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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Dresden als Sohn eines feinsinnigen,
als Kunstsammler bekannten Arztes,
Dr. Karl Sp., geboren und wuchs in
dem zum Besitze seiner Familie ge-
hörenden, altberühmten Körner-
Schiller-Hause (dem Geburtshause
Theodor Körners) auf. Er besuchte
das königl. Gymnasium in Dresden-
Neustadt und studierte nach Erfüllung
seiner Militärpflicht in Leipzig, Hei-
delberg u. Berlin Rechts- u. Staats-
wissenschaften, beschäftigte sich da-
neben auch mit Philosophie, Ge-
schichte, Kunstgeschichte u. Musik und
erwarb sich den juristischen Doktor-
grad. Er trat dann in den königlich
sächsischen Staatsdienst u. ist gegen-
wärtig (1911) Rat am Landgericht
in Dresden. Sein Beruf hat ihn zu
größeren literarischen Arbeiten keine
Zeit gelassen, und hat er sich in sei-
nen knappen Mußestunden auf ernste
und heitere, vielfach satirische Lyrik,
Märchen, Legenden, Parabeln u. dgl.
beschränkt.

S:

Gottes Teppich (M.
u. doch nicht M.), 1908. - Cis-Moll
(Lr.), 1909. - Der Jgel (Ein fröh-
liches Buch), 1909. - Prinzessin Ha-
schanascha und anderes (Schwe. und
Lr.), 1910. - Wunderliche Welt (Al-
lerhand f. nachdenkliche Leute), 1911.

Sporgel,

Psd. f. Ernst Daube;
s. d.!

Spork, Eugen,

geb. am 22. Aug.
1823 in Wien, besuchte dort das Pia-
risten- und Schottengymnasium und
lieferte schon als Gymnasiast viele
Gedichte für Ebersbergs Zeitung
"Der Zuschauer", wodurch er nament-
lich das Jnteresse des Balladendich-
ters Joh. Nep. Vogl gewann. Er
wurde Maler, und die Bekanntschaft
mit den Dekorationsmalern Jachi-
movicz und Thaller führte ihn zum
Theater, auf dem er sich auch als
Schauspieler betätigte. Dann kam er
in die journalistische Laufbahn hin-
ein und wirkte als Schriftsteller in
verschiedenen Städten Österreich-Un-
garns. Jm Jahre 1858 kam er von
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Preßburg nach Graz in Steiermark.
Hier gründete er 1866 das Wochen-
blatt "Der Humorist", übernahm
1867 die Redaktion des "Steirersep-
pel", trat 1871 in die Redaktion der
"Grazer Zeitung" und später in die
der "Tagespost" ein, der er fünf Jahre
lang angehörte. Er starb daselbst am
22. Oktbr. 1895. Von seinen drama-
tischen Arbeiten sind nur wenige im
Buchhandel erschienen.

S:

Saulus
und die ersten Christen (Bibl. Schsp.),
1899. - Die Geburt des Herrn (Weih-
nachtsspiel), 1901. - Als Manuskript
gedruckt: Der Meister und seine Ge-
sellen (Scherzspiel). - Liedertafel-
Komödien. - Dramatische Märchen:
Die Zauberin von Cardoval. - Die
Wunderlampe. - Die Eselshaut. -
Prinzessin Hirschkuh. - Das Dia-
mantenrad. - Der daumlange Hansel.
- Rübezahl usw.

*Sporck, Ferdinand Graf von,


pseudon. Ferdinand Morolf,
wurde am 21. Febr. 1848 zu Krnsko
in Böhmen als der Sohn des bereits
1850 verstorbenen Oberleutnants a.
D. Johann Graf von Sp. geboren.
Seine humanistischen Studien voll-
endete er in Prag, siedelte 1867 nach
München über, um an der dortigen
Hochschule Jurisprudenz zu studieren,
wendete sich indes bald von dem
Rechtsstudium ab, um sich ausschließ-
lich den philosophischen Fächern zu
widmen, zu welchem Behufe er die
Wiener Universität besuchte (1869).
Aus Vorliebe für die dramatische
Kunst bereiste er darauf mehrere Jahre
hindurch die hervorragendsten Städte
Deutschlands, um die Theaterverhält-
nisse gründlich kennen zu lernen, und
ließ sich dann in München nieder, wo
er jetzt noch lebt. Hier knüpfte er
1872 persönliche Beziehungen zu Ri-
chard Wagner an, die ihn bald auf
seinen eigentlichen Beruf, die Opern-
dichtung, führten. Der Besuch der
Baireuther Festspiele bestärkte ihn in
seinen reformatorischen Jdeen. Jm

