verhandlungen so fürchterlich ergriffen war, vernahm doch jetzt den Spruch der Jury mit Festigkeit und Ruhe. Noch an demselben Abend wurde mit der Bildung der Petty Jury für den angeklagten dritten Insurgentenanführer, den Uhrmacher William Jones, begonnen. Die übrigen neun auf Hochverrath Angeklagten sollen dann in Einer bill of indictment zusammengefaßt werden. Frost ist im Gefängniß fast ausschließlich mit seiner Bibel und seinem Gebetbuch beschäftigt.

Zu Dewsbury (Yorkshire) sollen am 11 Abends, einer Correspondenz in der Times zufolge, bedeutende Ruhestörungen vorgefallen seyn: bewaffnete Volkshaufen – ob Chartisten, ist nicht gesagt – zogen durch die Straßen, schossen, warfen Fenster ein, und schlugen die Scharwacht in die Flucht. Welchen Zweck diese Unruhen hatten, findet sich ebenfalls nicht angegeben. Andere Blätter sehen darin einen ganz unerheblichen Auflauf, zumal da man zur Dämpfung desselben die Herbeiziehung von Militär nicht nöthig fand.

Am 10 Jan. ward in dem Abbaystreet-Theater in Dublin die (Nr. 11 der Allg. Ztg.) erwähnte große liberale Versammlung gehalten, die den Zweck hatte, einmal die Registrirung der liberalen Wähler in ganz Irland so gut als nur möglich zu organisiren, und dann gegen den Versuch einer Wiederherstellung der Orangistenherrschaft in Irland zu protestiren. Fast sämmtliche liberale Ober- und Unterhausmitglieder Irlands nahmen an dem Meeting Theil. Ihr bemerkenswerthestes Ergebniß war eine von dem Herzog v. Leinster und dem Grafen v. Charlemont ausgehende energische Adresse für Irlands gutes Recht an das Volk von Großbritannien, die von O'Connell nachdrücklich unterstützt und mit Zuruf angenommen wurde.

Ein Sonntagsblatt will wissen, dem Ex-Herzog Karl von Braunschweig, der nach Frankreich reisen wollte, sey von der französischen Gesandtschaft in London der Paß verweigert worden.

Vor einigen Tagen starb in London, 88 Jahre alt, eine weiland beliebte Schriftstellerin, die verwittibte Gräfin d'Arblay

