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Reichspost. Nr. 56, Wien, 03.02.1913.

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Morgenblatt 8 h
in Wien.
Redaktion:
VIII. Strozzigasse 41.
Telephon: 18082.
Verwaltung:
VIII. Strozzig. 42.
Telephon: 13870.
Druckerei:
VIII. Strozzigasse 41.
Telephon: 22641.
Kleiner Anzeiger
I. Schulerstr. 21.
Telephen: 2926.
Inserate

werden in der Verwaltung der
"Reichspost" VIII. Strozzigasse 42,
I. Schulerstraße 21, sowie in
allen Annoncenbureaus des In-
und Auslandes angenommen.


[Spaltenumbruch]
Mittagsblatt.
Reichspost.
Unabhängiges Tagblatt für das christliche Volk Oesterreich-Ungarns.

[Spaltenumbruch]

Bezugspreise:
bei täglich zweimaliger Zu-
stellung für Wien:
monatlich ....... K 3.70
vierteljährig ...... "11.--
halbjährig ....... "22.--
für Oesterreich-Ungarn:
monatlich ....... K 3.85
vierteljährig ....... " 11.50
halbjährig ....... " 23.--
Bei täglich einmaliger Zu-
[st]ellung (das Morgenblatt zu-
gleich mit der Nachmittagsaus-
gabe des vorherigen Tages)
für auswärts:
monatlich ....... K 3.50
vierteljährig ...... " 10.50
halbjährig ....... " 21.--
Für Deutschland:
vierteljährig Kreuzbandsendung
K 16.--.
Länder des Weltpostvereines:
vierteljährig Kreuzbandsendung
K 22.--.




Nr. 56 Wien, Montag den 3. Februar 1913. XX. Jahrgang.


[Spaltenumbruch]
Wiederausbruch des Krieges.

Heute um 7 Uhr abends läuft der zwischen der
Türkei und den Balkanstaaten geschlossene Waffen-
stillstand ab und es gibt nur mehr wenige, die sich
noch der Hoffnung hingeben, daß der Wiederbeginn der
Feindseligkeiten noch verhindert werden könnte. Die Er-
klärung der türkischen Delegierten, daß sie zur Fortsetzung
der Veryandlungen bereit seien, wurde von den Ver-
tretern der Balkanstaaten mit der Forderung be-
antwortet, daß die Türkei vorher die Bedingungen des
Balkanbundes annehmen müsse, und eine erfolg-
reiche Vermittlungsaktion der Großmächte wird durch
die Schwerfälligkeit des diplomatischen Apparates und
die Kürze der Zeit unmöglich gemacht.

So tritt denn der Krieg wieder in sein Recht, um
jene klare und einwandfreie militärische Situation herbei-
zuführen, die eine von beiden Teilen anerkannte Grund-
lage für die diplomatischen Verhandlungen bilden kann.
Denn die eigentliche Ursache der Wiederaufnahme der
Feindseligkeiten ist das bedeutende Hinausgehen der
politischen Forderungen der Sieger über die tat-
sächlichen militärischen Ergebnisse des Krieges,
eine Erscheinung, die wir bereits beim Tripolis-
krieg als einen den Abschluß des Friedens
naturgemäß überaus erschwerenden Faktor feststellen
konnten. Die unbesiegte Armee von Tschataldscha und
der ungebrochene Widerstand Adrianopels sind solche
Argumente für den Standpunkt der Türkei, daß selbst
die stärkste diplomatische Pression sie nicht ohneweiters
aus der Welt zu schaffen und der Türkei einen Friedens-
schlaß auf Gnade oder Ungnade aufzuzwingen vermag.
Nur das aktive Eintreten Rußland für die Balkan-
staaten hätte die militärische Situation der Türkei
unhaltbar gemacht; da dies jedoch infolge der Haltung
der übrigen Mächte verhindert wurde, so ergab sich für
die Verbündeten die Notwendigkeit, entweder ihre poli-
tischen Ansprüche zu reduzieren oder durch Wiederauf-
nahme des Kampfes eine den gestellten Forderungen
entsprechende militärische Situation zu schaffen.

Die Balkanstaaten haben sich für das Letztere ent-
schieden.




Die Wiederaufnahme der Feindselig-
keiten.

Die amtlichen Pfortekreise sind der Ansicht, daß
die Wiederaufnahme der Feindselig-
keiten
nunmehr unvermeidlich sei

Die Kriegskorrespondenten werden nicht die Er-
laubnis erhalten, die Kriegsoperationen zu verfolgen.

Der Vali von Adrianopel erhielt den Groß-
kordon den Osmanjeordens.

Großvezier Mahmud Schefket Pascha
stattete dem englischen Botschafter Lowther einen
Besuch ab.


Eine offiziöse Notiz besagt: Die türkischen Truppen
wurden angewiesen, keinen Schuß abzugeben, be-
vor die Bulgaren nach Ablauf der Frist für die
Kündigung des Waffenstillstandes das Feuer eröffnen.
Die Pforte hat es für notwendig erachtet, diese In-
struktionen zu erteilen, damit die öffentliche Meinung
sich davon überzeuge, daß die aus der Wiederaufnahme
der Feindseligkeiten sich ergebende Verantwortung einzig
und allein auf die Verbündeten falle.

Die türkischen Bevollmächtigten erhielten Auftrag,
London erst nach Wiederaufnahme der Feindseligkeiten
zu verlassen.




Neutrale Haltung der Großmächte.
Eine offiziöse de[ut]sche Stimme.

