Die kleine None hat mit der kleinen Secunde, und die grosse mit der grossen Secunde gleichen Sitz im Gebrauche. Eigentlich ist sie von jener um eine Octave unterschieden.
§. 22.
Die Primen, Decimen, Undecimen und Duo- decimen sind nichts anders als Octaven, Terzen, Quarten und Quinten. Sie werden mit einer 1, 10, 11 und 12 an- gedeutet, und kommen mehrentheils in der galanten Schreibart und beym dreystimmigen Accompagnement vor. Man braucht sie, um die sangbare Fortschreitung der Stimmen deutlich zu be- merken. Z. E.
[Abbildung]
Wir sehen hierbey, daß die Fortschreitung der 1 in die 2, und der 2 in die 1 natürlicher ist, und deutlicher ins Auge fällt, als wenn man von der 8 in die 2, und von der 2 in die 8 gehen wolte (a). Eben diese Deutlichkeit äussert sich bey dem Gebrauch der 10, 11 und 12 (b). Man braucht diese zusammen gesetzte Zahlen nur alsdenn, wenn die einfachen, 7, 8 und 9 entweder drauf folgen, oder vorhergegangen sind (c). Ferner giebt diese Bezeichnung deutlich zu erkennen, ob man mit zwoen Stimmen in Terzen oder in Sexten fortgehen soll (d); ein Umstand, der in dem feinen Accompagnement nicht allezeit willkührlich ist.
§. 23.
Der Einklang im eigentlichen Verstande ist: Wenn zwo oder mehrere Stimmen auf einer Taste zusammen kom-
men.
Erſtes Capitel.
§. 21.
Die kleine None hat mit der kleinen Secunde, und die groſſe mit der groſſen Secunde gleichen Sitz im Gebrauche. Eigentlich iſt ſie von jener um eine Octave unterſchieden.
§. 22.
Die Primen, Decimen, Undecimen und Duo- decimen ſind nichts anders als Octaven, Terzen, Quarten und Quinten. Sie werden mit einer 1, 10, 11 und 12 an- gedeutet, und kommen mehrentheils in der galanten Schreibart und beym dreyſtimmigen Accompagnement vor. Man braucht ſie, um die ſangbare Fortſchreitung der Stimmen deutlich zu be- merken. Z. E.
[Abbildung]
Wir ſehen hierbey, daß die Fortſchreitung der 1 in die 2, und der 2 in die 1 natürlicher iſt, und deutlicher ins Auge fällt, als wenn man von der 8 in die 2, und von der 2 in die 8 gehen wolte (a). Eben dieſe Deutlichkeit äuſſert ſich bey dem Gebrauch der 10, 11 und 12 (b). Man braucht dieſe zuſammen geſetzte Zahlen nur alsdenn, wenn die einfachen, 7, 8 und 9 entweder drauf folgen, oder vorhergegangen ſind (c). Ferner giebt dieſe Bezeichnung deutlich zu erkennen, ob man mit zwoen Stimmen in Terzen oder in Sexten fortgehen ſoll (d); ein Umſtand, der in dem feinen Accompagnement nicht allezeit willkührlich iſt.
§. 23.
Der Einklang im eigentlichen Verſtande iſt: Wenn zwo oder mehrere Stimmen auf einer Taſte zuſammen kom-
men.
