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Littrow, Joseph Johann von: Die Wunder des Himmels, oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems. Bd. 1. Stuttgart, 1834.

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aus welcher man dann leicht die tägliche oder stündliche Bewe-
gung desselben finden kann. Diese zwei Elemente jeder Pla-
netenbahn sind es also, die man durch die oben erwähnten Beob-
achtungen mit der größten Genauigkeit bestimmen soll.

§. 116. (Epoche und mittlere Bewegung der Planeten.) Die
Revolutionen der Planeten sind bereits oben (§. 101.) gegeben
worden, und wenn man die Zahl 360 durch sie dividirt, so er-
hält man die tägliche Bewegung der Planeten in heliocentrischer
Länge in Graden ausgedrückt. Allein man muß bemerken, daß
jene Revolutionen siderische sind, oder daß sie die Umlaufszeit der
Planeten um die Sonne in Beziehung auf einen Fixstern, oder
auf irgend einen festen Punkt des Himmels, ausdrücken. Hier
aber handelt es sich um die heliocentrischen Längen, die alle von
dem Nachtgleichenpunkte gezählt werden, und da dieser Nacht-
gleichenpunkt, wie wir später sehen werden, sich selbst, obgleich sehr
langsam, nämlich in jedem Jahr um 50",2113 oder um 0°,01394,
von Ost gegen West bewegt, so werden die Umlaufszeiten, in Be-
ziehung auf diesen Punkt, oder, wie man sie nennt, die tropi-
schen
Revolutionen der Planeten, sämmtlich etwas kleiner aus-
fallen, als die siderischen. Dieser Unterschied beträgt bei der
Venus nur 0,0055, bei der Erde 0,0142, bei Mars 0,0499 und bei
Uranus schon 99,3554 Tage. Die folgende Tafel enthält die
Epochen der ältern Planeten für den Mittag des 1. Januars
1832 in Wien, und die täglichen Aenderungen ihrer heliocentri-
schen Längen.


Planeten.Epoche.Tägliche Aenderung.
Mercur59°,724°,09238
Venus151°,231°,60217
Erde100°,100°,98568
Mars237°,880°,52467
Jupiter333°,760°,08313
Saturn153°,840°,03350
Uranus311°,040°,01177

Planetenſyſteme.
aus welcher man dann leicht die tägliche oder ſtündliche Bewe-
gung deſſelben finden kann. Dieſe zwei Elemente jeder Pla-
netenbahn ſind es alſo, die man durch die oben erwähnten Beob-
achtungen mit der größten Genauigkeit beſtimmen ſoll.

§. 116. (Epoche und mittlere Bewegung der Planeten.) Die
Revolutionen der Planeten ſind bereits oben (§. 101.) gegeben
worden, und wenn man die Zahl 360 durch ſie dividirt, ſo er-
hält man die tägliche Bewegung der Planeten in heliocentriſcher
Länge in Graden ausgedrückt. Allein man muß bemerken, daß
jene Revolutionen ſideriſche ſind, oder daß ſie die Umlaufszeit der
Planeten um die Sonne in Beziehung auf einen Fixſtern, oder
auf irgend einen feſten Punkt des Himmels, ausdrücken. Hier
aber handelt es ſich um die heliocentriſchen Längen, die alle von
dem Nachtgleichenpunkte gezählt werden, und da dieſer Nacht-
gleichenpunkt, wie wir ſpäter ſehen werden, ſich ſelbſt, obgleich ſehr
langſam, nämlich in jedem Jahr um 50″,2113 oder um 0°,01394,
von Oſt gegen Weſt bewegt, ſo werden die Umlaufszeiten, in Be-
ziehung auf dieſen Punkt, oder, wie man ſie nennt, die tropi-
ſchen
Revolutionen der Planeten, ſämmtlich etwas kleiner aus-
fallen, als die ſideriſchen. Dieſer Unterſchied beträgt bei der
Venus nur 0,0055, bei der Erde 0,0142, bei Mars 0,0499 und bei
Uranus ſchon 99,3554 Tage. Die folgende Tafel enthält die
Epochen der ältern Planeten für den Mittag des 1. Januars
1832 in Wien, und die täglichen Aenderungen ihrer heliocentri-
ſchen Längen.


Planeten.Epoche.Tägliche Aenderung.
Mercur59°,724°,09238
Venus151°,231°,60217
Erde100°,100°,98568
Mars237°,880°,52467
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[246/0258] Planetenſyſteme. aus welcher man dann leicht die tägliche oder ſtündliche Bewe- gung deſſelben finden kann. Dieſe zwei Elemente jeder Pla- netenbahn ſind es alſo, die man durch die oben erwähnten Beob- achtungen mit der größten Genauigkeit beſtimmen ſoll. §. 116. (Epoche und mittlere Bewegung der Planeten.) Die Revolutionen der Planeten ſind bereits oben (§. 101.) gegeben worden, und wenn man die Zahl 360 durch ſie dividirt, ſo er- hält man die tägliche Bewegung der Planeten in heliocentriſcher Länge in Graden ausgedrückt. Allein man muß bemerken, daß jene Revolutionen ſideriſche ſind, oder daß ſie die Umlaufszeit der Planeten um die Sonne in Beziehung auf einen Fixſtern, oder auf irgend einen feſten Punkt des Himmels, ausdrücken. Hier aber handelt es ſich um die heliocentriſchen Längen, die alle von dem Nachtgleichenpunkte gezählt werden, und da dieſer Nacht- gleichenpunkt, wie wir ſpäter ſehen werden, ſich ſelbſt, obgleich ſehr langſam, nämlich in jedem Jahr um 50″,2113 oder um 0°,01394, von Oſt gegen Weſt bewegt, ſo werden die Umlaufszeiten, in Be- ziehung auf dieſen Punkt, oder, wie man ſie nennt, die tropi- ſchen Revolutionen der Planeten, ſämmtlich etwas kleiner aus- fallen, als die ſideriſchen. Dieſer Unterſchied beträgt bei der Venus nur 0,0055, bei der Erde 0,0142, bei Mars 0,0499 und bei Uranus ſchon 99,3554 Tage. Die folgende Tafel enthält die Epochen der ältern Planeten für den Mittag des 1. Januars 1832 in Wien, und die täglichen Aenderungen ihrer heliocentri- ſchen Längen. Planeten. Epoche. Tägliche Aenderung. Mercur 59°,72 4°,09238 Venus 151°,23 1°,60217 Erde 100°,10 0°,98568 Mars 237°,88 0°,52467 Jupiter 333°,76 0°,08313 Saturn 153°,84 0°,03350 Uranus 311°,04 0°,01177

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Zitationshilfe: Littrow, Joseph Johann von: Die Wunder des Himmels, oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems. Bd. 1. Stuttgart, 1834, S. 246. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/littrow_weltsystem01_1834/258>, abgerufen am 19.07.2019.