Die "Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in
ihrer Wochenrundschau: Ueber den Ernst der europäischen
Friedensbestrebungen können die Türkei und die Balkan-
staaten nach den beiden Teilen zugehenden wohl-
gemeinten Ratschlägen nicht im Zweifel sein. In dieser
Einwirkung werden die Mächte nicht nachlassen. Sollten
wider Verhoffen die Feindseligkeiten abermals beginnen,
[Spaltenumbruch] so steht schon jetzt fest, daß in diesem Falle die Mächte
auch für den zweiten, voraussichtlich nur kurzen Teil des
Balkankrieges eine neutrale Zurückhaltung
beobachten und jede Sonderunternehmung
vermeiden werden,
durch die eine Beschränkung
des Kampfes auf seinen Herd erschwert würde.





Venizelos hat Poincare, ferner dem
Ministerpräsidenten Briand und dem Minister des
Aeußeren, Jonnart, Besuche abgestattet.


Dr. Danew und die Sekretäre der bulgarischen
Mission sind heute früh nach Paris abgereist, wo
Dr. Danew bis Dienstag zu bleiben gedenkt.





Das Regierungsorgan "Mir" wendet sich dagegen,
daß die zwischen Bulgarien und der Türkei
anhängigen Streitfragen so dargestellt werden, als ob
Adrianopel den äußersten Punkt der künftigen
türkisch-bulgarischen Grenze bilden würde. Es seien noch
andere Fragen zu regeln. Für den Fall der Wieder-
aufnahme der Feindseligkeiten werden die zukünftigen
Verhandlungen auf einer durchaus neuen Grundlage ge-
führt werden müssen.




Kriegerische Stimmung der
Mohammedaner.


Das Komitee und die Subkomitees für nationale
Verteidigung entfalten eine große Tätigkeit. Die Ein-
schreibung von Freiwilligen hat begonnen. Die Notabeln
von Afghanistan sandten 250 Pfund Sterling
als Ergebnis einer Subskription. Telegramme aus den
Provinzstädten melden, die Bevölkerung sei zu allen
Opfern bereit und entschlossen, für die Verteidigung des
Vaterlandes zu sterben. In Brussa fand am Grabmal
des Begründers der Türkei, Sultans Osman, eine
Versammlung statt, in der die Anwesenden schwuren,
nicht zu dulden, daß der Boden des Vaterlandes von
den Bulgaren betreten werde.




Die Vorschußverhandlungen der
türkischen Regierung.


Die Vorschußverhandlungen haben noch zu keinem
endgültigen Abschluß geführt. Abgesehen von den
300.000 Pfund, welche vor etwa einer Woche eingezahlt
worden sind, hat das Finanzministerium noch keine
meitere Zahlung auf den Vorschuß erhalten.

"Tanin" erf[ä]hrt, daß die Formalitäten, betreffend
den Vorschuß von einer Million Pfund seitens der
Deutschen Bank gegen Schatzscheine zum Abschlusse
gelangt seien. Die erste Zahlung im Betrage von
100.000 Pfund werde unverzüglich erfolgen.




Rumänien und Bulgarien.
Die Verständigung.

Wie der Bukarester Korrespondent der "Temps" aus
guter Quelle erfahren haben will, sei in dem bulgarisch-
rumänischen Zwist eine Entspannung eingetreten
und es sei eine Verständigung als gewiß anzusehen und
zwar auf der Grundlage, daß Rumänien eine größere
Gebietsabtretung an der Küste des Schwarzen Meeres
bewilligt wird, während Rumänien seinerseits auf die Ab-
tretungmehrerer Punkte verzichtet, bezüglich deren sich das
bulgarische Nationalgefühl unnachgiebig zeigen würde.


Der Großvezier erklärte in einem Interview, er
hege die volle Ueberzeugung, daß sich Rumänien
mit Bulgarien verständigen werde. Er
wünsche aufrichtig auf Grund seiner persönlichen Sym-
pathien für das rumänische Volk und dessen Lenker, daß
sie die Haltung Rumäniens in dem gegenwärtigen Kon-
flikte in Zukunft nicht zu bedauern haben werden.


[Spaltenumbruch]
Verschärfung des Belagerungszustandes
in Saloniki.


Infolge der durch die Konstantinopler Vorgänge
unter den hiesigen Mohammedanern hervorgerufenen
Stimmung trafen die griechischen Behörden strengere
Vorsichtsmaßregeln und ließen einige Hausdurchsuchungen
vornehmen. Wie verlautet, sollen Verhaftungen von in
der jungtürkischen Bewegung kompromittierten Türken
bevorstehen. Die Vorschriften bezüglich des Belagerungs-
zustandes werden wieder strenger gehandhabt.




Die Serben als neue Landesherren.


Die serbischen Behörden in Monastir haben,
wie verlautet, die Direktion der dortigen rumäni-
schen
Schule verständigt, daß der Unterricht an der-
selben ein zu stellen sei. In gleicher Weise sollen
die Serben gegen die bulgarische Schule in
Istip vorgegangen sein.

Die serbischen Behörden von Veles widersetzten
sich der Errichtung einer Niederlassung der bul-
garischen
landwirtschaftlichen Bank daselbst und
bedeuteten den betreffenden bulgarischen Delegierten,
Veles binnen 24 Stunden zu verlassen. Auf einen
Protest der Delegierten wurde die Frist um einen Tag
verlängert. Man glaubt, daß es sich um ein Miß-
verständnis der serbischen Behörden handle und daß die
Maßregel werde zurückgezogen werden.




