Verstande so von einander verschieden, wie in der Arithmetic das Addiren und das Multipliciren. Wir haben daher oben (§. 434.), wo wir sie in Absicht auf die daher entstehenden Verhältnisse betrachteten, einer- ley Zeichnungsart dabey gebraucht, und in so fern das Zusammensetzen eine Handlung, Operation und Wirkung der Kräfte ist, demselben das Theilen und Trennen entgegengesetzet, (§. 429. 434.). Jn Ab- sicht auf die Sache selbst, setzet man dem Zusam- mengesetzten das Einfache entgegen. Bey dessen Betrachtung werden wir nun anfangen.
§. 532.
Daß bey dem Zusammengesetzten, welches über- haupt aus mehrern mit einander verbundenen Theilen besteht, und sich eben dadurch von einem bloßen Hau- fen und bloß arithmetischen Summe unterscheidet, eines einfacher oder minder zusammengesetzt sey, und folglich aus wenigern, mit geringern Kräften und nach weniger Dimensionen verbundenen Theilen bestehen könne, als ein anderes, ist für sich klar, (§. 119-122.). Hier ist aber nicht von diesem rela- tiven Einfachen, sondern von dem, was absolut oder schlechthin einfach ist, die Rede. Dieses werden wir im Folgenden schlechthin einfach nennen, und das Relative durch Umschreibungen oder aus- drückliche Benennungen anzeigen, wo von demselben die Rede ist. Dieses vorausgesetzt, so merken wir an, daß das Einfache auf dreyerley Arten so genennet werden könne:
1°. Das einfache Solide, so fern dieses entweder nicht mehr getheilt ist, oder nicht mehr in klei- nere Theile wirklich getheilet werden kann.
2°. Jst
XVII. Hauptſtuͤck.
Verſtande ſo von einander verſchieden, wie in der Arithmetic das Addiren und das Multipliciren. Wir haben daher oben (§. 434.), wo wir ſie in Abſicht auf die daher entſtehenden Verhaͤltniſſe betrachteten, einer- ley Zeichnungsart dabey gebraucht, und in ſo fern das Zuſammenſetzen eine Handlung, Operation und Wirkung der Kraͤfte iſt, demſelben das Theilen und Trennen entgegengeſetzet, (§. 429. 434.). Jn Ab- ſicht auf die Sache ſelbſt, ſetzet man dem Zuſam- mengeſetzten das Einfache entgegen. Bey deſſen Betrachtung werden wir nun anfangen.
§. 532.
Daß bey dem Zuſammengeſetzten, welches uͤber- haupt aus mehrern mit einander verbundenen Theilen beſteht, und ſich eben dadurch von einem bloßen Hau- fen und bloß arithmetiſchen Summe unterſcheidet, eines einfacher oder minder zuſammengeſetzt ſey, und folglich aus wenigern, mit geringern Kraͤften und nach weniger Dimenſionen verbundenen Theilen beſtehen koͤnne, als ein anderes, iſt fuͤr ſich klar, (§. 119-122.). Hier iſt aber nicht von dieſem rela- tiven Einfachen, ſondern von dem, was abſolut oder ſchlechthin einfach iſt, die Rede. Dieſes werden wir im Folgenden ſchlechthin einfach nennen, und das Relative durch Umſchreibungen oder aus- druͤckliche Benennungen anzeigen, wo von demſelben die Rede iſt. Dieſes vorausgeſetzt, ſo merken wir an, daß das Einfache auf dreyerley Arten ſo genennet werden koͤnne:
1°. Das einfache Solide, ſo fern dieſes entweder nicht mehr getheilt iſt, oder nicht mehr in klei- nere Theile wirklich getheilet werden kann.
