Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626.

Bild:
<< vorherige Seite

Dedication.
Zusammenrottung E. Mayest. allzeit dermassen
vntergedrucket hatt/ daß Sie/ ehe solches jemandt
verhoffet/ verwundert vnd bestürtzt die Waffen in
Derer Handt sehen müssen. E. Mayest. ist selbst
darbey gewesen; hat selbst die königlichen Fahnen ge-
führet: Ja selbst mit Ihnen geschlagen. Alsbald ha-
ben Ihrer viel die Waffen abgethan; Viel sindt sie
nieder zulegen gezwungen worden. Die einen haben
geliebet E. Mayest. Tugend/ vnd die anderen haben
gefürchtet Ihr Glücke. E. Mayest. hat aber durch
jhre grosse Hertzhafftigkeit zuwegen gebracht/ daß
jederman zweiffelt/ welches vnter beyden am grösse-
sten gewesen/ E. Mayest. Stärcke/ oder Ihre Gü-
tigkeit. Dann nach dem Sie Siegesherr worden/
hat Sie mehrentheils solche Gesetze fürgeschrieben/
vmb welcher Willen die Vberwundenen zu siegen
begehreten.

Ferner/ wiewol E. Mayest. beste Lust in der könig-
lichen Vbung der Waffen bestunde/ so hat Sie
Ihnen doch nicht weiter als billich nachgehangen/
vnd den Krieg mehr geheget/ als dem Frieden ist gut
gewesen. E. König. Mayest. hat sich nicht höher
bemühet Ihre Cron vnd Scepter zuerhalten/ als
das Leben eines jeglichen Ihres Vnterthanens: hat
abgeschafft die Gottlose Gewonheit/ welche Ihren
Frantzosen/ nach gegebenem geringen Anlaß vnd
Widerwillen/ zuließ/ jhr Leben entweder darzusetzen/
oder einem andern seines zunehmen. Diese grausa-
me vnd schädliche Seuche deß Forderns hat mehr

Fran-

Dedication.
Zuſammenrottung E. Mayeſt. allzeit dermaſſen
vntergedrucket hatt/ daß Sie/ ehe ſolches jemandt
verhoffet/ verwundert vnd beſtuͤrtzt die Waffen in
Derer Handt ſehen muͤſſen. E. Mayeſt. iſt ſelbſt
darbey geweſen; hat ſelbſt die koͤniglichen Fahnen ge-
fuͤhret: Ja ſelbſt mit Ihnen geſchlagen. Alsbald ha-
ben Ihrer viel die Waffen abgethan; Viel ſindt ſie
nieder zulegen gezwungen worden. Die einen haben
geliebet E. Mayeſt. Tugend/ vnd die anderen haben
gefuͤrchtet Ihr Gluͤcke. E. Mayeſt. hat aber durch
jhre groſſe Hertzhafftigkeit zuwegen gebracht/ daß
jederman zweiffelt/ welches vnter beyden am groͤſſe-
ſten geweſen/ E. Mayeſt. Staͤrcke/ oder Ihre Guͤ-
tigkeit. Dann nach dem Sie Siegesherꝛ worden/
hat Sie mehrentheils ſolche Geſetze fuͤrgeſchrieben/
vmb welcher Willen die Vberwundenen zu ſiegen
begehreten.

Ferner/ wiewol E. Mayeſt. beſte Luſt in der koͤnig-
lichen Vbung der Waffen beſtunde/ ſo hat Sie
Ihnen doch nicht weiter als billich nachgehangen/
vnd den Krieg mehr geheget/ als dem Frieden iſt gut
geweſen. E. Koͤnig. Mayeſt. hat ſich nicht hoͤher
bemuͤhet Ihre Cron vnd Scepter zuerhalten/ als
das Leben eines jeglichen Ihres Vnterthanens: hat
abgeſchafft die Gottloſe Gewonheit/ welche Ihren
Frantzoſen/ nach gegebenem geringen Anlaß vnd
Widerwillen/ zuließ/ jhꝛ Leben entweder darzuſetzen/
oder einem andern ſeines zunehmen. Dieſe grauſa-
me vnd ſchaͤdliche Seuche deß Forderns hat mehr