Serbische Kriegsstimmungen.


In der Belgrader Presse ist eine auffallende
Schwenkung eingetreten. Während wenigstens die oppo-
sitionellen Blätter bisher gegen die Wiederaufnahme des
Krieges, der nur Bulgarien nützen könne, Stellung
nahmen, begrüßen sie jetzt plötzlich den wahrscheinlichen
Wiederbeginn, allerdings mit einem besonderen Beisatz,
daß dieser Wiederbeginn vielleicht den Aus-
bruch des europäischen Krieges
bedeute, der Serbien willkommen

sei. -- Die "Straza" schreibt: "Wenn die Türken,
was bereits eine fertige Tatsache ist, Adrianopel und
die Inseln an die Verbündeten nicht abtreten wollen,
werden die Verbündeten den Krieg fortsetzen; der Er-
folg der Verbündeten ist sicher. Wenn Oesterreich
und Deutschland neutral bleiben, ist es gut, wenn
aber nicht,
so werden sie gegen sich die Dreivereini-
gung haben, und dann kommt der europäische
Krieg, in welchem allem Anscheine nach Oester-
reich zugrunde geht. Wir Serben wür-
den dann unsere Hoffnungen vollkom-
men erfüllt sehen.
-- Der "Balkan" schreibt:
"Der europäische Krieg bringt neue Staats-
formationen und neue Konstellation ender Großmächte.
Wenn es Gott gibt, auf den wir vertrauen, so wird
jener Teil siegen, auf dessen Seite sich Serbien und das
ganze Serbentum befindet. Wenn wir diesen Sieg
ausfechten, dann werden die serbischen Ideen und die
serbischen Hoffnungen erst vollkommen in Er-
füllung gehen.
Für diese Hoffnungen müssen
wir auch mehr ertragen, und wenn uns auch die ersten
Schläge treffen. Dies wäre das Signal für einen all-
gemeinen Krieg, aus welchem Rußland und seine Ver-
bündeten als Sieger hervorgehen werden. Wir Serben,
wir fürchten nicht den europäischen Krieg, im Gegen-
teile, wir begrüßen denselben; je eher,
um so besser.
" Das Blatt veröffentlicht auch einen
Brief aus Offizierskreisen, die den Krieg verlangen,
wenn auch einen europäischen Krieg; nur fortgesetzt soll
der Krieg werden. -- Die "Pravda" lehnt die Ver-
mittlung der Mächte ab und schreibt: "Wir werden den
Krieg fortsetzen und die Beute werden wir auch selbst
teilen. Allein haben wir gesiegt und werden auch allein
Ordnung machen." Auch die übrigen Blätter schreiben
mehr oder weniger in dem Sinne. Die ganze Bevölke-
rung ist aber gegen Oesterreich mehr wie
gegen die Türkei
haranguiert. -- Man sollte in
der österreichischen Presse mehr auf diese Stimmungen
achten; es scheint, daß man sich in Oesterreich einem
ganz falschen Optimismus über die hier herrschenden
politischen Ideen und Neigungen hingibt. Jenen slove-
nischen Enthusiasten, die in einzelnen österreichischen

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Morgenblatt 8 h
in Wien.
Redaktion:
VIII. Strozzigaſſe 41.
Telephon: 18082.
Verwaltung:
VIII. Strozzig. 42.
Telephon: 13870.
Druckerei:
VIII. Strozzigaſſe 41.
Telephon: 22641.
Kleiner Anzeiger
I. Schulerſtr. 21.
Telephen: 2926.
Inſerate

werden in der Verwaltung der
„Reichspoſt“ VIII. Strozzigaſſe 42,
I. Schulerſtraße 21, ſowie in
allen Annoncenbureaus des In-
und Auslandes angenommen.


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Mittagsblatt.
Reichspoſt.
Unabhängiges Tagblatt für das chriſtliche Volk Oeſterreich-Ungarns.

[Spaltenumbruch]

Bezugspreiſe:
bei täglich zweimaliger Zu-
ſtellung für Wien:
monatlich ....... K 3.70
vierteljährig ...... „11.—
halbjährig ....... „22.—
für Oeſterreich-Ungarn:
monatlich ....... K 3.85
vierteljährig ....... „ 11.50
halbjährig ....... „ 23.—
Bei täglich einmaliger Zu-
[ſt]ellung (das Morgenblatt zu-
gleich mit der Nachmittagsaus-
gabe des vorherigen Tages)
für auswärts:
monatlich ....... K 3.50
vierteljährig ...... „ 10.50
halbjährig ....... „ 21.—
Für Deutſchland:
vierteljährig Kreuzbandſendung
K 16.—.
Länder des Weltpoſtvereines:
vierteljährig Kreuzbandſendung
K 22.—.




Nr. 56 Wien, Montag den 3. Februar 1913. XX. Jahrgang.


[Spaltenumbruch]
Wiederausbruch des Krieges.

Heute um 7 Uhr abends läuft der zwiſchen der
Türkei und den Balkanſtaaten geſchloſſene Waffen-
ſtillſtand ab und es gibt nur mehr wenige, die ſich
noch der Hoffnung hingeben, daß der Wiederbeginn der
Feindſeligkeiten noch verhindert werden könnte. Die Er-
klärung der türkiſchen Delegierten, daß ſie zur Fortſetzung
der Veryandlungen bereit ſeien, wurde von den Ver-
tretern der Balkanſtaaten mit der Forderung be-
antwortet, daß die Türkei vorher die Bedingungen des
Balkanbundes annehmen müſſe, und eine erfolg-
reiche Vermittlungsaktion der Großmächte wird durch
die Schwerfälligkeit des diplomatiſchen Apparates und
die Kürze der Zeit unmöglich gemacht.

