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Schirmer, David: Erstes Poetische Rosen-Gepüsche. Halle, 1650.

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Seit daß ich Leipzig dort und dich mein Freund ver-
lassen/
Har meine Zunge sich fast gar nicht hören lassen
Von deiner Marnien/ der ich so günstig bin.
Jetzund nun seh ich sie. Gib auch die Palmen-wälder/
Den Myrtenpusch/ den Strauß der grünen Lorber-
Felder/
und die Cypressen-Art mir ebster Zeit herauß.
So lang Aurora wird in jhren Golde stehen/
So lang wird Marnia auch in den Rosen geben/
und heben dich empor biß an der Götter Hauß.
Dieses übersendete auß Nürnberg
S. Braderl. F.
Heinrich Albert.


SONNET.
SEynd denn jetzt allererst die Knospen außgeblüht/
Die unserm Bober-Sohn gescklossen hinterblieben/
Herr Schirmers Sonnenschein der hat es aufgetrie-
So/ daß sie jederman in vollen Saamen siht/ (ben/
Dein Purpur schimmert für durch dein geschicktes Lied/
und macht/ daß wir zugleich mit dir dein lieben stehen.
Mein Schirmer/ fahre fort/ dn hast schon gut geschrieben/
Weil [sch]on deen kluger Geist biß an die Flamme glüht.
Der Teutsche Lieher-Printz der läst jhm seine Leyer/
Du Pindar/ du Homer/ von dir jetzt neu beziehn/
Arion mag für dir auf den Delphinen fliehn/
Jch mach mich noch zur Zeit von weiten üm das Feuer/
Denn dein geklärter Glantz der treibt mir meine Lieder
Auf eine weile noch in seinen Nebel nieder.
Dieses sch. dein guter Bekanter
Joh. Georg Schoch.


Nacht-
Seit daß ich Leipzig dort und dich mein Freund ver-
laſſen/
Har meine Zunge ſich faſt gar nicht hoͤren laſſen
Von deiner Marnien/ der ich ſo guͤnſtig bin.
Jetzund nun ſeh ich ſie. Gib auch die Palmen-waͤlder/
Den Myrtenpuſch/ den Strauß der gruͤnen Lorber-
Felder/
und die Cypreſſen-Art mir ebſter Zeit herauß.
So lang Aurora wird in jhren Golde ſtehen/
So lang wird Marnia auch in den Roſen geben/
und heben dich empor biß an der Goͤtter Hauß.
Dieſes uͤberſendete auß Nuͤrnberg
S. Braderl. F.
Heinrich Albert.


SONNET.
SEynd denn jetzt allererſt die Knoſpen außgebluͤht/
Die unſerm Bober-Sohn geſckloſſen hinterblieben/
Herr Schirmers Sonnenſchein der hat es aufgetrie-
So/ daß ſie jederman in vollen Saamen ſiht/ (ben/
Dein Purpur ſchimmert fuͤr durch dein geſchicktes Lied/
und macht/ daß wir zugleich mit dir dein lieben ſtehen.
Mein Schirmer/ fahre fort/ dn haſt ſchon gut geſchrieben/
Weil [ſch]on deen kluger Geiſt biß an die Flamme gluͤht.
Der Teutſche Lieher-Printz der laͤſt jhm ſeine Leyer/
Du Pindar/ du Homer/ von dir jetzt neu beziehn/
Arion mag fuͤr dir auf den Delphinen fliehn/
Jch mach mich noch zur Zeit von weiten uͤm das Feuer/
Denn dein geklaͤrter Glantz der treibt mir meine Lieder
Auf eine weile noch in ſeinen Nebel nieder.
Dieſes ſch. dein guter Bekanter
Joh. Georg Schoch.


Nacht-
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[0028] Seit daß ich Leipzig dort und dich mein Freund ver- laſſen/ Har meine Zunge ſich faſt gar nicht hoͤren laſſen Von deiner Marnien/ der ich ſo guͤnſtig bin. Jetzund nun ſeh ich ſie. Gib auch die Palmen-waͤlder/ Den Myrtenpuſch/ den Strauß der gruͤnen Lorber- Felder/ und die Cypreſſen-Art mir ebſter Zeit herauß. So lang Aurora wird in jhren Golde ſtehen/ So lang wird Marnia auch in den Roſen geben/ und heben dich empor biß an der Goͤtter Hauß. Dieſes uͤberſendete auß Nuͤrnberg S. Braderl. F. Heinrich Albert. SONNET. SEynd denn jetzt allererſt die Knoſpen außgebluͤht/ Die unſerm Bober-Sohn geſckloſſen hinterblieben/ Herr Schirmers Sonnenſchein der hat es aufgetrie- So/ daß ſie jederman in vollen Saamen ſiht/ (ben/ Dein Purpur ſchimmert fuͤr durch dein geſchicktes Lied/ und macht/ daß wir zugleich mit dir dein lieben ſtehen. Mein Schirmer/ fahre fort/ dn haſt ſchon gut geſchrieben/ Weil ſchon deen kluger Geiſt biß an die Flamme gluͤht. Der Teutſche Lieher-Printz der laͤſt jhm ſeine Leyer/ Du Pindar/ du Homer/ von dir jetzt neu beziehn/ Arion mag fuͤr dir auf den Delphinen fliehn/ Jch mach mich noch zur Zeit von weiten uͤm das Feuer/ Denn dein geklaͤrter Glantz der treibt mir meine Lieder Auf eine weile noch in ſeinen Nebel nieder. Dieſes ſch. dein guter Bekanter Joh. Georg Schoch. Nacht-

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Zitationshilfe: Schirmer, David: Erstes Poetische Rosen-Gepüsche. Halle, 1650, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schirmer_rosengepuesche_1650/28>, abgerufen am 21.03.2019.