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Tilesius, Gottfried: II. Christliche Predigten. Oels, 1622.

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weil die Einweyhung vnsers Newen Predigstuls wol werth
ist/ das sie mit sonderlichen/ hierzu dienstlichen Worten
verrichtet werde. Als der thewre Gottes Man D. Lutherus
seliger/ die Schloßkirche zu Torgaw/ im Jahr Christi 1544.
Zwey Jahr vor seinem Seligen ende/ den 17. Sonntag
nach Trinitatis, in Gegenwart Hertzog Johann Friderichs
Churfürsten zu Sachsen/ Seiner Churfürstl: Gemahlin/
Tom. 8.Junger Herrschafft/ vnd gantzen Löblichen Regierung ein-
Jenens.
pag.
214.
geweyhet/ hat Er sonderliche Wort dazu gebraucht/ wie
dieselben in seinen Schrifften zu befinden. Wer wil dann
Vns verdencken/ das wir als Discipuli Lutheri, Schüller
vnnd Jünger des Herren Lutheri, das Newe Werck des
Predigstuls/ mit sonderlichen Worten Commendiren vnd
rühmen[?]

III.
ab ipsa ne-
cessitate.
Zum dritten/ behalten wir diesen schönen Text/
Propter neceßitatem, Wegen der hohen Notturfft/ die es
erfordert/ das man solle solche Stellen mit sonderlichen
Sprüchen den Leuten wol einbilden/ auff das sie wissen/
was sie davon halten sollen.

IIII.
ab utilita-
te.
Zum vierdten geschicht es/ Propter utilitatem,
Nutzes vnd Fromens halben/ welchen dieser vnser Text mit
sich bringet. Dann freylich auch solche Wort dienen können
zur Lehre/ zur Straffe/ zur Besserung/ zur Züchtigung in
2. Tim. 3.der Gerechtigkeit/ das ein Mensch Gottes sey vollkommen/
zu allen gutten Wercken geschickt.

Conclusio.Weil nun dem also/ Jhr Meine Geliebeten/ so wollen
wir vns neben dem heutigen Evangelio/ auch diese Wort
trewlich befohlen sein lassen/ vnd darauß/ nach Gelegen-
heit der Zeit/ hören von nachfolgendem einigen Lehrstück-
lein/ als Nemlich:

PROPO-

weil die Einweyhung vnſers Newen Predigſtuls wol werth
iſt/ das ſie mit ſonderlichen/ hierzu dienſtlichen Worten
verꝛichtet werde. Als der thewre Gottes Man D. Lutherus
ſeliger/ die Schloßkirche zu Torgaw/ im Jahꝛ Chꝛiſti 1544.
Zwey Jahr vor ſeinem Seligen ende/ den 17. Sonntag
nach Trinitatis, in Gegenwart Hertzog Johañ Friderichs
Churfuͤrſten zu Sachſen/ Seiner Churfuͤrſtl: Gemahlin/
Tom. 8.Junger Herꝛſchafft/ vnd gantzen Loͤblichen Regierung ein-
Jenenſ.
pag.
214.
geweyhet/ hat Er ſonderliche Woꝛt dazu gebꝛaucht/ wie
dieſelben in ſeinen Schrifften zu befinden. Wer wil dann
Vns verdencken/ das wir als Diſcipuli Lutheri, Schuͤller
vnnd Juͤnger des Herꝛen Lutheri, das Newe Werck des
Predigſtuls/ mit ſonderlichen Worten Commendiren vnd
ruͤhmen[?]

III.
ab ipsâ ne-
ceſſitate.
Zum dꝛitten/ behalten wir dieſen ſchoͤnen Text/
Propter neceßitatem, Wegen der hohen Notturfft/ die es
erfordert/ das man ſolle ſolche Stellen mit ſonderlichen
Spruͤchen den Leuten wol einbilden/ auff das ſie wiſſen/
was ſie davon halten ſollen.

IIII.
ab utilita-
te.
Zum vierdten geſchicht es/ Propter utilitatem,
Nutzes vnd Fromens halben/ welchen dieſer vnſer Text mit
ſich bringet. Dañ freylich auch ſolche Woꝛt dienen koͤnnen
zur Lehꝛe/ zur Straffe/ zur Beſſerung/ zur Zuͤchtigung in
2. Tim. 3.der Gerechtigkeit/ das ein Menſch Gottes ſey vollkommen/
zu allen gutten Wercken geſchickt.

Concluſio.Weil nun dem alſo/ Jhr Meine Geliebeten/ ſo wollen
wir vns neben dem heutigen Evangelio/ auch dieſe Wort
trewlich befohlen ſein laſſen/ vnd darauß/ nach Gelegen-
heit der Zeit/ hoͤren von nachfolgendem einigen Lehrſtuͤck-
lein/ als Nemlich:

PROPO-
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Zitationshilfe: Tilesius, Gottfried: II. Christliche Predigten. Oels, 1622, S. [28]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/510964/28>, abgerufen am 06.05.2021.