So tritt denn der Krieg wieder in ſein Recht, um
jene klare und einwandfreie militäriſche Situation herbei-
zuführen, die eine von beiden Teilen anerkannte Grund-
lage für die diplomatiſchen Verhandlungen bilden kann.
Denn die eigentliche Urſache der Wiederaufnahme der
Feindſeligkeiten iſt das bedeutende Hinausgehen der
politiſchen Forderungen der Sieger über die tat-
ſächlichen militäriſchen Ergebniſſe des Krieges,
eine Erſcheinung, die wir bereits beim Tripolis-
krieg als einen den Abſchluß des Friedens
naturgemäß überaus erſchwerenden Faktor feſtſtellen
konnten. Die unbeſiegte Armee von Tſchataldſcha und
der ungebrochene Widerſtand Adrianopels ſind ſolche
Argumente für den Standpunkt der Türkei, daß ſelbſt
die ſtärkſte diplomatiſche Preſſion ſie nicht ohneweiters
aus der Welt zu ſchaffen und der Türkei einen Friedens-
ſchlaß auf Gnade oder Ungnade aufzuzwingen vermag.
Nur das aktive Eintreten Rußland für die Balkan-
ſtaaten hätte die militäriſche Situation der Türkei
unhaltbar gemacht; da dies jedoch infolge der Haltung
der übrigen Mächte verhindert wurde, ſo ergab ſich für
die Verbündeten die Notwendigkeit, entweder ihre poli-
tiſchen Anſprüche zu reduzieren oder durch Wiederauf-
nahme des Kampfes eine den geſtellten Forderungen
entſprechende militäriſche Situation zu ſchaffen.

Die Balkanſtaaten haben ſich für das Letztere ent-
ſchieden.




Die Wiederaufnahme der Feindſelig-
keiten.

Die amtlichen Pfortekreiſe ſind der Anſicht, daß
die Wiederaufnahme der Feindſelig-
keiten
nunmehr unvermeidlich ſei

Die Kriegskorreſpondenten werden nicht die Er-
laubnis erhalten, die Kriegsoperationen zu verfolgen.

Der Vali von Adrianopel erhielt den Groß-
kordon den Osmanjeordens.

Großvezier Mahmud Schefket Paſcha
ſtattete dem engliſchen Botſchafter Lowther einen
Beſuch ab.


Eine offiziöſe Notiz beſagt: Die türkiſchen Truppen
wurden angewieſen, keinen Schuß abzugeben, be-
vor die Bulgaren nach Ablauf der Friſt für die
Kündigung des Waffenſtillſtandes das Feuer eröffnen.
Die Pforte hat es für notwendig erachtet, dieſe In-
ſtruktionen zu erteilen, damit die öffentliche Meinung
ſich davon überzeuge, daß die aus der Wiederaufnahme
der Feindſeligkeiten ſich ergebende Verantwortung einzig
und allein auf die Verbündeten falle.

Die türkiſchen Bevollmächtigten erhielten Auftrag,
London erſt nach Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten
zu verlaſſen.




Neutrale Haltung der Großmächte.
Eine offiziöſe de[ut]ſche Stimme.

Die „Norddeutſche Allgemeine Zeitung“ ſchreibt in
ihrer Wochenrundſchau: Ueber den Ernſt der europäiſchen
Friedensbeſtrebungen können die Türkei und die Balkan-
ſtaaten nach den beiden Teilen zugehenden wohl-
gemeinten Ratſchlägen nicht im Zweifel ſein. In dieſer
Einwirkung werden die Mächte nicht nachlaſſen. Sollten
wider Verhoffen die Feindſeligkeiten abermals beginnen,
[Spaltenumbruch] ſo ſteht ſchon jetzt feſt, daß in dieſem Falle die Mächte
auch für den zweiten, vorausſichtlich nur kurzen Teil des
Balkankrieges eine neutrale Zurückhaltung
beobachten und jede Sonderunternehmung
vermeiden werden,
durch die eine Beſchränkung
des Kampfes auf ſeinen Herd erſchwert würde.





Venizelos hat Poincaré, ferner dem
Miniſterpräſidenten Briand und dem Miniſter des
Aeußeren, Jonnart, Beſuche abgeſtattet.


Dr. Danew und die Sekretäre der bulgariſchen
Miſſion ſind heute früh nach Paris abgereiſt, wo
Dr. Danew bis Dienstag zu bleiben gedenkt.





Das Regierungsorgan „Mir“ wendet ſich dagegen,
daß die zwiſchen Bulgarien und der Türkei
anhängigen Streitfragen ſo dargeſtellt werden, als ob
Adrianopel den äußerſten Punkt der künftigen
türkiſch-bulgariſchen Grenze bilden würde. Es ſeien noch
andere Fragen zu regeln. Für den Fall der Wieder-
aufnahme der Feindſeligkeiten werden die zukünftigen
Verhandlungen auf einer durchaus neuen Grundlage ge-
führt werden müſſen.




Kriegeriſche Stimmung der
Mohammedaner.