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[0162/0002] sich hierüber in Auseinandersetzungen, in die wir ihm nicht folgen können; nur nachstehende, dem Rufe deutscher Sittlichkeit zu nahe tretende Bemerkung wollen wir ausheben: „Die öffentliche Meinung in England,“ sagt er, „das englische Volksgewissen ist gegen getrennte Haushaltungen zwischen Mann und Weib, und die achtbarsten Familien selbst unsers höchsten Adels vermeiden solche Trennungen. In Deutschland freilich herrscht hinsichtlich des ehelichen Bandes und der geschlechtlichen Moralität überhaupt eine notorische Lockerheit der Begriffe, die jedem Reisenden auffällt.“ Diese wenig schmeichelhafte Ansicht des Spectator über deutsche Moralien findet man in der That unter den auf dem Continent reisenden Engländern fast allgemein verbreitet. Die „Briefe eines Verstorbenen,“ Gunters „Sittenbuch,“ die englische „Criminal Conversations Gazette“ und so mancher fashionable englische Roman voll lüsterner Pruderie, wie z. B. „Cheveley“ von Lady Bulwer, beantworten den Vorwurf wenigstens insofern, als sie beweisen, daß derselbe with a bad grace von Alt-England ausgeht. An eleganten Frauen, welche die Ehe als eine Art saint-simonistische Emancipation betrachten, und in unsrer neueren christlichen Civilisation ihren Ehrgeiz darein setzen, dieselbe „geistreiche“ Rolle in der Gesellschaft zu spielen, die das griechische Heidenthum den Hetären überließ – und dazu an Männern, denen diese neuere Civilisation wohl zusagt, mag allerdings in Deutschland so wenig Mangel seyn, als in anderer Herren Ländern; doch ist Deutschland zur Zeit gewiß noch so gut wie England berechtigt, diese Fälle als Ausnahmen, und nicht als die Regel zu betrachten. – Schließlich bemerkt der Spectator, wenn das Whigministerium auf eine große Apanage im Parlament antrage, so sey dieß erklärlich, da dasselbe nur durch Hofgunst sein kümmerliches Daseyn friste; wenn hingegen die Tories die Motion in der Hoffnung unterstützen, sich dadurch mit dem Hofe freundlicher zu stellen, so seyen sie in einem argen Irrthum befangen. „Eine solche Taktik würde ihnen nur bei dem Volke schaden, ohne ihnen bei Hof etwas zu nützen. Auf dieser Seite haben sie tödtlich beleidigt, und das Haus Braunschweig vergißt nicht leicht. Wünschen sie die Regierung, so müssen sie sie erobern. Georg III würde eben so gern freiwillig nach Charles James Fox geschickt haben, wie Victoria I nach Sir Robert Peel, oder um ein näher liegendes Beispiel zu wählen, Sir Robert mag eben so lang auf eine Einladung zu Uebernahme des Ministeriums warten, als Lord Melbourne im Jahr 1835 auf eine Einladung zur Tafel Wilhelms IV hätte warten dürfen.“ – Unter andern Unterhaltungen, die man vorbereitet, wird auch die Anwerbung einer deutschen Schauspielergesellschaft genannt, die im Lyceum oder in dem neuen Theater in der Oxfordstraße spielen werde. Die Herzogin von Kent hat den Obrist G. Couper zu ihrem ersten Stallmeister und Haushofmeister (als Sir J. Conroy's Nachfolger) ernannt. Am 9 Jan. starb in Kelbourne-House, dem Landsitze des Grafen v. Glasgow, die verwittwete Marquisin v. Hastings, Mutter der im vorigen Jahre so oft genannten unglücklichen Lady Flora Hastings, im 60sten Jahr ihres Lebens. Nach der Meinung ihres Arztes hat Gemüthskrankheit ihren Tod, wenn nicht veranlaßt, doch beschleunigt. Gestern (13) fand in der Wohnung des Lordkanzlers Lord Cottenham, in der Bruton-Street, ein Cabinetsrath statt. Es heißt jetzt, nicht der Herzog von Somerset, sondern der Herzog von Sussex werde die ministerielle Adresse auf die Thronrede im Oberhaus vorschlagen. Am 11 Jan. kam man vor den Assisen in Monmouth mit der Abhör der Belastungszeugen gegen Zephaniah Williams zu Ende; seine beiden Rechtsbeistände, die Advocaten HH. Thomas und Rickards, hielten dann ihre Vertheidigungsreden, und beriefen einige Entlastungszeugen. Auf Befragen des Oberrichters Tindal erklärte der Angeklagte, er habe dem Plaidoyer seiner Vertheidiger etwas beizufügen. Am 13, bis wohin die Verhandlungen vertagt wurden, wieder vor die Schranken gestellt, wurde Williams von den Richtern aufgefordert, nun das vorzubringen, was er zu sagen habe. Williams wurde todtenbleich, schwieg einige Minuten und sprach dann mit bebender Stimme: „Mylords und Gentlemen von der Jury, ich bin dessen, worauf man mich angeklagt hat, ganz unschuldig. Ich habe nie solche Gedanken gehabt, wie man sie mir beilegt. Was die verhörten Zeugen ausgesagt haben, versichere ich Sie, ist ganz und gar falsch – wenigstens der größte Theil davon. Ich habe nie im entferntesten daran gedacht, mich wider die Königin zu empören, so wahr mir Gott helfe!“ Hier gerieth jeder Zug im Gesichte des Angeklagten in ein convulsivisches Zucken; seine Augen schlossen sich, und als er sie wieder öffnete, schien er alle Sehkraft verloren zu haben. Er stützte den Kopf in die Hand, und schien ohnmächtig zurücksinken zu wollen. Nach einer Pause fragte der Richter Parke: „Ich das alles, was Ihr zu sagen wünschtet?“ Williams: „Das ist alles, Mylord.“ Der Gerichtshof forderte nun den Attorney-General auf, fortzufahren. Sir J. Campbell hielt eine lange Verfolgungsrede. Nachdem hierauf der Richter Parke die Verhandlungen unparteiisch resumirt hatte, zog sich die Jury zurück. Nach einer Abwesenheit von 25 Minuten kehrte sie zurück, und sprach über Z. Williams dasselbe Verdict wie über Frost aus: „Schuldig, aber der Gnade zu empfehlen.“ Der Verurtheilte, der während der Verhandlungen so fürchterlich ergriffen war, vernahm doch jetzt den Spruch der Jury mit Festigkeit und Ruhe. Noch an demselben Abend wurde mit der Bildung der Petty Jury für den angeklagten dritten Insurgentenanführer, den Uhrmacher William Jones, begonnen. Die übrigen neun auf Hochverrath Angeklagten sollen dann in Einer bill of indictment zusammengefaßt werden. Frost ist im Gefängniß fast ausschließlich mit seiner Bibel und seinem Gebetbuch beschäftigt. Zu Dewsbury (Yorkshire) sollen am 11 Abends, einer Correspondenz in der Times zufolge, bedeutende Ruhestörungen vorgefallen seyn: bewaffnete Volkshaufen – ob Chartisten, ist nicht gesagt – zogen durch die Straßen, schossen, warfen Fenster ein, und schlugen die Scharwacht in die Flucht. Welchen Zweck diese Unruhen hatten, findet sich ebenfalls nicht angegeben. Andere Blätter sehen darin einen ganz unerheblichen Auflauf, zumal da man zur Dämpfung desselben die Herbeiziehung von Militär nicht nöthig fand. Am 10 Jan. ward in dem Abbaystreet-Theater in Dublin die (Nr. 11 der Allg. Ztg.) erwähnte große liberale Versammlung gehalten, die den Zweck hatte, einmal die Registrirung der liberalen Wähler in ganz Irland so gut als nur möglich zu organisiren, und dann gegen den Versuch einer Wiederherstellung der Orangistenherrschaft in Irland zu protestiren. Fast sämmtliche liberale Ober- und Unterhausmitglieder Irlands nahmen an dem Meeting Theil. Ihr bemerkenswerthestes Ergebniß war eine von dem Herzog v. Leinster und dem Grafen v. Charlemont ausgehende energische Adresse für Irlands gutes Recht an das Volk von Großbritannien, die von O'Connell nachdrücklich unterstützt und mit Zuruf angenommen wurde. Ein Sonntagsblatt will wissen, dem Ex-Herzog Karl von Braunschweig, der nach Frankreich reisen wollte, sey von der französischen Gesandtschaft in London der Paß verweigert worden. Vor einigen Tagen starb in London, 88 Jahre alt, eine weiland beliebte Schriftstellerin, die verwittibte Gräfin d'Arblay

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Deutsches Textarchiv: Bereitstellung der Texttranskription. (2016-06-28T11:37:15Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition. (2016-06-28T11:37:15Z)

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Zitationshilfe: Allgemeine Zeitung. Nr. 21. Augsburg, 21. Januar 1840, S. 0162. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/augsburgerallgemeine_021_18400121/2>, abgerufen am 13.04.2024.