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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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den, die mit dem Amte eines evan-
gelischen Seelsorgers nicht verträg-
lich seien; die Behörde hielt es daher
für angemessen, S. einen anderen
Wirkungskreis anzuweisen, und so
wurde er 1870 auf die einträgliche
Pfarre in Raben bei Belzig versetzt.
Jm Jahre 1875 trat er in den Ruhe-
stand u. siedelte nach Tübingen über.

S:

Leokadie (Bilder aus der Ge-
[s]ellschaft), 1868. - Die Freigemeind-
[l]er (N.), 1871. - Elsbeth (E.), 1875.
- Eine Blüte aus dem Völkerfrüh-
[l]ing 1848 (E.), 1878. - Aus der Grün-
derzeit (E.), 1880. - Pastor Treue
(E.), 1877. - Aus einem Pfarrer-
leben (E.), 1885.

Steffen, Albert,

geb. am 10. De-
zember 1884 in Murgenthal (Schweiz),
lebt daselbst.

S:

Ott, Alois und
Werelsche (R.), 1907. - Die Bestim-
mung der Roheit (R.), 1912.

*Steffen, Elly,

geb. am 8. Juli
1868 in Ludwigslust (Mecklenburg)
als Tochter eines Gerichtsrats, be-
suchte hier eine kleine Privatschule
und seit 1879 in Schwerin, wo der
Vater sich als Rechtsanwalt nieder-
gelassen hatte, die höhere Töchter-
schule. Eine kurze Pensionszeit ver-
brachte sie von Michaelis 1882 bis
Weihnachten 1883 in Leipzig und
Weimar und besuchte in letzterer
Stadt die städtische höhere Mädchen-
schule und das großherzogl. Sophien-
stift. Heimgekehrt, vervollständigte
Privatunterricht bis Ostern 1885 u.
des längeren ein gediegener Klavier-
unterricht ihren vorläufig nun abge-
schlossenen Bildungsgang. Der Tod
ihres Vaters (1891) reifte in ihr das
Gefühl der Selbstverantwortung und
Lebenspflicht. Nach Besuch eines
Seminars in Schwerin erwarb sie
sich im Mai 1893 die Befähigung als
Lehrerin an höheren Mädchenschulen
und wirkte als solche an demselben
Seminar von Michaelis 1893 bis
dahin 1895. Nun entschloß sie sich,
als Teilnehmerin an den Göttinger
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Hochschulkursen für Lehrerinnen durch
ernste Studien ihre Selbständigkeit
im gewählten Berufe auf wissen-
schaftliche Basis zu stellen. Deshalb
verlegte die Mutter Ostern 1896 bis
dahin 1898 ihren Wohnsitz nach Göt-
tingen, wo Elly nun vorzugsweise
deutsche Philologie und Geschichte
studierte. Nach Schwerin zurückge-
kehrt, verlegte sie ihre Tätigkeit auf
das Gebiet der Schriftstellerei, auf
dem sie noch jetzt tätig ist. Außer
Beiträgen zu germanistischen Zeitge-
schäften schrieb sie zunächst "Friedrich
Nietzsches Weltanschauung und Le-
bensmaximen nach seinen Werken"
(Sieben Essays, 1903) und dann die
Erzählungen und Übersetzungen aus
der mittelhochdeutschen Literatur
"Aus deutscher Vorzeit" (Gudrun,
Otto m. d. Barte, Flore und Blan-
scheflur, der gute Gerhard, der arme
Heinrich, 1907). Außerdem

S:

Die
alten deutschen Könige (Hist. Ge.),
1904. - Sternschnuppen (100 Bilder,
Sk. und Gedanken), 1906.

*Steffen, Johann Friedrich Wil-
helm,

geb. am 13. September 1856
in Bochum (Westfalen) als der Sohn
eines Handwerkers, gewann schon
in früher Jugend im Elternhause
Eindrücke, die dem gut beanlagten
Knaben dauernd verblieben. Die
Kriegsjahre 1864 und 1866 brachten
dem Vater geschäftliche Verluste, die
durch die in Bochum ausgebrochenen
Epidemien, Blattern und Cholera,
noch vermehrt wurden und zum ge-
schäftlichen Ruin des Vaters führten.
Die Eltern zogen von Bochum nach
dem damaligen Dorfe Herne. Am
1. Mai 1870 wurde St. aus der
Schule entlassen und trat sofort auf
einer Grube als Arbeiter ein. Der
jugendliche Körper war den Anstren-
gungen des Bergmannsberufes und
namentlich der steten Arbeit im trie-
fenden Wasser nicht gewachsen. Ende
1877 erkrankte St. am Gelenkrheu-
matismus und lag fast 6 Monate

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den, die mit dem Amte eines evan-
geliſchen Seelſorgers nicht verträg-
lich ſeien; die Behörde hielt es daher
für angemeſſen, S. einen anderen
Wirkungskreis anzuweiſen, und ſo
wurde er 1870 auf die einträgliche
Pfarre in Raben bei Belzig verſetzt.
Jm Jahre 1875 trat er in den Ruhe-
ſtand u. ſiedelte nach Tübingen über.