Das Komitee und die Subkomitees für nationale
Verteidigung entfalten eine große Tätigkeit. Die Ein-
ſchreibung von Freiwilligen hat begonnen. Die Notabeln
von Afghaniſtan ſandten 250 Pfund Sterling
als Ergebnis einer Subſkription. Telegramme aus den
Provinzſtädten melden, die Bevölkerung ſei zu allen
Opfern bereit und entſchloſſen, für die Verteidigung des
Vaterlandes zu ſterben. In Bruſſa fand am Grabmal
des Begründers der Türkei, Sultans Osman, eine
Verſammlung ſtatt, in der die Anweſenden ſchwuren,
nicht zu dulden, daß der Boden des Vaterlandes von
den Bulgaren betreten werde.




Die Vorſchußverhandlungen der
türkiſchen Regierung.


Die Vorſchußverhandlungen haben noch zu keinem
endgültigen Abſchluß geführt. Abgeſehen von den
300.000 Pfund, welche vor etwa einer Woche eingezahlt
worden ſind, hat das Finanzminiſterium noch keine
meitere Zahlung auf den Vorſchuß erhalten.

„Tanin“ erf[ä]hrt, daß die Formalitäten, betreffend
den Vorſchuß von einer Million Pfund ſeitens der
Deutſchen Bank gegen Schatzſcheine zum Abſchluſſe
gelangt ſeien. Die erſte Zahlung im Betrage von
100.000 Pfund werde unverzüglich erfolgen.




Rumänien und Bulgarien.
Die Verſtändigung.

Wie der Bukareſter Korreſpondent der „Temps“ aus
guter Quelle erfahren haben will, ſei in dem bulgariſch-
rumäniſchen Zwiſt eine Entſpannung eingetreten
und es ſei eine Verſtändigung als gewiß anzuſehen und
zwar auf der Grundlage, daß Rumänien eine größere
Gebietsabtretung an der Küſte des Schwarzen Meeres
bewilligt wird, während Rumänien ſeinerſeits auf die Ab-
tretungmehrerer Punkte verzichtet, bezüglich deren ſich das
bulgariſche Nationalgefühl unnachgiebig zeigen würde.


Der Großvezier erklärte in einem Interview, er
hege die volle Ueberzeugung, daß ſich Rumänien
mit Bulgarien verſtändigen werde. Er
wünſche aufrichtig auf Grund ſeiner perſönlichen Sym-
pathien für das rumäniſche Volk und deſſen Lenker, daß
ſie die Haltung Rumäniens in dem gegenwärtigen Kon-
flikte in Zukunft nicht zu bedauern haben werden.


[Spaltenumbruch]
Verſchärfung des Belagerungszuſtandes
in Saloniki.


Infolge der durch die Konſtantinopler Vorgänge
unter den hieſigen Mohammedanern hervorgerufenen
Stimmung trafen die griechiſchen Behörden ſtrengere
Vorſichtsmaßregeln und ließen einige Hausdurchſuchungen
vornehmen. Wie verlautet, ſollen Verhaftungen von in
der jungtürkiſchen Bewegung kompromittierten Türken
bevorſtehen. Die Vorſchriften bezüglich des Belagerungs-
zuſtandes werden wieder ſtrenger gehandhabt.




Die Serben als neue Landesherren.


Die ſerbiſchen Behörden in Monaſtir haben,
wie verlautet, die Direktion der dortigen rumäni-
ſchen
Schule verſtändigt, daß der Unterricht an der-
ſelben ein zu ſtellen ſei. In gleicher Weiſe ſollen
die Serben gegen die bulgariſche Schule in
Iſtip vorgegangen ſein.

Die ſerbiſchen Behörden von Veles widerſetzten
ſich der Errichtung einer Niederlaſſung der bul-
gariſchen
landwirtſchaftlichen Bank daſelbſt und
bedeuteten den betreffenden bulgariſchen Delegierten,
Veles binnen 24 Stunden zu verlaſſen. Auf einen
Proteſt der Delegierten wurde die Friſt um einen Tag
verlängert. Man glaubt, daß es ſich um ein Miß-
verſtändnis der ſerbiſchen Behörden handle und daß die
Maßregel werde zurückgezogen werden.




Serbiſche Kriegsſtimmungen.


In der Belgrader Preſſe iſt eine auffallende
Schwenkung eingetreten. Während wenigſtens die oppo-
ſitionellen Blätter bisher gegen die Wiederaufnahme des
Krieges, der nur Bulgarien nützen könne, Stellung
nahmen, begrüßen ſie jetzt plötzlich den wahrſcheinlichen
Wiederbeginn, allerdings mit einem beſonderen Beiſatz,
daß dieſer Wiederbeginn vielleicht den Aus-
bruch des europäiſchen Krieges
bedeute, der Serbien willkommen