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Spo
Dresden als Sohn eines feinſinnigen,
als Kunſtſammler bekannten Arztes,
Dr. Karl Sp., geboren und wuchs in
dem zum Beſitze ſeiner Familie ge-
hörenden, altberühmten Körner-
Schiller-Hauſe (dem Geburtshauſe
Theodor Körners) auf. Er beſuchte
das königl. Gymnaſium in Dresden-
Neuſtadt und ſtudierte nach Erfüllung
ſeiner Militärpflicht in Leipzig, Hei-
delberg u. Berlin Rechts- u. Staats-
wiſſenſchaften, beſchäftigte ſich da-
neben auch mit Philoſophie, Ge-
ſchichte, Kunſtgeſchichte u. Muſik und
erwarb ſich den juriſtiſchen Doktor-
grad. Er trat dann in den königlich
ſächſiſchen Staatsdienſt u. iſt gegen-
wärtig (1911) Rat am Landgericht
in Dresden. Sein Beruf hat ihn zu
größeren literariſchen Arbeiten keine
Zeit gelaſſen, und hat er ſich in ſei-
nen knappen Mußeſtunden auf ernſte
und heitere, vielfach ſatiriſche Lyrik,
Märchen, Legenden, Parabeln u. dgl.
beſchränkt.

S:

Gottes Teppich (M.
u. doch nicht M.), 1908. – Cis-Moll
(Lr.), 1909. – Der Jgel (Ein fröh-
liches Buch), 1909. – Prinzeſſin Ha-
ſchanaſcha und anderes (Schwe. und
Lr.), 1910. – Wunderliche Welt (Al-
lerhand f. nachdenkliche Leute), 1911.

Sporgel,

Pſd. f. Ernſt Daube;
ſ. d.!

Spork, Eugen,

geb. am 22. Aug.
1823 in Wien, beſuchte dort das Pia-
riſten- und Schottengymnaſium und
lieferte ſchon als Gymnaſiaſt viele
Gedichte für Ebersbergs Zeitung
„Der Zuſchauer“, wodurch er nament-
lich das Jntereſſe des Balladendich-
ters Joh. Nep. Vogl gewann. Er
wurde Maler, und die Bekanntſchaft
mit den Dekorationsmalern Jachi-
movicz und Thaller führte ihn zum
Theater, auf dem er ſich auch als
Schauſpieler betätigte. Dann kam er
in die journaliſtiſche Laufbahn hin-
ein und wirkte als Schriftſteller in
verſchiedenen Städten Öſterreich-Un-
garns. Jm Jahre 1858 kam er von
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Spo
Preßburg nach Graz in Steiermark.
Hier gründete er 1866 das Wochen-
blatt „Der Humoriſt“, übernahm
1867 die Redaktion des „Steirerſep-
pel“, trat 1871 in die Redaktion der
„Grazer Zeitung“ und ſpäter in die
der „Tagespoſt“ ein, der er fünf Jahre
lang angehörte. Er ſtarb daſelbſt am
22. Oktbr. 1895. Von ſeinen drama-
tiſchen Arbeiten ſind nur wenige im
Buchhandel erſchienen.

S:

Saulus
und die erſten Chriſten (Bibl. Schſp.),
1899. – Die Geburt des Herrn (Weih-
nachtsſpiel), 1901. – Als Manuſkript
gedruckt: Der Meiſter und ſeine Ge-
ſellen (Scherzſpiel). – Liedertafel-
Komödien. – Dramatiſche Märchen:
Die Zauberin von Cardoval. – Die
Wunderlampe. – Die Eſelshaut. –
Prinzeſſin Hirſchkuh. – Das Dia-
mantenrad. – Der daumlange Hanſel.
– Rübezahl uſw.

*Sporck, Ferdinand Graf von,


pſeudon. Ferdinand Morolf,
wurde am 21. Febr. 1848 zu Krnsko
in Böhmen als der Sohn des bereits
1850 verſtorbenen Oberleutnants a.
D. Johann Graf von Sp. geboren.
Seine humaniſtiſchen Studien voll-
endete er in Prag, ſiedelte 1867 nach
München über, um an der dortigen
Hochſchule Jurisprudenz zu ſtudieren,
wendete ſich indes bald von dem
Rechtsſtudium ab, um ſich ausſchließ-
lich den philoſophiſchen Fächern zu
widmen, zu welchem Behufe er die
Wiener Univerſität beſuchte (1869).
Aus Vorliebe für die dramatiſche
Kunſt bereiſte er darauf mehrere Jahre
hindurch die hervorragendſten Städte
Deutſchlands, um die Theaterverhält-
niſſe gründlich kennen zu lernen, und
ließ ſich dann in München nieder, wo
er jetzt noch lebt. Hier knüpfte er
1872 perſönliche Beziehungen zu Ri-
chard Wagner an, die ihn bald auf
ſeinen eigentlichen Beruf, die Opern-
dichtung, führten. Der Beſuch der
Baireuther Feſtſpiele beſtärkte ihn in
ſeinen reformatoriſchen Jdeen. Jm

