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Banner, Christoph: Trewer Lehrer Dreyfache Ehren-Seule. Oels, 1652.

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Parentations- und
Lutherus
Tom. 1.
Epist. 179.
ad Georg.
Spalati-
num.
rium positus, ministerio desim: & reus inveniar impii
silentii, neglectae veritatis, & tot millium animarum.

Darnach sollen Lehrer und Prediger auch graben/
den werthen Trost-Brunnen des H. Evangelii: Sie
müssen nicht lauter Straff-Prediger sein/ sondern auch
Ps. 87. v. 7.TrostPrediger. Sie müssen wie die Sänger im Geist-
Apoc. 15.
.
3.
lichen Sion eines umbs ander singen Psal. 87. bald das
Lied Mosts/ bald das Lied des Lambs. Apoc. 15. Bald
Exod. 3.
.
1.
müssen sie die Schäflein an den Berg Horeb zum fewri-
Exod. 20.
.
19.
gen Pusche/ mit Mose Exod. 3. oder zum Berge Sinai/
Ezech. 18.
v.
32.
Exod. 20. treiben/ daß sie zum erkentnüß ihrer Sünden
mögen gebracht werden/ und leben. Ezech. 18. Bald müs-
sen Sie sie führen zum Berge Sion/ daß sie in ihren Sün-
den nicht verzagen. Das ist das süsse Holtz des Lebens/
Exod. 15.
.
23.
daß sie in das bittere Gesetz-Marah legen müssen. Exod.
15. Das Evangelische Krafft-Mehl/ daß sie müssen unter
2. Reg. 4.
v.
39.
die bittere Gesetz-Colochinten mischen/ wie Elisa. 2. Reg. 4.
Daß ist das Oel/ daß sie neben dem Sinaischen Schle-
en-Wein in die Gewissens Wunden giessen müssen/ wie
Luc. 10. 34der Samariter. Luc. 10. Das ist der Sanft-Stab des E-
vangelii/ den sie nebenst dem Weh-Stab des Gesetzes
Zach. 11. 7.brauchen müssen. Zach. 11. Und also in acht nehmen/ wel-
1. Cor. 3.
.
2.
chen Milch oder starcke Speise gebühre/ wie St. Paulus
saget. 1. Cor. 3.

Nebenst diesem sollen und müssen die Geistlichen Brun-
nen-Graber auch fleißige und genawe auffstcht haben/ da-
mit die Brünleiu Jsraelis/ des thewren werthen Wortes
Gottes/ durch schädliches Gifft/ irriger und falscher Lehre/
Gen. 26. v.
18. 19.
nicht möchten vergiftet und verunsaubert werden. Es
stund trawtig und elend/ da die Philister auß neid gegen
Jsaac/ die Brunnen so Abraham gegraben/ verstopsten:
deßwegen muste sie Jsaac und seine Knechte wieder eröf-

nen/

Parentations- und
Lutherus
Tom. 1.
Epiſt. 179.
ad Georg.
Spalati-
num.
rium poſitus, miniſterio deſim: & reus inveniar impii
ſilentii, neglectæ veritatis, & tot millium animarum.

Darnach ſollen Lehrer und Prediger auch graben/
den werthen Troſt-Brunnen des H. Evangelii: Sie
muͤſſen nicht lauter Straff-Prediger ſein/ ſondern auch
Pſ. 87. v. 7.TroſtPrediger. Sie muͤſſen wie die Saͤnger im Geiſt-
Apoc. 15.
ꝟ.
3.
lichen Sion eines umbs ander ſingen Pſal. 87. bald das
Lied Moſts/ bald das Lied des Lambs. Apoc. 15. Bald
Exod. 3.
ꝟ.
1.
muͤſſen ſie die Schaͤflein an den Berg Horeb zum fewri-
Exod. 20.
ꝟ.
19.
gen Puſche/ mit Moſe Exod. 3. oder zum Berge Sinai/
Ezech. 18.
v.
32.
Exod. 20. treiben/ daß ſie zum erkentnuͤß ihrer Suͤnden
moͤgen gebracht werden/ und leben. Ezech. 18. Bald muͤſ-
ſen Sie ſie fuͤhren zum Berge Sion/ daß ſie in ihren Suͤn-
den nicht verzagen. Das iſt das ſuͤſſe Holtz des Lebens/
Exod. 15.
ꝟ.
23.
daß ſie in das bittere Geſetz-Marah legen muͤſſen. Exod.
15. Das Evangeliſche Krafft-Mehl/ daß ſie muͤſſen unter
2. Reg. 4.
v.
39.
die bittere Geſetz-Colochinten miſchen/ wie Eliſa. 2. Reg. 4.
Daß iſt das Oel/ daß ſie neben dem Sinaiſchen Schle-
en-Wein in die Gewiſſens Wunden gieſſen muͤſſen/ wie
Luc. 10. 34der Samariter. Luc. 10. Das iſt der Sanft-Stab des E-
vangelii/ den ſie nebenſt dem Weh-Stab des Geſetzes
Zach. 11. 7.brauchen muͤſſen. Zach. 11. Und alſo in acht nehmen/ wel-
1. Cor. 3.
ꝟ.
2.
chen Milch oder ſtarcke Speiſe gebuͤhre/ wie St. Paulus
ſaget. 1. Cor. 3.

Nebenſt dieſem ſollen und muͤſſen die Geiſtlichen Brun-
nen-Graber auch fleißige und genawe auffſtcht haben/ da-
mit die Bruͤnleiu Jſraelis/ des thewren werthen Wortes
Gottes/ durch ſchaͤdliches Gifft/ irriger und falſcher Lehre/
Gen. 26. v.
18. 19.
nicht moͤchten vergiftet und verunſaubert werden. Es
ſtund trawtig und elend/ da die Philiſter auß neid gegen
Jſaac/ die Brunnen ſo Abraham gegraben/ verſtopſten:
deßwegen muſte ſie Jſaac und ſeine Knechte wieder eroͤf-

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Zitationshilfe: Banner, Christoph: Trewer Lehrer Dreyfache Ehren-Seule. Oels, 1652, S. [20]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/537790/20>, abgerufen am 22.04.2024.