ſei. — Die „Straza“ ſchreibt: „Wenn die Türken,
was bereits eine fertige Tatſache iſt, Adrianopel und
die Inſeln an die Verbündeten nicht abtreten wollen,
werden die Verbündeten den Krieg fortſetzen; der Er-
folg der Verbündeten iſt ſicher. Wenn Oeſterreich
und Deutſchland neutral bleiben, iſt es gut, wenn
aber nicht,
ſo werden ſie gegen ſich die Dreivereini-
gung haben, und dann kommt der europäiſche
Krieg, in welchem allem Anſcheine nach Oeſter-
reich zugrunde geht. Wir Serben wür-
den dann unſere Hoffnungen vollkom-
men erfüllt ſehen.
— Der „Balkan“ ſchreibt:
„Der europäiſche Krieg bringt neue Staats-
formationen und neue Konſtellation ender Großmächte.
Wenn es Gott gibt, auf den wir vertrauen, ſo wird
jener Teil ſiegen, auf deſſen Seite ſich Serbien und das
ganze Serbentum befindet. Wenn wir dieſen Sieg
ausfechten, dann werden die ſerbiſchen Ideen und die
ſerbiſchen Hoffnungen erſt vollkommen in Er-
füllung gehen.
Für dieſe Hoffnungen müſſen
wir auch mehr ertragen, und wenn uns auch die erſten
Schläge treffen. Dies wäre das Signal für einen all-
gemeinen Krieg, aus welchem Rußland und ſeine Ver-
bündeten als Sieger hervorgehen werden. Wir Serben,
wir fürchten nicht den europäiſchen Krieg, im Gegen-
teile, wir begrüßen denſelben; je eher,
um ſo beſſer.
“ Das Blatt veröffentlicht auch einen
Brief aus Offizierskreiſen, die den Krieg verlangen,
wenn auch einen europäiſchen Krieg; nur fortgeſetzt ſoll
der Krieg werden. — Die „Pravda“ lehnt die Ver-
mittlung der Mächte ab und ſchreibt: „Wir werden den
Krieg fortſetzen und die Beute werden wir auch ſelbſt
teilen. Allein haben wir geſiegt und werden auch allein
Ordnung machen.“ Auch die übrigen Blätter ſchreiben
mehr oder weniger in dem Sinne. Die ganze Bevölke-
rung iſt aber gegen Oeſterreich mehr wie
gegen die Türkei
haranguiert. — Man ſollte in
der öſterreichiſchen Preſſe mehr auf dieſe Stimmungen
achten; es ſcheint, daß man ſich in Oeſterreich einem
ganz falſchen Optimismus über die hier herrſchenden
politiſchen Ideen und Neigungen hingibt. Jenen ſlove-
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[1/0001] Morgenblatt 8 h in Wien. Redaktion: VIII. Strozzigaſſe 41. Telephon: 18082. Verwaltung: VIII. Strozzig. 42. Telephon: 13870. Druckerei: VIII. Strozzigaſſe 41. Telephon: 22641. Kleiner Anzeiger I. Schulerſtr. 21. Telephen: 2926. Inſerate werden in der Verwaltung der „Reichspoſt“ VIII. Strozzigaſſe 42, I. Schulerſtraße 21, ſowie in allen Annoncenbureaus des In- und Auslandes angenommen. Mittagsblatt. Reichspoſt. Unabhängiges Tagblatt für das chriſtliche Volk Oeſterreich-Ungarns. Bezugspreiſe: bei täglich zweimaliger Zu- ſtellung für Wien: monatlich ....... K 3.70 vierteljährig ...... „11.— halbjährig ....... „22.— für Oeſterreich-Ungarn: monatlich ....... K 3.85 vierteljährig ....... „ 11.50 halbjährig ....... „ 23.— Bei täglich einmaliger Zu- ſtellung (das Morgenblatt zu- gleich mit der Nachmittagsaus- gabe des vorherigen Tages) für auswärts: monatlich ....... K 3.50 vierteljährig ...... „ 10.50 halbjährig ....... „ 21.— Für Deutſchland: vierteljährig Kreuzbandſendung K 16.—. Länder des Weltpoſtvereines: vierteljährig Kreuzbandſendung K 22.—. Nr. 56 Wien, Montag den 3. Februar 1913. XX. Jahrgang. Wiederausbruch des Krieges. Heute um 7 Uhr abends läuft der zwiſchen der Türkei und den Balkanſtaaten geſchloſſene Waffen- ſtillſtand ab und es gibt nur mehr wenige, die ſich noch der Hoffnung hingeben, daß der Wiederbeginn der Feindſeligkeiten noch verhindert werden könnte. Die Er- klärung der türkiſchen Delegierten, daß ſie zur Fortſetzung der Veryandlungen bereit ſeien, wurde von den Ver- tretern der Balkanſtaaten mit der Forderung be- antwortet, daß die Türkei vorher die Bedingungen des Balkanbundes annehmen müſſe, und eine erfolg- reiche Vermittlungsaktion der Großmächte wird durch die Schwerfälligkeit des diplomatiſchen Apparates und die Kürze der Zeit unmöglich gemacht. So tritt denn der Krieg wieder in ſein Recht, um jene klare und einwandfreie militäriſche Situation herbei- zuführen, die eine von beiden Teilen anerkannte Grund- lage für die diplomatiſchen Verhandlungen bilden kann. Denn die eigentliche Urſache der Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten iſt das bedeutende Hinausgehen der politiſchen Forderungen der Sieger über die tat- ſächlichen militäriſchen Ergebniſſe des Krieges, eine Erſcheinung, die wir bereits beim Tripolis- krieg als einen den Abſchluß des Friedens naturgemäß überaus erſchwerenden Faktor feſtſtellen konnten. Die unbeſiegte Armee von Tſchataldſcha und der ungebrochene Widerſtand Adrianopels ſind ſolche Argumente für den Standpunkt der Türkei, daß ſelbſt die ſtärkſte diplomatiſche Preſſion ſie nicht ohneweiters