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Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607.

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wassern in gemein.

Andere meinen/ das der Sonnen vnd
der Sternen Wärme vnd Hitze solches aus-
richte/ welche durch der Erden Lufftlöchlein
dringen/ vnd das Wasser erwärmen. Wann
aber diesem also/ würden mehrentheil alle
Brunnen vnd Flüsse warm sein/ dieweil in
der Erden vnzahlbare viel Lufftlöchlein
verhanden.

Ferner/ möchte jemand den winden
die Vrsach zulegen/ welche in die Erden
hienein dringen/ die warmen Dämpffe an
einem Orthe zusamen treiben/ vnd durch
diese die Wasser erwärmen/ gleich wie die
Dämpffe in den Wolcken sich zusammen
thun/ vnd letzlich mit Donner vnd Plitz her-
für brechen. Wenn diesem also/ müste die
Wärme mit sambt den Winden auffhören/
wie auch die Erdbidem. Denn die Winde
mögen in die lenge nicht bestehen/ sondern
werden mit sambt jhrer Matery/ durch die
Hitze/ vnd etwa durch die Regen gestillet.

Zum Vierden/ kan man des Was-
sers Wärme der schnellen Bewegung/ vnd
dem hohen Abfall auch nicht zulegen. Denn
die Bewegung machet allein diese Ding
warm/ so vorhin eine Wärme in sich haben/
Als/ Ein Mensch so er lauffet/ beweget sei-
ne jnnerliche Wärme/ das sie herfür drin-
get. Es ist aber keine Wärme in dem Was-

ser/
waſſern in gemein.

Andere meinen/ das der Soñen vñ
der Sternen Waͤrme vnd Hitze ſolches aus-
richte/ welche durch der Erden Lufftloͤchlein
dringen/ vnd das Waſſer erwaͤrmen. Wañ
aber dieſem alſo/ wuͤrden mehrentheil alle
Brunnen vnd Fluͤſſe warm ſein/ dieweil in
der Erden vnzahlbare viel Lufftloͤchlein
verhanden.

Ferner/ moͤchte jemand den winden
die Vrſach zulegen/ welche in die Erden
hienein dringen/ die warmen Daͤmpffe an
einem Orthe zuſamen treiben/ vnd durch
dieſe die Waſſer erwaͤrmen/ gleich wie die
Daͤmpffe in den Wolcken ſich zuſammen
thun/ vnd letzlich mit Donner vnd Plitz her-
fuͤr brechen. Wenn dieſem alſo/ muͤſte die
Waͤrme mit ſambt den Winden auffhoͤren/
wie auch die Erdbidem. Denn die Winde
moͤgen in die lenge nicht beſtehen/ ſondern
werden mit ſambt jhrer Matery/ durch die
Hitze/ vnd etwa durch die Regen geſtillet.

Zum Vierden/ kan man des Waſ-
ſers Waͤrme der ſchnellen Bewegung/ vnd
dem hohen Abfall auch nicht zulegen. Deñ
die Bewegung machet allein dieſe Ding
warm/ ſo vorhin eine Waͤrme in ſich haben/
Als/ Ein Menſch ſo er lauffet/ beweget ſei-
ne jnnerliche Waͤrme/ das ſie herfuͤr drin-
get. Es iſt aber keine Waͤrme in dem Waſ-

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[13/0031] waſſern in gemein. Andere meinen/ das der Soñen vñ der Sternen Waͤrme vnd Hitze ſolches aus- richte/ welche durch der Erden Lufftloͤchlein dringen/ vnd das Waſſer erwaͤrmen. Wañ aber dieſem alſo/ wuͤrden mehrentheil alle Brunnen vnd Fluͤſſe warm ſein/ dieweil in der Erden vnzahlbare viel Lufftloͤchlein verhanden. Ferner/ moͤchte jemand den winden die Vrſach zulegen/ welche in die Erden hienein dringen/ die warmen Daͤmpffe an einem Orthe zuſamen treiben/ vnd durch dieſe die Waſſer erwaͤrmen/ gleich wie die Daͤmpffe in den Wolcken ſich zuſammen thun/ vnd letzlich mit Donner vnd Plitz her- fuͤr brechen. Wenn dieſem alſo/ muͤſte die Waͤrme mit ſambt den Winden auffhoͤren/ wie auch die Erdbidem. Denn die Winde moͤgen in die lenge nicht beſtehen/ ſondern werden mit ſambt jhrer Matery/ durch die Hitze/ vnd etwa durch die Regen geſtillet. Zum Vierden/ kan man des Waſ- ſers Waͤrme der ſchnellen Bewegung/ vnd dem hohen Abfall auch nicht zulegen. Deñ die Bewegung machet allein dieſe Ding warm/ ſo vorhin eine Waͤrme in ſich haben/ Als/ Ein Menſch ſo er lauffet/ beweget ſei- ne jnnerliche Waͤrme/ das ſie herfuͤr drin- get. Es iſt aber keine Waͤrme in dem Waſ- ſer/

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Zitationshilfe: Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, S. 13. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/31>, abgerufen am 20.09.2019.