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Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 10, St. 3. Berlin, 1793.

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Dieses alles zu einer Zeit, wo er noch von den skeptischen und idealistischen Vorstellungsarten gar nichts wuste.

Diese Täuschung währte drei Jahre lang, bis er, nachdem er den Ort seines Aufenthalts verändert, und in ganz neue Situationen gerieth, davon los geworden ist.


II. 72-75.

Ein Zwillingsohn eines .... dessen Bruder zur Zeit dieser Begebenheit schon längst gestorben war, klagte über ein halbes Jahr lang über öftere Kopfschmerzen. Dieses hinderte aber nicht, daß er nicht sein erlerntes Handwerk und andere häusliche Geschäfte abwarten sollte.

Den letzten Sonntag vor seinem Ende geht er spazieren, kommt auf den Kirchhof, geht bei seines Bruders Grab, welcher vor sieben Jahre gestorben ist, und sagt zu seinen ihn begleitenden Freunden: "auf künftigen Sonntag könnt ihr mich auch hieher tragen."

Jn dieser Woche nahmen die Kopfschmerzen zu, er arbeitete aber noch die Woche auf dem Gestelle bis auf den Freitag.

Nachdem er an diesem Tage des Morgens aufgestanden, läßt er sich das Bette in die Stube bringen, deklarirt gegen jedermann, daß er morgen Abend um zehn Uhr sterben werde; verlangt das


Dieses alles zu einer Zeit, wo er noch von den skeptischen und idealistischen Vorstellungsarten gar nichts wuste.

Diese Taͤuschung waͤhrte drei Jahre lang, bis er, nachdem er den Ort seines Aufenthalts veraͤndert, und in ganz neue Situationen gerieth, davon los geworden ist.


II. 72-75.

Ein Zwillingsohn eines .... dessen Bruder zur Zeit dieser Begebenheit schon laͤngst gestorben war, klagte uͤber ein halbes Jahr lang uͤber oͤftere Kopfschmerzen. Dieses hinderte aber nicht, daß er nicht sein erlerntes Handwerk und andere haͤusliche Geschaͤfte abwarten sollte.

Den letzten Sonntag vor seinem Ende geht er spazieren, kommt auf den Kirchhof, geht bei seines Bruders Grab, welcher vor sieben Jahre gestorben ist, und sagt zu seinen ihn begleitenden Freunden: »auf kuͤnftigen Sonntag koͤnnt ihr mich auch hieher tragen.«

Jn dieser Woche nahmen die Kopfschmerzen zu, er arbeitete aber noch die Woche auf dem Gestelle bis auf den Freitag.

Nachdem er an diesem Tage des Morgens aufgestanden, laͤßt er sich das Bette in die Stube bringen, deklarirt gegen jedermann, daß er morgen Abend um zehn Uhr sterben werde; verlangt das

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[44/0044] Dieses alles zu einer Zeit, wo er noch von den skeptischen und idealistischen Vorstellungsarten gar nichts wuste. Diese Taͤuschung waͤhrte drei Jahre lang, bis er, nachdem er den Ort seines Aufenthalts veraͤndert, und in ganz neue Situationen gerieth, davon los geworden ist. II. 72-75. Ein Zwillingsohn eines .... dessen Bruder zur Zeit dieser Begebenheit schon laͤngst gestorben war, klagte uͤber ein halbes Jahr lang uͤber oͤftere Kopfschmerzen. Dieses hinderte aber nicht, daß er nicht sein erlerntes Handwerk und andere haͤusliche Geschaͤfte abwarten sollte. Den letzten Sonntag vor seinem Ende geht er spazieren, kommt auf den Kirchhof, geht bei seines Bruders Grab, welcher vor sieben Jahre gestorben ist, und sagt zu seinen ihn begleitenden Freunden: »auf kuͤnftigen Sonntag koͤnnt ihr mich auch hieher tragen.« Jn dieser Woche nahmen die Kopfschmerzen zu, er arbeitete aber noch die Woche auf dem Gestelle bis auf den Freitag. Nachdem er an diesem Tage des Morgens aufgestanden, laͤßt er sich das Bette in die Stube bringen, deklarirt gegen jedermann, daß er morgen Abend um zehn Uhr sterben werde; verlangt das

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Zitationshilfe: Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 10, St. 3. Berlin, 1793, S. 44. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moritz_erfahrungsseelenkunde01003_1793/44>, abgerufen am 21.03.2019.