aus der Welt zu ſchaffen und der Türkei einen Friedens- ſchlaß auf Gnade oder Ungnade aufzuzwingen vermag. Nur das aktive Eintreten Rußland für die Balkan- ſtaaten hätte die militäriſche Situation der Türkei unhaltbar gemacht; da dies jedoch infolge der Haltung der übrigen Mächte verhindert wurde, ſo ergab ſich für die Verbündeten die Notwendigkeit, entweder ihre poli- tiſchen Anſprüche zu reduzieren oder durch Wiederauf- nahme des Kampfes eine den geſtellten Forderungen entſprechende militäriſche Situation zu ſchaffen. Die Balkanſtaaten haben ſich für das Letztere ent- ſchieden. Die Wiederaufnahme der Feindſelig- keiten. Konſtantinopel, 2. Februar. Die amtlichen Pfortekreiſe ſind der Anſicht, daß die Wiederaufnahme der Feindſelig- keiten nunmehr unvermeidlich ſei Die Kriegskorreſpondenten werden nicht die Er- laubnis erhalten, die Kriegsoperationen zu verfolgen. Der Vali von Adrianopel erhielt den Groß- kordon den Osmanjeordens. Großvezier Mahmud Schefket Paſcha ſtattete dem engliſchen Botſchafter Lowther einen Beſuch ab. Konſtantinopel, 2. Februar. Eine offiziöſe Notiz beſagt: Die türkiſchen Truppen wurden angewieſen, keinen Schuß abzugeben, be- vor die Bulgaren nach Ablauf der Friſt für die Kündigung des Waffenſtillſtandes das Feuer eröffnen. Die Pforte hat es für notwendig erachtet, dieſe In- ſtruktionen zu erteilen, damit die öffentliche Meinung ſich davon überzeuge, daß die aus der Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten ſich ergebende Verantwortung einzig und allein auf die Verbündeten falle. Die türkiſchen Bevollmächtigten erhielten Auftrag, London erſt nach Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten zu verlaſſen. Neutrale Haltung der Großmächte. Eine offiziöſe deutſche Stimme. Berlin, 2. Februar. Die „Norddeutſche Allgemeine Zeitung“ ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Ueber den Ernſt der europäiſchen Friedensbeſtrebungen können die Türkei und die Balkan- ſtaaten nach den beiden Teilen zugehenden wohl- gemeinten Ratſchlägen nicht im Zweifel ſein. In dieſer Einwirkung werden die Mächte nicht nachlaſſen. Sollten wider Verhoffen die Feindſeligkeiten abermals beginnen, ſo ſteht ſchon jetzt feſt, daß in dieſem Falle die Mächte auch für den zweiten, vorausſichtlich nur kurzen Teil des Balkankrieges eine neutrale Zurückhaltung beobachten und jede Sonderunternehmung vermeiden werden, durch die eine Beſchränkung des Kampfes auf ſeinen Herd erſchwert würde. Paris, 2. Februar. Venizelos hat Poincaré, ferner dem Miniſterpräſidenten Briand und dem Miniſter des Aeußeren, Jonnart, Beſuche abgeſtattet. London, 2. Februar. Dr. Danew und die Sekretäre der bulgariſchen Miſſion ſind heute früh nach Paris abgereiſt, wo Dr. Danew bis Dienstag zu bleiben gedenkt. Sofia, 2. Februar. Das Regierungsorgan „Mir“ wendet ſich dagegen, daß die zwiſchen Bulgarien und der Türkei anhängigen Streitfragen ſo dargeſtellt werden, als ob Adrianopel den äußerſten Punkt der künftigen türkiſch-bulgariſchen Grenze bilden würde. Es ſeien noch andere Fragen zu regeln. Für den Fall der Wieder- aufnahme der Feindſeligkeiten werden die zukünftigen Verhandlungen auf einer durchaus neuen Grundlage ge- führt werden müſſen. Kriegeriſche Stimmung der Mohammedaner. Konſtantinopel, 2. Februar. Das Komitee und die Subkomitees für nationale Verteidigung entfalten eine große Tätigkeit. Die Ein- ſchreibung von Freiwilligen hat begonnen. Die Notabeln von Afghaniſtan ſandten 250 Pfund Sterling als Ergebnis einer Subſkription. Telegramme aus den Provinzſtädten melden, die Bevölkerung ſei zu allen Opfern bereit und entſchloſſen, für die Verteidigung des Vaterlandes zu ſterben. In Bruſſa fand am Grabmal des Begründers der Türkei, Sultans Osman, eine Verſammlung ſtatt, in der die Anweſenden ſchwuren, nicht zu dulden, daß der Boden des Vaterlandes von den Bulgaren betreten werde. Die Vorſchußverhandlungen der türkiſchen Regierung. Konſtantinopel, 2. Februar. Die Vorſchußverhandlungen haben noch zu keinem endgültigen Abſchluß geführt. Abgeſehen von den 300.000 Pfund, welche vor etwa einer Woche eingezahlt worden ſind, hat das Finanzminiſterium noch keine meitere Zahlung auf den Vorſchuß erhalten. „Tanin“ erfährt, daß die Formalitäten, betreffend den Vorſchuß von einer Million Pfund ſeitens der Deutſchen Bank gegen Schatzſcheine zum Abſchluſſe gelangt ſeien. Die erſte Zahlung im Betrage von 100.000 Pfund werde unverzüglich erfolgen. Rumänien und Bulgarien. Die Verſtändigung. Paris, 2. Februar. Wie der Bukareſter Korreſpondent der „Temps“ aus guter Quelle erfahren haben will, ſei in dem bulgariſch- rumäniſchen Zwiſt eine Entſpannung eingetreten und es ſei eine Verſtändigung als gewiß anzuſehen und zwar auf der Grundlage, daß