<TEI><text><body><divn="1"><pbfacs="#f0026"n="16"/><fwplace="top"type="header"><hirendition="#b">Erſtes Capitel.</hi></fw><lb/><divn="2"><head>§. 21.</head><p>Die <hirendition="#fr">kleine</hi> None hat mit der kleinen Secunde, und<lb/>
die <hirendition="#fr">groſſe</hi> mit der groſſen Secunde gleichen Sitz im Gebrauche.<lb/><hirendition="#fr">Eigentlich</hi> iſt ſie von jener um eine Octave unterſchieden.</p></div><lb/><divn="2"><head>§. 22.</head><p>Die <hirendition="#fr">Primen, Decimen, Undecimen</hi> und <hirendition="#fr">Duo-<lb/>
decimen</hi>ſind nichts anders als <hirendition="#fr">Octaven, Terzen, Quarten</hi><lb/>
und <hirendition="#fr">Quinten.</hi> Sie werden mit einer 1, 10, 11 und 12 an-<lb/>
gedeutet, und kommen mehrentheils in der galanten Schreibart<lb/>
und beym dreyſtimmigen Accompagnement vor. Man braucht ſie,<lb/>
um die ſangbare Fortſchreitung der Stimmen deutlich zu be-<lb/>
merken. Z. E.</p><lb/><figure/><p>Wir ſehen hierbey, daß die Fortſchreitung der 1 in die 2,<lb/>
und der 2 in die 1 natürlicher iſt, und deutlicher ins Auge fällt,<lb/>
als wenn man von der 8 in die 2, und von der 2 in die 8 gehen<lb/>
wolte (<hirendition="#aq">a</hi>). Eben dieſe Deutlichkeit äuſſert ſich bey dem Gebrauch<lb/>
der 10, 11 und 12 (<hirendition="#aq">b</hi>). Man braucht dieſe zuſammen geſetzte<lb/>
Zahlen nur alsdenn, wenn die einfachen, 7, 8 und 9 entweder<lb/>
drauf folgen, oder vorhergegangen ſind (<hirendition="#aq">c</hi>). Ferner giebt dieſe<lb/>
Bezeichnung deutlich zu erkennen, ob man mit zwoen Stimmen<lb/>
in Terzen oder in Sexten fortgehen ſoll (<hirendition="#aq">d</hi>); ein Umſtand, der in<lb/>
dem feinen Accompagnement nicht allezeit willkührlich iſt.</p></div><lb/><divn="2"><head>§. 23.</head><p>Der <hirendition="#fr">Einklang</hi> im <hirendition="#fr">eigentlichen Verſtande</hi> iſt:<lb/>
Wenn zwo oder mehrere Stimmen auf einer Taſte zuſammen kom-<lb/><fwplace="bottom"type="catch">men.</fw><lb/></p></div></div></body></text></TEI>
[16/0026]
Erſtes Capitel.
§. 21. Die kleine None hat mit der kleinen Secunde, und
die groſſe mit der groſſen Secunde gleichen Sitz im Gebrauche.
Eigentlich iſt ſie von jener um eine Octave unterſchieden.
§. 22. Die Primen, Decimen, Undecimen und Duo-
decimen ſind nichts anders als Octaven, Terzen, Quarten
und Quinten. Sie werden mit einer 1, 10, 11 und 12 an-
gedeutet, und kommen mehrentheils in der galanten Schreibart
und beym dreyſtimmigen Accompagnement vor. Man braucht ſie,
um die ſangbare Fortſchreitung der Stimmen deutlich zu be-
merken. Z. E.
[Abbildung]
Wir ſehen hierbey, daß die Fortſchreitung der 1 in die 2,
und der 2 in die 1 natürlicher iſt, und deutlicher ins Auge fällt,
als wenn man von der 8 in die 2, und von der 2 in die 8 gehen
wolte (a). Eben dieſe Deutlichkeit äuſſert ſich bey dem Gebrauch
der 10, 11 und 12 (b). Man braucht dieſe zuſammen geſetzte
Zahlen nur alsdenn, wenn die einfachen, 7, 8 und 9 entweder
drauf folgen, oder vorhergegangen ſind (c). Ferner giebt dieſe
Bezeichnung deutlich zu erkennen, ob man mit zwoen Stimmen
in Terzen oder in Sexten fortgehen ſoll (d); ein Umſtand, der in
dem feinen Accompagnement nicht allezeit willkührlich iſt.
§. 23. Der Einklang im eigentlichen Verſtande iſt:
Wenn zwo oder mehrere Stimmen auf einer Taſte zuſammen kom-
men.
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 2. Berlin, 1762, S. 16. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch02_1762/26>, abgerufen am 22.02.2025.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2025 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
(Kontakt).
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2025. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.