S:

Leokadie (Bilder aus der Ge-
[ſ]ellſchaft), 1868. – Die Freigemeind-
[l]er (N.), 1871. – Elsbeth (E.), 1875.
– Eine Blüte aus dem Völkerfrüh-
[l]ing 1848 (E.), 1878. – Aus der Grün-
derzeit (E.), 1880. – Paſtor Treue
(E.), 1877. – Aus einem Pfarrer-
leben (E.), 1885.

Steffen, Albert,

geb. am 10. De-
zember 1884 in Murgenthal (Schweiz),
lebt daſelbſt.

S:

Ott, Alois und
Werelſche (R.), 1907. – Die Beſtim-
mung der Roheit (R.), 1912.

*Steffen, Elly,

geb. am 8. Juli
1868 in Ludwigsluſt (Mecklenburg)
als Tochter eines Gerichtsrats, be-
ſuchte hier eine kleine Privatſchule
und ſeit 1879 in Schwerin, wo der
Vater ſich als Rechtsanwalt nieder-
gelaſſen hatte, die höhere Töchter-
ſchule. Eine kurze Penſionszeit ver-
brachte ſie von Michaelis 1882 bis
Weihnachten 1883 in Leipzig und
Weimar und beſuchte in letzterer
Stadt die ſtädtiſche höhere Mädchen-
ſchule und das großherzogl. Sophien-
ſtift. Heimgekehrt, vervollſtändigte
Privatunterricht bis Oſtern 1885 u.
des längeren ein gediegener Klavier-
unterricht ihren vorläufig nun abge-
ſchloſſenen Bildungsgang. Der Tod
ihres Vaters (1891) reifte in ihr das
Gefühl der Selbſtverantwortung und
Lebenspflicht. Nach Beſuch eines
Seminars in Schwerin erwarb ſie
ſich im Mai 1893 die Befähigung als
Lehrerin an höheren Mädchenſchulen
und wirkte als ſolche an demſelben
Seminar von Michaelis 1893 bis
dahin 1895. Nun entſchloß ſie ſich,
als Teilnehmerin an den Göttinger
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Hochſchulkurſen für Lehrerinnen durch
ernſte Studien ihre Selbſtändigkeit
im gewählten Berufe auf wiſſen-
ſchaftliche Baſis zu ſtellen. Deshalb
verlegte die Mutter Oſtern 1896 bis
dahin 1898 ihren Wohnſitz nach Göt-
tingen, wo Elly nun vorzugsweiſe
deutſche Philologie und Geſchichte
ſtudierte. Nach Schwerin zurückge-
kehrt, verlegte ſie ihre Tätigkeit auf
das Gebiet der Schriftſtellerei, auf
dem ſie noch jetzt tätig iſt. Außer
Beiträgen zu germaniſtiſchen Zeitge-
ſchäften ſchrieb ſie zunächſt „Friedrich
Nietzſches Weltanſchauung und Le-
bensmaximen nach ſeinen Werken“
(Sieben Eſſays, 1903) und dann die
Erzählungen und Überſetzungen aus
der mittelhochdeutſchen Literatur
„Aus deutſcher Vorzeit“ (Gudrun,
Otto m. d. Barte, Flore und Blan-
ſcheflur, der gute Gerhard, der arme
Heinrich, 1907). Außerdem

S:

Die
alten deutſchen Könige (Hiſt. Ge.),
1904. – Sternſchnuppen (100 Bilder,
Sk. und Gedanken), 1906.

*Steffen, Johann Friedrich Wil-
helm,

geb. am 13. September 1856
in Bochum (Weſtfalen) als der Sohn
eines Handwerkers, gewann ſchon
in früher Jugend im Elternhauſe
Eindrücke, die dem gut beanlagten
Knaben dauernd verblieben. Die
Kriegsjahre 1864 und 1866 brachten
dem Vater geſchäftliche Verluſte, die
durch die in Bochum ausgebrochenen
Epidemien, Blattern und Cholera,
noch vermehrt wurden und zum ge-
ſchäftlichen Ruin des Vaters führten.
Die Eltern zogen von Bochum nach
dem damaligen Dorfe Herne. Am
1. Mai 1870 wurde St. aus der
Schule entlaſſen und trat ſofort auf
einer Grube als Arbeiter ein. Der
jugendliche Körper war den Anſtren-
gungen des Bergmannsberufes und
namentlich der ſteten Arbeit im trie-
fenden Waſſer nicht gewachſen. Ende
1877 erkrankte St. am Gelenkrheu-
matismus und lag faſt 6 Monate