Rumänien eine größere Gebietsabtretung an der Küſte des Schwarzen Meeres bewilligt wird, während Rumänien ſeinerſeits auf die Ab- tretungmehrerer Punkte verzichtet, bezüglich deren ſich das bulgariſche Nationalgefühl unnachgiebig zeigen würde. Konſtantinopel, 2. Februar. Der Großvezier erklärte in einem Interview, er hege die volle Ueberzeugung, daß ſich Rumänien mit Bulgarien verſtändigen werde. Er wünſche aufrichtig auf Grund ſeiner perſönlichen Sym- pathien für das rumäniſche Volk und deſſen Lenker, daß ſie die Haltung Rumäniens in dem gegenwärtigen Kon- flikte in Zukunft nicht zu bedauern haben werden. Verſchärfung des Belagerungszuſtandes in Saloniki. Saloniki, 2. Februar. Infolge der durch die Konſtantinopler Vorgänge unter den hieſigen Mohammedanern hervorgerufenen Stimmung trafen die griechiſchen Behörden ſtrengere Vorſichtsmaßregeln und ließen einige Hausdurchſuchungen vornehmen. Wie verlautet, ſollen Verhaftungen von in der jungtürkiſchen Bewegung kompromittierten Türken bevorſtehen. Die Vorſchriften bezüglich des Belagerungs- zuſtandes werden wieder ſtrenger gehandhabt. Die Serben als neue Landesherren. Salouiki, 2. Februar. Die ſerbiſchen Behörden in Monaſtir haben, wie verlautet, die Direktion der dortigen rumäni- ſchen Schule verſtändigt, daß der Unterricht an der- ſelben ein zu ſtellen ſei. In gleicher Weiſe ſollen die Serben gegen die bulgariſche Schule in Iſtip vorgegangen ſein. Die ſerbiſchen Behörden von Veles widerſetzten ſich der Errichtung einer Niederlaſſung der bul- gariſchen landwirtſchaftlichen Bank daſelbſt und bedeuteten den betreffenden bulgariſchen Delegierten, Veles binnen 24 Stunden zu verlaſſen. Auf einen Proteſt der Delegierten wurde die Friſt um einen Tag verlängert. Man glaubt, daß es ſich um ein Miß- verſtändnis der ſerbiſchen Behörden handle und daß die Maßregel werde zurückgezogen werden. Serbiſche Kriegsſtimmungen. (Von dem Korreſpondenten der „Reichspoſt.“) 8. Belgrad, 31. Jänner. In der Belgrader Preſſe iſt eine auffallende Schwenkung eingetreten. Während wenigſtens die oppo- ſitionellen Blätter bisher gegen die Wiederaufnahme des Krieges, der nur Bulgarien nützen könne, Stellung nahmen, begrüßen ſie jetzt plötzlich den wahrſcheinlichen Wiederbeginn, allerdings mit einem beſonderen Beiſatz, daß dieſer Wiederbeginn vielleicht den Aus- bruch des europäiſchen Krieges bedeute, der Serbien willkommen ſei. — Die „Straza“ ſchreibt: „Wenn die Türken, was bereits eine fertige Tatſache iſt, Adrianopel und die Inſeln an die Verbündeten nicht abtreten wollen, werden die Verbündeten den Krieg fortſetzen; der Er- folg der Verbündeten iſt ſicher. Wenn Oeſterreich und Deutſchland neutral bleiben, iſt es gut, wenn aber nicht, ſo werden ſie gegen ſich die Dreivereini- gung haben, und dann kommt der europäiſche Krieg, in welchem allem Anſcheine nach Oeſter- reich zugrunde geht. Wir Serben wür- den dann unſere Hoffnungen vollkom- men erfüllt ſehen. — Der „Balkan“ ſchreibt: „Der europäiſche Krieg bringt neue Staats- formationen und neue Konſtellation ender Großmächte. Wenn es Gott gibt, auf den wir vertrauen, ſo wird jener Teil ſiegen, auf deſſen Seite ſich Serbien und das ganze Serbentum befindet. Wenn wir dieſen Sieg ausfechten, dann werden die ſerbiſchen Ideen und die ſerbiſchen Hoffnungen erſt vollkommen in Er- füllung gehen. Für dieſe Hoffnungen müſſen wir auch mehr ertragen, und wenn uns auch die erſten Schläge treffen. Dies wäre das Signal für einen all- gemeinen Krieg, aus welchem Rußland und ſeine Ver- bündeten als Sieger hervorgehen werden. Wir Serben, wir fürchten nicht den europäiſchen Krieg, im Gegen- teile, wir begrüßen denſelben; je eher, um ſo beſſer.“ Das Blatt veröffentlicht auch einen Brief aus Offizierskreiſen, die den Krieg verlangen, wenn auch einen europäiſchen Krieg; nur fortgeſetzt ſoll der Krieg werden. — Die „Pravda“ lehnt die Ver- mittlung der Mächte ab und ſchreibt: „Wir werden den Krieg fortſetzen und die Beute werden wir auch ſelbſt teilen. Allein haben wir geſiegt und werden auch allein Ordnung machen.“ Auch die übrigen Blätter ſchreiben mehr oder weniger in dem Sinne. Die ganze Bevölke- rung iſt aber gegen Oeſterreich mehr wie gegen die Türkei haranguiert. — Man ſollte in der öſterreichiſchen Preſſe mehr auf dieſe Stimmungen achten; es ſcheint, daß man ſich in Oeſterreich einem ganz falſchen Optimismus über die hier herrſchenden politiſchen Ideen und Neigungen hingibt. Jenen ſlove- niſchen Enthuſiaſten, die in einzelnen öſterreichiſchen

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Zitationshilfe: Reichspost. Nr. 56, Wien, 03.02.1913, S. 1. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_reichspost056_1913/1>, abgerufen am 22.07.2019.