2°. Jſt
<TEI><text><body><divn="1"><divn="2"><divn="3"><p><pbfacs="#f0158"n="150"/><fwplace="top"type="header"><hirendition="#b"><hirendition="#aq">XVII.</hi> Hauptſtuͤck.</hi></fw><lb/>
Verſtande ſo von einander verſchieden, wie in der<lb/>
Arithmetic das Addiren und das Multipliciren. Wir<lb/>
haben daher oben (§. 434.), wo wir ſie in Abſicht auf<lb/>
die daher entſtehenden Verhaͤltniſſe betrachteten, einer-<lb/>
ley Zeichnungsart dabey gebraucht, und in ſo fern<lb/>
das <hirendition="#fr">Zuſammenſetzen</hi> eine Handlung, Operation und<lb/>
Wirkung der Kraͤfte iſt, demſelben das <hirendition="#fr">Theilen</hi> und<lb/><hirendition="#fr">Trennen</hi> entgegengeſetzet, (§. 429. 434.). Jn Ab-<lb/>ſicht auf die Sache ſelbſt, ſetzet man dem <hirendition="#fr">Zuſam-<lb/>
mengeſetzten</hi> das <hirendition="#fr">Einfache</hi> entgegen. Bey deſſen<lb/>
Betrachtung werden wir nun anfangen.</p></div><lb/><divn="3"><head>§. 532.</head><lb/><p>Daß bey dem Zuſammengeſetzten, welches uͤber-<lb/>
haupt aus mehrern mit einander verbundenen Theilen<lb/>
beſteht, und ſich eben dadurch von einem bloßen <hirendition="#fr">Hau-<lb/>
fen</hi> und bloß arithmetiſchen Summe unterſcheidet,<lb/>
eines <hirendition="#fr">einfacher</hi> oder <hirendition="#fr">minder zuſammengeſetzt</hi>ſey,<lb/>
und folglich aus wenigern, mit geringern Kraͤften<lb/>
und nach weniger Dimenſionen verbundenen Theilen<lb/>
beſtehen koͤnne, als ein anderes, iſt fuͤr ſich klar,<lb/>
(§. 119-122.). Hier iſt aber nicht von dieſem <hirendition="#fr">rela-<lb/>
tiven Einfachen,</hi>ſondern von dem, was <hirendition="#fr">abſolut</hi><lb/>
oder <hirendition="#fr">ſchlechthin einfach</hi> iſt, die Rede. Dieſes<lb/>
werden wir im Folgenden ſchlechthin <hirendition="#fr">einfach</hi> nennen,<lb/>
und das Relative durch Umſchreibungen oder aus-<lb/>
druͤckliche Benennungen anzeigen, wo von demſelben<lb/>
die Rede iſt. Dieſes vorausgeſetzt, ſo merken wir<lb/>
an, daß das Einfache auf dreyerley Arten ſo genennet<lb/>
werden koͤnne:</p><lb/><list><item>1°. Das <hirendition="#fr">einfache Solide,</hi>ſo fern dieſes entweder<lb/>
nicht mehr getheilt <hirendition="#fr">iſt,</hi> oder nicht mehr in klei-<lb/>
nere Theile <hirendition="#fr">wirklich</hi> getheilet werden kann.</item></list><lb/><fwplace="bottom"type="catch">2°. Jſt</fw><lb/></div></div></div></body></text></TEI>
[150/0158]
XVII. Hauptſtuͤck.
Verſtande ſo von einander verſchieden, wie in der
Arithmetic das Addiren und das Multipliciren. Wir
haben daher oben (§. 434.), wo wir ſie in Abſicht auf
die daher entſtehenden Verhaͤltniſſe betrachteten, einer-
ley Zeichnungsart dabey gebraucht, und in ſo fern
das Zuſammenſetzen eine Handlung, Operation und
Wirkung der Kraͤfte iſt, demſelben das Theilen und
Trennen entgegengeſetzet, (§. 429. 434.). Jn Ab-
ſicht auf die Sache ſelbſt, ſetzet man dem Zuſam-
mengeſetzten das Einfache entgegen. Bey deſſen
Betrachtung werden wir nun anfangen.
§. 532.
Daß bey dem Zuſammengeſetzten, welches uͤber-
haupt aus mehrern mit einander verbundenen Theilen
beſteht, und ſich eben dadurch von einem bloßen Hau-
fen und bloß arithmetiſchen Summe unterſcheidet,
eines einfacher oder minder zuſammengeſetzt ſey,
und folglich aus wenigern, mit geringern Kraͤften
und nach weniger Dimenſionen verbundenen Theilen
beſtehen koͤnne, als ein anderes, iſt fuͤr ſich klar,
(§. 119-122.). Hier iſt aber nicht von dieſem rela-
tiven Einfachen, ſondern von dem, was abſolut
oder ſchlechthin einfach iſt, die Rede. Dieſes
werden wir im Folgenden ſchlechthin einfach nennen,
und das Relative durch Umſchreibungen oder aus-
druͤckliche Benennungen anzeigen, wo von demſelben
die Rede iſt. Dieſes vorausgeſetzt, ſo merken wir
an, daß das Einfache auf dreyerley Arten ſo genennet
werden koͤnne:
1°. Das einfache Solide, ſo fern dieſes entweder
nicht mehr getheilt iſt, oder nicht mehr in klei-
nere Theile wirklich getheilet werden kann.
2°. Jſt
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 2. Riga, 1771, S. 150. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lambert_architectonic02_1771/158>, abgerufen am 21.02.2025.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2025 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
(Kontakt).
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2025. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.