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[31/0035] Ste Ste den, die mit dem Amte eines evan- geliſchen Seelſorgers nicht verträg- lich ſeien; die Behörde hielt es daher für angemeſſen, S. einen anderen Wirkungskreis anzuweiſen, und ſo wurde er 1870 auf die einträgliche Pfarre in Raben bei Belzig verſetzt. Jm Jahre 1875 trat er in den Ruhe- ſtand u. ſiedelte nach Tübingen über. S: Leokadie (Bilder aus der Ge- ſellſchaft), 1868. – Die Freigemeind- ler (N.), 1871. – Elsbeth (E.), 1875. – Eine Blüte aus dem Völkerfrüh- ling 1848 (E.), 1878. – Aus der Grün- derzeit (E.), 1880. – Paſtor Treue (E.), 1877. – Aus einem Pfarrer- leben (E.), 1885. Steffen, Albert, geb. am 10. De- zember 1884 in Murgenthal (Schweiz), lebt daſelbſt. S: Ott, Alois und Werelſche (R.), 1907. – Die Beſtim- mung der Roheit (R.), 1912. *Steffen, Elly, geb. am 8. Juli 1868 in Ludwigsluſt (Mecklenburg) als Tochter eines Gerichtsrats, be- ſuchte hier eine kleine Privatſchule und ſeit 1879 in Schwerin, wo der Vater ſich als Rechtsanwalt nieder- gelaſſen hatte, die höhere Töchter- ſchule. Eine kurze Penſionszeit ver- brachte ſie von Michaelis 1882 bis Weihnachten 1883 in Leipzig und Weimar und beſuchte in letzterer Stadt die ſtädtiſche höhere Mädchen- ſchule und das großherzogl. Sophien- ſtift. Heimgekehrt, vervollſtändigte Privatunterricht bis Oſtern 1885 u. des längeren ein gediegener Klavier- unterricht ihren vorläufig nun abge- ſchloſſenen Bildungsgang. Der Tod ihres Vaters (1891) reifte in ihr das Gefühl der Selbſtverantwortung und Lebenspflicht. Nach Beſuch eines Seminars in Schwerin erwarb ſie ſich im Mai 1893 die Befähigung als Lehrerin an höheren Mädchenſchulen und wirkte als ſolche an demſelben Seminar von Michaelis 1893 bis dahin 1895. Nun entſchloß ſie ſich, als Teilnehmerin an den Göttinger Hochſchulkurſen für Lehrerinnen durch ernſte Studien ihre Selbſtändigkeit im gewählten Berufe auf wiſſen- ſchaftliche Baſis zu ſtellen. Deshalb verlegte die Mutter Oſtern 1896 bis dahin 1898 ihren Wohnſitz nach Göt- tingen, wo Elly nun vorzugsweiſe deutſche Philologie und Geſchichte ſtudierte. Nach Schwerin zurückge- kehrt, verlegte ſie ihre Tätigkeit auf das Gebiet der Schriftſtellerei, auf dem ſie noch jetzt tätig iſt. Außer Beiträgen zu germaniſtiſchen Zeitge- ſchäften ſchrieb ſie zunächſt „Friedrich Nietzſches Weltanſchauung und Le- bensmaximen nach ſeinen Werken“ (Sieben Eſſays, 1903) und dann die Erzählungen und Überſetzungen aus der mittelhochdeutſchen Literatur „Aus deutſcher Vorzeit“ (Gudrun, Otto m. d. Barte, Flore und Blan- ſcheflur, der gute Gerhard, der arme Heinrich, 1907). Außerdem S: Die alten deutſchen Könige (Hiſt. Ge.), 1904. – Sternſchnuppen (100 Bilder, Sk. und Gedanken), 1906. *Steffen, Johann Friedrich Wil- helm, geb. am 13. September 1856 in Bochum (Weſtfalen) als der Sohn eines Handwerkers, gewann ſchon in früher Jugend im Elternhauſe Eindrücke, die dem gut beanlagten Knaben dauernd verblieben. Die Kriegsjahre 1864 und 1866 brachten dem Vater geſchäftliche Verluſte, die durch die in Bochum ausgebrochenen Epidemien, Blattern und Cholera, noch vermehrt wurden und zum ge- ſchäftlichen Ruin des Vaters führten. Die Eltern zogen von Bochum nach dem damaligen Dorfe Herne. Am 1. Mai 1870 wurde St. aus der Schule entlaſſen und trat ſofort auf einer Grube als Arbeiter ein. Der jugendliche Körper war den Anſtren- gungen des Bergmannsberufes und namentlich der ſteten Arbeit im trie- fenden Waſſer nicht gewachſen. Ende 1877 erkrankte St. am Gelenkrheu- matismus und lag faſt 6 Monate *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 31. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/35>, abgerufen am 21.10.2019.