Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schirmer, David: Erstes Poetische Rosen-Gepüsche. Halle, 1650.

Bild:
<< vorherige Seite
Rosen-Gepüsche.
Auff den Wiesen in den Klee/
Biß ich wieder von dir geh/
Matt von Küssen einzuschlaffen.
Was ein Baum ist sonder Blätter:
Bin ich ohn ein junges Bild.
Schlägt der Liebe Donner-Wetter/
Hat es schon den Blitz gestillt.
Drümb weil ich dich hab erkohren/
So verbleibe günstig mir.
Was ich offt geschworen dir
Jst und bleibet stets geschworen.
Nun so laß dich willig küssen/
und auff küssen weiter nichts.
Jch bin nur auff Lust beflissen/
und auff Warheit des Gerichts.
Mein Mund sol an deinen kleben.
Wenn dein Sinn und meiner wil
Heltstu mir/ und ich dir/ still/
Küssen ist mein liebend Leben.
XII.
Lauren Abschied an Amaranthen.
AMaranthe das ist war/
Jch und du/ wir lieben beyde/
Wir besingen Mund und Haar
Auff der kühlen Sommer-Weyde/
Wir besehn das fette Graß/
Wie es blanck besilbert stehet/
Wie der Phöbus seine Straß
Jm vergüldten Feuer gehet.
Ama-
B
Roſen-Gepuͤſche.
Auff den Wieſen in den Klee/
Biß ich wieder von dir geh/
Matt von Kuͤſſen einzuſchlaffen.
Was ein Baum iſt ſonder Blaͤtter:
Bin ich ohn ein junges Bild.
Schlaͤgt der Liebe Donner-Wetter/
Hat es ſchon den Blitz geſtillt.
Druͤmb weil ich dich hab erkohren/
So verbleibe guͤnſtig mir.
Was ich offt geſchworen dir
Jſt und bleibet ſtets geſchworen.
Nun ſo laß dich willig kuͤſſen/
und auff kuͤſſen weiter nichts.
Jch bin nur auff Luſt befliſſen/
und auff Warheit des Gerichts.
Mein Mund ſol an deinen kleben.
Wenn dein Sinn und meiner wil
Heltſtu mir/ und ich dir/ ſtill/
Kuͤſſen iſt mein liebend Leben.
XII.
Lauren Abſchied an Amaranthen.
AMaranthe das iſt war/
Jch und du/ wir lieben beyde/
Wir beſingen Mund und Haar
Auff der kuͤhlen Sommer-Weyde/
Wir beſehn das fette Graß/
Wie es blanck beſilbert ſtehet/
Wie der Phoͤbus ſeine Straß
Jm verguͤldten Feuer gehet.
Ama-
B
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <lg type="poem">
          <lg n="3">
            <pb facs="#f0045" n="17"/>
            <fw place="top" type="header">Ro&#x017F;en-Gepu&#x0364;&#x017F;che.</fw><lb/>
            <l>Auff den Wie&#x017F;en in den Klee/</l><lb/>
            <l>Biß ich wieder von dir geh/</l><lb/>
            <l>Matt von Ku&#x0364;&#x017F;&#x017F;en einzu&#x017F;chlaffen.</l>
          </lg><lb/>
          <lg n="4">
            <l>Was ein Baum i&#x017F;t &#x017F;onder Bla&#x0364;tter:</l><lb/>
            <l>Bin ich ohn ein junges Bild.</l><lb/>
            <l>Schla&#x0364;gt der Liebe Donner-Wetter/</l><lb/>
            <l>Hat es &#x017F;chon den Blitz ge&#x017F;tillt.</l><lb/>
            <l>Dru&#x0364;mb weil ich dich hab erkohren/</l><lb/>
            <l>So verbleibe gu&#x0364;n&#x017F;tig mir.</l><lb/>
            <l>Was ich offt ge&#x017F;chworen dir</l><lb/>
            <l>J&#x017F;t und bleibet &#x017F;tets ge&#x017F;chworen.</l>
          </lg><lb/>
          <lg n="5">
            <l>Nun &#x017F;o laß dich willig ku&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/</l><lb/>
            <l>und auff ku&#x0364;&#x017F;&#x017F;en weiter nichts.</l><lb/>
            <l>Jch bin nur auff Lu&#x017F;t befli&#x017F;&#x017F;en/</l><lb/>
            <l>und auff Warheit des Gerichts.</l><lb/>
            <l>Mein Mund &#x017F;ol an deinen kleben.</l><lb/>
            <l>Wenn dein Sinn und meiner wil</l><lb/>
            <l>Helt&#x017F;tu mir/ und ich dir/ &#x017F;till/</l><lb/>
            <l>Ku&#x0364;&#x017F;&#x017F;en i&#x017F;t mein liebend Leben.</l>
          </lg>
        </lg><lb/>
        <lg type="poem">
          <head><hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">XII</hi></hi>.<lb/><hi rendition="#fr">Lauren Ab&#x017F;chied an Amaranthen.</hi></head><lb/>
          <lg n="1">
            <l><hi rendition="#in">A</hi>Maranthe das i&#x017F;t war/</l><lb/>
            <l>Jch und du/ wir lieben beyde/</l><lb/>
            <l>Wir be&#x017F;ingen Mund und Haar</l><lb/>
            <l>Auff der ku&#x0364;hlen Sommer-Weyde/</l><lb/>
            <l>Wir be&#x017F;ehn das fette Graß/</l><lb/>
            <l>Wie es blanck be&#x017F;ilbert &#x017F;tehet/</l><lb/>
            <l>Wie der Pho&#x0364;bus &#x017F;eine Straß</l><lb/>
            <l>Jm vergu&#x0364;ldten Feuer gehet.</l>
          </lg><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">B</fw>
          <fw place="bottom" type="catch">Ama-</fw><lb/>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[17/0045] Roſen-Gepuͤſche. Auff den Wieſen in den Klee/ Biß ich wieder von dir geh/ Matt von Kuͤſſen einzuſchlaffen. Was ein Baum iſt ſonder Blaͤtter: Bin ich ohn ein junges Bild. Schlaͤgt der Liebe Donner-Wetter/ Hat es ſchon den Blitz geſtillt. Druͤmb weil ich dich hab erkohren/ So verbleibe guͤnſtig mir. Was ich offt geſchworen dir Jſt und bleibet ſtets geſchworen. Nun ſo laß dich willig kuͤſſen/ und auff kuͤſſen weiter nichts. Jch bin nur auff Luſt befliſſen/ und auff Warheit des Gerichts. Mein Mund ſol an deinen kleben. Wenn dein Sinn und meiner wil Heltſtu mir/ und ich dir/ ſtill/ Kuͤſſen iſt mein liebend Leben. XII. Lauren Abſchied an Amaranthen. AMaranthe das iſt war/ Jch und du/ wir lieben beyde/ Wir beſingen Mund und Haar Auff der kuͤhlen Sommer-Weyde/ Wir beſehn das fette Graß/ Wie es blanck beſilbert ſtehet/ Wie der Phoͤbus ſeine Straß Jm verguͤldten Feuer gehet. Ama- B

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schirmer_rosengepuesche_1650
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schirmer_rosengepuesche_1650/45
Zitationshilfe: Schirmer, David: Erstes Poetische Rosen-Gepüsche. Halle, 1650, S. 17. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schirmer_rosengepuesche_1650/45>, abgerufen am 25.03.2019.