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[8/0012] Spo Spo Dresden als Sohn eines feinſinnigen, als Kunſtſammler bekannten Arztes, Dr. Karl Sp., geboren und wuchs in dem zum Beſitze ſeiner Familie ge- hörenden, altberühmten Körner- Schiller-Hauſe (dem Geburtshauſe Theodor Körners) auf. Er beſuchte das königl. Gymnaſium in Dresden- Neuſtadt und ſtudierte nach Erfüllung ſeiner Militärpflicht in Leipzig, Hei- delberg u. Berlin Rechts- u. Staats- wiſſenſchaften, beſchäftigte ſich da- neben auch mit Philoſophie, Ge- ſchichte, Kunſtgeſchichte u. Muſik und erwarb ſich den juriſtiſchen Doktor- grad. Er trat dann in den königlich ſächſiſchen Staatsdienſt u. iſt gegen- wärtig (1911) Rat am Landgericht in Dresden. Sein Beruf hat ihn zu größeren literariſchen Arbeiten keine Zeit gelaſſen, und hat er ſich in ſei- nen knappen Mußeſtunden auf ernſte und heitere, vielfach ſatiriſche Lyrik, Märchen, Legenden, Parabeln u. dgl. beſchränkt. S: Gottes Teppich (M. u. doch nicht M.), 1908. – Cis-Moll (Lr.), 1909. – Der Jgel (Ein fröh- liches Buch), 1909. – Prinzeſſin Ha- ſchanaſcha und anderes (Schwe. und Lr.), 1910. – Wunderliche Welt (Al- lerhand f. nachdenkliche Leute), 1911. Sporgel, Pſd. f. Ernſt Daube; ſ. d.! Spork, Eugen, geb. am 22. Aug. 1823 in Wien, beſuchte dort das Pia- riſten- und Schottengymnaſium und lieferte ſchon als Gymnaſiaſt viele Gedichte für Ebersbergs Zeitung „Der Zuſchauer“, wodurch er nament- lich das Jntereſſe des Balladendich- ters Joh. Nep. Vogl gewann. Er wurde Maler, und die Bekanntſchaft mit den Dekorationsmalern Jachi- movicz und Thaller führte ihn zum Theater, auf dem er ſich auch als Schauſpieler betätigte. Dann kam er in die journaliſtiſche Laufbahn hin- ein und wirkte als Schriftſteller in verſchiedenen Städten Öſterreich-Un- garns. Jm Jahre 1858 kam er von Preßburg nach Graz in Steiermark. Hier gründete er 1866 das Wochen- blatt „Der Humoriſt“, übernahm 1867 die Redaktion des „Steirerſep- pel“, trat 1871 in die Redaktion der „Grazer Zeitung“ und ſpäter in die der „Tagespoſt“ ein, der er fünf Jahre lang angehörte. Er ſtarb daſelbſt am 22. Oktbr. 1895. Von ſeinen drama- tiſchen Arbeiten ſind nur wenige im Buchhandel erſchienen. S: Saulus und die erſten Chriſten (Bibl. Schſp.), 1899. – Die Geburt des Herrn (Weih- nachtsſpiel), 1901. – Als Manuſkript gedruckt: Der Meiſter und ſeine Ge- ſellen (Scherzſpiel). – Liedertafel- Komödien. – Dramatiſche Märchen: Die Zauberin von Cardoval. – Die Wunderlampe. – Die Eſelshaut. – Prinzeſſin Hirſchkuh. – Das Dia- mantenrad. – Der daumlange Hanſel. – Rübezahl uſw. *Sporck, Ferdinand Graf von, pſeudon. Ferdinand Morolf, wurde am 21. Febr. 1848 zu Krnsko in Böhmen als der Sohn des bereits 1850 verſtorbenen Oberleutnants a. D. Johann Graf von Sp. geboren. Seine humaniſtiſchen Studien voll- endete er in Prag, ſiedelte 1867 nach München über, um an der dortigen Hochſchule Jurisprudenz zu ſtudieren, wendete ſich indes bald von dem Rechtsſtudium ab, um ſich ausſchließ- lich den philoſophiſchen Fächern zu widmen, zu welchem Behufe er die Wiener Univerſität beſuchte (1869). Aus Vorliebe für die dramatiſche Kunſt bereiſte er darauf mehrere Jahre hindurch die hervorragendſten Städte Deutſchlands, um die Theaterverhält- niſſe gründlich kennen zu lernen, und ließ ſich dann in München nieder, wo er jetzt noch lebt. Hier knüpfte er 1872 perſönliche Beziehungen zu Ri- chard Wagner an, die ihn bald auf ſeinen eigentlichen Beruf, die Opern- dichtung, führten. Der Beſuch der Baireuther Feſtſpiele beſtärkte ihn in ſeinen reformatoriſchen Jdeen. Jm *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/12>, abgerufen am 24.04.2019.