Fran-
<TEI>
  <text>
    <front>
      <div type="dedication">
        <p><pb facs="#f0017"/><fw place="top" type="header">Dedication.</fw><lb/>
Zu&#x017F;ammenrottung E. Maye&#x017F;t. allzeit derma&#x017F;&#x017F;en<lb/>
vntergedrucket hatt/ daß Sie/ ehe &#x017F;olches jemandt<lb/>
verhoffet/ verwundert vnd be&#x017F;tu&#x0364;rtzt die Waffen in<lb/>
Derer Handt &#x017F;ehen mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en. E. Maye&#x017F;t. i&#x017F;t &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
darbey gewe&#x017F;en; hat &#x017F;elb&#x017F;t die ko&#x0364;niglichen Fahnen ge-<lb/>
fu&#x0364;hret: Ja &#x017F;elb&#x017F;t mit Ihnen ge&#x017F;chlagen. Alsbald ha-<lb/>
ben Ihrer viel die Waffen abgethan; Viel &#x017F;indt &#x017F;ie<lb/>
nieder zulegen gezwungen worden. Die einen haben<lb/>
geliebet E. Maye&#x017F;t. Tugend/ vnd die anderen haben<lb/>
gefu&#x0364;rchtet Ihr Glu&#x0364;cke. E. Maye&#x017F;t. hat aber durch<lb/>
jhre gro&#x017F;&#x017F;e Hertzhafftigkeit zuwegen gebracht/ daß<lb/>
jederman zweiffelt/ welches vnter beyden am gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;e-<lb/>
&#x017F;ten gewe&#x017F;en/ E. Maye&#x017F;t. Sta&#x0364;rcke/ oder Ihre Gu&#x0364;-<lb/>
tigkeit. Dann nach dem Sie Siegesher&#xA75B; worden/<lb/>
hat Sie mehrentheils &#x017F;olche Ge&#x017F;etze fu&#x0364;rge&#x017F;chrieben/<lb/>
vmb welcher Willen die Vberwundenen zu &#x017F;iegen<lb/>
begehreten.</p><lb/>
        <p>Ferner/ wiewol E. Maye&#x017F;t. be&#x017F;te Lu&#x017F;t in der ko&#x0364;nig-<lb/>
lichen Vbung der Waffen be&#x017F;tunde/ &#x017F;o hat Sie<lb/>
Ihnen doch nicht weiter als billich nachgehangen/<lb/>
vnd den Krieg mehr geheget/ als dem Frieden i&#x017F;t gut<lb/>
gewe&#x017F;en. E. Ko&#x0364;nig. Maye&#x017F;t. hat &#x017F;ich nicht ho&#x0364;her<lb/>
bemu&#x0364;het Ihre Cron vnd Scepter zuerhalten/ als<lb/>
das Leben eines jeglichen Ihres Vnterthanens: hat<lb/>
abge&#x017F;chafft die Gottlo&#x017F;e Gewonheit/ welche Ihren<lb/>
Frantzo&#x017F;en/ nach gegebenem geringen Anlaß vnd<lb/>
Widerwillen/ zuließ/ jh&#xA75B; Leben entweder darzu&#x017F;etzen/<lb/>
oder einem andern &#x017F;eines zunehmen. Die&#x017F;e grau&#x017F;a-<lb/>
me vnd &#x017F;cha&#x0364;dliche Seuche deß Forderns hat mehr<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Fran-</fw><lb/></p>
      </div>
    </front>
  </text>
</TEI>
[0017] Dedication. Zuſammenrottung E. Mayeſt. allzeit dermaſſen vntergedrucket hatt/ daß Sie/ ehe ſolches jemandt verhoffet/ verwundert vnd beſtuͤrtzt die Waffen in Derer Handt ſehen muͤſſen. E. Mayeſt. iſt ſelbſt darbey geweſen; hat ſelbſt die koͤniglichen Fahnen ge- fuͤhret: Ja ſelbſt mit Ihnen geſchlagen. Alsbald ha- ben Ihrer viel die Waffen abgethan; Viel ſindt ſie nieder zulegen gezwungen worden. Die einen haben geliebet E. Mayeſt. Tugend/ vnd die anderen haben gefuͤrchtet Ihr Gluͤcke. E. Mayeſt. hat aber durch jhre groſſe Hertzhafftigkeit zuwegen gebracht/ daß jederman zweiffelt/ welches vnter beyden am groͤſſe- ſten geweſen/ E. Mayeſt. Staͤrcke/ oder Ihre Guͤ- tigkeit. Dann nach dem Sie Siegesherꝛ worden/ hat Sie mehrentheils ſolche Geſetze fuͤrgeſchrieben/ vmb welcher Willen die Vberwundenen zu ſiegen begehreten. Ferner/ wiewol E. Mayeſt. beſte Luſt in der koͤnig- lichen Vbung der Waffen beſtunde/ ſo hat Sie Ihnen doch nicht weiter als billich nachgehangen/ vnd den Krieg mehr geheget/ als dem Frieden iſt gut geweſen. E. Koͤnig. Mayeſt. hat ſich nicht hoͤher bemuͤhet Ihre Cron vnd Scepter zuerhalten/ als das Leben eines jeglichen Ihres Vnterthanens: hat abgeſchafft die Gottloſe Gewonheit/ welche Ihren Frantzoſen/ nach gegebenem geringen Anlaß vnd Widerwillen/ zuließ/ jhꝛ Leben entweder darzuſetzen/ oder einem andern ſeines zunehmen. Dieſe grauſa- me vnd ſchaͤdliche Seuche deß Forderns hat mehr Fran-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/17
Zitationshilfe: Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/17>, abgerufen am 26.02.2020.